12.-19.10.2020 Lusaka

Bei Geke und Harry fühlen wir uns wohl. Ihr Haus ist sehr geschmackvoll, der Garten, wo wir parken, gepflegt und wir bekommen Hilfe wo wir sie brauchen.

 

 

Lusaka liegt auf 1200 Höhenmeter und so sind die Nächte wieder kühler.

 

 

Karsten macht den Service an unserem Remo. Öl- und Filter wechseln, Stossdämpfer und Bremsen kontrollieren, Fensterscheibe öffnungstauglich machen usw. stehen an. Fährt man teils schwierige, leichte und rumplige Pisten wie wir, wird das Auto und das Innenleben arg strapaziert.

 

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Der Feinstaub findet die hinterste Nische und Ecke, die Scharniere und Elektronik mögen die Sandpartikel überhaupt nicht, die Innenmöbel ächzen unter dem Gepolter. Doch auf Pisten mit einem Mercedes 4 x 4 zu verzichten wäre, wie ein E-Bike die Sonnenbergstrasse hoch zu schieben. Die schönsten Parks, Naturerlebnisse und Urdörfer warten meist nicht an Asphaltstrassen.

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Während unser ReMo im Service steht mieten wir uns ein Auto und besuchen Anna und Ueli Schäli aus Kerns. Seit vielen Jahren führen und begleiten sie das Projekt

 

 

Wir bekommen eine kundige Führung durch  die diversen Klassenzimmer, Küche, Gemüseanbau, Verwaltung, Tierhaltung und Privathaus. Chikupi liegt 1 gute Autostunde südlich von Lusaka.

 

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Gegen 100 junge Menschen über 18 Jahre bekommen hier die Gelegenheit, eine 1 jährige Lehre in Theorie und Praxis zu absolvieren. 20 davon erhalten ein Stipendium.

 

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Im 2009 startet die italienische NGO Centro Educativo Orientamento das Ausbildungsprojekt, das zu 75% von der EU finanziert wird. Die erste Maurer Klasse startet im 2010, Metallbau, Landwirtschaft und Schneiderlehre folgen.

 

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Die ganze Ausbildung kostet ca. CHF 120, die staatlich anerkannte Abschlussprüfung
weitere CHF 75 pro Lehrling. Verwaltung, Lehrer, Unterhalt, Schulmaterial, Einrichtungen usw. werden querfinanziert von der hauseigenen Land- und Tierwirtschaft, einem Trägerverein, der Kirche, dem Staat und Spendengeldern.

 

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Anna und Ueli Schäli sind aktiv und beratend, mit Herzblut arbeitend in Chikupi vor Ort. Sie leisten grossartiges und regeln die Nachfolge mit sambischen Landsleuten. Wir sind begeistert von diesem Projekt.

Besonders angetan hat es mir die Tierhaltung. Schweine, Kühe, Hühner und Fische werden gezüchtet und verkauft.

 

 

Es ist eine Freude, die jungen Menschen bei der Arbeit zu sehen. Hier kommt das Stiftungsgeld direkt an den richtigen Ort, wird sorgfältig überwacht und eingesetzt. Anna und Ueli – es ist ein grossartiges Werk! Und dann entdecken wir noch Sponsoring aus der Heimat!

 

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Unsere „was zu tun ist“ Liste tragen wir Punkt für Punkt ab. Abklärungen müssen getroffen werden wie: Gültigkeit der Strassensteuer, Verlängerung der Carbonsteuer, sicherer Unterstand für unser „Bänzli“ finden, Covid Test nötig oder nicht usw. Das abtragen eines jeden Punktes braucht in Afrika Zeit, viiiieeel Zeit, und so plumpsen wir jeweils am Abend früh ins Bett!

 

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Marianne und Albert Bürgin treffen wir erneut in Lusaka. Marianne ist so begeistert von meinem Kleidchen, dass wir auf „Schwestern“ machen. Es sind emotionale Tage, unser Weg trennt sich von Tanja/Armin, von Marieke/Jeroen und Marianne/Albert. Wer weiss wann wir uns wieder sehen?

