31.7.2022 – 7.8.2022 Kuba der anderer Planet

Wir freuen uns auf die ersten 2 Stunden Spanischunterricht. Marisela spricht viel, Werni versteht fast gar nichts, ich wenig. Von getrennten Unterrichtsstunden will sie plötzlich nichts mehr wissen – dazu fehle ihr die Zeit. So entscheiden wir, zusammen die Schulbank zu drücken.

Ein Kürbis Garten auf der Strasse. Ein anderer Planet, echt!

All jene, die Kuba als günstiges Ferienland in Erinnerung haben – es ist nicht mehr so! Für 1.5 Liter Wasser bezahlen wir CHF 2.50, 1 Duschmittel 5.60, eine Taxifahrt für Kurzstrecken 15, usw.usw. Die Preise sind alle verhandelt.

Privater Spanisch Unterricht ist vor 10 Jahren CHF 40 für den Monat, heute haben wir Offerten zwischen 600 bis 1400 pro Monat. Ja Zeiten ändern sich.

„Kuba ist ein anderer Planet,“ erzählt unsere Lehrerin Marisela.

Wir haben seit vielen Jahren nicht mehr die Schulbank gedrückt und so ist aller Anfang schwer. Werni kämpft sich durch die ersten Worte und Grammatik durch. Dazu hat er einen Käfer aufgelesen der ihm Magen- und Kopfschmerzen bereitet.  Für mich ist vieles Repetition – auch gut.

Am Abend heisst unser Lehrer Babbel. Mit dem Computerprogramm trainieren wir im eigenen Tempo.

Diese Woche steht ganz unter dem Motto lernen und gesunden. So ziehen wir uns nach dem Unterricht in unsere inzwischen sehr geschätzte, klimatisierte Wohnung zurück.

Essen brauchen wir nicht viel, ein bisschen Reis mit Gemüse ist fein. Erwähne ich Essen, möchte ich in den höchsten Tönen die kubanischen Avocados loben. Sie sind so was von super lecker, haben immer die richtige Reife, sind leicht zu schälen, zergehen im Mund und sind überall erhältlich.

Das Wochenende ist da! Werni geht es besser und wir sprechen mit den Menschen bereits in der Landessprache. Natürlich nur Kurzgespräche aber wir können im Restaurant bestellen, bezahlen, Taxis verhandeln, Geld wechseln, nach dem Weg fragen usw.

Eine Fahrt mit einem Oldtimer, in unserem Fall einem Ford Firelane 1958, durch die Stadt ist Pflicht.

So lässig . ……

Da gehören einfach Touristenfotos dazu!

Und dann treffen wir noch ihn.

Auch auf dem anderen Planeten kennt man John Lennon und die Beatles. Havanna gefällt uns richtig gut. Geschmack und Schmutz abgehärtet durch Afrika können wir das Unangenehme gut ausblenden und das Schöne voll geniessen.

Ein Prost auf einen gelungenen Start in Havanna. Und die Musik überall – einfach der Hammer!

 

Fazit der Woche: Vieles ist anders auf Kuba – ein anderer Planet! 

 

24.-31.7.2022 … schon aufgeregt….

Diese Woche brechen wir auf zu neuen Ufern. Unsere Gemütswelt ist verwirrt. Da mischt sich viel Freude mit Abschiedsschmerz und Ungewissheit mit Entdeckungslust.

Es bleiben 3 Tage bis zum Abflug, ironischerweise über Zürich da wir mit Swiss und Edelweiss nach Kuba fliegen. Also berühren wir doch noch CH Boden.

FACEBOOK EINTRAG VON MICHEL

Der Abschied naht.
Einige von Euch haben es ja mitbekommen.
Wir haben in Afrika dieses reizende, verrückte Schweizer Pärchen kennengelernt, die bereits seit 3.5 Jahren mit ihrem Wohnmobil durch die Welt reisen. Als es anstand ihren Sprinter hier in Hamburg zu überholen und die Vorbereitung für die Weiterverschiffung nach Südamerika zu arrangieren, konnten wir sie die letzten zwei Monate ein wenig unterstützen und ihnen Unterkunft sowie ein wenig Support gewähren.
Heidi Gloor und Werni passen wirklich in diese Welt, wir tauschen uns gerne mit ihnen aus und lachen sehr viel gemeinsam
Für das Abschiedsessen haben Heike Jakob und ich einen Vietnamesen in unserer Nähe ausgewählt, anscheinend eine gute Wahl. Das Essen (Hot Pot) war phantastisch und die Stimmung ausgelassen.
Eure Pläne sind Südamerika – bis runter nach Patagonien und dann den amerikanischen Kontinent rauf bis Alaska. Was für ein herrlicher Trip. Geplant ist ein Wiedersehen in Costa Rica, das für Heike und mich eines der nächsten Ziele ist.
Wir werden Euren Trip aufmerksam verfolgen und freuen uns sehr für Euch.
Genießt Euer Leben – die besten Wünsche begleiten Euch.
Herzlichst
Heike & Michel

Danke ihr zwei, für alles, und schön dürfen wir euch kennen.

