13.-20.12.2025, Feuer und Glitzer

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Wir stoppen am Westeingang des Zion NP und fahren den Kolob Canyon Scenic drive.

Sicher sehen für dich inzwischen alle Felsen, Bleistifttürme, Hoodoos und Berge gleich aus – verstehen wir – doch steht man tatsächlich davor, ist jede Erhebung anders, mit anderer Stimmung anderem Licht und anderer Schwingung.

Heute ist uns gar nicht nach Wandern – wir sind einfach faul und nisten uns schon früh am See Quail Creek Reservoir ein und faulenzen.

Wenn Bänzli fast von alleine rollt, wenig Diesel braucht, die Temperaturen immer wärmer werden und wir gähnen zum Druckausgleich – dann geht es runter – und zwar auf 392 Höhenmeter. Adieu bitterkalte Nächte, adieu Stille und Einsamkeit, Adieu Winterkappe – hallo Glitzerwelt – wir rollen Richtung Las Vegas. Vielleicht schaut uns das Casino Glück ja über die Schulter?

Ein lang gehegter Wunsch von mir ist der Besuch der Hoover Staumauer. Bei der Einfahrt zum Aussichtspunkt werden wir auf Waffen und Drohnen kontrolliert, Heck und Wohnen werden durchsucht.

Die weltbekannte Talsperre staut zum riesigen Lake Mead auf. Der Wasserstand ist äusserst tief. Extreme Dürre reduzieren den Zufluss des Colorado Rivers, es gibt weniger Schmelzwasser von den Rocky Mountains und zugleich eine massive Übernutzung des Wassers für Städte und Landwirtschaft.

Er ist ein beeindruckendes technisches Bauwerk das in den 1930er Jahren gebaut und heute eine beliebte Touristenattraktion ist.

Wir sind im Bundesland

Sie züngeln hoch wie Feuer, die wunderschönen Formationen im Valley of Fire.

Wir könnten Tage hier verbringen, doch Bänzli meldet sich zum Ende seines aufmüpfigen Jahres erneut.

Die Garage will das Differenzial ersetzen  – nur – die Europäische Version für gangbetriebene Sprinter gibt es in der ganzen USA nicht. „We can do it“ scheint ein reiner Werbespruch zu sein.

Spät fahren wir ein in die Lichterwelt von Las Vegas. Müde und etwas frustriert aber inzwischen äusserst krisenerprobt parkieren wir vor einem Motel – was wir jetzt brauchen ist 1 Flasche Wein, ein Nachtessen und kreative Ideen zur Lösung unseres Problems. Es rattert in unseren Köpfen.

Doch zuerst wartet die „Stadt der Sünde“ auf uns, 60 Mio. Besucher sollen es jährlich sein, der Umsatz in Glücksspielen 25 Milliarden Dollar. In den Spielhöllen darf geraucht und gezockt werden.

Ältere Damen scheinen die Glücksspiele besonders zu mögen.

Von Cirque du Soleil über Chippendales, Musical über Konzerte der ganz Grossen, David Copperfield bis zum Gedenkkonzert Bob Marley – das Angebot an Unterhaltung ist gewaltig.

Tagsüber ist das ganze Stadtleben ruhig….

Das Arte Museum haut uns glatt aus den Socken.

Digitale Kunst der grossen Maler der Welt werden mit Musik auf Riesenleinwänden präsentiert, die Rosen von VINCENT VAN GOGH erwachen samt verschiedenen Rosendüften zum Leben….

…. Tiere durchstreifen Wälder durch 4 Jahreszeiten….

… die Präsentation führt durch 13 verschiedene Räume, Kunst untermalt mit Duft, Geräuschekulissen…

… eine wahre Flut von Eindrücken. Die ganze Präsentation passt zu Las Vegas wo alles noch grösser, noch fantasievoller, noch leuchtender, noch glitzernder sein muss.

Beim Eindunkeln erwacht die Stadt in voller Pracht. Helikopter kreisen über dem Lichtermeer, selbst bei Erwachsenen geht die Fantasiewelt unter die Haut – wenn man den dekadenten Überfluss ausblenden kann. Strom und Wasser sparen ist hier kein Thema.

Edle Materialien und Architektur fangen die finanzstarken Besucher.

1 Show soll es sein! Unsere Favoriten, Santana und Stapleton sind erst im Februar 2026 hier, warum nicht Cirque du Soleil mit ONE, die nebst Akrobatik Michael Jackson ehrt? Muss ich erwähnen dass die Show gigantisch ist?

Temporeich, schöne Choreografie, grossartige Akrobatik und der weisse Handschuh von Michael der sich wie ein weisser Faden durch den Abend zieht überfluten meine Aufnahmefähigkeit. Was für ein sensibles Genie dieser Michael doch war.

Man muss Las Vegas gesehen haben. Dem Gewinnerglück geben wir keine Chance weil wir keine Ahnung haben wie die Spiele funktionieren. Landeier halt – man kann’s nicht leugnen.

Das Death Valley fahren wir nur im südlichen Rand an, wir möchten Kilometer sparen um unser Problem beim Schalten nicht zu verstärken. Herr Google sagt:

Ein dumpfer Schlag beim Schalten eines Mercedes Sprinters deutet auf verschiedene mögliche Probleme hin, die oft im Bereich der Kraftübertragung liegen, wie z.B. Antriebswellen, Hardyscheibe, Differential oder Motor-/Getriebelager.

Wir sind in Kontakt mit Mexiko. Benito, der Hauptbeauftragte für Kundenservice im ganzen Land, sucht nach Lösungen. Da wir eh zurück an die Baja California wollen wohl der einzige Lösungsansatz.

Für einmal geht unser Plan der Freistehnacht bei den Dumont Dünen in die Hose. Mit Quads und Motorrädern wird Sandhügel hoch und runter gesaust, alle gut bestückt mit Lautsprechern um nach der Mutprobe die Erfolge bis morgens früh mit lauter Bumbum Musik und Generatorenlärm zu feiern. Beginnt man sich zu ärgern, erscheint die Musik doppelt so laut, es ist aus mit Schlaf. Hin und her gerissen zwischen Verständnis für die übermütige Jugend (waren wir nicht auch so?) und Empörung über die Rücksichtslosigkeit (es stehen noch ca. 20 andere Womos hier) finden wir den Schlaf mit Kopfhörern doch noch.

 

 

Wochenfilm

 

Musik: The Mavericks, Utah, Stück: Pizziricco, der Sänger Raul Malo stirbt vor wenigen Tagen mit 60 Jahren an Krebs.

 

2 Kommentare zu „13.-20.12.2025, Feuer und Glitzer

  1. Vor etwa 40 Jahren glitzerte es auch schon „mega“ in Las Vegas. Habe 32 Dolar gewonnen. Die Hotelübernachtungen und das Essen waren fast gratis, wenn man den Weg durch die vielen einarmigen Banditen (es war noch mechanisch) schaffte.
    LbG mt

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