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Mit Sorge beobachten wir die Covid Entwicklung in Europa. In Tansania und Sambia setzt die Regierung auf Herdenimmunität. Völlig andere Lösungsansätze als in Europa. Hier lebt die Bevölkerung ein „fast“ normales Leben. Konnten wir dem Thema die letzten 7 Monate weitgehend aus dem Weg gehen, müssen wir uns jetzt in die vermeintlich 2. Europa Welle begeben. Mit 11‘000 km Abstand zu Europa und der Erfahrung von der tansanischen Problemlösung haben wir eine andere Sichtweise auf Covid-19 und sind gespannt, ob uns die Flutwelle der Angst in der Schweiz erfassen wird.

Schade kann man sich nicht von einem Flughafen zum Nächsten beamen. Über Addis Abeba – Rom und Zürich sind wir die nächsten ca. 26 Stunden unterwegs. Wir freuen uns auf euch alle und bleiben dieses Mal für länger als 2 Wochen zu Hause!

 

Fazit der Woche: Bis bald liebe Familie und Freunde! 

 

 

05.-12.10.2020 Die Luangwa

Der 806 km lange Fluss Luangwa ist der linke Nebenfluss des Sambesi. Er begleitet uns seit einigen Tagen. Schlängelnd durch abgelegene und schwer zugängliche Landschaft bietet er immer wieder beeindruckende Szenerie. Unsere Übernachtungsplätze liegen immer an der Luangwa. Durstige Tiere können beobachtet, Sonnenuntergänge fotografiert, und Bilder für die Ewigkeit im Kopf und Herz gespeichert werden.

 

 

Der wasserreiche Fluss entspringt in den hohen Gebirgen von Sambia und Malawi. Er spendet in der Trockenzeit Leben im Nordluangwa-, Luambe- und Südluangwa Nationalpark.

 

 

Alle dürfen wir durchfahren und erkunden. In seinem Unterlauf bildet er die Grenze zu Mozambique und mündet knapp 80 km weiter südlich am Dreiländereck Mosambik-Sambia-Simbabwe in den Sambesi.

 

 

Es gibt ein italienisch-israelisch-deutsch-und schweizerisches Abendfestmahl! Das sind schöne Begegnungen die das Reisen so spannend und wertvoll machen. Buon Viaggio Davide und Ilana und man sieht sich immer zweimal im Leben.

 

 

Wir buchen eine Morgen- und Abendpirschfahrt. Es liegt immer Aufregung und freudige Erwartung in der Luft und im Magen, die Ohren sind gespitzt, die Augen geschärft und die Haut malträtiert mit No-Bite!

Inzwischen schätzen wir den gebuchten Fahrer, das komfortable Auto und kundige Wissen des Leiters sehr. Werni kann sich zurücklehnen und mitschauen, die Route im Park muss nicht festgelegt werden, unser ReMo wird nicht strapaziert und das Beste von allem – sie kennen die Lieblingsplätze der Tiere und den Park wie den eigenen Hosensack. Kann man sich zudem die hohen Kosten teilen wie jetzt mit Tanja und Armin ist das noch das i-Pünktchen.

 

 

Wir werden so was von beschenkt an diesem Mittwoch! Das Warzenschwein suhlt sich im Dreck…….

 

 

…. der Elefant posiert vor der Linse….

 

 

…..5 Löwen geniessen mit vollem Bauch die Morgenfrische …. und wir sehen so viele unterschiedliche Tiere wie Wasserböcke, Gingerkatze, Rebhühner, Kudus, Impalas, Hyänen und viele mehr ….. und einen Leoparden

 

 

….. hoch oben schlafend auf sicherem Geäst! Was für eine Schönheit!

 

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Auf der Abendpirschfahrt leuchten gelbe, grüne und rote Tieraugen im Scheine des Lichtkegels auf. Jetzt ist richtig was los, die wilden Katzen sind unterwegs!

 

 

Das Herz bleibt fast stehen, die Leoparden schleichen durchs Gebüsch – die Löwen hecken die Jagdstrategie aus, die Hippos grasen mit ihrem Nachwuchs und viele kleinere Tiere huschen beschäftigt umher.