Bänzli ist parat……

Wir melden ihn am Hafen an……

… und geben ihn im Terminal ab. Gute Reise Bänzli und wir sehen uns in Uruguay.

Michel zeigt uns zum Abschied noch etwas von seinem Hamburg. Es macht viel Spass von einem Urgestein geführt zu werden.

von der Strandperle …..

…bis zur leckeren Fischsuppe in Blankenese in der Kajüte geniessen wir die letzten Hamburg Stunden.

Unsere Nachbarn Nadja und Adrian überraschen uns mit einem Abschiedsgeschenk und einer so netten Karte.

Einmal mehr zeigt sich’s, dass wir überall dort, wo wir gerade leben, auch zu Hause sind. Danke Nadja und Adrian❤️.

Die zwei Flüge nach Kuba sind perfekt. Wir reisen mit viel Heimat…. (für die nicht CH Leser – Melchsee Frutt liegt im Kanton Obwalden und ist unser nächstes Ski- und Wandergebiet)

…bekommen Essen aus Nidwalden….

…. und nur in Zürich kommt Hektik auf als wir online einige Seiten ausfüllen müssen um einen Einreise QRCode für Kuba zu bekommen.

Die Migration in Kuba ist problemlos und schnell, nur der QR scheint wichtig. Wir müssen weder die verlangte Krankenkassen-Bestätigung noch den Weiterflug vorweisen. Auch die Abholung klappt. Der Bezug der Wohnungen ist jedoch ernüchternd. Es ist eine Untertags Wohnung die schwer gelüftet werden kann und muffelt. Die Möblierung und das Bad sind schön. Osmani, unser Betreuer, erzählt uns in einer Salve fast nur das Negative über Kuba und so legen wir uns bedrückt zur Ruhe. Schlaflos suche ich nach anderen Wohnungen, Weiterflügen, Alternativen.

Ausgeruht sieht die Welt anders aus. Wir entscheiden, uns auf Kuba mit allen Facetten einzulassen und auch der Wohnung eine Chance zu geben.

Auf unserem ersten Fussmarsch begegnet uns Musik überall……Buena Vista … Kuba!

Wow, jetzt gefällt es uns richtig gut! Die Dame vom Telefonanbieter Etecsa ist sehr hilfsbereit, die Suche nach einer Spanisch Lehrerin ist auf gutem Weg…..

….das kalte Bier köstlich….

… und selbst unsere klimatisierte Wohnungen lernen wir zu schätzen. Nach mehrmaliger Gasabgabe riecht sie auch nach uns.

Esta es Maricella nuestra profesora de español!

Wir haben sie durch unseren Freund Beyeler Dani gefunden der heute in Singapur lebt. Am Montag beginnt der Privatkurs.

Der Zerfall der alten Kolonialhäuser ist schon fast schön und die Lebensfreude der Menschen beispielhaft obwohl sie nichts haben.

Es gibt weder Lidl noch Aldi noch Migros.
Stattdessen gibt es staatliche Lokale und Agrarmärkte sowie die Bodegas, bei denen die Kubaner subventionierte Produkte oder Waren auf Lebensmittelkarte erhalten.

Überall dort wo lange Schlangen sind gibt es ein paar Lebensmittel wie Konserven und ein paar Wenigkeiten zu kaufen. Die Gestelle glänzen hauptsächlich durch Leere. Wenig Händler bieten ein paar Eier, kleine Zwiebeln und Knoblauch, gelbe Gurken, schöne Avocados, Bananen und Mangos an. Mehr haben wir bis jetzt nicht gefunden.

Für die Kubaner heisst es täglich um Lebensmittel zu kämpfen, das nennt sich dann La Lucha, der Kampf, und beschreibt perfekt, wie der kubanische Tagesablauf aussieht. Es muss geplant und gesucht werden, bis alle Zutaten für ein Essen gefunden sind. Einkaufen ist ein Vollzeitjob.

So stören wir uns nicht mehr an unserer eher schlecht ausgestatteten Küche (2 kleine Pfannen) –  wir kochen definitiv nicht! Selbst Trinkwasser kaufen ist schwierig.

