10.-17.4.2022, ganz Tourist

Heute reihen wir uns in den internationalen Touristenstrom ein. Mit dem Uber-Taxi lassen wir uns früh zur Talstation des Tafelbergs bringen.

Rauflaufen ist zur Zeit keine Option. Ohne anzustehen gondeln wir mit der drehenden Garaventa Seilbahn zur Spitze des Tafelbergs. Es ist echt schön da oben und die Attraktion ist ein MUSS in Cape Town.

Der Löwenkopf links mit dem Signal Hügel rechts. 

Von einem Aussichtspunkt zum Nächsten wandernd beobachten wir schmunzelnd die Selfieverliebten Jungen die posieren, verrenken, Haare zurecht zupfen, Käppi drehen – eine Welt, die wir nicht mehr verstehen müssen.

Zufällig treffen wir die sympathische, bildhübsche und obendrein noch intelligente Patrizia aus Zug. Wir wandern zusammen, erzählen uns die Kurzversion unseres aktuellen Lebensstandes und trennen uns wieder. Patricia möchte an den Strand, wir auf den Stadtbus „hüpf auf – hüpf ab“!

Wir lieben dieses rote Gefährt. Wir sitzen oben ohne, hoch hinaus, bekommen einen guten Stadtüberblick und obendrein noch viel Geschichte über Südafrika und Kapstadt in deutscher Sprache. Im Ticket inbegriffen ist eine geführte Lauf-Tour durch die Stadtmitte und ihre Geschichte.

Bis zum Sonnenuntergang umfahren wir die Stadt und ihre Regionen mit der blauen und roten Buslinie. Ein gemütliches Nachtessen mit Heidy, Astrid und David rundet den schönen Tag ab. Hier einige Impressionen vom heutigen Tag.

Nelson Mandela und …

Desmond Tutu als Haus-Wandbilder

Ein Stück Berliner Mauer als Mahnmal….

Apartheitsgeschichte

Blumenmarkt mit der Nationalblume Protea

Rathaus (City Hall)

Abendstimmung an der Camps Bay.

Für uns sehr spät, nämlich um 22 Uhr, legen wir uns müde und zufrieden ins Bett. Was für ein schöner Tag!

Die Robben Insel, in einer 30 minütigen Schifffahrt erreichbar, ist mit traurigen Lebensgeschichten behaftet. Nelson Mandela und andere Apartheid-Gegner sitzen hier viele Jahre im Gefängnis.

Die Geschichte der Insel als Gefangenenlager beginnt jedoch vor der Apartheid. Schon im 16. Jahrhundert nutzen die Holländer Robben Island als Sträflingsinsel.

1843 schliesst die Anstalt seinen Betrieb und Lepra-Kranke werden auf die Insel verbannt. Die Aussätzigen bauen eine inzwischen verfallene Kirche, und sie setzten 43 Kinder in die Welt, statt – wie erwartet – schnell zu sterben. 1931 werden die Überlebenden nach Pretoria umgesiedelt.

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs errichtet das südafrikanische Militär eine Basis auf der Insel.

Nelson Mandela ist 18 Jahre inhaftiert, von 1964 bis 1982. Hier das Bild seiner fünf Quadratmeter grossen Zelle. Danach wird er weitere 7 Jahre umgesiedelt.

Ein ehemaliger Insasse führt uns durch die Anlage. Er erzählt manchmal sehr emotional von seinen 7 Jahren auf Robben Island. „Du verlierst deine Identität, wirst zu einer Nummer, lebst in ständiger Angst vor Übergriffen, bekommst zuwenig zu Essen und musst hart arbeiten im Steinbruch.“ Seine brüchige Stimme lässt erahnen, wir traumatisch sein Leben während der Haft ist.

Die Gefangenen zu Mandelas Zeit sind zur Hälfte mit einem abgeschlossenen Studium. Sie unterrichten heimlich die Analphabeten, bringen ihnen Lesen, Schreiben und Englisch bei. Es ist kein Ort der Leichtigkeit.

Seine Erinnerungen an die Zeit auf Robben Island ist in der Biografie von Mandela „Der lange Weg zur Freiheit“ („Long Walk to Freedom„) nachzulesen.

Kehren wir zu Erfreulichem zurück! Ursi mit Tochter Leonie aus Engelberg sind für 2 Wochen in Kapstadt. Wir kennen die zwei nicht persönlich und verabreden uns zu einem Apero an der Wasserfront. Es ist immer sehr schön Menschen aus der Heimat zu treffen und so geniessen wir auch die kurze und sehr sympathische Begegnung mit den Beiden.

Heute habe ich einen Termin beim Schönheits Doktor. Immer wieder lese ich, dass Botox bei Migräne Linderung bringt. Ich brauche einen erfahrenen Arzt und finde in Dr. Pillay einen vertrauenswürdigen Experten. Er untersucht mich und spritzt Botox in die entsprechenden Trigger Punkte an Hals und Nacken. Es ist mir natürlich bewusst, dass es ein Nervengift ist, ein Leben ohne Migräne würde unser Reiseleben aber um einiges vereinfachen.