 

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Wir sind begeistert! Die super schönen Fotos habe nicht ich geschossen (so gut ist mein neues iPhone nicht) nein, sie sind von der ruhigen Hand und dem guten Auge von Armin geknipst und verschenkt. Danke!

 

 

 

Der Südluangwa Nationalpark reiht sich in unsere persönliche „Top 5“ Liste ein. Es war für uns die Gelegenheit, das Tal und den Park zu besuchen. Die Regenzeit steht vor der Tür, dann werden die Erdwege wieder schwer befahrbar.

 

 

Unser Flug in die Schweiz ist für den 18.10 gebucht, es sind ca. 750 km bis nach Lusaka und wir haben eine „was zu tun ist“ Liste für die Hauptstadt.

 

 

Adieu Wild Camp, du machst deinem Namen Ehre!

In 3 Tagesetappen erreichen wir die Hauptstadt Lusaka. Es gibt einiges zu organisieren nächste Woche. Doch zuerst geniessen wir ein Overlander Nachtessen. 2 deutsche, 2 schweizer Paare und holländische Gastgeber.

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Es ist ein schöner Abend!

 

Fazit der Woche: Reden wie der Schnabel gewachsen ist macht Konversation einfach.

 

 

 

28.09. – 05.10.2029 Luangwa Tal

Kasama zum Zweiten. Einkaufen, Auto waschen, Bank überfallen, tanken – und schon sind wir mitten in einer Geburtstagsparty. Die gekrönte Sexbombe feiert den 20-igsten. Happy Birthday!

 

 

Nach all der Ruhe und den Tieren gibt es für das Auge mal was Anderes – speziell für Werni und Armin. Die Frauen duften wie die Parfümerieabteilung von Globus und baden sich im Selfie-Rausch.

 

 

Wir treffen Tanja und Armin wieder. Da der Nordluangwa Nationalpark und das gleichnamige Tal sehr abgelegen sind, fahren wir die ca. 300 km Erdstrasse gemeinsam.

 

 

In der Mitte der Woche denken wir fest an meinen Dädy. Unsere Gedanken sind bei Ännchen und Res mit Familie, Xaver und Bea mit Familie und Silvia mit Familie. Wir haben jetzt alle einen Schutzengel mehr.

 

 

Unsere Reise geht weiter durch das Luangwa Tal. Eine anspruchsvolle Piste führt uns in 4 Tagen durch schöne aber trockene Landschaft. Immer mal wieder durchqueren wir trockene, steile Flussbette. Wir sind mit ca. 19 km/h unterwegs.

 

 

Ui, nur keine nassen Füsse!

 

 

Wir fahren durch kleine saubere Rundhütten Dörfer. Die Kinder verkaufen Mangos und betteln um Kugelschreiber und Süssigkeiten.

 

 

Sie sind einfach süss die schwarzen Babys!

 

 

Im Städtchen Mfuwe, dem Tor zum Südluangwa Nationalpark, haben wir endlich wieder Internet. Der Camping ist traumhaft am Fluss gelegen, Elefanten laufen direkt durch den Platz zum Fluss.

 

 

Nach den anstrengenden Fahrten und emotionalen Tagen gibt es erst mal eine Pause.

 

 

Gute Nacht ihr Lieben!

 

 

Fazit der Woche: Abschied nehmen tut weh! 

 

21.-28.09.2020 Wir rollen wieder

Meine Nichte Gerda mit Ehemann Pascal haben letztes Jahr im November den Krüger Nationalpark besucht und in einer Lodge Ersatzteile für unser „Bänzli“ hinterlegt. Per Überlandcamion finden wir nach Langem einen Weg, das Paket nach Tansania zu transportieren. Heute hat uns der Chauffeur die Sachen vor der Kisolanza Tür übergeben. Was für eine Freude!

 

 

Das Warten auf das Paket hat uns den Abschied herausgezögert, doch jetzt gibt es keine Entschuldigung mehr, jetzt heisst es – auf zu neuen Ufern!