Ein Wort zur Währung die vom Staat kontrolliert wird. Gehen wir zum Bankomaten, bekommen wir für 100 Euro 2633 Pesos. Wechseln wir auf dem Schwarzmarkt 100 Euro bekommen wir 10‘000 Pesos.

Der Sonntag gehört ganz der Musik und Kunst. Einfach wunderbar, die lauten, rhythmischen und stillen Klänge.

 

Fazit der Woche: Wir sind angekommen in Kuba! 

 

 

 

17.-24.7.2022 ….Lifting…..

Nein, nicht wir bekommen ein Lifting, obwohl unsere Wackelpudding Tripelkinne geradezu nach einem Skalpell schreien. Unser Bänzli bekommt die volle Aufmerksamkeit, innen und aussen, und er ist es uns wert. Obwohl wir den Platz in Michels Wohnung schätzen, fehlt uns das kompakte wohnen im Reisemobil sehr.

Das Lustigste aber überhaupt ist, dass wir im Bänzli und unterwegs nie wirklich streiten – aber hier in Hamburg fliegen die Fetzen! Wir haben uns zum Ehepaar „Kiefler“ entwickelt. Meistens geht es ums Navigieren – es hat einfach zuviel Strassen, Verkehr und Platz in Hamburg😀

Bänzlis Tag ist da! Professionell, sympathisch, ruhig, hilfsbereit und freundlich werden Filter, Öl und Autobatterie gewechselt und der grosse Service abgeschlossen.

Die obigen Adjektive gelten in Superlative bei CS. Besser geht nicht.

Hier steht sie vor uns, die Übeltäterin! Die defekte Heizung! Zur Ehrenrettung der Firma Truma bekommen wir in Deutschland gute Unterstützung. Das gesamte Brenner-Teil inkl. Glühstift sowie das Board werden ausgetauscht. Wir bekommen einen Schnellkurs in Reparatur!

Das Lifting ist fertig. Unser Loft auf Rädern riecht und sieht aus wie neu. Freude herrscht! Der neue Herd, Matratze mit Rost, Toilettenbrille, Kittfugen sowie frisch geölte Holzkanten lassen den Sprinter erstrahlen. Sogar unser Dachfenster kann ersetzt werden und die Griffe verstärkt. Schubladen, Rollos – alles läuft wie geschmiert.

Die ganze Elektronik wird geprüft, wir wechseln auf eine Lithium Batterie und sind guter Dinge, dass wir wieder für lange Ruhe haben. Wie wir uns auf das Weiterreisen freuen!

Die nächsten Tage sind Südamerika Vorbereitungstage. Unsere Bus-Klimaanlage wird überprüft und die Kühlflüssigkeit ersetzt. Auch die HiFi Anlage wird das lästige Brummen los.

Unsere grauen Zellen werden durchgeschüttelt durch einen Crash Kurs in Mac.

Die Unordnung im Keller weicht Schritt für Schritt Ordnung, Michels Wohnung wird zur Übergabe vorbereitet.

Der Samstag gehört ganz uns und Hamburg. Mit der „Wilden 13“ fahren wir durch Wilhelmsburg, machen einen Abstecher zum Markt am Stübenplatz und verzehren ein leckeres Fischbrötchen an der Elbe. Wieder läuft ein „Grimaldi“ Tanker aus (fast hätten wir den erwischt) – am 4.8. ist unser Bus auf so einem Vessel.

Abschied nehmen von der Stadt, Europa aber auch einen Schlussstrich ziehen zu Afrika möchten wir mit dem Musical „König der Löwen.“

Die Tränen rollen uns über die Wangen als all die Tiere an uns vorbei ziehen und die afrikanischen Rhythmen und Stimmen den Saal füllen. Oh Afrika – wie du uns fehlst!

Bei einem Glas Wein zu Hause erzählen wir wieder von den schönsten Erlebnissen, Begegnungen, Natureindrücken und Situationen auf dem schwarzen Kontinent.

Heute Sonntag gönnen wir uns nochmals Luxus! Unsere Füsse werden gepflegt und wir bekommen je eine Massage. Künftig heisst es wieder selber raspeln, pflegen, salben und lackieren.

Bänzli ist vorbereitet! Er ist im Heck mit allem legalen geladen, der Wohnbereich ist leer, die Sitze mit Plastik umhüllt. Alles unerlaubte wie Putz- und Lebensmittel, Medikamente, Gewürze und Alkohol sind geleert, die Gasflaschen sind neu, leer und zertifiziert – was vergessen?

