22.-29.11.2021 Immer wieder Regen

Von bachnass, Ventilatorenbrummen durch die Nacht, Kleiderfeuchte ohne Anstrengung, Bierdurst und Duschlust auf kalt stürzt die Temperatur von 45 auf 13 Grad mit Regen.
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2050 km sind wir im landschaftlich sehr schönen Krüger gefahren. Auf den letzten 50 km kommt unser Gespräch richtig in Fahrt, wir lassen die schönen Tier-Erlebnisse Revue passieren – schwärmen von den schönen Park Tagen………
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gefahrene Strecke im Krüger

……und dann steht er einfach auf der nassen Strasse – der Leopard. Wir erschrecken alle drei, schauen uns an, und dann entscheidet der Leo sich für die Büsche und wir für die Weiterfahrt. Eine intensiv kurze Begegnung – nur er und wir. Leider gibt es davon keine Fotos – zu schön und kurz ist die Begegnung, die ich nicht durch Knipsen ruinieren will.

Der Dauerregen veranlasst uns zu Planänderung. Anstelle von wandern im Blyde River Gebiet fahren wir zurück nach Nelspruit um den grossen Service am Bänzli zu machen, dem ReMo einen Meister Proper Glanz zu verpassen, den Wäschesack zu leeren und auf besseres Wetter zu warten.
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Ausgerechnet am Servicetag scheint die Sonne in Nelspruit.

Barbara und Koni kennen wir bis jetzt nur per WhatsApp. Barbara nimmt am Ironmen in Port Elizabeth teil. Sie bringen Werni ein neues iPhone aus der Schweiz mit. Es kommt sicher in der Mercedes Garage an. Danke vielmals ihr Beiden für eure spontane und sehr geschätzte Hilfe.
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Über den Ironmen schreiben sie:

„Ein unglaublich harter aber auch toller Wettkampf. Schwimmstrecke musste wetterhalber von 3.8 km auf 380 m gekürzt werden und auch so war es noch schwierig, die Boje draussen im Wasser zu erreichen. Auf dem Velo und beim Laufen herrschte immer sehr starker Wind.“

Barbara wurde in ihrer Altersklasse 2. und hat eine schöne afrikanische Trophäe erhalten.
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Bravo Barbara, eine unglaubliche Leistung und wir gratulieren dir herzlich. PS. Nur so nebenbei, Barbara radelt jetzt schnell mal nach Namibia.

Am Dienstag haben wir den Termin für den Service. Die Service Fachkräfte sind noch nicht parat, also schnell zur grossen Auto  Reinigungsfirma um unsere Polster samt Teppich zu shampoonieren.
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Hamilton fährt uns zum kleinen Shop „Watch maker“ wo Werni seiner 2 Dollar Uhr aus Uganda, die zuverlässig läuft wie eine Schweizer Uhr, ein neues Armband verpassen  will. Das leere Armband kostet mehr als eine neue Uhr und so ziert jetzt eine 18 Dollar Uhr Wernis Handgelenk.

Wir werden für 4 Stunden in der riesigen Ilanga Mall abgesetzt. Wir sehen Läden, wie wir sie schon lange nicht mehr gesehen haben. Wohnungseinrichtungen und Accessoires im Stil der einstigen Interio,  Kleider von günstig bis Boutique Exklusivität, Kosmetika in allen Luxus Marken, Sportartikel von Adidas über Nike, Outlets mit Camping Ausrüstung – was das Herz begehrt. Wir schlendern durch die Mall, betrachten nützlich und unnützliches und stellen fest:“ Es gibt so vieles zu kaufen was der Mensch nicht braucht.“ Black Friday ist auch in SA angekommen. Nichts wie weg bevor es Freitag wird!
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Die Mode in Südafrika ist im Moment sehr auf meiner Seite. Hänger-Kleider zählen schon lange zu meinen Lieblingen und die gibt es in allen Farben, Materialien und Längen. Zum Glück ist mein Kleiderschrank, 2 Kästchen mit 2 Tablaren von 10 und 15 cm Tiefe, platzmässig sehr eingeschränkt.
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Auf kleinstem Raum platziere ich Wäsche, Kleidchen, Badehose (Frosch) Shirts, Hosen, Blusen, Pullover und Thermos ungebügelt, gerollt oder gestapelt. Jeder Millimeter ist genutzt und kaufe ich ein neues „Hängerli“, muss ein vorhandenes Stück aussortiert werden.

Wir laufen die 4 km zurück zur Garage wo uns mitgeteilt wird, dass die Fachkräfte keine Zeit gehabt hätten, den Service an unserem Auto zu machen. Wir sollen morgen wieder kommen. Zwei mal leer schlucken – fluchen unterdrücken- ruhig bleiben – Verständnis aufbringen – wir sind halt in Afrika!
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Keine Lust auf weitere Malls warten wir am nächsten Morgen 5 Stunden im auf gefühlte Minustemperatur runter klimatisierten Kundensaal bis unser Bus fertig ist. Es scheint alles erledigt zu sein. Zu spät um weiter zu fahren essen wir zum dritten Mal im „t n t“ (Turn and Tender) wo echt leckeres Essen professionell serviert wird.

Wir sind beide leicht frustriert. Grund sind das Wetter einerseits und die nicht erfüllte Erwartung, dass in SA alles leicht und zuverlässig organisiert werden kann. „SA ist wie Europa, alles klappt,“ wurde uns vorab oft prophezeit. Bis jetzt sind unsere Erfahrungen sehr gemischt. Manchmal klappen Dinge überraschend gut, manchmal ist die Zuverlässigkeit auf tiefem Schwarzafrika Niveau und diese Aussage hat mit der Hautfarbe nichts zu tun.

Alain, (weiss) der uns vor 3 Wochen versprochen hat, unsere Gasflasche zu füllen, „you can trust me“ von ihm wie ein Mantra wiederholt wurde, ist samt Flasche und Vorauszahlung unauffindbar und Anrufe nimmt er nicht an.