 

 

„Die Zeit unseres Lebens“ nennen wir die 6 Monate Farmleben. Noch nie waren wir so unbeschwert und sorglos wie hier, noch nie haben wir uns soviel Freiheit und lange Zeit gegönnt, noch nie soviel geplaudert, gelesen, gespielt und genossen. Es war uns nicht 1 Stunde langweilig an diesem lauschigen und ruhigen Platz. Die 10 km2 Farm kennen wir jetzt in- und auswendig, haben wir sie doch in 1950 gelaufenen Kilometern Ecke für Ecke erkundet.

 

 

Das enge Zusammenleben im „Bänzli“ ist längst eingespielt. Jeder weiss an welchem Platz was möglich ist, wo Zähne geputzt,  Body Lotion verstrichen und das Tanzbein geschwungen werden kann.

Wir werden zu einem privaten Mittagessen bei Nicky im Herrenhaus eingeladen. Das Bild vom Haus erübrigt alle Worte. Ich sage nur WOW!

 

 

Je weiter südlich wir reisen, je weniger werden wir Massai sehen. Ich weiss nicht warum mich diese Menschen so berühren. Fast ehrfürchtig beobachte ich sie, wenn sie mit ihren dünnen langen Beinen mit Sper und traditionellen Tüchern mit ihren Herden vorbeiziehen oder das Camp bewachen. Sie sind nicht einfach zu führen, erzählt uns Nicky, weil sie stolz, unzuverlässig und eigenwillig sind.

 

 

Am Tag des Abschieds wollten wir um 9 Uhr starten, um 11 Uhr kommen wir letztendlich weg. Noch ein paar Worte, ein letztes Foto, Reisevorschläge, Blumen, Umarmungen und ein paar Tränen da und dort machen uns den Abschied nicht leicht.

 

 

By by Kiso, by by Nicky, by by Sue und Rob, by by alle – ihr bleibt uns unvergesslich und wir hoffen auf ein Wiedersehen irgendwo auf dieser Welt.

Die Utengule Coffee Lodge in Mbeya ist unsere letzte Station in Tansania. Sie gehört dem Schweizer Hans Fässler CEO der NKG Tropical Farm Management GmbH mit Sitz in Zug die zur Neumann Group Deutschland gehört. Die Firma besitzt oder führt 55 Kaffee Farmen in Latein Amerika und Afrika auf einer Plantagenfläche von über 10‘000 ha.

 

 

Der Truthahn (Pute) versucht sein Weibchen zu beeindrucken. Er bläht sich auf und gockelt um sie herum. Die Kaffee Lodge beherbergt viele Tiere. Hunde, Katzen, Mangusten, Schildkröten, Vögel, Schmetterlinge usw.

Nicht nur Männchen plustern sich auf – zweibeinige Weibchen können das genauso gut. Zwei autoritäre Machthaberinnen verweigern uns fast den Eintritt nach Sambia. „Reisen“ als Besuchergrund wird nicht akzeptiert. So kommt mir mein Zahnarzt in Kasama in den Sinn und ich jammere vor, meine Krone schmerze und ich müsse unbedingt zur Kontrolle. Notlügen erlaubt – Visa für 30 Tage ausgestellt.

Die „Tanzam Highway“ sind wir schon gefahren. Sie ist die schlimmsten Asphalt Strasse überhaupt. Der Fahrer kurvt um Löcher, Bodenwellen und langweiliger Landschaft mit ca. 20 km/h. So entscheiden wir, in einem Umweg die relativ neue D1 nach Kasama zu fahren, 100 km/h Geschwindigkeit ohne Polizeikontrolle sind erlaubt. Wieder finden wir eine abgelegene Farm zum Übernachten, Hühner, Pferde, Hunde, Katzen, Schweine, Kühe, Vögel und viele mehr begleiten uns in den Schlaf.

 

 

Was ist nur passiert mit uns seit unserer Reisezeit? Wir suchen uns die abgelegensten und ruhigsten Orte, möglichst weit weg von Städten mit möglichst vielen Tieren ……

 

 

….. und Wandermöglichkeiten. Das ist unsere Welt, da fühlen wir uns pudelwohl. Eine herrliche Wanderung führt uns auf einen 2000 Meter hohen Berg mit herrlicher Rundsicht auf die Kartoffelfarm.

