1.4.-8.4.18 Sudan kennen lernen

Mit einer Fläche von mehr als 1,8 Millionen Quadratkilometern ist das Land Sudan etwa fünfmal so groß wie Deutschland und das drittgrößte Land Afrikas. Von den gut 40 Millionen Einwohnern lebt über ein Fünftel in der Hauptstadtregion um Khartum, Omdurman und Bahri. Seit 1956 ist die Republik unabhängig vom Vereinigten Königreich. Seit 2011 ist der Südsudan ein eigenständiger Staat.

Zu Beginn der Woche möchte ich euch wieder mal einen unserer Stellplätze vorstellen.

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In der Natur zu stehen für die Nacht bedeutet für mich grenzenlose Freiheit und die Yoga Stunde am Morgen Himmel und Erde erspüren.

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Mit einfachsten Werkzeugen werden Sandsteinplatten bearbeitet. Seht euch die Arbeitshaltung an, bekommt ihr auch beim blossen Zuschauen Rückenschmerzen?

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Die Tempelreste und drei Pyriamidengruppen von Meroe sollen der Höhepunkt jeder Sudanreise sein. Die archäologischen Stätten wurden 2011 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

Souvenirverkäufer belagern unser Remo um 06.30 Uhr morgens.

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Ich habe allen etwas kleines abgekauft. Wer so früh sein Geschäft öffnet soll belohnt werden. 😃

Das Rote Meer lockt und so nehmen wir die 420 km ab Atbara auf und und fahren nach Sawakin und Port Sudan. Eine fast schnurgerade Strasse mit teils gutem Asphalt und dazwischen unverhofften Schlaglöchern erfordert vom Fahrer/in Konzentration und Aufmerksamkeit. Man fährt die Spur die besser aussieht und weicht Gegenverkehr kurzfristig aus.

1C6DB102-7FCF-4BEC-B5D7-7FC4FE851CDASawakin: erster Stellplatz am Meer

Sawakin und Port Sudan sind wichtige Hafenstädte für die Frachter und Fähren (Mekka Pilger) durch den Suez und nach Saudi Arabien.

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Innert wenigen Kilometer wechseln sich Wellblechhütten gegen Hafenstadtgebäude und wieder Wellblechhütten ab. Viel Müll und Plastik säumen Quartierstrassen und niemand stört sich daran. Beim lokalen Fischmarkt kaufen wir frischen Fisch, lassen ihn auf der Holzbank ausnehmen und halbieren (besteht die Lebensmittelkontrolle in der Schweiz nicht) und lassen ihn im Restaurant am Meer grillieren und braten, lecker!

Wir fliehen aus der geschäftigen Stadt und finden einen Stellplatz beim Sudan Red Sea Ressort. Das Hotel ist touristisch keine Attraktion, das Meer seicht der Grund schlammig, das Riff zu weit entfernt zum Schnorcheln, aber die Ruhe ist betörend. Am Freitag (islamischer Sonntag) kommen viele Familien aus der nahen Stadt zum Sonntagsausflug und werfen scheue Blicke in unsere Richtung. Die Sudanesen sind sehr diskret Fremden gegenüber. Wir spielen eine Runde Volleyball mit Ihnen und lassen uns gegen Abend von einer Gruppe junger Frauen zum Kaffee und Singen einladen. Sie feiern das Ende einer 7tägigen Hochzeit. Was für eine Fülle an Lebensfreude uns entgegenkommt. Sie wollen nicht fotografiert werden was wir respektieren.

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Wir gönnen uns 2 Tage Fahrpause, einen langen Mittagsschlaf,Meergeschmack in der Nase und im ReMo, lesen und vorbereiten der Reiseroute und Zigaretten. Was für ein Leben!

Seit dem 6. April 1989 herrscht Omar al-Baschir diktatorisch über den Sudan. Es gibt an jedem 6. April in den Grossstädten Demonstrationen, vor allem von jungen Leuten, für eine bessere Zukunft. Das Militär- und Polizeiaufgebot in Port Sudan ist enorm, es gibt kleinere Scharmützel und wir passieren 2 mal grosse Kontrollen.

Ab Port Sudan geht unsere Reise alleine weiter. Sibylle und Niggi fahren aus gesundheitlichen Gründen dieselbe Strecke zurück nach Khartum und fliegen ev. von dort oder spätestens von Addis Abeba in die Schweiz. Wir danken den Beiden für die angenehme Begleitung, wünschen Ihnen gute Gesundheit und stets unfallfreie Fahrt und freuen uns, sie irgendwo irgendwann wieder zu treffen.

Unsere Reise führt uns nach Erkovit. Das Tal liegt auf 1000 Metern Höhe, hat viele verschiedene Kakteen, ist etwas grüner und hat ganz am Ende Hotelanlagen aus der englischen Kolonialzeit. Das Jabel Alsit Ressort, ein 5 Sterne Hotel musste der Einquartierung des Militärs weichen und wir wurden rabiat zum Weiterfahren aufgefordert, als wir aus dem Auto einen Blick auf den einstigen Prunkbau werfen wollten. Zum ersten Mal werden wir von Kindern und Erwachsenen am Strassenrand angebettelt. Wir nehmen einen jungen Mann per Autostop 35 km mit aus dem Tal und probieren ein einfaches Gespräch zu führen. Das sind die schönen Begegnungen, die das Reisen interessant machen.

Fazit der Woche: Sudan und seine Menschen sind als Reiseland schwer zu fassen.

 

 

 

 

Ein Kommentar zu „1.4.-8.4.18 Sudan kennen lernen

  1. Liebe Obwaldner

    Im Sudan, da sind gegenwärtig gewaltige Umwälzungen im Gange. Alle haben die Hoffnung auf ein besseres Leben, auf eine rosige Zukunft, einfach auf ein sorgenfreieres, schöneres Leben. Wir hoffen mit den lieben Sudanesen, dass sich ihre Träume erfüllen. Sie hätten es sich verdient.

    Im Moment sind wir in einer Gegend, die uns immer wieder aufs Neue staunen lässt. Seit drei Tagen stehen wir mitten in der Wüste Lut. Es ist die grossartigste Wüste die wir je kennengelernt haben. Sie befindet sich im äussersten Südosten Irans, nahe der Grenze zu Afghanistan. Sogenannte “Kaluts”, längliche Erosionsbildungen, die sich in den Jahr-Millionen aus dem Erosionsgestein herausgeschliffen haben, bestimmen hier das Landschaftsbild. Von unserem Übernachtungsplatz aus haben wir eine wunderschöne Sicht auf die urtümlichen Hügel und geniessen hier die absolute Ruhe und Einsamkeit. Gestern erlebten wir aber eine Nacht wie kurz vor dem Weltuntergang. Blitz und Donner, orkanartiger Regen mit stürmischen Windböen, liessen uns und unseren Suri erzittern. Die Nacht wurde zum Tag und dies mitten in der sonst so trockenen Wüste. Das Wetter spielte einmal mehr verrückt.

    Morgen geht es weiter über Yazd nach Isfahan, wo wir Freunde besuchen, die wir ebenfalls schon in der Schweiz begrüssen durften.

    Nun wünschen wir euch alles Gute, viele tolle Erlebnisse und eine gute Fahrt.

    Mit lieben Grüssen aus der “trockenen” Wüste.

    Ruth und Walter http://www.reisevirus.info

    PS Kommt ihr eigentlich diesen Sommer kurz heim?

    Liken

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