Wir lassen Nelspruit hinter uns, Natur und Panorama Route sind geplant. Der Long Tom Pass (1980 Meter) bietet immer wieder schöne Ausblicke, ausser bei Nebel.
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Wir machen das Beste draus, lesen auf ca. 1800 Meter Höhe, dass hier die höchst gelegenste Brauerei Afrikas liegt – wir sehen die Werbetafel grad just im Nebel ..
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… und sind uns sicher, eine Brauerei auf dieser Höhe, morgens um 10.30 Uhr, mit dem schönen Namen Hopfenhöhle, muss man besucht haben.
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Die sehr nette Kellnerin Sue empfiehlt uns ein Bier Tasting. So schlürfen und schnüffeln wir uns durch 9 Eigenbiere von Lager über Weizen, Caramel, Blaubeeren, Ginger, Zitrone und Zimt Spuren bis zum Glühbier.
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Und weil es so gemütlich ist im Lokal, stossen wir nochmals mit einem Lager an. Der fettig triefende Schinken/Käse Toast mit Pommes gibt uns zwar Boden, liegt aber steinhart im Magen für die nächsten 70 km und unsere Kleider stinken, als ob wir für eine ganze Kompanie Kartoffelstangen im Öl frittiert hätten.

Anstelle Richtung Norden zum Blyde River drehen wir nach Süden ab. Das Städtchen Dullstroom wurde uns wärmstens empfohlen.

Wir sind immer noch in Party Laune!
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Da kommt uns doch eine Whiskey Degustation genau richtig. In sehr schöner Ambiente ziehen wir Single Malts als Gesundheits-Infusion rein.
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Da schlägt vor allem Werni‘s Herz höher!
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Am nächsten Morgen steht unser Entschluss fest. Wir wollen uns wieder mehr bewegen. Beide haben wir ca. 4 kg mehr auf den Rippen, ich habe vom vielen Sitzen die Hexe im Kreuz und wir sind nicht mehr fit wie auch schon.
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Der Marsch ist trotz Niesel und Nebel schön und wir spüren, wie die Sünden des Vortages abgelaufen werden.
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Dullstroom liegt auf 2000 Höhenmeter, es ist ein beliebtes Ausflugsziel für Städter aus Johannesburg und Pretoria. Heute Samstag ist Fest im Dorf, es findet eine Autorelly statt.
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Wir schlendern durch das schmucke Dorf. Kleine saubere Geschäfte verleiten uns, frische Nudeln, Käse und italienischen Salami zu kaufen. (Wie war das nochmals mit den 4 Kilos zuviel?)
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Auf der Fahrt zum Blyde River Canyon besuchen wir das „Museum of Men“, ist kein Muss und schnell gesehen. Es zeigt die Entstehung des Canyons und der Unterschlupf der Buschmänner in Höhlen.
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Dieser Stein Obelisk symbolisiert den Titanen Atlas, der die ganze Last der Erde trägt.

Im schönen Camp Forever Resort buchen wir 2 Nächte. Heute Sonntag scheint das Wetter eine kleine Wanderung zu den verschiedenen Aussichtspunkten auf den Canyon zuzulassen.
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Der Blyde River Canyon wird als eine der grössten landschaftlichen Höhepunkte im südlichen Afrika gepriesen und oft mit dem Grand Canyon in Arizona verglichen. Geschaffen haben diese Szenerie die Flüsse Blyde und Diepkloof.
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Im Winter 1840 leitete Hendrik Potgieter eine Expedition nach Maputo, Mosambik, ein. Die Frauen wurden in Graskop zurückgelassen. Als die Männer nicht zur vereinbarten Zeit zurück kehrten, glaubten die Frauen, dass ihnen etwas zugestossen sei und nannten den Fluss, wo sie lagerten, „Treur“ Trauer. Die Männer kehrten verspätet zurück, glücklich wurde der Fluss umbenannt zu „Blyde“ was Freude bedeutet.
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Auf einer 3 stündigen Wanderung laufen wir 3  gut ausgeschilderte Trails (8 km) und geniessen immer wieder schöne Ausblicke auf den Canyon. Natürliche Wasserbecken laden zum Baden, leider für meinen Hexenrücken nichts.

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Die Bewegung tut uns gut, die Sonne scheint heute, es ist nicht zu heiss und nicht zu kalt, ein ideales Wanderwetter.
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Was für ein schöner 1. Advent! All unseren Lieben zu Hause und überall auf der Welt verteilt wünschen wir eine besinnliche Adventszeit.

 

Fazit der Woche: Die Sonne lacht zur rechten Zeit! 

 

 

15.-22.11.2021 Krüger Teil 2


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Seht ihr, liebe Leserinnen und Leser, schöne Tierbilder von Safaris in Afrika, kann leicht der Eindruck entstehen, dass auf Pirschfahrten die Tiere auf Touristen warten, um gesehen und fotografiert zu werden.
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Dem ist nicht so! Oft gelingen mir 2 bis 3 einigermassen gute Fotos am Tag. Entweder sind die Tiere zu scheu, man findet sie nicht, sie sind zu weit entfernt, das Licht ist falsch, sie schauen weg oder die Fotografin knipst ganz einfach schlecht oder zur falschen Zeit.
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Nyala Männchen

Die Elefanten kann man definitiv nicht verpassen im Krüger. Herden bis zu 30 und mehr Tieren treffen wir täglich mehrmals.
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In meinem Krüger Explorer App steht folgendes über die Anzahl der Säugetiere im Park:

Löwe 1,600
Leopard 1,000
Gepard 150
Wildhunde 300
Tüpfelhyänen 5,500
Krokodile 3,000
Elefant 20,000
Büffel 40.000
Giraffe 9,000
Hippo 3,000
Zebra 26,500
Gnu 12,000
Kudu 15,000
Impala 160,000
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Krüger hat somit eine der höchsten Tierdichte was Löwen, Leoparden und Elefanten anbetrifft.
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Warzenschweine gehören inzwischen zu meinen Lieblingen.

