Bogotá überrascht uns im positiven Sinn, im Quartier Candelaria geniessen wir trotz Regen die Künstlerwelt. Bunt, lebendig bis schrill erleben wir das Zentrum an einem Sonntag.

Wieder einmal sind Luxusleben und bittere Armut unglaublich nah beisammen. Da stehen die restaurierten Touristen- und Luxuswohngebiete ganz nah an den Karton- und Plastikbehausungen auf den grünen Mittelstreifen von doppelspurigen Strassen.

Die Augen der Menschen ohne Perspektive schauen uns bittend an, es ist schwer an ihnen vorbei zu schauen.

Ein grosser Teil der Stadthäuser sind aus Sichtbacksteinmauerwerk mit teils sehr schöner Architektur.

Die verputzten Fassaden sind oft farblich harmonisch gestaltet – hätten wir so schön nie erwartet.

Radwege sind grosszügig angelegt und Motorräder gib es in einer solchen Menge dass einem Angst und Bange wird. Fahren durch Bogotà ist echt anstrengend. Die Augen müssen nicht nur auf Ampeln, Einbahnen, Spuren und Buslinien gerichtet sein – nein sie müssen vor allem die Motorräder kontrollieren die temporeich von allen Seiten auftauchen und überholen. 4 Augen reichen kaum.
Der Mercedes Termin läuft rund – jetzt wissen wir nicht ob wir Bänzli umspritzen sollen?

Jumbo ist bis jetzt unser favorisierter Einkaufsladen. Schön präsentiert finden wir sogar ein ….

Heute, am 4. Todestages meines Dädis, besuchen wir die Salzkathedrale in Zipequirá und stimmiger könnten wir den Tag nicht verbringen.

Der Themenpark „Parque de la Sal“ ist eine beliebte Sehenswürdigkeit in Kolumbien und ein aussergewöhnliches religiöses Bauwerk 180 Meter unter der Erdoberfläche. Im stillgelegten Bergwerk werden Salzabbau, Religion, Kultur und Architektur auf schöne Weise verknüpft.

Ab dem 16. Jahrhundert ist Salzgewinnung das Thema der Region Zipaquirá. Die Arbeit unter Tage ist nicht selten gefährlich. Für die Gebete der Mineure wird zwischen 1950 und 1954 die erste Kirche untertags errichtet, 1991 folgt die Zweite.

Auf den ersten 386 Metern werden die 14 Stationen des Kreuzweges dargestellt samt Audio auf deutsch. Die Erklärungen sind kurz, schnörkellos und spirituell. Viele der Kreuze sind aus Salz oder Sandstein.

Die Kathedrale mit den 3 Kirchenschiffen zeigt Geburt, Leben, Tod und Auferstehung. Lichtspiele durchbrechen die Dunkelheit. Es ist ergreifend in der Kirche zu sitzen, die Bilder auf sich wirken zu lassen und sich die harte Arbeit der Mineure vorzustellen. Fast alleine in den Stollen bekommen wir noch einen tollen 3D-Film über die ganze Geschichte geboten.

Was für ein schöner Besuch!
Südwärts fahrend heisst es einmal mehr den Reifendruck reduzieren…..

…. und wieder auf Naturpisten holpernd, vorbei an Reisfeldern, erreichen wir die Tatacoa Wüste.

Hier liegt die Durchschnittstemperatur bei über 28 °C. Die Wüste verdankt ihre Entstehung der besonderen Lage zwischen den beiden Gebirgszügen der Zentral- und der Ostkordillere. So bekommt sie auch in der Regenzeit selten Niederschlag. Wir erleben sie nach heftigem Regen.

Ich weiss nicht wie Werni das macht! Seine Schuhe sind nach Wanderungen immer sauber. Ich gebe mir die grösste Mühe nicht in Pfützen, Schlamm, Erde zu treten – meine Schuhe sind immer schmutzig.

So wundert es nicht dass ausgerechnet ich bei der Wanderung im Schlamm versinke. Pech gehabt.

Die Wüste erinnert uns an die Ockerfelsen von Rousillon in Frankreich. Wie immer wenn wir Vergleiche haben bleibt der ganz grosse Wow-Effekt aus.

Die ganzen Formationen gibt es einige Kilometer weiter in grau. Schon fantastisch was die Natur schafft. Die Wüste ist sicher einen Besuch wert und das Baden zwischen den Skulpturen eine echte Erfrischung.

Über die West-Cordillera, vorbei an Kaffee-Plantagen, durch den NP Puracé erreichen wir die Region Silvia und den Camping Bonanza.

Hier machen wir 1 Tag Fahrpause, hier treffen wir Anni und Steve zum letzten Mal. Auch sie verschiffen Anfang Dezember zurück nach Europa. Es scheint fast als ob wir die einzigen sind die nach Mittelamerika wollen.

Auf Wiedersehen ihr zwei, wir wünschen euch ganz gutes Ankommen in der Schweiz.

Unsere gefahrene Route in 1 Monat, 2350 km.
Fazit der Woche: Unglaublich was wir in 1 Monat alles sehen und erleben.
Wochenfilm:
Musik: Cholo Valderrama, Mi Tristeza
Holá wieder mal es grosses “ muchas graçias“ für die wüchentliche tolle Iblick i üche Reisealltag. Es isch immer e Freud die Biträg, Bilder und de Film zgniesse und denn mini Seel us de nasschalte Innerschwyz echly mid üch la mitreise für es paar Aigeblick.
LiebGruess Lucia Kiser- Keiser👍🙂
Danke liebe Lucia, wir haben immer grosse Freude Rückmeldungen und Nachrichten aus Obwalden zu bekommen. Herzliche Grüsse Heidi und Werni