 

Hamburg: Eine tolle Stadt wo man auch abends Moin sagt, Hanse-Humor vom Feinsten, Veranstaltungen ohne Ende, ein Hafen der fasziniert, arme Menschen die auf der Strasse leben, ungeduldige Autofahrer, schöne Ecken, erhältlich was das Herz begehrt, sehr viel Tourismus, Fisch- und Franzbrötchen – so fein!

 

 

Fazit der Woche: Auch in Hamburg könnten wir leben. 

 

 

 

 

 

10.-17.7.2022 ..es wird konkret..

Unser 7 jähriger Laptop will nicht mehr. Sein Curser hat Parkinson und einige Funktionen sind fehlerhaft. Michel empfiehlt uns auf Mac umzusteigen und so stehen wir pünktlich um 10 Uhr vor dem Media Markt.

Reiko hilft uns beim Installieren. Gar nicht so einfach von Microsoft auf Apple umzustellen. Unter dem Potcast „Nachtzug nach Hamburg“ könnt ihr Reikos Gedanken kennen lernen.

Die ersten 3 Wochentage gehören ganz dem Inhalt vom Sprinter. Waschen, reinigen, sortieren, umladen und weiter schrubben, flicken, räumen, auswechseln – Mensch haben wir viel an Bord.

Es wird konkret, unsere Flüge sind gebucht! Am 28.7. fliegen wir nach Kuba zum Intensiv Sprachkurs und weiter am 25.8. nach Montevideo um auf Bänzli zu warten. Bänzli muss wieder aufs Wasser, durch den Atkantischen Ozean nach Uruguay, ohne uns.

Esther ist meine Freundin seit fast 40 Jahren. Verstehen ohne Worte, endlos quatschen, viel lachen, zusammen auf Urlaub fahren aber auch schwierige Lebensphasen meistern prägt unsere Freundschaft. Und heute kommt sie – meine Esther. Wie wir uns freuen!

Und dann geht es los!

Mit hüpf auf, hüpf ab…..

Mit Spass…..

Mit lachen…

Mit Stadtbesichtigung …..

Mit Hafenrundfahrt..

Mit Bestaunen des 400 Meter langen Vessels…

….und des Passagierschiffes Aida das 3500 Gäste aufnehmen kann….

…..mit einem Werni der neben 2 alten Freundinnen einen schweren Stand hat….. Schmollt er hier…?

…. Besichtigung des Elbtunnels….

….geniessen der spät Nachmittag Stimmung…

…. und plaudern bis zur Kieferentzündung.

Das Klischee von weiblichen Quasselstrippen und wortkargen Männern ist weit verbreitet, genährt von Statistiken aus der Wissenschaft. Ein deutscher Psychologe belegt nun, dass Männer und Frauen in etwa gleich viel reden, nämlich 16‘000 Wörter täglich im Durchschnitt.

Unsere Bemühungen, den Wortdurchschnitt zumindest auf 17‘000 Worte zu erhöhen ist erfolgreich. 😀😀

Wir schlendern durch die Reperbahn, gehört je schliesslich auch dazu, und sehen uns das Musical „All you need is love“ an.

Wir schwelgen in der zeitlosen Musik der Beatles, singen und tanzen mit und können uns keinen schöneren Abschluss der Esther Tage vorstellen.

 

Fazit der Woche: Ob-la-di, ob-la-da, life goes on…… 

 

3.-10.7.2022 …. Überraschung….

Überraschung, Überraschung! Die Woche beginnt super! Beatrice und Sandro rufen an, sie sind kurz vor der Ausfahrt Rellingen auf dem Weg nach Dänemark. So schön die zwei zu sehen und dort anzuknüpfen, wo wir beim letzten Mal aufgehört haben. Schön haben wir uns gesehen ihr Lieben und bis irgendwo auf dieser Welt.

Zweite Überraschung! Wir treffen Barbara und Bruno zum Mittagessen. Barbara und ich haben vor ca. 35 Jahren für den besten Chef der Welt in Alpnachstad gearbeitet. Danke dass ihr euch gemeldet habt, wir hatten sehr Freude an eurem Besuch.

Früh schrillt der Wecker! Ich bin aufgeregt wie ein Kind vor Schulreise. Heute können wir Bänzli in Bremerhaven abholen. Kirschen essen zum Frühstück ist vielleicht nicht die beste Idee wenn man eine 2 stündige Autofahrt vor sich hat. Von Raststätte zu Raststätte fahrend erreichen wir Bremerhaven doch noch.

Alle Dokumente sind parat, wir dürfen ins Eurogate rein fahren. Noch 2 Stunden warten und dann steht er vor uns, unser Bänzli.