Das Löwenglück bleibt uns treu, wir sehen sie immer wieder.
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Der Leopard zeigt sich uns nach 11 Tagen Krüger. Er schläft gemütlich auf einem Querast und lässt sich durch nichts stören. Was für ein majestätisches Tier.
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Was bei einem Besuch im November echt berauschend ist, sind die vielen Jungtiere bei fast allen Gattungen. Die Hitze ist ein anderes Thema, am Dienstag steigt das Thermometer auf 45 Grad.
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Die Jungelefanten werden vom ganzen Clan umsorgt und beschützt. Sind sie in Reih und Glied zu einem Ziel unterwegs, laufen riesige Bullen am Anfang und Ende der Karawane. Dazwischen versuchen die kleinen, mit ihren Müttern, Tanten und Cousinen Schritt zu halten.
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Bei wem geht das Herz nicht auf beim Beobachten von Jungtieren? Sie sind zum Fressen, zuckersüss, übermütig, spielerisch, neugierig und doch immer in Reichweite ihrer Mütter.
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Sind die jungen Warzenschweine nicht allerliebst?
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Wasserbock

Schreiseeadler

Rotgesicht Hornrabe

Weissstirnspint

Haubenbartvogel

Kudu Weibchen

Tüpfel-Hyäne

Büffel

16 Nächte verbringen wir im Krüger Nationalpark und Wehmut kommt in unserer letzten Nacht auf. Wir haben weitere wunderschöne Tiererinnerungen im Herzen.
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Fazit der Woche: Dankbar

 

8.-15.11.2021 Krüger Nationalpark

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Durch das Malelane Gate fahren wir am 6.11. in den Krüger NP, er ist unser 42. Park in Afrika. Für 17 Tage haben wir verschiedene Campingplätze im Park gebucht.
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Mit einer Fläche von aufgerundet 20’000 km2 ist der Krüger halb so gross wie die Schweiz und die 3500 km Strassennetz flössen Ehrfurcht ein. Eine perfekte Asphaltstrasse verbindet die Hauptachsen, 50 km/h erlaubt, und viele nicht befestigte Strassen in gutem Zustand führen zu abgelegenen Wasserstellen, Aussichts- und Beobachtungspunkten.

Ich kaufe das App KrugerExplorer mit wertvollen Tipps und Strassenkarten.
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Am ersten Tag wollen wir ohne Erwartung vom Malelane Gate zum gebuchten Crocodile Camp, quasi als Transit, fahren. Zur Begrüssung scheinen die Tiere Spalier zu stehen für uns.
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Keine 200 Meter gefahren sichten wir Wildhunde, es folgen Zebras, Giraffen, Warzenschweine, Impalas, Kudus, grosse Herden Elefanten…….
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……enthornte Nashörner, Büffel, Gnus und als Krönung 5 Löwinnen direkt am Strassenrand.
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Was für ein fulminanter Start bei 37 Grad Celsius.
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An die Camps müssen wir uns gewöhnen. Vorbei sind die wilden, nicht gesicherten Campinplätze wo man meistens alleine steht. Füdli an Füdli parkieren die Mobile in den grossen Plätzen im Süden des Parks mit noch nie gesehenen Infrastrukturen wie Tankstellen, Shops, riesigen Restaurants und Hotellerie.

Es gibt nebst Tier- auch interessante Menschensichtungen. 2B (nicht 2G) sind hier die Zauberworte – Braai und Bier.
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Mit Braai (Afrikaans für braten) bezeichnet man das Grillen. Dicke fette, grosse Stücke Fleisch und Boerewors (Bauernwurst) werden auf den Rost gehauen, in der einen Hand die Grillzange, in der anderen das kalte Bier. 2B scheint hier Kulturerbe zu sein was sich in fetten Bäuchen, ödematösen Beinen und Doppelkinnen niederschlägt.
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Ihre Camping-Ausrüstung ähnelt dem Stand einer mittleren Wohnküche, es werden riesige Kühlschränke, Gefriertruhen, Mikrowellen ja sogar portable Waschmaschinen mitgeschleppt. Campingplätze werden nicht belegt sondern vereinnahmt. Zelte, Vordächer, Aussenküchen und Braaistellen werden platzbrauchend aufgebaut und verteidigt.
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Die Silberfäden sind unterwegs! (Wir zählen uns auch dazu.) 20 Prozent Ermässigung erhalten pensionierte Südafrikaner im Moment auf Park- und Campinggebühren und so erinnern die Plätze mehr an ein Klassentreffen der älteren Jahrgänge als an vitale Pirschfahrer.

Da gibt es ganz schön was zu beobachten und schmunzeln; wir haben TV Sendungen wie „Grill den Henssler“, „Fernsehgarten“, „Health TV“ und „Heimwerker“ direkt vor unserer Tür.
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Zurück zu den Tieren, ihretwegen sind wir ja schliesslich im Park😃. Jeder Tag ist anders, einmalig, interessant und ermüdend.
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Wir fahren ca. 6 Stunden täglich, die Augen suchen Bäume, Ferne, Nähe, Flussbette, Steppe, Wälder und Strassen nach Tieren ab. Augenschmerzen lindern wir mit noch früherem zu Bett gehen als üblich.
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Tiersichtungen sind sehr früh am Morgen (5 Uhr Abfahrt) oder am späten Nachmittag am häufigsten, Ausnahmen bestätigen die Regel.

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Wir finden einen Hyänenbau mit 4 verspielten Jungtieren die verstecken spielen um-, an-, und unter unserem Auto. Einfach zuckersüss die Jungen.
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Eine Herde von über 200 Büffeln überqueren vor uns die Strasse und recken neugierig die Nase hoch.
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Grosse Elefantenherden mit vielen übermütigen Jungtieren, deren kleine Ohren fächernd nach Kühlung lechzen, (37 Grad) sind auf dem Weg zum Wasserloch.
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Impalas begleiten uns auf allen Kilometern und wir bekommen nicht genug von ihnen. Die Weibchen haben kürzlich geworfen und so hüpfen die Jungtiere ihren Mamis hinterher.
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Giraffen fressen mit schwarzer Zunge Akazien und schauen auf uns runter. Was für eindrückliche Tiere.
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Unglaubliches Löwenglück versüssen uns die Pirschfahrten. In den ersten 6 Tagen Krüger sehen wir an 5 Tagen Löwen, oft 2 mal täglich. Majestätisch liegen sie unter Büschen, auf den Strassen oder bewegen sich ein paar Schritte.

