08.-15.07.2019 Testosteron

Die Diskussionen um die südafrikanische Läuferin Caster Semenya betreffend hohen Testosteronwerten warfen hohe Wellen.

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Wann ist eine Frau eine Frau, wann gilt sie als schön und reizvoll? Wann strahlt sie Sexappeal aus? Diese Fragen stellen wir uns seit wir in Kenia sind.

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Mit festen runden Oberarmen wie Schwinger, fleischigem Stierennacken, überrundem Po in XXL, grossen Brüsten und Bauch und harten männlichen Gesichtszügen nehmen wir einen Grossteil der Kenianerinnen wahr. Sie sind schlecht angezogen, selten kommt ein Lächeln über ihre Lippen. Anhand der Gesichter kann fast nicht erkannt werden, wer Male oder Female ist. Herb, ernst, grob, männlich, ich wage zu sagen mit äusserst schlechter Ausstrahlung, blicken uns ihre dunklen Augen finster entgegen. Beginnen wir Gespräche mit Ihnen, tauen sie manchmal auf, manchmal nicht.

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Das Testosteron nehmen wir auch bei den Massai Männern wahr aber in Form von Machogehabe. Auch hier ist Polygamie Alltag. Die Frauen bauen Häuser, gebären Kinder und verrichten den Grossteil der Arbeit.

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Die Massai sind eine Volksgruppe, die in den weiten Ebenen im Süden Kenias sowie im Norden von Tansania beheimatet ist. Trotz ihres relativ kleinen Bevölkerungsanteils sind die Massai wegen ihrer weitgehend traditionellen Lebensweise, ihrer auffallenden Kleidung und ihres Wohngebietes nahe den Nationalparks die vermutlich bekannteste Volksgruppe Ostafrikas.

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„Game drive“ wird die Fahrt mit einem offenen 4×4 Land Rover oder ähnlichem Fahrzeug durch den Nationalpark genannt. Wir fahren nochmals mit unserem Auto in die Masai Mara. Ich hoffe ich langweile dich nicht mit den Tierbildern, ich muss einfach nochmals eine Serie veröffentlichen.

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…. und ein drittes Mal zum Game Drive! Um 06.00 Uhr früh sehen wir den Leoparden, Gepard und die Löwen beim Jagen. Das ist vielleicht ein Schauspiel. Fünf Löwen formatieren sich in der Ebene und beginnen die Verfolgung der Beute. Die Gnu- und Zebraherde wird unruhig, Angst liegt in der Luft. Wie kraftvoll und clever die Löwen das Gnu jagen und erlegen geht unter die Haut. Das Tier hat null Chance.

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Zebras, Elefanten, Büffel, Impalas, Gnus usw. sind für die Touristen nicht die ganz grosse Attraktion. Sie wollen die Wildkatzen sehen und zwar am liebsten mit blutiger Schnauze. So stehen in einem Dreifachkreis im Radius von ca. 4 Meter Fahrzeug an Fahrzeug (sicher 40 an der Zahl) um die fressenden Löwen – und wir wollen nur noch weg!

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Lass uns die Zebras suchen ……

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Geht da nicht das Herz auf wenn man dieses Bild sieht? Es könnte doch glatt als  Paartherapie benutzt werden, braucht keinen Therapeuten, keine Worte, keine Globuli – nur das Zebrabild.

Bei Evelyn kaufen wir eine Shuka, das traditionelle Tuch der Massai, und lassen uns zwei Tischdecken daraus nähen.

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Plötzlich treffen wir Schweizer. Da sind Rolf und Simone die seit 1 Jahr in Kenia leben und Lea, (Bild oben und unten) die uns am Talek Tor aufhält. Sie ist Heisslufballonpilotin und arbeitet bis Oktober im Masai Mara. Die Freude ist gross wieder mal in der Muttersprache zu parlieren.

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Massai Frauen als Anhalterinnen sind Premiere! Sie schenken uns je 1 Armband als Dankeschön.

6C245566-C244-4E66-81E0-873C78190A33Ist das Gesicht der Frau links nicht sehr männlich? 

Zwischenstopp in Narok, Geld wechseln, in Apotheke Coartem kaufen, (Akutmittel bei Malaria), Kühlschrank und Giga füllen und nette Menschen kennen lernen.

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Die Rotarier aus Nairobi unterstützen ein Wasserprojekt im Masai Mara und sind auf dem Weg dorthin. Es wird über eine Stunde vor dem Einkaufszentrum geschnattert……..

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Probe gesessen……

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….und das ReMo besichtigt! Es sind immer wieder ganz tolle Begegnungen.

Seit 5 Wochen befinden wir uns immer auf Höhen zwischen 1700 und 2000 Meter. So auch der Süsswassersee Naivasha. 

„Zeislä“ ….. habe ich schon immer gerne gemacht. Gemütlich auf die Dunkelheit warten und die nächsten Tage vorbereiten.