 

Morgen treffen wir Tanja und Armin, wir freuen uns auf die Beiden!

 

Fazit der Woche: An das Rollen müssen wir uns wieder gewöhnen. 

 

 

14.-21.09.2020 Unilever Tansania

Unilever beschäftigt in ganz Tansania ca. 4000 Angestellte. Ich möchte nur einige Produkte erwähnen die zu Unilever gehören wie Eis, Knorr Produkte wie Suppen, Saucen, Ketchup, Rexona, Lipton – die Liste kann fast endlos verlängert werden.

Auf Unilever Eigentum von fast 4000 ha im südlichen Hochland auf 1900 Höhenmeter wird Tee angepflanzt, gepflegt und geerntet. Saftig hellgrüne Teefelder wechseln sich mit urigem Regenwald und Holzwirtschaft ab.

Wir sind bei Verna und Steve für das Wochenende eingeladen. Sie wohnen dort wo sich Füchse und Hasen gute Nacht sagen. Steve hat einen Vertrag mit Unilever und ist zuständig mit einem 80 köpfigen Team für den Unterhalt von Anlagen, Maschinen, Häuser usw.

Wir erleben eine herzliche Gastfreundschaft und Verna verwöhnt uns mit leckeren Gerichten. Uns gefällt ihr Zuhause in der Abgeschiedenheit sehr. Hier sind lange Wanderungen durch Plantagen, Wälder und Dickicht möglich und wir erhaschen immer wieder schöne Ausblicke über das Tal.

Wir werden nach Strich und Faden verwöhnt und es fühlt sich an als ob wir die Beiden schon ewig kennen würden.

Gastfreundschaft ist in Tansania so selbstverständlich wie bei uns die Röschti. Und genau die kochen Verna und ich zusammen. Schweizerische – südafrikanische – griechische – tansanische – mexikanische – Rezepte werden besprochen und ausgetauscht.

Nicht nur Reisen, auch kochen kann verbinden.

Und natürlich gibt es immer mal wieder ein Bierchen.

Wir haben das Wochenende sehr genossen. Danke Verna und Steve!

Zurück auf der Kisolanza Farm sind wir dankbar für all die schönen Begegnungen die wir erleben dürfen. Wir planen unsere Weiterreise und geniessen die Ruhe des Abends.

 

Fazit der Woche: Spontane Gastfreundschaft ist beeindruckend!

 

 

07.-14.09.2020 Party Zeit

Seit einigen Wochen fiebert das Kisolanza Team dem grossen Fest entgegen, dem jährlichen Rugby Wettbewerb! Es werden Teams aus allen Regionen von Tansania erwartet. Gespielt wird eine „Rugby light“ Version mit 6 Spielern/Innen im Team auf dem Farmland.

Der Campingplatz füllt sich mit Zelten, Infrastruktur wird aufgebaut, Alkohol wird in rohen Mengen angeschleppt, die Spieler und Gäste trudeln ein. Es ist ein friedliches Neben- und Miteinander von Schwarz und Weiss wie es auf der ganzen Welt sein sollte.

Chips mayai (Swahili für „chips and eggs“), auch bekannt als Zege, ist ein traditionelles Strassenessen wie bei uns die Grillwurst. Im kleinsten Dorf bis zu den Grossstädten kann man sich mit der Pommes-Omelette verpflegen und sie schmeckt echt lecker.

Die Teams sind gemischt, alt, jung, dick, dünn, schwarz, weiss, fit, ausser Atem, trainiert, Anfänger – alles darf mitspielen. Doch gegen das Finale hin qualifizieren sich die trainierten und geübten Teams. Im Finale stehen Iringa gegen Arushas Junioren Team.

Arusha gewinnt. Freude herrscht. Es wird friedlich geplaudert, getrunken, gefeiert, gegessen und der Alkohol Pegel steigt.

Nach 5 Monaten kennen wir recht viele Leute und für uns fühlt sich der Anlass fast wie eine grosse Abschiedsfeier an.