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Als Krönung finden wir Kaspar, einer der 4 weissen Male-Löwen. Er liegt im Dunkeln auf der Asphalt Strasse und lässt sich ungern fotografieren.
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Meine Fotos wurden leider nichts!
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…..um euch die Schönheit von Kaspar zu zeigen,schmuggle ich ein Internet Foto rein.

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Fazit der Woche: Unglaubliches Löwenglück in 7 Tagen. 

 

1.-8.11.2021 hello, hello….,,,

Typische Wohnhütte in der Nähe von Tofo

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In keinem anderen Land haben wir die Folgen von Covid so stark erlebt wie in Mozambique. Zusätzlich hat der Zyklon Idai im Jahr 2019 und spätere Stürme viele Menschenleben gefordert, weite Teile überschwemmt und Häuser zerstört.

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Viele Campingplätze sind schlecht unterhalten und Resignation macht sich unter den Besitzern breit. Es fehlt vor allem an fehlenden Gästen, Geld und Motivation. Es bedrückt uns, die missliche Lage und Lebensgeschichten einiger Lodge/Camping Besitzer zu hören. Als Präsident Filipe Jacinto Nyusi gar beschliesst, dass am Strand zwar spaziert werden darf aber nicht gebadet, wird die Situation für die strandnahen Betriebe noch schwieriger.
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Viele Hotelanlagen und Häuser verlottern, der Zerfall ist unaufhaltsam.

Natürlich gibt es auch 4 Sterne Lodges, die in der jetzigen Zeit unterhalten und sehr schön sind.
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Mozambique
: Ein Paradis für Taucher und Strandliebhaber, geschichtsträchtiger Norden, Brot und Fisch vom Feinsten, nenhum inglês, das Land der Cashew Nüsse, vielfältige Baumbestände mit vielen Palmen im Süden, Traumstrände, Strassenabschnitte zum Heulen, schöne Campingplätze sind eine Rarität, schafft es nicht unter die Top 8 unserer Länderskala.
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Unsere gefahrene Route in Mozambique, ca. 2800 km. 

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Grenzübertritte sind in Afrika immer eine grosse Unbekannte. Es kann von reibungslos über etwas länger, von endlos bis zu äusserst anstrengend und nervenaufreibend von statten gehen. Was wir an der Grenze Ressano Garcia erleben, ist wie Weihnachten – wir sind in 45 Minuten mit beiden Zöllen durch inklusive Rapid Test. Speditiv ist ein Wort, das, seit wir in Afrika sind, nicht mehr in unserem Vokabular vorkommt. Bis heute! 7 Zollbeamte sind auf Mozambique Seite am Pässe ausstempeln und das speditiv. Das Visa für 3 Monate SA erhalten wir gratis, auch innert Minuten.

Die Lachfältchen voll aktiviert klatschen wir uns glücklich im Cockpit ab. Welcome in South Africa!
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Was als erstes auffällt? Autobahnen – Orangenplantagen – Berge – Flüsse  – sind wir in Europa gelandet?

Noch am Grenzübertrittstag besorgen wir eine SIM Karte, eine Sache von 15 Minuten und sie funktioniert. Wir kaufen die „Wilde Card“ für umgerechnet CHF 320.- für beide, gültig 1 Jahr für 80 Nationalparks in SA. Für den Betrag hätten wir unser Auto gerade mal 1 Tag in die Serengeti rein gebracht. Wir lassen uns am Malelane Gate (Krüger) unsere Online Buchungen bestätigen, klappt alles wunderbar, und fahren bis Nelspruit durch.
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Wir machen einen Termin für unsere Bordbatterie beim Elektriker ab und es werden Ersatzteile für unsere angebrochene Katalysator Halterung bestellt.
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Nelspruit ist eine Grossstadt mit dem Prädikat „ Schlaraffenland“. Unsere Augen leuchten, Werni träumt von Wurschti und Campingausrüstung, ich von einem Coiffeur und ein paar neuen Blusen in Baumwolle.

Das tolle Camp Hippo Waterfront ist unser zu Hause für die nächsten 3-4 Tage, nur 15 km entfernt vom Zentrum, ein  Rückzugsort zum hektischen Stadtleben. 

In den 3 Stadttagen können wir viel erledigen.  Die SA Euphorie verebbt am 2. Tag, als Wernis iPhone zum zweiten Mal geklaut wird. Dumm gelaufen und wieder selber schuld. Ist ja nur Material, trösten wir uns. Jetzt sind wir das dritte Mal beklaut worden, und da aller schlechten Dinge auch 3 sind, sollten wir jetzt Ruhe haben.
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Die Mercedes Garage in Nelspruit betreut uns  als ob wir rohe Eier wären. Sie chauffieren uns überall hin, machen Besorgungen mit und für uns, umsorgen uns fast zuviel und unternehmen alles, damit wir uns wohl fühlen. Ebrahim und Hamilton sind äusserst nette Kerle. Wir kommen in ca. 3 Wochen zurück, um den grossen Service zu machen.
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Meine Haare sehen nach 10 Monaten wieder mal eine Schere, Wernis zerlöchertes Pyjame fliegt hochkant in den Müll und wir füllen unsere Vorräte im Super SPAR auf.

 

Fazit der Woche: Wir sind in einer anderen Welt gelandet.

 

25.10. – 1.11.2021 Süsses Nichtstun

Mozambique wird geliebt für seine einsamen, sauberen und kilometerlangen Strände.
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Unsere Woche steht unter dem Motto: „süsses Nichtstun“!

Das Besondere an Inhassoro ist seine entspannte Atmosphäre. Der Ort steckt nicht so tief in den Klauen des Tourismus. Von hier aus werden Bootstouren zu den Inseln Santa Carolina und Bazaruto angeboten. Jedes Taucherherz schlägt bei diesen Namen Purzelbäume. Seltene Tiere wie…
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…der
Dugong, auch Gabelschwanzseekuh genannt, Meeresschildkröten, Delfine usw. können hier durch die Taucherbrille bestaunt werden.

Der Seegang ist rauh, tauchen sparen wir für das nächste Leben auf – wir konzentrieren uns auf das Strandleben.

