2.-9.01.2022 …. is it? ….

Sprache verändert sich, neue trendige Wörter schleichen sich ein, ohne englische Ausdrücke ist unsere Muttersprache nicht mehr vorstellbar. Der Staat, die Medien, wir alle machen es vor. So spricht man lieber von Social Distancing als vom Abstand wahren, von boostern als vom auffrischen, von Lifestyle als vom Lebensstil und Wörter wie Show, Download, News, Beamer, Handy, Meeting Point, Computer, Roaming Gebühren usw. usw. werden gar nicht mehr als englische Wörter wahrgenommen. Wie um alles in der Welt würdest du Jetlack auf Deutsch übersetzen? Zeitzonenkater vielleicht?

Auch die Intonation einer Sprache ist der Mode unterworfen. So singt man zB. den Ausdruck ok in der Schweiz melodiös von G zum tiefen C hoch zum hohen C „ooookaaaaayyyyy“ anstelle von einem einfachen „gut so“. Am Ende des Satzes mit der Stimme runter zu gehen scheint auch nicht mehr modern zu sein und so habe ich schon Hörbücher nach einer Stunde lauschen resigniert gelöscht.

Was in Afrika sprachlich modern, gang und gäbe ist? Nach jedem 2. Satz, den wir sprechen wird gefragt oder geantwortet:“is it?“ Is it scheint die meist verbreitete Redewendung in Südafrika zu sein und haben wir noch in keinem anderen Land so wahrgenommen.

Diese Woche vereinnahmt uns ein Thema im Besonderen: VISA Regelung für Südafrika! Is it.

Wir lesen auf Tanjas und Marcels Blog von den Ausreise- und Einreiseschwierigkeiten Südafrika/Botswana (www.ziellos-reisen.ch). Bisher fühlten wir uns sicher im Glauben, dass Touristen pro Kalenderjahr beginnend am 1.1. und endend am 31.12, 3 Monate VISA ausgestellt bekommen. Wir klopfen uns bei der Einreise am 2.11.2021 auf die Schulter wie klever wir das eingefädelt haben.

Haben wir nicht! Is it! Das VISA Kalenderjahr in Südafrika beginnt nicht am 1.1. sondern am Tag des VISA Ausstellungsdatums, in unserem Fall am 2. November 2021 und endend an 1.11.2022. Innerhalb dieser Periode hat der Tourist Anrecht auf 3 Monate Aufenthalt in SA. So ein Mist.

Ihr kennt uns inzwischen, wir tuckern in Slow Motion durch Afrika und haben in 8 Wochen SA einen sehr kleinen Teil des Landes gesehen. Is it. Natürlich könnten wir jetzt mal auf die Tube drücken, am Gaspedal bleiben, mit der Gemütlichkeit stoppen und die Garden Route und Cape Town Region im Schnellverfahren angehen. Uns bleiben 3 Wochen was für Arbeitende ein langer Urlaub bedeutet. Is it. Dann hätten wir die Möglichkeit, SA zu verlassen und Wochen später auf gut Glück wieder einzureisen. Das Visa wird, je nach Beamtin und ob unsere Nase passt, bei einer nächsten Einreise zwischen 7 Tagen bis 3 Monaten ausgestellt. You can take the Chance, sagt Nico, ein Agent für VISA Angelegenheiten.

Das bedeutet aber das Land verlassen, Grenzübertritte mit 2 mal Covid Tests und der Ungewissheit der VISA Sprechung. Stinkt uns! Is it. 

Man kann eine VISA Verlängerung bei VSF Global beantragen und hoffen, beten, bestechen, drohen, vertrauen, dass das VISA innert nützlicher Frist gesprochen wir. Von Reisenden und einer Agentin vernehmen wir, dass der Prozess oft Monate dauern kann. Is it!

Was tun?
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Nach super mega wundervollen erholsamen Tagen an der Marina Beach bei Heidy nehmen wir nach 12 Tagen schweren Herzens Abschied.
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Ein Mann im Haus ist manchmal auch nicht schlecht. Werni hilft Heidy bei kleinen Handwerker Aufgaben.

Danke liebe Heidy für alles und auf Wiedersehen. Die Zeit mit dir in deinem Haus und Garten war einfach nur schön!
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Wir fahren Richtung Durban, Nico der VISA Agent, hilft uns bei der Online Verlängerungsbeantragung.

Auf die Frage an der Rezeption vom Queensburgh Caravans Resort, ob es einen Touristenbus in Durban und Sehenswürdigkeiten gäbe verzieht Martha das Gesicht. „Es gibt nichts zu sehen in Durban,“ ihr harscher Kommentar. Südafrika befinde sich im Sturzflug und das Leben hier sei für Weisse mit mehrheitlich schwarzer Regierung unmöglich geworden. Is it? Zum Thema Apartheid schreibe ich später einen Beitrag.