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Sinnieren am Feuer: Seit 5 Monaten wohnen wir in unserem Loft auf Rädern. Dort wo wir parken ist unser Daheim. Wir sind schon immer gerne gereist. Was wir jedoch die letzten 5 Monate an Güte, Freundlichkeit, Emotionen, Schönheit, Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit erleben durften, übertrifft alles. Auch schwierige Momente und Situationen mischten sich bei – wir haben unsere ersten Afrikasporen abverdient!

 

Fazit der Woche: Neugier macht das Reisen spannend. 

1.7.-8.7.2019 Schneckentempo

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Die Achatschnecke, auch Ostafrikanische Riesenschnecke genannt ist fast 25 cm lang. Wir sind fast so langsam unterwegs wie sie. Seit Kenia fahren wir im zweiten Gang, stehen immer wieder an lauschigen Plätzen mehrere Tage – schliesslich ist unser VISA 3 Monate gültig.

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Der Victoriasee ist der drittgrösste Süßwassersee der Welt und der grösste in Afrika.

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Wir stehen zur Zeit in Kisumu am Kavirondo Golf, ganz rechts oben der Karte.

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Muss ich erwähnen, dass wir auch hier 2 Nächte bleiben?

Die natürliche Grösse des Sees wurde durch den Bau des Owen Damms im Jahr 1954 künstlich vergrößert. Neben dem Flusspferd gibt es im Victoriasee über 250 verschiedene Fischarten. Ein großer Teil des Artenreichtums stellt die Familie der Buntbarsche.

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Detektiv Werni unterstützt durch Assistent Heidi machen sich, ausgerüstet mit Taschenlampe, um 21.00 Uhr auf  Hippopirsch. Jetzt gilt es ernst, wir wollen sie mal ganz nahe sehen. Ausser Dunkelheit haben wir nichts entdeckt! Dafür waren wir äusserst erfolgreich bei der Jagd nach Stechmücken. Wild um uns schlagend, mit dem elektrischen Schläger Plaggeister grillend, lauschen wir auf das eklige, surrende Geräusch um unsere Ohren. Kaum liegt der Kopf wieder auf dem Kissen, folgt der nächste Frontalangriff auf ein nacktes Stück Haut.

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Der Simbi Nyaima See weckt in uns Heimatgefühle und wir ziehen Parallelen zur Frutt. Der Legende nach lag am Platze des Sees mal ein Dorf, doch der Gier der Einwohner wegen wurde es zerstört und versenkt. 

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Der See hat etwas Verwunschenes an sich! Er ist ein fulkanischer Kratersee und dem Quellwasser wird heilende Wirkung nachgesagt.

Die Rusinga Island ist circa 26 Kilometer lang und 5 Kilometer breit. Sie ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden.

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Die pensionierte Amerikanerin Linda hat sich hier ein kleines, liebevolles Paradies aufgebaut. Eine Artenvielfalt an Bäumen bringt viele verschiedene Vogelstimmen  zurück, wir lauschen und geniessen.

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Den Ruma Nationalpark lassen wir aus Kostengründen links liegen und konzentrieren uns auf den Massai Mara Tierpark.

Mit dem ersten Massai in Kontakt! Davi ist der Nachtwächter eines im Bau befindenden Hotels in Kisii und lässt uns im beschützten Areal übernachten.

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Unsere Herzen nehmen Sprünge! Schon auf der Fahrt zum Talek Tor sehen wir Impalas, Zebras, Giraffen und weit entfernt Gnus.

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Und dann streichen diese Frechdachse um das Camp. Es sind Mangusten aus der Säugetierfamilie. Sie umfassen 34 Arten, zu den bekanntesten Vertretern zählen die Mungos und die Erdmännchen.

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Wir buchen einen vollen Tag im Nationalpark Mara mit dem Massai Führer Edward. Werni fährt, Edward führt, ich filme und fotografiere.

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Es ist der Tag der Tränen! Es sind keine Tränen der Trauer, der Schmerzen, der Wut oder Enttäuschung – nein – es sind Tränen der Freude und Rührung!

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Die Wildtiere so nahe in ihrem natürlichen Lebenskreis 10 Stunden zu beobachten ist tief beeindruckend. Da laufen die Elefanten 3 Meter am Auto vorbei, sodass wir die Runzeln zählen können.

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Über die Dachluke fast auf Augenhöhe mit den Giraffen, sodass ich Zahnpflege bei Ihnen durchführen könnte.

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Die Löwen so nahe, sodass wir ihr schnurren hören und die mächtigen Pratzen Angst einflössen.

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Die Hippos in voller Grösse, sodass wir die Jagd auf sie aufgeben können.

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Büffel in beeindruckender Grösse, sodass wir ihnen nicht zu nahe treten möchten.

Wir sehen am Mara Fluss die Stelle, wo in ca. 3 Wochen die Überquerung der Gnus aus der Serengeti stattfinden wird. Dann werden tausende von Gnus in der Massai Mara Gras fressen.

Es ist ein Tag voller Emotionen, staunen, beobachten, warten, lauschen, schweigen und bewundern.