Viele sind uns ans Herz gewachsen, allen voran natürlich das gesamte Farm Team – aber auch Eva und Steven werden wir vermissen. Sie betreiben eine Farm auf dem Weg nach Ruaha und produzieren feine Butter, Rahm und schwer erhältliche Fleischwaren wie Schinken, Wurstwaren und Schnitzel. Butter und Rahmprodukte kaufen nur Mzungus (Weisse) da sie 1. in der tansanischen Küche nicht vorkommen und 2. viel zu teuer sind. 500 Gramm Butter kosten CHF 8.-, 1 Liter Rahm um die CHF 12.- was für lokale Verhältnisse enorm viel Geld bedeutet.

Es wird gesungen, es gibt eine CD Taufe, Bücher, Honig, Milchprodukte und Kuchen werden verkauft – und dann steigt die grosse Party auf dem Campingplatz.
Der Bas aus den XXL Boxen ruft zum Tanze, es wird geschüttelt, getänzelt, gewippt, gewogen, wild um sich gejuckt – alles hat Platz!

Noch eine persönliche Anmerkung des Schreiberlings. Auf der Tanzfläche erblassen wir Weissen noch mehr. Schwarz füllt mit Rhythmus, uneinstudierter Bewegung und Energie die Tanzfläche die dann aber im Arbeitsprozess sehr schnell abklingt. Das ist Afrika – der Kontinent der uns inzwischen so sehr ans Herz gewachsen ist.

Von Verna und Steve lernen wir noch etwas über die Schweiz und uns. Kurz nach der Begrüssung erzählen sie uns, dass sie uns Schweizer als „mürrisch“ – „grumpy“ empfinden! Selbstreflektion ist angesagt. Sind wir wirklich ein Volk von Mürrischen? Warum werden wir hier so wahrgenommen? Ihr Lieben, lasst uns offener werden und weniger „muderig“ sein!

 

 

 

Fazit der Woche: Ruhe und Party sind gute Freunde 

 

 

 

 

31.08. – 07.08.2020 Freud versus Wehmut

Freude und Wehmut liegen oft nahe beieinander.

So freuen wir uns sehr, Tanja und Armin wieder zu treffen. Weiter freue ich mich ausserordentlich über mein neues iphone 11 Pro das ich vor 2 Tagen erhalten habe. Es ist mit einer 3fach Kamera ausgerüstet und ich kann vielleicht noch bessere Bilder posten.

Wehmut kommt auf. Der Abschied von der Kisolanza Farm naht. Mit einem negativen Covid Test soll der Grenzübertritt ohne Quarantäne möglich sein. Wir möchten weiter ziehen.

Unsere langen Streifzüge durch die 10 km2 grosse Farm gehören bald der Vergangenheit an. Wir sind in den letzten 5 Monaten 1867 km gelaufen. Das ist fast 1 mal nach Hamburg und zurück nach Sarnen.

Obwohl sich der Wald herbstlich verfärbt ist es Frühling geworden. Kaum wird es wärmer, kann kein Ambauen Familienmitglied dem kühlen Nass widerstehen.

„Bädälä“ ist etwas vom schönsten überhaupt. Wir werden das Farmleben schrecklich vermissen!

 

Fazit der Woche: Nur noch 10 Tage Kisolanza 😥

 

 

 

17.-31.08.2020 fleissig und freundlich

Diese 2 Blog-Wochen möchte ich dankend dem ganzen Personal der Kisolanza Farm widmen.


Zufällig sind wir drei in Pink gekleidet. „Two pink Ladies“ mit “ the pink Panther!“

Das ist Nicky, die Besitzerin der Kisolanza Farm. Sie ist Arbeitgeberin, Managerin, Seelsorgerin, Köchin, Floristin, Gastgeberin, Helferin, Landwirtin- kurz gesagt – Nicky ist das Herz der Farm.

Zur Erntezeit beschäftigt sie zusammen mit Bruder Rick bis zu 100 Voll- und Teilzeitangestellte. Im Camping und Restaurant sind ca. 20 Personen beschäftigt.

Deos war ursprünglich der Gärtner der Kisolanza Farm. Eines Tages sagte er zu Nicky, dass er lieber kochen als gärtnern würde. Er wurde gefördert, ausgebildet und ist heute einer der Hauptköche.