In Vilanculo tauschen wir unser gemütliches ReMo Bett mit einem Hotelzimmer. „Villas do Indigos“ wird von der quirligen und umsichtigen Portugiesin Anna geführt. Wo das Auge hinsieht trifft es auf schöne Einrichtungsdetails und das Essen – die Garnelen in Knoblauchsauce –  ich sag nur Gaumentraum!
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Die Nacht im schönen Zimmer wird für mich jedoch zum Alptraum. Das Leintuch ist auf der Unterseite plastifiziert um die Matratze zu schützen. Bei jedem umdrehen knistert es als ob wir auf einem Plastiksack schliefen.
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Kaum im Bett, setzt meine interne Verbrennungsanlage ein, meine Wangen und Ohren werden rot, ich heize auf gefühlte 40 Grad auf und liege als überflüssige Wärmeflasche im Sommerbett.

Auf dem Plastikbett ist meine Seite nach 15 Minuten bachnass, ich wälze mich schlaflos, sehne mich nach meiner Schlafhöhle im Auto mit Lammfell Untermatratze und leichter Baumwollbettwäsche ohne Plastik.
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Wie Bilder auf Werbeprospekten für Strandurlaub in der Karibik, Malediven, Ägypten oder wo auch immer treffen wir Morrungulo an. Wir sind die einzigen Camper, stehen direkt am ….
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…Traumstrand, kaufen täglich fangfrischen Fisch und Langusten und geniessen das süsse Nichtstun.
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Wir bekommen beide Hals- und Kopfschmerzen, Husten, leichte Gliederschmerzen – haben wir uns im klimatisierten Plastik-Hotelzimmer erkältet oder sind wir auf dem Weg zu 1G?

Der Rapid-Test im Inhambane-Spital meldet „negativ“, wir sind erleichtert wollen wir doch bald nach Südafrika einreisen.
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Das Aussteigeridyll Tofo begrüsst uns mit vielen Weissen, Rastas und eifrigen Strandverkäufern. Wir stehen im Hinterhof eines Backpackers, mehr Rümpelkammer als Camping, und spüren die angelobte „good fibration“ wenig.
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Vielleicht sind unsere Fühler im Omi und Opi Alter auch nicht mehr auf Empfang für diese Art Schwingung?
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Wie auch immer – der Hauptgrund, dass wir in Tofo sind, ist diesmal nicht der Strand sondern das japanische Restaurant Sumi. Sushi und Krabbensalat als Vorspeise, Nudeln mit Gemüse und Poulet als Hauptspeise, alles in einer gemütlichen Ecke verspeisen, das nennen wir süsses Nichtstun.
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Da der Krüger NP sehr gut besucht sein soll, buchen wir die Camps online. Muss ich erwähnen, dass unsere Generation Hilfe von Jungen und dann trotzdem noch Stunden braucht, bis das online Programm verstanden ist?
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Das ist jedoch die einzige Aufgabe dieser Woche, die unser süsses Nichtstun unterbricht.

 

Fazit der Woche: Nichts tun ist ok für ein paar Tage. 

 

18.-25.10.2021 Bänzli feiert


Diese Woche feiern wir 100‘000 gefahrene Kilometer mit unserem Sprinter. Bänzli wird älter wie wir.
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Davon sind viele holprige Pistenkilometer in Afrika. Heute, am Jubiläumstag, sind die gefahrenen 260 km besonders streng. Die Strasse ist zwar asphaltiert aber voller tiefer Löcher.
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Wir zirkeln im Slalom, Asphalt suchend, um die Hindernisse, kommen auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 36 km/h und verzweifeln fast ob der Strasse.
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Unser heutiges Ziel, den Gorongosa NP, erreichen wir nicht! Bänzli wiehert wie ein störrischer Gaul – wir haben Druckabfall im hinteren linken Pneu der sich zum Glück als Falschalarm entpuppt. Es beginnt zu regnen, die Temperatur sinkt von 37 auf 18 Grad – was für ein Jubiläumstag!
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Busfahren in Mozambique
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Bis in den 1970er Jahren galt der Gorongosa NP als einer der schönsten im südlichen Afrika und hatte 22‘000 Besucher im Jahr. Dann kam der Bürgerkrieg. Die Renamo hatten in dieser Region ihren strategischen Hauptsitz. Wildtiere dienten den hungrigen Soldaten als Fleischquelle, Landminen wurden gelegt, töteten Tiere und Menschen. 1985 eroberten die Frelimo nach heftigen Kämpfen das Renamo Quartier – der NP lag mitten im Kampfgebiet.
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Grossflächig vermint, nahezu leer gewildert, die Infrastruktur zerbombt – so erlebte das ehemalige Schmuckstück das Ende des Bürgerkriegs.
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Unsere Camping Nachbarn sind Russel und Greg, zwei junge Südafrikaner und zusammen buchen wir eine spät Nachmittag- und früh Morgen Pirschfahrt. Die Jungs waren Führer im Krüger NP, kennen und zeigen uns viele Vögel. Uns gefällt der Park sehr gut. Die Landschaft ist abwechslungsreich, Pfannen, Wälder, Palmen, Fluss und See innerhalb 20 km, eine Augenweide.
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Die Tiersichtung am ersten Tag ist minimal. Es hat jedoch riesige Herden Wasserböcke – in dieser Menge noch nie gesehen.
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Auch zwei Genet Katzen kreuzen unseren Weg.

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Bei der Morgenfahrt wieder wenig Tiere, trotzdem fahren wir glücklich zurück zum Camp.

Dann geschieht das kleine Wunder. In den über 40 besuchten NP haben wir noch nie Wildhunde gesehen.
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Und jetzt liegt ein Rudel von über 40 Hunden direkt vor uns – sind wir Glückspilze! Still, ehrfürchtig und ergriffen beobachten wir das Rudel mit sehr vielen Jungtieren.
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Wir möchten den Gorongosa Nationalpark nicht missen, er gehört zu unseren Favoriten.

Die Boys geben uns noch viele Tipps für den Krüger und Südafrika generell.
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Zurück zu unserem Bänzli. Es klingt sicher komisch wenn ich schreibe, wie wichtig unser Auto für uns ist und wie sehr wir mit Bänzli verbunden sind. (Ist ja nur Material). Jedoch – jedes Mal wenn wir Richtung geparktes Auto laufen sprechen wir von „nach Hause gehen“. Wir fühlen uns geborgen, wohl, komfortabel, bequem und sicher in unserem 6m2 Loft.