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Wir lernen Markus aus Frankfurt kennen.  Die Wellenlänge stimmt, schöne Gespräche entstehen, wir haben uns viel zu erzählen. Gerdi, die Besitzerin des Camps, gesellt sich dazu und dann gibt es einen gemütlichen Grillabend mit …..

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Leute, das war vielleicht ein Schmaus, dazu gab es Sauerkraut und Kartoffelsalat.

ABD5F72A-40B7-4F85-B4CD-FFEA0CCD273CUnser Massai Mara Führer Edward

 

Fazit der Woche: Tiere berühren das Herz

24.-01.07.2019 Digitalisierung

Wie sehr wir von iPhone, iPad, Laptop und Co. abhängig sind wird mir einmal mehr bewusst, als mein wenige Monate alter Tolino den Geist aufgibt. Ich habe all meine Reiseführer als ebook gekauft und sicher 35 Stück Belletristik dazu. Ich bin echt aufgeschmissen ohne mein ebook Tablet, habe ich doch jeden Abend ein inniges Tête-à-Tête mit ihm, meine Nase küsst den Screen, ohne Brille!

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Die Technik, das Internet, GPS, die ganze Digitalisierung der Welt macht das Reisen so unendlich viel einfacher und entspannter als früher. Kein lästiges Karten falten mehr (kann ich bis heute nicht) und die Dame mit der netten Stimme weist uns auf Abzweigungen, Kreiselausfahrten usw. hin. Wir reisen mit maps.me, ein Gratisapp das offline funktioniert.

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Die Stadt Nakuru hat ca. 500’000 Einwohner und liegt auf einer Höhe von 1860 Metern über dem Meeresspiegel. Es ist ein beschauliches Städtchen mit einem Einkaufszentrum das uns verzückt!

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Wir stehen die dritte Nacht auf einem Hügel, die Stadt und den Nationalpark überblickend, und warten auf besseres Wetter. Während ihr in der Schweiz verschmachtet, ziehen wir in Afrika beide Decken über die Ohren, verrückte Welt! Uns reizt ein mehrtägiges Trekking zur Spitze des Mount Elgon, 4300 Meter hoch, ca. 180 km von Nakuru entfernt.

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Über Kabarnet und Iten fahren wir 2 mal den Grabenbruch hoch und runter durch herrliche Berglandschaft und Höhen von über 2300 Meter.

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In Iten ist die St. Patrick’s High School. Diese Schule brachte die letzten 30 Jahre Weltklasse-Langstreckenläufer hervor, Namen wie Ibrahim Hussein, Gewinner des Boston und New York City Marathon und viele mehr.

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Viele nationale und internationale Athleten trainieren in Iten und bereiten sich auf wichtige Rennen vor.

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Am liebsten würden wir mitrennen, halt, masslos übertrieben, ich meine klotzig hinterherrennen. Das Tempo der Läufer ist enorm, ihr aufrechter, leichtfüssiger Laufstil auffallend.

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Bei fast jedem Halt werden uns frische Früchten, Gemüse, Nüsse usw. angeboten. Gut eingedeckt fahren wir Richtung Eldoret zum Naiberi Overlander Camp. Keine anderen Overlander hier! Wir bekommen wertvolle Reiseinformationen vom Besitzer Ray und obendrein Kabis, Bohnen und Salat vom hauseigenen Garten geschenkt. Diese Gans scheint besonders beeindruckt von unserem ReMo.

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Laut schnatternd dreht sie einige Runden um das Auto bis ihre Kollegen auch noch im Gänsemarsch eintreffen.

Unser Traum von der Elgonspitze platzt, zuviel Schlamm und Matsch, die Wanderwege nicht begehbar. Hier wenigstens ein Foto, vielleicht wird es im August klappen auf dem Weg Richtung Uganda.

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Der Kakamega-Regenwald ist ein guter Tröster. Er ist der einzige tropische Regenwald in Kenia. Um 1900 war der Wald noch 240.000 ha groß, davon sind heute nur noch 23.000 ha, also weniger als ein Zehntel, übrig.

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Aus Dassel Nähe Hannover treffen wir sehr nette Austauschstudenten mit Lehrpersonen. Sie erzählen uns vom komplett anderen Schulsystem in Kenia. Die Studenten beginnen früh um 6 Uhr mit dem Selbststudium im Campus bis 8 Uhr. Die Lehrpersonen sind sehr streng, Noten werden veröffentlicht, gutes und schlechtes Benehmen der Studenten auch. Die deutschen Studenten der Paul Gerhardt Schule stehen kurz vor dem Abitur und sind für 3 Wochen in Kenia.

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Wir machen eine 5 stündige Wanderung durch Teeplantagen und Regenwald zur Lirhanda Spitze. Es ist feucht und sumpfig, die Trampelpfade aufgeweicht aber trotz echt schmutzigen Schuhen und Hosen jeden Schritt wert.