Nikodem ist der Hauptkoch für die leckeren Abendessen. Er spricht wenig englisch, trotzdem klappt die Verständigung mit ihm.


Teggi ist zuständig für den Service, die Getränke und bügelt. Sie hat einen ruhigen und trockenen Humor und bringt uns immer wieder zum Lachen.


Shufa ist Aushilfe in der Küche und serviert. Ein Holzservierbrett wiegt ohne Geschirr, Getränke und Essen um die 3.5 kg.

David ist 48 Jahre alt und die rechte Hand von Nicky. Er kommt um 16 h auf die Farm und übernimmt kompetent die Spätschicht.

William ist immer gut gekleidet. Er ist im Service tätig, ist zuständig für warmes Wasser und die rechte Hand von David. Er ist der einzige der unsere Namen kennt.

Die Namen der Massai kennen wir nicht, sie sprechen kaum englisch. Sie sind zuständig für die Sicherheit, Nachtwache, Herdenführung und Torwache.


Madina ist die einzige Köchin. Sie bereitet jeweils das Mittagessen zu. Ihre Speziaität ist Lamm-Curry – so was von lecker!

Gottfried ist verantwortlich, dass niemand in die Kisolanza Farm kommt ohne die Hände zu waschen. Er öffnet und schliesst das Tor für uns.

Elina übernimmt das Wischen, Cottage-, WC- und Duschen-Reinigung und bekommt dabei Hilfe von…..

…..der äusserst freundlichen Kathalina. 

Jenny ist die Chefin der Wäsche. Sie ist die Mutter von der Köchin Madina. Sie ist sehr scheu!

Paolo ist der Chauffeur der Farm und zuständig für den Wagenpark und Reparaturen.


Anna schmeisst das Büro und sorgt für schwarze Zahlen in der Buchhaltung. Sie arbeitet Teilzeit, ist Mutter eines 10 Monate alten Mädchens, ist selbstbewusst und eine moderne junge Frau. 

Elina und Cecilia möchten zusammen aufs Bild. Die beiden jungen Frauen singen und lachen viel. Sie sind überall in der Zimmerpflege einsetzbar aber auch in der Wäscherei. 

Alle Angestellten sind in einer Altersvorsorge angeschlossen wo die Kosten zu je der Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernommen werden. 

 

Fazit der Woche: Asante sana mpendwa Kisolanza timu!

 

 

10.-17.08.2020 Tanja und Armin

Wir kennen Tanja und Armin gut und doch sind wir Ihnen noch nie persönlich begegnet. Seit über 1 Jahr sind wir in Schriftkontakt. Sie planen die selbe Grobroute wie wir fahren. Jedoch reisen sie 6 Monte hinter uns und fahren bis Griechenland bevor sie nach Ägypten verschiffen.

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Fragen und Antworten facebooken hin und her, beide Paare profitieren voneinander. Ob wir uns mal treffen?

Wir als Schnecken unterwegs und Tania und Armin mit der Schildkröte – ob das mal passen wird?

Dann kommt uns Covid-19 zur Hilfe. Wir treffen uns auf der Kisolanza Farm.

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Die Begrüssung fühlt sich an wie alte Freunde umarmen. Die Beiden haben ihre Jobs gekündigt, die Wohnung in Stockach (Bodensee) geräumt und sich auf das Abenteuer Afrika eingelassen.

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Wir entdecken viele Gemeinsamkeiten und es plaudert sich munter drauflos. Wir haben denselben Campingtisch, fast die selben Stühle, denselben Bademantel, den Omina Backofen, wir bewegen uns gerne – und natürlich ist da die Leidenschaft fürs Reisen und Afrika. Nur dass wir vom Alter her ihre Eltern sein könnten.

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Die beiden schreiben einen interessanten und professionellen Reiseblog. Adresse siehe Bild oben.

Schön dürfen wir ein paar Tage mit euch verbringen und schön haben wir uns getroffen. Und – auf Wiedersehen!

 

Fazit der Woche: Reisen verbindet!