
Typische Wohnhütte in der Nähe von Tofo
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In keinem anderen Land haben wir die Folgen von Covid so stark erlebt wie in Mozambique. Zusätzlich hat der Zyklon Idai im Jahr 2019 und spätere Stürme viele Menschenleben gefordert, weite Teile überschwemmt und Häuser zerstört.
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Viele Campingplätze sind schlecht unterhalten und Resignation macht sich unter den Besitzern breit. Es fehlt vor allem an fehlenden Gästen, Geld und Motivation. Es bedrückt uns, die missliche Lage und Lebensgeschichten einiger Lodge/Camping Besitzer zu hören. Als Präsident Filipe Jacinto Nyusi gar beschliesst, dass am Strand zwar spaziert werden darf aber nicht gebadet, wird die Situation für die strandnahen Betriebe noch schwieriger.
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Viele Hotelanlagen und Häuser verlottern, der Zerfall ist unaufhaltsam.
Natürlich gibt es auch 4 Sterne Lodges, die in der jetzigen Zeit unterhalten und sehr schön sind.
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Mozambique: Ein Paradis für Taucher und Strandliebhaber, geschichtsträchtiger Norden, Brot und Fisch vom Feinsten, nenhum inglês, das Land der Cashew Nüsse, vielfältige Baumbestände mit vielen Palmen im Süden, Traumstrände, Strassenabschnitte zum Heulen, schöne Campingplätze sind eine Rarität, schafft es nicht unter die Top 8 unserer Länderskala.
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Unsere gefahrene Route in Mozambique, ca. 2800 km.
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Grenzübertritte sind in Afrika immer eine grosse Unbekannte. Es kann von reibungslos über etwas länger, von endlos bis zu äusserst anstrengend und nervenaufreibend von statten gehen. Was wir an der Grenze Ressano Garcia erleben, ist wie Weihnachten – wir sind in 45 Minuten mit beiden Zöllen durch inklusive Rapid Test. Speditiv ist ein Wort, das, seit wir in Afrika sind, nicht mehr in unserem Vokabular vorkommt. Bis heute! 7 Zollbeamte sind auf Mozambique Seite am Pässe ausstempeln und das speditiv. Das Visa für 3 Monate SA erhalten wir gratis, auch innert Minuten.
Die Lachfältchen voll aktiviert klatschen wir uns glücklich im Cockpit ab. Welcome in South Africa!
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Was als erstes auffällt? Autobahnen – Orangenplantagen – Berge – Flüsse – sind wir in Europa gelandet?
Noch am Grenzübertrittstag besorgen wir eine SIM Karte, eine Sache von 15 Minuten und sie funktioniert. Wir kaufen die „Wilde Card“ für umgerechnet CHF 320.- für beide, gültig 1 Jahr für 80 Nationalparks in SA. Für den Betrag hätten wir unser Auto gerade mal 1 Tag in die Serengeti rein gebracht. Wir lassen uns am Malelane Gate (Krüger) unsere Online Buchungen bestätigen, klappt alles wunderbar, und fahren bis Nelspruit durch.
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Wir machen einen Termin für unsere Bordbatterie beim Elektriker ab und es werden Ersatzteile für unsere angebrochene Katalysator Halterung bestellt.
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Nelspruit ist eine Grossstadt mit dem Prädikat „ Schlaraffenland“. Unsere Augen leuchten, Werni träumt von Wurschti und Campingausrüstung, ich von einem Coiffeur und ein paar neuen Blusen in Baumwolle.
Das tolle Camp Hippo Waterfront ist unser zu Hause für die nächsten 3-4 Tage, nur 15 km entfernt vom Zentrum, ein Rückzugsort zum hektischen Stadtleben.
In den 3 Stadttagen können wir viel erledigen. Die SA Euphorie verebbt am 2. Tag, als Wernis iPhone zum zweiten Mal geklaut wird. Dumm gelaufen und wieder selber schuld. Ist ja nur Material, trösten wir uns. Jetzt sind wir das dritte Mal beklaut worden, und da aller schlechten Dinge auch 3 sind, sollten wir jetzt Ruhe haben.
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Die Mercedes Garage in Nelspruit betreut uns als ob wir rohe Eier wären. Sie chauffieren uns überall hin, machen Besorgungen mit und für uns, umsorgen uns fast zuviel und unternehmen alles, damit wir uns wohl fühlen. Ebrahim und Hamilton sind äusserst nette Kerle. Wir kommen in ca. 3 Wochen zurück, um den grossen Service zu machen.
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Meine Haare sehen nach 10 Monaten wieder mal eine Schere, Wernis zerlöchertes Pyjame fliegt hochkant in den Müll und wir füllen unsere Vorräte im Super SPAR auf.
Fazit der Woche: Wir sind in einer anderen Welt gelandet.