5 Tage Cape Town sind für uns als nicht Stadtmenschen mehr als genug. Geräuschpegel, künstliches Licht, Strassenverkehr, Menschenmenge usw. überfluten unsere Sinne. Im Kirstenbosch, botanischer Garten, finden wir zwar nicht viel Blühendes, es ist Herbst, dafür schöne Baumbestände und toll angelegte Wege.

Dieser Ficus Bonsai und ich sind beide 65 Jahre alt. Hallo Jahrgangskollege!

Unser erstes Weingut mit Verkostung ist das Meerendale. Wir nippen an 6 Weinen, sie sind nett aber der Wow-Effekt bleibt aus. Vielleicht liegt es an der Tageszeit, es ist Morgen.

In Stellenbosch holen wir das Ersatzteil (Glühstift) für unsere TRUMA Heizung ab. Wir haben von Sandro, Hardy und René Adressen erhalten, wo wir unsere Heizung in ZA evt. doch reparieren können.

Das Team Gloorioso flickt den Kochherd und montiert die neue Glasabdeckung, es ist die Dritte! Schön sieht es wieder aus! Wir erstellen eine neue Inventarliste von allen Ersatzteilen, Ordnung muss ja schliesslich sein. Oder ist es, weil wir laufend vergessen, wo wir was verstaut haben?

Am Karfreitag besuchen wir den Weinkeller „Hidden Valley“ in Stellenbosch. Wir testen 6 Weine, keiner mundet aussergewöhnlich, die Lage des Weingutes und das Plättli sind aber sensationell.

Stellenbosch und Franschhoek sind Städtchen, die allen Weinliebhabern ein Begriff sind. Diese Region ist übersät mit Weingütern und Rebstöcke in bester Qualität lassen die Winzerherzen hüpfen. Hier werden die besten Weine ZA hergestellt, hier kann man Weine degustieren bis das Blut blau ist. Die Gebäude sind meistens im kapholländischen Stil erbaut, inmitten der Weinberge, oft mit schönster Bergsicht und Kunst gespickt.

Ich habe nach der Hidden Valley Degustation keine Lust zu kochen, die 6 Versucherlis haben sich in Form von roten Wangen, müdem Geist und tattrigen Beinen niedergeschlagen. Wir essen eine Pizza im Restaurant gleich um die Ecke des Campingplatzes. Ich habe 4 Schnitten übrig, ich bin satt. Ich schaue mich im Restaurant um, sehe 4 trinkende Gäste, stehe auf und offeriere den Vieren spontan meine Pizza Resten. Die nehmen dankend an. Als wir gehen, bekomme ich 3 Stück 0.25 Liter Chilli Öle, schön verpackt, geschenkt. „Warum das Geschenk,“ will ich wissen? Ich habe meine Pizzaresten dem Besitzer des Restaurants verschenkt (wie peinlich ist das denn) und er will mir was zurück schenken. Wow!

Die kleinste Weinkellerei in ZA gehört Luca und Ingrid Bein. Luca erzählt uns philosophisch über die Qualität der Reben und ihrer Merlot Weine. Die Bein Weine können über Savinis Weinhandlung in der Schweiz gekauft werden. Er produziert ca. 18‘000 Flaschen pro Jahr und seine Weine munden uns sehr obwohl wir keine Merlot Fans sind.

Das Weingut Thelema liegt mitten in den Reben mit toller Sicht in die Berge. Die Weine haben uns allesamt zu viel Säure.

Die Weine vom Gut Tokara sind für unseren Gaumen sehr gut. Mit 14 Grad werden die Rotweine serviert. Wir bekommen einen schönen Halbmondtisch direkt am grossen Fenster und speisen hervorragend.

Die Weine in ZA haben generell ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. So bekommt man einen schönen Weine für ca. CHF 9 – 20, die Flasche.

Der Eingang der Weinkellerei Tokara. Viel Kunst, Skulpturen und Bilder zieren das Restaurant sowie den Degustationsraum und der Garten ist sehr schön angelegt.

Wir sind zum Oster Brunch bei Birgit und Rene Reiser eingeladen. Im schönen Weingut und Gästehaus Jacaranda können köstliche Weine degustiert werden. Rene stammt aus Buochs und wir kennen uns seit Kindesbeinen.

Birgit verwöhnt uns mit Köstlichkeiten inkl. Röschti, wir degustieren einige Flaschen von bestem Weiss- und Rotwein, erzählen viel aus unserer Kindheit und Buochs. Es ist ein rundum schöner Ostersonntag und natürlich kaufen wir ein paar Flaschen. In der Schweiz können Jacaranda Weine bei KapWeine in Wädenswil direkt bestellt werden.

Danke Birgit und Rene für die spontane Einladung. Wir kommen wieder.

Den nächsten Ostertermin haben wir mit Marianne und Markus Zimmermann im Orange Ville Camp. Muss ich erwähnen, dass sie Schweizer sind? Sie sind 11 Tage in einem Cottage eingemietet und unsere Begegnung ist kurz und sehr sympathisch. Und so verbringen wir Ostern mit Menschen die sich fast wie Familie anfühlen.

 

 

Fazit der Woche: von Sonntag bis Sonntag herrscht die Farbe Blau! 

 

 

 

 

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