Nichts scheint zu fehlen auf den ersten Blick, keine Vandalen haben ihn verwüstet, er hat die langen 5 Wochen auf hoher See mit vielen Stopps gut überstanden. Ist das schön unser rollendes Daheim wieder zu haben.

Des Glücks nicht genug sind Tanja und Armin von Stockach auf der Fahrt nach Rellingen.

In 8.5 h reiner Fahrzeit flitzt Tanja über die Autobahn. Nach längerem Mail Kontakt haben wir uns im 2020 in Tansania persönlich kennen gelernt. In Sambia sind wir ein Stück zusammen gereist. Wir haben viel Gemeinsamkeiten und das verbindet. Sie sind wieder im Arbeitsprozess und sparen für die nächste grosse Reise.

Wir dürfen ihrem Vortrag über Afrika und der Panamericana lauschen, sie zeigen uns schöne Bilder dazu, Armin hilft uns bei EDV Fragen aller Art und wir schlendern gemütlich durch Hamburg…

.. und haben eine gute Balance zwischen erzählen und zuhören. Treffen sich Langzeitreisende, ist „Verstehen“ immer einfach weil der gemeinsame Nenner „Reisen“ einfach da ist. Tanja und Armin waren bei uns, als ich die Nachricht vom Tode meines Vaters erhielt im Oktober 2020 und wir hätten keine besseren Reisebegleiter in dieser Zeit haben können.
(www.travelsouthbound.de)

Wir erhalten viele Tipps von den Beiden für Südamerika und sie machen uns noch neugieriger auf den neuen Kontinent. Schön wart ihr da!

Der Sonntag gehört ganz der Admin. Flüge nach Havanna und Montevideo buchen, eine Wohnung auf Kuba mieten usw. Passiert euch das auch immer wieder dass dann irgend etwas auf dem PC oder im Programm nicht funktioniert? Wir scheinen auserwählt zu sein für „Error“ aller Arten.

Wir räumen Bänzli aus, ein Riesen-Haufen an Schmutzwäsche sammelt sich an und ich koche in Zeitlupe Nachtessen weil es vor lauter Müdigkeit nicht schneller geht.

Auch beim Auspacken und Räumen des Autos fehlt nichts. Nichts geklaut, nichts beschädigt – der Glücksstern ist uns nach Europa gefolgt.

 

Fazit der Woche: eine Woche voller positiver Überraschungen! 

 

 

26.6.-03.07.2022 die fressenden Monster

Das ist mir die letzten 3.5 Jahre nicht mehr passiert! Kaum wird unsere Wäsche mit dem Vollautomaten gewaschen, öffnet das Monster weit seinen Mund und verschluckt leckere Socken, genau wie in Sarnen. Bereits fehlen mir wieder 4 Stück und das Paar fühlt sich inkomplett und unbrauchbar. Die Schattenseite des Luxuslebens😀.

Es ist erstaunlich, wie schnell unser Geist und Körper wieder auf „Europa“ umschaltet. Wo ist unsere afrikanische Gelassenheit geblieben? Es ist ebenso erstaunlich wie kompliziert, träge und unfreundlich teils Ämter und Dienstleistungsbetriebe funktionieren. Das in Europa alles funktioniert ist ein Mythos der Vergangenheit. Wir rennen an, zB. bei der Beschaffung eines neuen CH Passes.

Unser Schiff mit Bänzli drauf ankert vor Bremerhaven. Er steht in einer Lösch-Warteschlaufe bis am 5.7. So ein Scheiss! Die nächsten 3.5 Wochen sind satt aber machbar organisiert – ob unser Zeitplan mit dieser Verzögerung noch aufgeht?

Hans vom Chatzenrain in Kerns (unsere ehemalige Wohngemeinde) ist eine absolute Koryphäe wenn es um Orchideen und Kräuterheilkunde geht.

Das Sommertreffen findet im Orchideengarten Karge in Fahlenburg statt. Raritäten werden ausgestellt, bewertet und prämiert. Ich denke, dass Hans schon zuviele Preise abgesahnt hat – ihn interessieren Prämierungen nicht mehr. Ich kenne Hans seit vielen Jahren und unser feinstofflicher und bodenständiger Weg zugleich kreuzen sich immer wieder in Sympathie, Verständnis und Anerkennung auf ausgeglichener Augenhöhe.

Spontan meldet sich Hans, er komme am Nachmittag bei uns vorbei! Was für eine Freude! Mit Hans ist diskutieren einfach – wir sind (fast) immer gleicher Meinung.

Das Wochenende gehört ganz der Geselligkeit. Wir sind bei Heike und Michel zum Essen eingeladen sowie bei Hanne und José.