Am ersten Tag Durban bekommt Bänzli neue Finken.

Unsere Pumpe von der Toilettenspülung ist defekt, wir suchen nach Reparatur- und Ersatzteillösungen. Je mehr Flickarbeit wir haben, je besser lernen wir unser Reisemobil kennen. Wir werden immer besser bei technischen Problemen. Da möchten wir die Facebook Seite „CS Sprinter Reisemobil“ doch mal wohlwollend erwähnen. Egal welche Frage wir ins Forum stellen, wir bekomme immer prompte Auskünfte und Anregungen.

Gewappnet mit einem ganzen Stapel Papier wie Passkopien, Anträge, Termin- und Zahlungsbestätigung, Bankauszug, Honig triefendem Brief warum wir länger in SA bleiben wollen, in Sonntagskleidern, rausgeputzt und unserem süssesten Lächeln betreten wir das VFS-Global Büro in Durban. Unsere Unterlagen sind komplett – ausser 1 Zahlungsbestätigung, die der Rechner nicht ausgespuckt hat. Unsere Bank bestätigt uns, dass VFS die Zahlung noch nicht eingefordert hat.
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Schon am 2. Schalter (Total 4) bleiben wir hängen. „Ihre Zahlungsbestätigung fehlt,“ sagt die Dame freundlich. Is it? 

Unsere Erklärung bleibt entweder unverstanden oder nicht gehört, die Chefin, eine zierliche Inderin mit leiser Stimme wird herbei gerufen. Am Schalter „schwierige Fälle“ sagt uns die sehr nette Chefin, dass sie mit der Buchhaltung Kontakt aufnimmt. Es brauche halt Zeit. Wir sind auf langes, sehr langes Warten eingestellt. Umso überraschter sind wir, als wir nach nur 3 Stunden die zweite Zahlungsbestätigung in den Händen haben. Wir werden durchgewinkt zu Schalter 3 und 4 und halten jetzt die abgestempelte Gesuchsgenehmigung, VISA Verlängerung bis Ende April, in den Händen.

Das Migrations Office in Pretoria bearbeitet jetzt unser Gesuch. Auf unsere Frage an Agent Nico und den Herrn am Schalter 4, was denn passiere, wenn wir den Pass Stempel nicht bis Ende April hätten antworten beide: „You will get it.“ Is it? 

Am Samstag morgen diskutieren wir „wie weiter“. Wir haben wieder Zeit und da es viel regnet, mehrheitlich nachts, und wir wandern möchten sind vielleicht die Drakensberge nicht optimal?

Wir haben einiges, dem indischen Ozean entlang und weiter nördlich, ausgelassen wegen den „Holiday Makers“. Die Weihnachtsferien sind jetzt vorbei – die Plätze sollten nicht mehr überfüllt sein.

Ans Meer oder an den Damm? Spontan entscheiden wir uns für den Damm und finden im Brocklee Lakeside Camp ein weiteres Paradies. Der 80 jährige Hugh ist in zweiter Generation (GB) auf der riesigen Zuckerrohrfarm aufgewachsen.
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Wir stehen alleine am Damm, die Landschaft ist traumhaft, die Weber Männchen sind fleissig am Nest bauen, Vogelgezwitscher weckt uns am Sonntag morgen – der See lädt zum Baden und Fischen (leider ohne mein Fischgspändli Marcel), Wanderwege sind ausgeschildert – es ist ein Ort der Herz und Seele berührt und der schönste Campingplatz, den wir bis jetzt in SA gefunden haben.
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Wir wandern durch Wälder und Zuckerrohrfelder und haben immer wieder schöne Ausblicke über den Damm.
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Kann ein Sonntag schöner sein?
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Was habe wir doch für ein schönes Leben. Voller Dankbarkeit geniessen wir ein feines Nachtessen mit Bauernwurst und Kartoffelsalat.

 

Fazit der Woche: Der VISA Entscheid ist gefällt, ob es der richtige ist wird sich zeigen, is it? 

 

 

 

2 Kommentare zu „2.-9.01.2022 …. is it? ….

  1. Hallo Ihr zwei Geniesser, ihr seid also in Durban!! Aus Durban stammt mein Jugendschwarm Howard Carpendale. Stundenlang hörte ich seine Lieder, damals noch auf Kassettli. „Es regnet in Durban“ ist eines davon, ich kann es heute noch auswendig. Weiterhin gute Fahrt und liebste Grüsse aus „Es schneit in Buochs“, Regina

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