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Wir fahren eine letzte Runde durch Sedona, schon unglaublich schön diese Formationen.

In Jerome, einer ehemaligen Kupferminenstadt, trinken wir einen Kaffee. Nach dem AUS der Mine sinkt die Einwohnerzahl dramatisch – die Geister warten auf die Übernahme. Zum Glück retten auch hier Künstler das Städtchen. Galerie reiht sich an Galerie und bringen Jerome etwas vom damaligen Glanz zurück.

Nostalgie einatmen, erinnern an Roadmovies wie Easy Rider, in Romantik schwelgen, das Rad der Zeit zurück drehen – genau das tun wir auf den 146 Kilometer, die wir auf der Mutter aller Strassen, der Route 66 fahren.

Ursprünglich 3‘945 km lang, von 1926 bis 1985 durchgehend asphaltiert befahrbar, von Chicago bis Santa Monica (LA), symbolisiert sie einst den Aufbruch in den Westen, ins grosse vermeintliche Glück.

Als Inbegriff von Freiheit ist die Route 66 der Traum vieler Biker, Strassenromantiker und Abenteurer. Doch nicht immer endet der Roadtrip glücklich, welcher Schweizer/in denkt nicht an den tragischen Unfall von Steve Lee der Schweizer Rockband Gotthard vom 5. Oktober 2010 auf der Interstate 15, als ein Lastwagen auf regennasser Fahrbahn in seine Motorradgruppe rutscht?

Im 100. Jubiläumsjahr fahren wir von Williams nach Seligman, das herrlich kitschige Städtchen.

Seligman gilt als „Geburtsort der historischen Route 66“. Die Bewohner kämpfen für den Erhalt und Wiederbelebung der legendären Strasse und das spürt jeder Besuchende.

Souvenirläden gefüllt mit Symbolik und Kitsch öffnen jeden Geldbeutel, Neonreklamen blinken in allen Farben, nostalgische Tankstellen erwecken den Wunsch, eine Zapfsäule im Wohnzimmer stehen zu haben, Oldtimer grüssen rostig oder poliert von überall…

…Motels beflügeln Fantasien – man muss es einfach gesehen haben, dieses Seligman. Also Kamera raus, Auge schärfen und wild drauflos knipsen – Sujet gibt es in Fülle.

Sarggipfel, Beerdigungsberg, Schlechtwasser Bassin, Teufels Golfanlage und viele gruselige Benennungen mehr finden wir im Tal des Todes (Death Valley).

Es ist für März bereits sehr heiss, 39 Grad und mein Handy warnt – „mir ist zu heiss.“ Ja liebes Smart phone, warte mal bis Sommer ist, dann steigen die Temperaturen bis auf 50 Grad und Spiegeleier können auf dem Autodach gebraten werden.

86 Meter unter dem Meeresspiegel hat die Landschaft mit einem Todes-Tal im Moment wenig zu tun. Im Gegenteil, dieses Jahr blühen Wildblumen was in dieser Üppigkeit nur ca. alle 10 Jahre vorkommt.

Farbige Berge, spiegelnder See, Salzpfannen, Blumenpracht, was für eine unglaubliche Kombination und dich liebes Handy lege ich jetzt für eine Weile in den Kühlschrank.

Nirgends sonst schätzt man Blüten so sehr wie in einer Wüste.

Einfach grossartig der Blick vom Zabriskie….

….und Dante’s Punkt.

Wir fahren weiter nördlich zum Ubehebe Krater….

…. und auf Piste zur Eureka Düne…. leider leider ist es zu windig um dort zu übernachten.

389 Kilometer fahren wir durch das Todestal in 2 Tagen und wäre es nicht so heiss würden wir um mindestens 2 Tage verlängern. Tiefe Bewunderung – so imposant, abwechslungsreich und einmalig zeigt sich uns die Landschaft.

Die Trona Pinnacles sind eine ungewöhnliche geologische Formation im California Desert National Conservation Area. Mehr als 500 Tuffsteinspitzen, einige bis zu 43 m hoch, erheben sich aus dem ausgetrockneten Searles-Sees. Sie stehen isoliert und zerfallen langsam am südlichen Ende des Tals, umgeben von ausgetrocknetem Schlamm und kargen Gebirgszügen.

Hier stehen gerade mal 3 Autos – wie wir diese kleinen Sehenswürdigkeiten lieben.

Wir sind wieder bei der „Sprinter Vans and Repair“ in Redlands. Unser Bänzli hat die letzten 11‘000 Kilometer geschnurrt in Zufriedenheit – Happy Heidi und Werni! Der nächste Service steht ab, Zeit einiges zu flicken.
Unsere 3 Schutzengel (von meiner Schwester, Maria und Bea) behüten uns stets, unser baumelnder Engel braucht dringend ein neues Kleid.

Gesicht und Stiefelchen waschen – Flügel anleimen und so hängt unser Beschützer wieder in neuem Glanz.
Ufff, die Suche nach einem sicheren Übernachtungsplatz in Los Angeles gestaltet sich als schwierig. 2 Plätze steuern wir an – voll – und die 2 weiteren in der Nähe (50 km) komplett ausgebucht. Den letzten erreichen wir kurz vor dem Eindunkeln, die online Reservation ist nicht möglich, das Buchungshäuschen ist geschlossen. So stellen wir uns frech auf einen Platz ohne zu bezahlen und hoffen, dass wir nicht verjagt werden. Am Morgen kommt ein Ranger (R) Dialog:
R: guten Morgen, beim Eingang steht ein Paar das diesen Platz online gebucht hat…
Wir: das tut uns leid, wir sind gestern spät angekommen und haben keinen Ranger gefunden… natürlich bezahlen wir für den Platz und fahren weg…
R: kommen sie zum Eingang, wir suchen einen freien Platz für sie……
Wir: wir fahren heute weiter…..
R: woher kommen sie denn?
Wir: aus der Schweiz….
R: oh so ein schönes Land, da war ich letztes Jahr…
Wir: Amerika ist auch sehr schön….
R: das stimmt – nur die Amerikaner sind keine guten Menschen …
Wir: gute und schlechte gibt es in jeder Nation…
R: bei uns gibt es besonders viele Schlechte, ich wünsche ihnen eine gute Reise und für die letzte Nacht müsst ihr nichts bezahlen…

Wie nett ist das denn …. danke lieber Ranger…

… ob er solche Menschen meint?
Fazit der Woche: Wann sind endlich die Frühlingsferien vorbei?
Wochenfilm
Musik: David Chappell, Stücke: Moonlight und Death Valley
Eindrücklich und ein grossartiger Wochenfilm. Bravo!! Bleibt gesund und gute Fahrt.