Heike und Hanne sind beide äusserst aufmerksame und liebenswürdige Gastgeberinnen und natürlich tragen auch die Männer zur Gemütlichkeit und gelungenen Stunden bei.

 

Fazit der Woche: wir werden ganz schön verwöhnt. 

 

19.-26.6.2022 ….echte Kerle…..

Wir sind zurück in Rellingen. Der Vessel mit unserem Bänzli drauf ist zu Beginn der Woche auf Portugal Höhe. Er sollte termingerecht am 27.6. in Bremerhaven ankommen.

Die fetten Tage auf Sylt lässt die Digitalanzeige unserer Wage hochschnellen. Diese Woche ist „weniger“ angesagt, sicher bis zum 24. Juni, ein Datum voller Symbolik. Am 24. wird Spargel zum letzten Mal gestochen, Johanneskraut gepflückt und für Öle angesetzt, die Sommersonnenwende ist kurz vor- oder nachher, in der Nacht wird zum Johannisfeuer getanzt und …Lionel Messi, Irenes Mama (sie wird 100 Jahre alt) und mein Werni haben Geburtstag.

Endlich wieder arbeiten im Garten. Wie ich die erdige Arbeit liebe und in Michels Garten kann ich mich voll austoben. Mähen, lauben, pflanzen – nicht zuviel und nicht zuwenig.

Die Suche nach einem schönen Hut führt uns zur Hansestadt Buxtehude.

Der Tatoo Laden „Echte Kerle“ scheint für meinen Bruce genau der Richtige zu sein, führt er doch Hüte der Marke „Rough&Loyal“ und genau so einer soll das Haupt meines Liebsten schützen. Leider befindet sich der Besitzer auf einer Messe so dass der Laden unerwartet geschlossen ist. Hüte werden gesucht, gefunden, aufgesetzt, kritisch begutachtet, verworfen, wieder aufgesetzt……

….und schliesslich finden wir im Rotkäppchen einen schönen Alltagshut. Darf es noch etwas frecher sein? Jaaaa, Werni lässt sich überzeugen, etwas mehr „Schmutz“ auf dem Haupt zuzulassen und bald schon trifft er auf eine verwandte Seele.

Die Hamburger Harley Tage beginnen genau am 24. Juni. Mit dem 9 Euro Ticket fahren wir mit dem Bus in die Stadt. Etwas Blasmusik vor dem Ratshaus, eine Haftpflichtversicherung abschliessen für unser Bänzli, laufen zum Michel, runter zur Elbe und Speicherstadt – was ist Hamburg doch für eine super Stadt.

Die Stadtpolizei musiziert für Jung und Alt.

Wir lösen den zwei Tages Harley Pass und rein geht es in die Welt der Motoren, Brummer, Lederjacken, Totenköpfe, Tatoos, Bands, Fressstände, Unikate, geilen Bräuten und echten Kerlen. Harley fahren heisst nicht Motorrad fahren, Harley fahren ist ein Lebensstil mit Mut zur Andersartigkeit.

Ein Hauch von Abenteuer, Festlaune, Freiheit, Rebellion, Individualität, Testosteron und Festhalten an der Harley Tradition liegt in der Luft. Die Stimmung ist friedlich! Nicht der ältere Rocker mit gezwirntem Bart, die Dame in knappen Shorts mit Winkearm, der Russe mit rundem Kopf und Wodka, der ruhige Slowake, die jungen Biker, die Auffälligen, die Unauffälligen, die Verkäufer und die Helfer –

… niemand will Krieg. „Wir alle sind Menschen,“ höre ich immer wieder, heute sogar eine Harley Familie die selbst „fremde Beobachter“ wie Werni und mich in die Biker Gemeinschaft aufnehmen.

Jimmi Cornett & the Deadmen sorgen als Hauptakt für ausgelassene Stimmung und soliden Rock. Sogar ich als lärmempfindliche wünschte mir den Sound transparenter und lauter.

Die Firma Dr. Jekill and Mr. Hyde verkauft elektronisch verstellbare Auspuffanlagen für Motorräder. Für alle Freunde der tiefen Töne schaut einfach mal rein in die Homepage http://www.jekillandhyde.com

Wir laufen 4 km zu unserem Auto und geniessen die Schönheit von Hamburg bei Nacht. Lust auf ein Schlummerchen mit Zigarette im Garten zu Hause lässt uns Nadya und Adrian kennen lernen, unsere Nachbarn von oben. Bis um 3.30 Uhr früh wird gequatscht.

Wir schlafen in den Sonntag rein, essen den letzten Spargel und lassen die „etwas andere Woche“ mit Geburtstag, Hüten und Motoren Revue passieren und sind uns einig …………

 

 

 

Fazit der Woche: Echte Kerle braucht die Welt! 