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Das Wandern mit Stock habe ich von den Äthiopiern abgeschaut, die Gangart bleibt aufrecht, die Finger schwellen nicht an und „Frau“ kriegt bei jedem Schritt eine gratis Akupunktmassage nach Penzel.

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Weltbild und das Tolino App teilen mir mit, dass ihre Homepage und alle Datenzugriffe in Afrika aus Missbrauchsgründen gesperrt wurden. Wir bekommen die Meldung forbidden 403! Dank Maria und Franz werde ich einen neuen Tolino mit meinen Cloud Daten gefüttert in den nächsten Wochen erhalten. Danke ihr Beiden, sehr geschätzt!

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Das ist die gefahrene Strecke der ersten 4 Wochen in Kenia. Wir stehen heute am Victoria See in der Stadt Kisumu.

 

Fazit der Woche:  Es ist nicht immer einfach mit der Technik! 

 

 

17.-24.06.2019 Kampf dem Plastik

Irgendwann konnte James Wakibia nicht mehr zuschauen. Plastik lag in Kenia überall. Die Tüten hingen in den Bäumen, lagen in den Pfützen, in den Tiermägen, im Meer und säumten die Strassen.

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Er startete eine erfolgreiche Kampagne gegen Einwegplastik. Seit 2017 sind Plastiktüten mit Henkeln sowie dünne Plastikbeutel zum Verpacken von Obst und Gemüse bei allen Verkaufsstellen wie Supermarkt etc. in Kenia verboten.

96BC1E30-81CC-41DF-B46F-254DA6BFC8B9Müllhalde in Kenia

Zum ersten Mal bin ich in Marokko mit den mehrfach verwend- und waschbaren Tüten aus Reisfaser in Kontakt gekommen. Seit 3 Jahren kaufe ich mit diesen Beuteln in Sarnen ein. Noch nie wurde ich auf die umweltfreundliche Lösung angesprochen, weder von Personal noch von Privatpersonen.

A50A2F26-3828-4217-95C9-37858CAAF789Marokko Stoffbeutel, halten ca. 2 Jahre

Ein grosser Stoffsack kostet 5 Rappen und hat Platz für ca. 4 kg Gemüse oder Früchten. Wer sich in Kenia nicht an das Verbot hält, dem drohen Strafen von bis zu CHF 40‘000.- oder Haft von bis zu 4 Jahren. Kein anderes Land geht härter gegen Einwegplastik vor.

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Lake Elmenteita: Zum dritten Mal in Folge stehen wir um 6 Uhr auf und hoffen auf Flamingos auf unserer Seeseite.

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Heute sind sie da! Der Vollmond wirft vom Westufer her ein scheues Licht auf tausende von Flamingos. Wir warten auf die ersten Sonnenstrahlen. Was dann passiert ist schwer zu beschreiben. Es treiben und fliegen immer mehr Vögel an unser Ufer und der ganze See wird von rosa Zuckerwatte überzogen.

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Wir stehen mucksmäuschenstill, flüstern und staunen ob dem Wunder Natur.

Auf Umwegen (regenbedingt) fahren wir Richtung Lake Baringo. Wir passieren den Äquator. Darüber sollte „Frau“ noch einiges aus der Schulzeit wissen, doch Google weiss mehr.

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Der Äquator ist der angenommene Grosskreis, auf dessen Ebene die Erdachse senkrecht steht. Die Nord- und Südhälfte der Erde wird von ihm unterteilt. Die Tageslänge beträgt zu allen Jahreszeiten fast 12 Stunden. (Danke Google)

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Gespräche, lachen und obligate ReMo Besichtigung mit Souvenir Verkäuferinnen am Äquator. Wir lieben diese Begegnungen.

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… und dann treffen wir noch diesen jungen Mann, er sammelt Holz.

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Der Baringo Süsswassersee hat keinen oberirdischen Abfluss und ein unterirdischer konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

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Es gibt zahlreiche Fische im See die Nahrung für über 450 verschiedene Arten von Vögeln sind.

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Nashornvogel

Keck schaut dieser Selbstverliebte sich immer wieder im Aussenspiegel an. Ein echter Selfie Kandidat.

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Einfach nur sitzen und Tiere beobachten. Zum Beispiel die Hippo Mutter mit ihrem Baby oder die Affen, die uns beim Frühstück zusehen und später Leckerli aus dem Auto stehlen.

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Zum ersten Mal sind wir nicht alleine im Roberts Camp. Da sind Alex, Sergej und Ivan aus Russland, die Kenia 4 Wochen mit ÖV bereisen und Debby mit Michael aus Brisbane, begleitet von Guide Simon.

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Der Baringo See lädt zu früher Morgenstunde zu einer Bootsfahrt ein. Zusammen mit den russischen Boys beobachten wir Vögel, Krokodile, Hippos und heisse Quellen.

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Die Fischerboote sind aus dem leichten Balsa-Holz gefertigt.

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Die Krokodile gönnen sich in Volltarnung ein Sonnenbad.