In 32 Reisemonaten durch die Ostroute (davon 10 Wochen CH Aufenthalt) sind wir 60‘000 km nur in Afrika gefahren. Ein paar Zahlen dazu.
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Wie oft wir Bänzli waschen liessen? Sicher 150 mal 😃

 

Getankt: 163 mal

Benzinverbrauch: 7‘964.59 Liter 

Benzinverbrauch auf 100 km: 13.27 Liter im Durchschnitt 

Service gross und klein: 6 mal 

Reifenwechsel: 1 mal 

Reparaturen: Blattfeder Bruch

Platter Pneu: 1 mal

CS Ausbau: defekte Heizung, Bordbatterie Ladeschwierigkeit, daneben Kleinigkeiten wie Kittfugen Bad, gebrochener Dachfenstergriff usw.

Bereiste Länder in Afrika: 13

Bereiste Länder mit Bänzli: 22

Grenzübertritte Afrika: 16
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Wir haben in den 60‘000 km immer wieder gestaunt, was der Sprinter alles kann. Manchmal ähnelten die Strassen mehr ausgewaschenen Flussbetten, immer kämpfte sich das Auto hoch oder runter.
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Ernsthaft versunken sind wir 1 mal im Sand, einmal im „Pflutsch“ und beides mal bis zum Fahrgestell. Ein paar mal konnten wir uns selber befreien. Unter den Überlandfahrern sprüchelt man: „Wenn du noch nie stecken geblieben bist, hast du zuwenig schwierige Pisten gewählt.“
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Einen echten Reisekoller hatten wir bis dato noch nie. Natürlich ist Reisen manchmal auch anstrengend, Freude und Neugier gehören ebenso dazu wie Frust und Ärger. Letzteres hält sich zum Glück in Grenzen.
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Wir sind glücklich und auch ein wenig stolz, was wir drei schon alles gemeistert und erlebt haben und freuen uns auf die nächsten 100‘000 Kilometer. Natürlich feiern wir das Ereignis gebührend.
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Fazit der Woche: Wir lieben unser Haus auf Rädern.

 

 

11.-18.10.2021 … schnuppern ….

Wir planten nie in den Norden von Mozambique zu fahren. Er, sicher bis zur Insel Mozambique, sei ein MUSS! 

Unser zweiter Fahrtag führt uns durch schöne Landschaft mit bizarren Bergformationen zur drittgrössten Stadt Nampula. Wir schnuppern die Luft von Mozambique ein und freunden uns langsam an mit Land und Leuten.

Unser Internet geht, wir finden dank „Hupe“ das winzige und saubere Ruby Backpacker Hostel wo wir campen dürfen.

Die gefürchteten Polizeikontrollen passieren wir 4 mal problemlos und entlocken den Uniformierten mit unserer sprachlichen Unbeholfenheit sogar ein Lächeln.


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Was sofort auffällt in Mozambique:
Man spricht nicht gerne englisch, die Mozambiquer sind entweder sehr hilfsbereit oder sehr abweisend, sie sind ein hübsches Volk, der portugiesische Einfluss ist vielerorts sicht- und spürbar, wir sehen fast keine Nutztiere.

Zum ersten mal kaufen wir am Strassenrand das berühmte Brot von Mozambique. Die Älteren und Buochser unter unseren Blog Lesern erinnern sich sicher noch, wie die Mutschli von der Bäckerei Schlaufer schmeckten? Durch Stufen rutschte man in den Schlaufer-Bäckerhimmel und frischer Brotduft umhüllte die Sinne. Die Mutschli, weich und luftig, aussen krustig in der perfekten Backstufe, das Schoggistängäli zur Perfektionierung des Brötchens. Genau so schmeckt das Brot in Mozambique – Schlaufer Brot in Afrika!

Die Bäckerei Gloor wird für die nächsten 4 Wochen eingestellt!  .

Über eine 3.5 km lange Brücke erreichen wir die 3000mx600m grosse Insel Ilha de Mozambique.

Die Ilha de Moçambique ist eine der ältesten europäischen Siedlungen der südlichen Hemisphäre. Vasco da Gama trifft 1498 als erster Europäer den Scheich der Insel, Moussa Ben Mbiki, von dem sich der Name  Mozambique ableitet.

2/3 der Insel stehen komplett unter dem UNESCO Weltkulturerbe. Unterschiedlichste Kulturen sind sich hier begegnet und haben sich wechselseitig beeinflusst. Europäer, Inder (vor allem aus Goa) , Afrikaner, Araber und Perser gaben sich ein Stelldichein.

Zuerst besuchen wir den alten Friedhof wo Christen, Muslime und Juden friedlich nebeneinander ruhen.

Der grösste Teil der ca. 7000 Einwohnern leben im Stadtteil Makuti, der dicht besiedelten Lehmstadt. Hier wohnen Insulaner zwischen baufälligen Mauern, Schutt und Verrottung, die Kinder sehen verwildert und schmutzig aus. Soviel Armut haben wir bis jetzt nur in Ethiopien gesehen.

Die Armut hält der Lebensfreude stand, die Kinder posieren gerne für Fotos und finden immer Gegenstände zum Spielen.


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Der erste Eindruck der Altstadt (Steinstadt) ist eher ernüchternd. Schäbig, verkommen, verfallene portugisische Pracht in allen Ecken und Enden.

Wir bleiben 2 Tage. Plötzlich entdeckt das Auge zaghaft renovierte Gebäude, Schnitzereien und Ornamente und wir entdecken die Einzigartigkeit der Insel. Es gibt viel über die „ jlha“ zu schreiben, ich will euch aber nicht langweilen mit Jahreszahlen und Eroberungen.

Kirche Fort Santo Antonio, sie wurde mehrmals zerstört und 1969 neu aufgebaut.

Das Fort Fortaleza Sao Sebastião wo die Portugiesen den Holländern, Engländern und Arabern mehrfach trotzen.

Gouverneurpalast, das restaurierte Prachtstück auf dem Hauptplatz. Heute ist der Palast ein Museum mit alten Möbeln, Porzellan, Teppichen und Gemälden. In gutem Tempo machen wir eine Führung durch die Geschichte der Seefahrt.
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Der doch 1000 km lange Umweg nach Norden hat sich aus unserer Sicht gelohnt. Die Insel bewegt und gefällt uns.

