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Die neue Woche beginnt mit einem herzhaften Lachen. Werni meint, meine Haare sähen aus wie die Enden des Joshua Trees.

Meine Härchen sind sicher weniger stachelig.

Vom Keys Aussichtspunkt im Joshua NP sehen wir in der Ferne den San Andreas Graben. Die Pazifische und Nordamerikanische Platte stossen aufeinander, reiben sich die beiden, kommt es zu Erdbeben. Der Graben verläuft durch das Coachella Valley, in dem Palm Springs und Palm Desert liegen.

Am 2. Tag im Park wandern wir durch die Stein-Formationen. Die berühmten „Boulders“ bestehen hauptsächlich aus Monzogranit, (Granitähnliches Tiefengestein) Was für ein schöner Nationalpark. Die Joshua Trees sehen den Köcherbäumen in Namibia so ähnlich, dass ich googeln muss, ob sie zur selben Familie gehören? Nein, sagt KI.

In der Namensgebung der Formationen sind die Amerikaner sehr kreativ.

Das Gesicht

Der Osterhase

Der Gespaltene

Kombination Boulders und Grün gefallen uns besonders gut. Das Durchschnittsalter der grössten Yucca Palmen liegt bei 150 Jahren, sie sind streng geschützt. Bäume haben etwas kraftvolles, energetisches für uns und anscheinend auch der 3 Millionen Besucher jährlich.

Unser Muätti hat uns filigrane Häkelarbeit hinterlassen. Viele Stunden sitzt sie glücklich häkelnd da, Decken gross und klein, Nastücher-Umrandungen in schönsten Farben und mehr. Eine Ehrensache, dass wir das weltberühmte Häkel-Museum besuchen.

Stehen 2 Personen im Museum ist es voll. Es gibt viel zu schmunzeln, Feinarbeiten sind die Exponate nicht.

Das Dorf Joshua Tree ist ein Unikat.

Kitsch gemischt mit Rarität und Kunst lässt das Stöbern zu einem besonderen Erlebnis werden.

Nächster Besuch Pionierstadt. Sie wird 1946 als Kulisse für Wild-West-Filme und – Fernsehserien gebaut und entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einer echten Gemeinde.

Filmgeschichte und lebendiger Kultur mischen sich….

….es gibt schöne kleine Boutiquen die Stiefel, Gürtel, Kleider, Seifen, Schmuck und allerlei Krimskrams verkaufen, einen Streichelzoo, eine Post und einen Saloon wo hin und wieder Live aufgespielt wird.

Ursprünglich als permanenter Ort für Filmproduktionen gedacht, zieht die authentische Westernkulisse heute Touristen, Musiker, Influencer und selbst ein paar Bewohner an.

Im Cholla Cactus Garten (Teil des Joshua NP) nennt man den Dominant „Teddybär Cholla“.

Den Namen verdankt er seinem flauschigen, fast silbrigen Aussehen, das aus der Ferne wie weiches Fell aussieht.

Aber Achtung – ja nicht kuscheln – das vermeintliche Fell sind in Wahrheit tausende winzige, hakenbesetzte Stacheln die Wanderer durchaus lieben. Selbst unser Nicht-Kaktus-Liebhaber-Herz schlägt in diesem Garten höher.

Wer die Flower–Power-Peace Zeit miterlebt hat empfindet grossen Respekt und Empathie den Menschen gegenüber, die den Absprung aus dem Hippie Dasein nie geschafft haben. Um die 70 Jahre alt leben heute noch einige dieser „Spezies“ um die Salvation Mountain Kunstinstallation.

Aus Tonnen von Lehm, Stroh und Farbe hergestellt übergibt der Künstler Leonard Knight (1931 – 2014) die Botschaft „Gott liebt alle“ an die Menschheit.

Mitte der neunziger Jahre hat die Regierung von Kalifornien mehrfach versucht, Slab City und den Berg zu schliessen. Inzwischen ist das Kunstwerk über die Landesgrenze hinaus bekannt und von Senatorin Barbara Boxer 2002 zum Nationalen Kulturgut erklärt.

Der Ort ist schon in mehrere Filme, Dokus und Videoklips eingeflossen. 2013 lässt Heidi Klum ihre Germany’s-Next-Topmodel-Kandidatinnen in Hippie-Kleidern am Salvation Mountain posieren.
Filmhinweis: Chris McCandless, alias Alex Supertramp lebt vor seinem Aufbruch nach Alaska einige Zeit in der Anza Borrego Wüste und in Slab City. Sein trauriges Ende ist im Film „Into the Wilde“, Regie Sean Penn, festgehalten wo er nach 113 Tagen Streifzug durch die Wildnis stirbt. Im Film gibt es einige Szenen mit Leonard Knight am Salvation Mountain.

Bombay Beach am Salton See ist einst ein blühendes Ferienparadies. In den 1980ern beginnt die Umweltkatastrophe – steigender Salzgehalt und Trockenlegung des Sees. Unternehmen ziehen weg, der Strand ist übersät mit toten Fischen und Salzkristallen…..

….Häuser werden verlassen – Bombay Beach wird zur Geisterstadt. Das surreale, verlassene Ambiente zieht ab 2010 Künstler aus aller Welt an, sie schaffen Kunstwerke über grosse Flächen am einstigen Traumstrand.

Es finden Veranstaltungen statt die Besucher anziehen um diese einzigartige, melancholische Landschaft zu erleben. Heute leben ca. 350 Aussergewöhnliche, viele davon in alten Wohnmobilen, um die Installationen. Wir ziehen Parallele zu unserem Künstler Wetz.

Kunst ist manchmal schwer zu begreifen, für uns auf jeden Fall, trotzdem faszinieren uns beide Orte, Salvation und Bombay Beach. Wäre interessant mal in so ein Künstlergehirn reinzuschlüpfen für kurze Zeit.

Wir treffen Mo und Chrigi zu einem Abschiedslunch. Für sie geht es bald zurück nach Südamerika – für uns an die Baja California. By by und allzeit gute Fahrt!

Eine schöne Bergfahrt durch Weinregionen führt uns zum ruhigen Städtchen Borrego Springs mit nur ca. 4’000 Einwohnern unweit vom Anza Borrego State Park. Fahrradfahren, Wüstenwanderungen, Golfen, Kunst – das sind die Anziehungspunkte des Parks.

Im Besucherzentrum informieren wir uns über die vielen Wanderwege und Entdeckungsmöglichkeiten. Als erstes bestaunen wir die Welt vom mexikanischen Künstler Ricardo Breceda.

Ca. 130 Metallskulpturen, detailverliebt geschaffen, verwandeln die Wüste in ein beeindruckendes Freilichtmuseum.

Wundersame Tier- und Fabelwesen aus Stahl verstecken sich zwischen Büschen – Elefanten, Tapire, Schafe, Kamele, Schildkröten, Tyrannosaurus Rex aber auch Goldwäscher und sonstige Kunstfiguren machen die 3 stündige Wanderung zu etwas Speziellem.

Bis zu 45 Grad wird es im Sommer, jetzt ist es angenehm, sogar kühl in der Nacht. Es hat kürzlich geregnet und die Wildblumen beginnen zu blühen.
Fazit der Woche: 3 x Kunst, 3 x Anders!
Wochenfilm
Musik: Eagles (aus LA) Stück: Hotel California
Innhalt: Eine tiefgründige Metapher über den Verlust der Unschuld, den amerikanischen Traum und die Verlockungen/Falle des Überflusses in Südkalifornien.