Eine zwei stündige Wanderung schliesst unseren Aufenthalt am Baringo See ab. Von überall her kommt ein freundliches „Jambo“ (Hallo) und wir werden von der Dorfjugend gemustert und an- oder ausgelacht. Wir sehen Skorpione, Werni hält sicheren Abstand.

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Der Eintritt zum Bagoria Nationalpark ist für 24 h USD 130.-. Man sieht „nur“ Flamingos und den Salzsee. „Lass uns hinfahren und mal schauen,“ ist unsere Devise. Wir versuchen unser Glück am Nordtor und siehe da, der Preis ist verhandelbar. Wir buchen den Eintritt mit einer Übernachtung im Park.

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300‘000 Flamingos und Pelikane sind zwischen Mai und Oktober im Bagoria See. Wir parken am Ufer für die Nacht und können die Tiere vom Dachfenster aus beobachten.

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Ein Naturschauspiel mehr das unsere Herzen schneller schlagen lässt. Über das Südtor verlassen wir das Reservat auf langsamer Piste.

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Unser WLAN funktioniert nicht, der Kühlschrank und die Geldbörse sind leer. Wir fahren nach Nakuru zurück und erledigen alles.

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Ich koche Werni sein geliebtes Stroganoff zum Nachtessen, schliesslich fängt mit 66. Jahren das Leben an.

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Werni bedankt sich bei allen Gratulanten  für die vielen Wünsche zum Geburtstag. Zufrieden klingt der Tag aus mit schöner Aussicht auf Nakuru.

 

Fazit der Woche: Schön andere Reisende zu treffen. 

10.-17.06.2019 holper polper

Unser WetterApp meldet 1 Woche Regen. So startet unsere Blogwoche, mit Nervenkitzel und etwas Abenteuer, wie ich es mag. Wir haben 238 km groben Schotter und Erdpiste vor uns auf dem Weg nach Maralal.

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Nach 25 km fahren wir in die erste Regenwand. Die Strasse ist von Murgängen und grossen Steinen verschüttet und Werni fragt zweifelnd: „Sind wir wirklich auf dieser Strasse gekommen oder fahre ich im Bachbett? Guru Map bestätigt; hier soll die Strasse sein! Es geht steil bergwärts, das Wasser talwärts, die Stimmung abwärts und unser Mercedes vorwärts. Wir staunen, wie unser Auto 4 Tonnen Eigengewicht die 2200 Meter Höhendifferenz hochschiebt.

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Werni umfährt Wasserlachen, Schlammrillen, Wellblechspuren und Steinblöcke – ich hätte als Fahrerin keine Chance gehabt ans Ziel Maralal (scheussliche Stadt) zu kommen.

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Die holper polper Fahrt geht weiter zum Mugie Wildlife Park. Wir sehen die ersten Zebras, 1 Giraffe und weit entfernt 1 Löwe. Eine Familie Hahn aus Europa hat den Park aufgebaut mit Farm, Gästehaus, Tierpark, Schule und eigener Flugpiste. Wen wunderst? Die Räder stampfen sich durch die 50 km Erd/Pflotschstrasse in 3.5 h. Die Regenzeit sollte vorbei sein, die Natur lehrt uns, dass sie sich nicht nach dem Kalender richtet. Die Strasse zum Baringo See, unserem nächsten Ziel, ist nicht passierbar. Mehr Regen ist angesagt und zwingt uns, unsere grob geplante Route zu ändern.

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Noch ein Wort zur Schule. Die Mugie Farm beschäftigt viele Samburus im Park unter der Bedingung, dass sie ihre Kinder zur Schule schicken. 120 Kinder werden unterrichtet. Wir parken für die Nacht neben dem Schulhaus und bekommen viele Informationen vom Hauptlehrer. 

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Es hellt wider Erwartens auf und so wird unsere Fahrt nach Nyahururu locker. Die Stadt liegt auf 2303 m Höhe und ist die höchstgelegene Kenias und bekannt durch den Thomson Wasserfall. Aufgrund seiner Höhe wird Nyahururu von kenianischen Spitzen-Sportlern zum Höhentraining besucht. Auch unser Victor Röthlin war schon in der Nähe zum Training.

0DE6A2E8-8CF3-4753-9087-1EA2434293FBThomson Wasserfall.

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Zwei nach Alkohol riechende Männer bieten sich als Touristenattraktion an. Ich weiss nicht ob sie wirklich einem Stamm angehören oder sich verkleiden für Schilling?

Wir erkunden das Dorf Nyahururu zu Fuss. Im nahen Hippo Pool leben 15 Tiere, die nachts aus dem See steigen, um zu fressen. Am Morgen kehren sie zurück ins Nass. Wir haben sie nur gehört, leider nicht gesehen.

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Unser Wächter Frederic, John der Läufer und Werni werden von Eva, einer Holländerin, mit dem neuen IPhone XS fotografiert.

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Sind das nicht tolle Bilder? Wir fühlen uns sehr wohl auf dem Camp und beschliessen, 2 weitere Nächte zu bleiben.