2 Fahrtage liegen vor uns. Ca. 820 km sind zu fahren bis Quelimane. Das erscheint auf den ersten Blick nicht viel. Ohne Autobahnen, Strassen mit Löchern, Menschen, Velos und Motorrädern unterwegs brauchen wir 13 Stunden.

Der Norden ist die Region der grossen Cashew Bäume. Wir kaufen geröstete Nüsse am Strassenrand – sie sind so fein und haben so viele Kalorien!

Cashew Frucht mit Nüssen

Müde, erschöpft und hungrig kommen wir in der Zalala Beach Lodge an – sie ist geschlossen. Wir dürfen aber unter den Pinien campen. Der erste Eindruck ist schlecht, doch dann wird die Toilette und Dusche gereinigt, wir bekommen Strom für unser Auto und zu guter letzt kommt der Besitzer Pietro zur Begrüssung. Er hat 25 Jahre in der Schweiz gearbeitet, im Schweizerhof und Bucherer in Luzern und spricht als Portugiese ein perfektes Schweizerdeutsch.

Als Krönung der Woche kommt das langersehnte Baden im indischen Ozean.

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Fazit der Woche: Wir brauchen immer etwas Zeit um im neuen Land anzukommen. 

 

 

 

 

4.-11.10.2021 Malawi Adee

Es passiert nicht viel diese Woche. Unsere Wunschpunkte für Malawi haben wir gesehen und genossen, jetzt heisst es die 650 km südwärts zurück nach Blantyre zu fahren.

Unser 16. Grenzübertritt in Afrika steht an, Vorbereitungen müssen getroffen werden.
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Wir sind im Haus von Gert in Blantyre eingeladen, er führt uns in die Gourmet Kultur der Stadt ein, macht eine Stadtrundfahrt mit uns und erzählt uns viel über die Geschichte von Malawi. Danke Gert, schön dich zu kennen.
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Auch das ist Malawi, Restaurant in Blantyre 

Unsere Wunschgrenze ganz im Süden von Malawi können wir nicht nehmen weil beim Grenzort keine Visa für Mozambique ausgestellt werden. Die M-Botschaft in Blantyre kann uns nicht helfen, sie bräuchten 2 Wochen für das Visa. Für Abklärungen brauchen wir ein paar Stunden, ein paar weitere und USD 200 kommen für den Covid Test dazu. PS: Auch doppelt und dreifach geimpfte benötigen einen PCR Test beim Grenzübertritt.
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St. Michaels Kirche 

So vergehen die 2 Tage in Blantyre im Nu. Mit einem Sack voll Tipps und Ideen für Mozambique fahren wir Richtung Grenze nach Mulanje.
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Alles ist für den Grenzübertritt parat, Pässe, neg. Covid Test, altes und neues Carnet – da kann eigentlich nichts passieren.
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Kann doch!
Wieder müssen wir uns mit Problemen (Schikanen) beim Landeseintritt auseinander setzten. Die Chefin der Migration braucht 1 Stunde, bis wir das auszufüllende Formular erhalten, dann 2 weitere Stunden, bis der Stempel in unsere Pässe geknallt wird. Der Herr, der in unser Carnet das Datum, seine Unterschrift und einen Stempel einsetzen muss, eine Sache von 1 Minute, will Bearbeitungsgebühren. Die Haftpflichtversicherung können wir problemlos anschliessen, für die Strassengebühren werden USD 140 gefordert. Niemand spricht englisch und wenn, nur ein paar Worte. Ich diskutiere mit dem Strassen-Chef per Telefon, er versteht mich nicht, ich verstehe ihn nicht – dann lüpft es Werni den Hut, er holt all seine Kraftausdrücke hervor – er will zurück nach Malawi und Mozambique auslassen.
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Diesmal behalte ich die Nerven, gehe nochmals ins Büro der Strassentaxe zurück und lächle den Herrn, der kein Wort englisch spricht, so charmant es halt geht, an.

Ich hole all meine spanisch und italienisch Worte aus meinen Hirnzellen, zeichne fehlende Worte auf einen Zettel, gebe alles – und siehe da, wir treffen uns nach langem parlaren bei USD 20 für 30 Tage Mozambique. Mit Papier und Quittung in der Tasche treffe ich einen immer noch aufgelösten Werni mit Kopfschmerzen und voller Nase an.

Wir sind drin, in Mozambique! Wir kaufen eine SIM Karte, füllen sie mit Giga, sie funktioniert nicht. Wir fahren bis zur Stadt Mocuba, versuchen 1 h lang an verschiedenen Bancomaten Metical zu bekommen, finden das heruntergekommene, einzige und furchtbare Camp (passt zum heutigen Tag) und legen uns um 19 h erschöpft und frustriert ins Bett. Ich habe ein Deja vu, es war vor 5 Wochen beim Eintritt nach Malawi genau so schwierig. Mit Hoffnung, dass die Welt morgens in Ordnung sein wird, schreibe ich das heutig Erlebte nieder, setze die Kopfhörer ins Ohr und lausche der Guten Nacht Geschichte „die Australierin“.

 


Malawi:
Landschaftlich sehr schön und abwechslungsreich, See und Berge wie zu Hause, tolle Übernachtungsplätze, feines Essen, Menschen und Abfall überall, ein Reiseland das gefällt!

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Unsere gefahrene Route.

 

Fazit der Woche: Ganz im Zeichen des Grenzübertritts 

 

 

 

27.9.-04.10.2021 .. hoch hinaus..

Myriam erzählt uns in gutem Englisch aus ihrem Leben. Sie ist 54 Jahre alt, hat 2 erwachsene Kinder, einen Enkel und arbeitet als „Frau für alles“ im Vwaza Camp für USD 60 im Monat. Ihre grösste Herausforderung bis heute war, das Studiengeld für ihre Kinder aufzutreiben. „Zum Glück sind sie heute selbständig,“ lacht sie.

Zeitaufwändige 130 Rumpelkilometer fahren wir durch Miombo Wälder auf das Hochland des Nyika-Nationalparks.