 

 

5.-12.6.2022 …was läuft so?…

Unsere treue Christine ist hier mit Pinscher Finn. Freude herrscht! Das Aller-, Aller-, Allerbeste an meinem Spanischaufenthalt vor 15 Jahren in Barcelona ist, dass ich Christine kennen gelernt habe. Seither verbindet uns, inzwischen auch mit ihrem Mann Paul, eine Freundschaft, die wir nicht missen möchten. Danke Christine dass du den langen Weg unter die Räder genommen hast.

Wir wollen was zusammen unternehmen. Warum nicht an die Nordsee? In Sankt Peter Ording waren wir alle 3 noch nie. Rein in unser Kleinauto und los geht die 140 km Fahrt ans Wattenmeer.

Sommergefühle kommen bei den Temperaturen und Wind nicht auf. Freundschaftsgefühle trotzen aber der Kälte.

Paul konnte leider nicht mit, in einer Video Sitzung hören wir seine Stimme und können uns bei ihm bedanken für die vielen Leckereien aus seiner Bäckerei. Er stellt das beste Knäckebrot der Welt her.

Es fegt uns fast vom Strand doch das raue Nieselwetter hält uns nicht von einem langen Spaziergang ab. Mit dem Wind laufen ist locker – gegen den Wind krümmen sich unsere Rücken wie Bananen und wir kommen ganz schön ins Schnaufen.

Im „Rosmarin“ kocht ein Inder italienisch und das macht er richtig gut!

Wir reisen sicher mal ein Stück zusammen, auf Wiedersehen Christine und schön warst du da.

Es ist höchste Zeit, euch unsere Gastgeber Heike und Michel vorzustellen. Die zwei sind an Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft nicht zu überbieten und nach einem Foto-Shooting finden wir ein Foto, das zur Veröffentlichung genehmigt wird.

Wir dürfen in Michels Wohnung bleiben bis zur Verschiffung von Bänzli. Was seid ihr doch für zwei interessante und wissende Querdenker die ganz eigene Fussspuren stampfen. Für uns zwei Hamburger Stadtoriginal-Urgesteine und ein Glücksfall, dürfen wir euch kennen.

Heute sind unsere Zähne an der Reihe. Die professionelle Zahnreinigung beginnt mit einer gründlichen Untersuchung von Mundhöhle, Zähnen und Zahnfleisch. Die sehr nette Prophylaxefachkraft kontrolliert unsere Mundhygiene. Zahnbeläge, Zahnstein, Zahnfleischtaschen, Zahnfleischbluten – alles Warnsignale für beginnende Paradontose. Bei uns ist alles im grünen Bereich. Mit frisch gereinigten, polierten Zähnen mit Schutzgel überzogen können wir mit dem Colgate Ring, dem frischen, um die Wette lächeln.

Im Mai 2019 lernen wir in Lalibela, Ethiopien, Hanne und Jose mit Sohn Daniel kennen. Sie besuchen Tochter Laura die in Addis Abeba arbeitet. Just auf Pfingsten bekomme ich von Hanne einen Gruss per WhatsApp. Wohnen sie nicht in Hamburg? Ich glaube schon…..und ein WhatsApp später stellt sich heraus, dass sie gerade mal 2.8 km von uns entfernt Zuhause sind.

Bei wunderbarem Spargel mit Matjes frischen wir Erinnerungen auf und haben einen gemütlichen Nachmittag. Astrid, eine spannende Lady ist mit von der Partie und auch Tochter Laura lernen wir kennen. Sie arbeitet inzwischen in Nigeria.

Frauen-Power!

Wir können bereits 2 stündige Spaziergänge in unserer Gegend unternehmen ohne GPS. Manchmal diskutieren wir ob rechts oder links, natürlich haben wir immer beide recht, finden den Heimweg trotzdem immer. Auf unseren Entdeckungstouren begegnen uns auch Zebras.

Es ist grün und ländlich wo wir wohnen und es gibt Wälder, Auen und Wiesen wie in Obwalden. Heute waren wir im Hexenwald, ich habe mich mit ein paar Warzigen für nächste Woche verabredet. 😀

 

 

Fazit der Woche: es läuft vieles!

 

 

 

29.05 – 05.7.2022 Heimweh?

„Warum kommt ihr nicht in die Schweiz?“ Ja, warum eigentlich nicht? Hamburg – Sarnen ist nicht weit, Familie und Freunde treffen einfach nur schön und Kilos anessen mit CH Leckereien äusserst verlockend.