Der Elmenteitasee ist ein stark alkalischer Natron See im Grabenbruch (Great Rift Valley). Es gibt keine Fische im Salzsee, jedoch 100erte von Flamingos und Pelikane. Wieder ein Platz zum Verweilen. Der See gilt im Dumont Reiseführer als Geheimtipp. Wir treffen auch hier keine „Overlander“ und fragen uns ernsthaft, ob wir alleine unterwegs sind?

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Ein herrlicher Sonnenuntergang und Abendstimmung lässt Romantik in uns aufsteigen.

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Wann immer das Wetter und der Platz es zulassen, starten wir den Tag mit Yoga.

Das Turnen tut uns bei dem vielen Sitzen im ReMo gut, hält uns beweglich und munter. Das mit der Verjüngung dank Yoga findet jedoch nur bei Gwyneth Paltrow, Trudi Styler und in der GALA statt😃.

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Ein 4 stündiger Marsch dem See entlang gibt uns Zeit, Tiere, Farben, Flora und Fauna zu beobachten.

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Hier ist die Welt in Ordnung………

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…. und einen schöneren Stellplatz kann man sich nicht vorstellen.

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Natron- oder Sodaseen sind Seen mit ungewöhnlich hohen pH Werten und gleichzeitig hohen Salzgehalten. Das alkalische Milieu wird vor allem durch Natriumsalze hervorgerufen. Die Salze reichern sich in abflusslosen Seen mit hohen Verdunstungsraten an.

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Bakterien und Algen lieben die Alkale und können sich massenhaft vermehren. Diese Mikroorganismen sind für die ungewöhnlichen Farben zahlreicher Natronseen verantwortlich und Nahrung für Pelikane und Flamingos. 

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Fazit der Woche: auch Regen birgt viel Gutes! 

31.05.-10.06.2019 Batterie aufladen

In Moyale will kein Tourist freiwillig bleiben! Die Nähe zur Grenze ist der einzige Grund, die Nacht hier zu verbringen. Die Stadt ist schmutzig, unsympathisch und taugt nicht mal zum Einkaufen. 

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Wir erledigen die Zollformalitäten auf beiden Seiten speditiv. Der kenianische Beamte, zuständig für das Carnet, fordert Landeseintrittsgebühren und die Verzollung von Mr. Clooney (Nespresso Kapseln 1200 Stück) 😃. Vehement wehren wir uns und er krebst zurück. 

Auf 230 km fahren wir durch Wüste und Halbwüste auf perfekter Strasse auf der linken Strassenseite (englische Kolonialzeit) nach Marsabit. Wir können die Menschen von Kenia noch nicht einordnen. Sie lassen uns in Ruhe, sind aber distanziert. 

6 Tage Fahrpause in Marsabit beim Camp Henry und Rosanna gibt uns Zeit, die Überflutung von Bildern der letzten Wochen zu verarbeiten. Alltägliches wie grosse Handwäsche, Kühlschrank putzen usw. wird erledigt und dank meinem Patenkind Beat lehnen wir zurück für den ersten Kinoabend. 

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Das wäre mein Traumfilm gewesen, war leider nicht auf der Mediathek. 

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Kochen im ReMo: Über 80 Prozent koche ich selber für uns. Die Menüs richten sich nach dem Landesangebot. Meine Küche ist, mit Omnia Backofen, Dampfkochtopf, Stabmixer, Wasserkocher, Flotte Lotte und vielem mehr, gut ausgerüstet. Es gilt vieles zu beachten, Wasser- und Gasverbrauch sind die zentralen Punkte.

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Zähle ich die Chips und Petite Beurre dazu, kommen wir auf ein 4 Gang Menü. Wir essen einfacher aber nicht schlechter als zu Hause. Häufig steht: Risotto, Nudel-, Reis- und Eiergerichte aller Variationen, Kartoffeln von Stampf bis Rösti, Gemüse von Curry bis Eintopf, Suppen und wenig Fleisch auf dem Speiseplan. Einkaufen auf dem Markt lässt uns Menschen erspüren und riechen, essen im Bus vermittelt das Gefühl von Zuhause sein. 

7F37D4BD-B0B7-4894-A01B-8C08FE5A3969Wir sind ausgeruht und gestärkt für eine steinige Strecke durch Savanne und Lavawüste nach Loiyangalani am Turkana See. 

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Unsere Liter Flaschen Wasser gehen weg wie frische Weggli. Alle scheinen durstig zu sein und unserem Motto „1 Stopper pro Tag“ bleiben wir auch in Kenia treu. 

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Vorläufig ist Schluss mit Asphaltstrasse. Über 250 km Sandpiste, Schotter und Lava fahren wir über hüglige Landschaft und ausgetrocknete Bachbetten. Das Auto wie wir sind gefordert. Die Stossdämpfer stöhnen, der Inhalt der Schränke ist ausser Rand und Band, die Silikonfugen jammern, die Möbel knarren, die inneren Organe werden durchmassiert und die überschüssige Altershaut zittert wie Wackelpudding. 