Das Plateau auf 2300 Höhenmeter besteht aus hügeliger Graslandschaft mit krautigen Pflanzen und über 200 verschiedenen Orchideenarten. (Blühen zur Regenzeit)

Gestört wird das Ökosystem des Nationalpark durch das Adlerfarn, das durch Europäer eingeschleppt wird.

Löwen, Leoparden, Steppenzebras, Elefanten und viele Antilopenarten sollen hier rumziehen. Wir bekommen Campbesuch von einem Streifenschakal, Pferde- und Buschböcken.

Raben fliegen über unser Camp und versuchen, unsere Esswaren zu klauen. Eine 3 stündige Wanderung gibt uns einen schönen Eindruck über Flora und Fauna. Immer wieder fliehen Buschböcke vor uns. Wir sind alleine auf weiter Flur und nur Tiergeräusche unterbrechen die Stille.

Schmetterlinge in bunten Farben flattern umher und auf dieser Höhe haben wir keine Plaggeister die gierig unser Blut anzapfen.

Der Wecker schrillt früh, wir sind ausgeruht und parat für eine buckelige und schlechte Bergetappe über 125 km wo wir 1800 Höhenmeter talwärts fahren.

Die Piste fordert Wernis volle Aufmerksamkeit, steinige Abschnitte wechseln mit tiefen Rillen, selten kann im 3. Gang gefahren werden, und wenn, doch nur für sehr kurze Abschnitte. Keiner unserer Wirbel erfühlt sich noch am richtigen Platz – wir muten uns und Bänzli viel zu. Wir benötigen für die 125 km 6.5 Stunden ohne Pause.
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Trotzdem nehmen wir uns Zeit, Zebras, seltene Blumen und die Natur aufzusaugen. Die Landschaft erinnert uns zeitweise an das Napfgebiet. Hundemüde erreichen wir nach weiteren 90 Asphalt km die Stadt Karonga. Wir sind uns einig, der Ausflug auf die Hochebene hat sich gelohnt.

Wir sind im Norden von Malawi, 430 km von unserer geliebten Kisolanza Farm in Tansania entfernt. Sollen wir einen Blitzbesuch machen?

Unsere Herzen schreien jaaaaa – unsere Vernunft ganz klar nein. Unser Carnet de Passage verfällt am 14. Oktober und das neue Carnet wartet in Blantyre (im Süden Malawis) auf uns. 2 Covid Tests, 2×2 Visa, Autoversicherung und Strassentaxen müssten organisiert werden. Der Aufwand für 4 Tage Besuch ist uns zu gross – oh wie wir unsere Kiso Freunde immer noch vermissen.

Im Hupe Führer steht, ich zitiere:

Von Chitimba steigt die berühmte Serpentinenstrecke Longmuir oder Gorode-Road nach Livingstonia. In 20 Haarnadelkurven erklimmt die unbefestigte Strasse 800 m Höhenunterschied in 10 km.  An vielen Stellen wird der Serpentinenweg regelmässig fortgespült und die Erdstrasse ausgewaschen wie ein Bachbett. Für LKWs ist die Strasse verboten, für PKWs zerstörerisch und selbst für einen Geländewagen eine Tortur.

Wir haben auf der Mushroom Farm mit Annabel und Camil aus Frankreich abgemacht – es bleibt uns nichts anderes übrig als die Serpentinenstrasse hochzufahren. Ich weiss nur eines, ich als Fahrerin hätte NULL Chance, bin ich glücklich hat Werni den Plausch an solchen Herausforderungen.

Alec erzählt uns viel über seinen Gemüsegarten und führt uns in das Grundwissen der Permaculture ein. Er ist Biogärtner aus Überzeugung, wir bekommen frischen Gartensalat auf den Teller.

Au revoir Anabel und Camil, bon voyage!

Auf dem Bergplateau steht die aus der Kolonialzeit von schottischen Missionaren entwickelte Station Livingstonia mit einem Krankenhaus und Schule. Die Secondary School erinnert mit den Arkaden mehr an eine Klosteranlage als an eine Schule.

Leider überlässt man die vielen schützenswerten Gebäude wie Kirche, Clock Tower, Stone House usw. ihrem Schicksal, der frische Geist der früheren Pioniere ist verschwunden, der Zerfall deutlich sichtbar.

Es leben heute noch etwa 10‘000 Menschen auf dem 6 km2 grossen Areal.

Wir besuchen das Museum, die Vitrinen sind ohne Licht, alles ist verwahrlost, schade schade.

In den Viphya Bergen sind grossflächige Kiefernwälder angelegt. Viele finden hier Arbeit im Forst und Bergurwälder erholen sich langsam. In der Luwawa Forest Lodge stehen wir mitten im Wald und Berghüttenromantik kommt auf.

Wir wandern 12 km durch die Berge, in treuer Begleitung des Lodge Hundes. Die letzten km kommen wir alle drei auf den Hund!

 

Fazit der Woche: Wir sind begeistert vom Hochland. 

 

 

 

20.-27.9.2021 …Sand, Wellen, Wind …

Entlang dem Malawi See fahren wir schöne Camps an. Meerstrand-Feeling kommt auf, der See lädt zum Baden ein. Wir sind keine wirklichen Strandurlauber mehr. Der braune Taint ist nicht mehr wichtig, der Schatten ein gesuchter Platz, im Liegestuhl schmerzt der Rücken und Langeweile kommt schnell auf.
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Der Malawisee ist der drittgrösste See Afrikas und der vierttiefste der Welt. Er nimmt einen Fünftel der Malawi Fläche ein. Von den 500 Fischarten sind bis zu 95 Prozent endemisch und die Unterwasserwelt stellt ein Naturparadis dar. Werni ist kein grosser Schnorchler und meine Dioptrin Augen würden wohl verzweifelt nach Fischen Ausschau halten.
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Das Passagierschiff Ilala kursiert vom Süden nach Norden und zurück in 6 Tagen. Mit 500 Passagieren an Bord ist die Fahrt mit der Ilala ein besonderes Erlebnis und darf auf keiner Malawi Reise fehlen. Man schläft auf dem Deck oder bucht eine stickige Kabine und beobachtet das hektische Treiben bei den Anlegestellen.
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