Unser Daheim 

Der Hauptgrund, die CH weg zu lassen ist, dass wir uns nach einem Heimurlaub immer schwer tun, in unseren Reisefluss zurück zu finden. Weitere Gründe sind Bürokratie und Gesetze  der Schweiz. Wir müssten unseren Sprinter stellen, (D TÜV) Werni durch einen Arztbesuch beweisen, dass er fahrfähig ist usw. usw. Das alles wollen wir nicht! Unsere Lieben in der Schweiz – wir sehen uns mit noch mehr Grau und weiteren Falten in ein paar Jahren ganz bestimmt. Ihr seid in unseren Herzen, wir sprechen oft von euch und versuchen, so gut es auf Distanz geht, mit euch in Kontakt zu bleiben. Wir nehmen gerne Anteil an euren Leben und freuen uns immer über ein paar Zeilen aus der Heimat.

Ein wenig Heimat erleben wir in Hamburg. Josy und Werner sind da und wir verbringen einen schönen Abend zusammen im Portugiesenviertel.

Nur zwei Tage später sind Jeanette und Tino in Hamburg. Sie verschiffen ihren Indi nach East London, ZA. Sie sind Weltenbummler und haben schon viel gesehen von dieser Welt. Auf dem Feuerschiff essen wir gemeinsam. Ich bekomme über 1000 Bücher auf Sticks von ihnen, danke, danke – mein Lesevergnügen für die nächsten Jahre scheint gesichert.

Gemeinsamkeiten verbinden und so plaudert es sich munter drauflos obwohl wir Jeanette und Tino zum ersten Mal treffen.

Es raucht in unseren Köpfen! Die „was zu organisieren ist“ Liste scheint endlos. Auf Weltreise „verwildert“ Frau und Mann ganz schnell. Meine Afrika Unterwäsche ist inzwischen alles andere als sexy. Wernis Laufschuhe sind abgetreten, ich besitze keine Hose mehr, unsere Zähne wollen kontrolliert, Füsse gepflegt, Reiseführer und Kartenmaterial für Südamerika ausgewählt, Flüge, Wohnung, Sprachkurs irgendwo in Mittel- oder Südamerika gebucht, Leckereien und Benötigtes aus der Schweiz bestellt, Ausweise und Kreditkarten aktualisiert, Verschiffung organisiert, ReMo optimiert, Kissen genäht, Kleider geflickt, Ersatzteile bestellt und Termine fixiert werden. Zwischen all den Aufgaben möchten wir Familie und Freunde treffen, Tourist in Hamburg spielen, Konzerte besuchen und die Zivilisation geniessen.

Auf solchen Schiffen werden Reisemobile um die ganze Welt verschifft. Unser Vessel, der „Morning Courier“ hat Durban am 1.6. verlassen. 200 Meter lang, mit ca. 18 Knoten unterwegs unter der Flagge Bahamas steuert das Schiff mit Bänzli an Bord zur Zeit Richtung Luanda. (Kann zB. mit Gratisapp „MarineTraffic“ verfolgt werden.)

EDEKA ist unser Lieblings Einkaufsladen in Rellingen. Wohl sortiert kaufen wir Leckereien, die wir lange vermisst haben und ich geniesse Michels Küche mit Platz – viel Platz, mit einem Glaskeramik Herd, Backofen und Geschirrspülmaschine.

Unser Lieblingsverkäufer hat tunesische Wurzeln und kennt uns bereits beim zweiten Einkauf. Deutscher Spargel und Erdbeeren haben Saison und landen fast täglich auf unseren Tellern.

Eine Vorbesprechung bei CS lässt hoffen, dass wir alles in der gewünschten Zeit erledigen, aufrüsten und reparieren können.

Der japanische Garten „Planten un Blomen“ ist eine Oase der Ruhe inmitten der City. Auf 2000 Quadratmetern baut der berühmte Landschaftsarchitekt Yoshikuni Araki den grössten japanischen Garten Europas in der Tradition der Zen-Kunst.

Es hat alles Platz im Park. Es wird Rad gefahren, Tai-che praktiziert, Bier getrunken, Rausch ausgeschlafen, Mittag gegessen, geschmust, Kinder spazieren gefahren, Blumen fotografiert usw. Einiges ist abgesperrt und wird restauriert, als Hobby-Gärtnerin sehe ich die Arbeit, die in diesem Park steckt.

Pfingsten ist bis jetzt ruhig verlaufen. Morgen kommt uns Christine aus Utenweiler besuchen und darauf freuen wir uns sehr.

 

Fazit der Woche: Heimat ist überall dort wo ma sich wohl fühlt.