Wir brauchen 7 Stunden reine Fahrzeit! 

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Der Windpark Lake Turkana ist die grösste Anlage in Afrika. Zur Finanzierung des Projekts waren 800 Millionen Euro nötig, womit der Windpark die größte Investition in Kenias Geschichte ist. Die Weltbank zog sich 2012 aus der Finanzierung zurück, diverse Banken aus der ganzen Welt mussten einspringen. 

FF9336B3-DB8E-4CD9-8A7F-203109F17ABEDer Baubeginn fand im Juli 2015 statt. Die letzte Windkraftanlage wurde im März 2017 errichtet, total 375 Stück. Die ersten Windräder speisten im September 2018 Strom ins Netz ein, nachdem es zuvor Probleme mit dem Anschluss gegeben hatte. 

F7E41F4F-5815-4A2B-9664-665DED53A255Loiyangalani ist eine kleine Stadt mit 1000 Einwohner. Der Name bedeutet „ein Ort mit vielen Bäumen“ in der einheimischen Samburu-Sprache. Hier lebt das Volk der Turkara, Samburu und El Molo. Sie sind vorwiegend Viehzüchter und Fischer. 

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Zentral in der Samburu Kultur ist die Achtung der Ältesten, vorwiegend der Männer. Jede Altersstufe bekommt außerdem spezifische Aufgaben zugeteilt. Kinder kümmern sich um die Ziegen und Schafe, beschnittene junge Männer um die Rinderherden und verheiratete Männer um die Gemeinschaft.

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Die Frauen sind für die Hütten, die Milchkühe und auch für das Sammeln von Holz und Wasser verantwortlich. Männer leben auch hier polygam, jede Frau besitzt allerdings ihre eigene Hütte. 

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Der Perlenschmuck, den Mädchen um den Hals tragen, ist ein Geschenk von jungen Samburu-Kriegern, um diese für sich zu reservieren. Die Männer dürfen dafür mit den Mädchen Sex haben, wann immer sie wollen. Die Perlen kennzeichnen die Frau als Besitz des Mannes.

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Den Sonnenuntergang erleben wir direkt am Salzsee, beobachten Pelikane und Dorfbewohner, die die Abendstimmung schwimmend geniessen. 

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Die Turkana leben traditionell hauptsächlich als Nomaden und halten Kamele, Rinder (Zebu), Schafe und Ziegen, die ihnen Milch, Blut und Fleisch als Nahrung liefern. Das Vieh dient zusätzlich als eine Form von Währung zum Verhandeln eines Brautpreises und als Aussteuer. 

Die El Molo sind eine kleine Volksgruppe, die am südöstlichen Ufer des Turkanasees lebt. Der Gemeindepräsident führt uns durch sein Dorf.

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Die Ursprache der El Molo ist verschwunden und sie sprechen heute Maa, die Sprache der verbündeten Samburu und Turkana. Traditionell leben die El Molo von der Fischerei sowie von der Jagd.

12999B0D-82AF-4C8E-ABA0-820CB3BFD98BFischerboot aus Palmholz 

Der Dorfchef erzählt uns von den Sorgen und Nöten der Al Molo Bewohner. Es ist sehr heiss und trocken am Lake Turkana. Trinkwasser ist rar, Ackerbau ist nicht möglich und so müssen alle Lebensmittel herangeführt werden was viel kostet. 

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Die Dorfschule mit 100 Kindern, 5 Lehrern und einem neuen Schulhaus wird vom Staat finanziert. Bücher und Schreibzeug muss das Dorf stellen. Die einzige Einnahmequelle ist der Fischfang und Tourismus. Nur wenige finden den beschwerlichen Weg an den See. Wir bezahlen einen Batzen in die Schul- und Dorfkasse. 

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Europäer betrachteten die El Molo aufgrund ihrer geringen Zahl und der kulturellen Beeinflussung durch die Samburu oft als „aussterbendes Volk“. So wurden 1934 noch 84 gezählt, heute sind es wieder 2600, aufgeteilt in zwei Dörfer. 

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Der Besuch von Urvölkern ist ein unter die Haut gehendes Erlebnis. Plötzlich stellt man sich kritische Fragen über unsere Lebensweise in Europa. Wie weit weg wir von natürlicher Lebensweise, Lebensmitteln, Verhalten und Medizin sind. Wie schräg es ist, für Bio Gemüse Unmengen mehr zu bezahlen wo das doch die Norm sein sollte. 

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Wie ungesund und überflutet unser Konsumverhalten ist und was wir uns an Unnötigem kaufen und leisten. 

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Demütig verlassen wir das Dorf und die sehr freundlichen und offenen Bewohner. 

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Der Dorfmarkt wurde speziell für uns geöffnet. 

Wir bleiben eine weitere Nacht in Loiyangalani. Morgen werden wir Richtung Süden fahren. 

 

Fazit der der Woche: Was macht das Leben lebenswert? 

27.-30.05.2019 Ethnie versus Ethik

Aussergewöhnliche Menschen wohnen am Omo Fluss in Stämmen wie der Konso, Banna, Hamer und Mursi. Ihre Lebensweise scheint sich seit Jahrhunderten kaum geändert zu haben. Kontrovers diskutieren Werni und ich, ob es ethisch vertretbar ist, die Völker zu besuchen, Eintritt zu bezahlen wie für Tiere im Zoo. Die Völker tauschen laut Blog Berichten und Herrn Google das Eintrittsgeld gegen Alkohol. Auch seien Kinder äusserst aufdringlich. Für jedes Foto muss bezahlt werden. Wollen wir das unterstützen?

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Wir beschliessen, in das Omo Valley reinzufahren bis nach Turmi und sollte es uns belasten, einfach umzukehren. Die Hinfahrt verzaubert; grüne, hüglige, bewirtschaftete Landschaft mit schönen Rundhütten, geringem Verkehr und Besiedlung. Was für ein schöner Anblick, als die ersten Hamer Frauen und Männer stolz am Strassenrand laufen.

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Am Markt in Turmi kaufen wir Kartoffeln und getrauen uns kaum, auf die teils nackten Oberkörper der Frauen zu schauen. Wir knipsen unser erstes bezahltes Foto.

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Der Besuch eines Hamer Dorfes ist ein unvergessliches Erlebnis mit einer Einzigartigkeit, das für immer in unsere Herzen eingebrannt sein wird.

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Der Stamm der Hamer gehört keiner Religion an. Polygamie ist Alltag, der Mann hat soviele Frauen wie er sich leisten kann. Sie (Bild oben) ist Ehefrau Nummer zwei, zu sehen anhand der Anzahl Halsringe.

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Ich kaufe allen drei Frauen Schmuck ab, sie sollen etwas dazu verdienen.

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Wie selbstverständlich und frei wir uns in ihrem 200 Seelendorf bewegen dürfen finden wir grosssartig.

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Wir werden in eine Rundhütte zu einem Kaffee eingeladen, einem tee-ähnlichen Aufguss von der Hülse der Kaffeebohne gekocht, aus einer Kokosnuss-Schale  getrunken, ungezuckert und leicht bitter.

Es gibt keine Elektrizität, kein Wasser, kein Bett, keine Möbel, ein paar Felle am Boden, ein paar Habseligkeiten mit dem Hüttendach verknüpft, ein offenes Feuer und ein warmes Lächeln. Die Kinder laufen nackt zum Dorfplatzspiel. Arbeiten ist Frauensache, sie schleppen, kaufen ein, kochen, bedienen, waschen, knüpfen Schmuck, verkaufen Ware am Markt und gebären nebenbei noch mindestens ein halbes Dutzend Kinder. Mitsprache haben sie keine.

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6A1F9D31-3C9E-4157-BB80-58E0F5D6CA0FBilder, die wir nur aus dem Magazin „GEO“ kennen – und plötzlich stehen wir selber mitten drin! Ein Erlebnis, dass wir niemals missen möchten. Es gibt einige tanzende, bettelnde Kinder am Strassenrand und einige betrunkene Turmi Bewohner – das Positive überwiegt jedoch um vieles.

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Auf der Fahrt nach Konso hält uns diese junge hübsche Frau an und will unbedingt gegen Birr fotografiert werden.

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Jetzt fehlt nur noch ein junger Mann! Vieles gäbe es noch zu filmen oder fotografieren, ich fühle mich jedoch unwohl dabei und behalte viele Bilder lieber in Erinnerung.

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Ein junger Student zeigt uns sein Konso Dorf mit dem Namen Olanto. Die Konso sind vor allem für ihre terrassenförmigen Felder bekannt. Ihre hölzernen phallussartigen Stelen zeigen berühmte Krieger oder wichtige verstorbene Dorfmitglieder. Die Dörfer der Konso sind sehr dicht bebaut, mit hohen und massiven Steinmauern umzäunt. Früher dienten diese u. a. zur Abwehr von Feinden oder auch wilden Tieren.

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Wir entdecken das französische Roussillon in Äthiopien. Ein Besuch ist absolut lohnend schon wegen der Anfahrt.

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Etwas wehmütig fahren wir Richtung Moyale, der Grenzstadt nach Kenia. Wir geniessen die schöne Fahrt ..

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…. und entdecken eine neue Dekoration der Rundhütten.

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Ich beende diese Blog Woche etwas früher mit dem Grenzübergang nach Kenia.

 

Fazit der Woche: Auch von Naturvölkern kann man lernen! 

 

Äthiopien: Orthodoxes Christentum prägt das Land, abwechslungsreiche Landschaft mit sehenswerten historischen Stätten ( 9 UNESCO), nette, würdevolle und gastfreundliche Menschen, Agenturen und Führer schröpfen Touristen, bettelnde Kinder ohne Ende, Äthiopier rauchen nicht.