8.-15.6.2025, dunkles Loch

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Der Haulover Creek macht’s möglich – er mündet in Belize City ins Karibische Meer und verwandelt das schlafende Städtchen in ein Mini-Venedig.

Uns gefällt Belize City gut, sogar während der Feierabend-Zeit herrscht fast kein Verkehr. Es ist gemütlich durch die Strassen zu bummeln, der Pastor lädt uns in seine Kirche ein und es gibt hervorragende Restaurants.

Hauptsächlich wird Belize City aber als Ausgangspunkt für Ausflüge zu den verschieden vorgelagerten Inseln benutzt und….

…. für Flüge zum Blue Hole. Da Wernis Geburtstag auf den Juni fällt, schenke ich ihm dieses Erlebnis der besonderen Art.

Das karibische Naturschauspiel „Great Blue Hole“ gehört zum Lighthouse Reef. Wie entsteht ein solches Loch? Auch Sinkloch genannt ist es auf den ersten Blick ein dunkles, rundes Loch mitten im Meer.

Tatsächlich handelt es sich dabei um eine eingestürzte Kalksteinhöhle, die vermutlich am Ende der letzten Eiszeit entstanden ist und viele Jahre später vom steigenden Meer überflutet wird.

Das Loch misst fast 300 Meter im Durchmesser und zieht erfahrene Taucherinnen und Taucher aus der ganzen Welt in seinen Bann. Kein Wunder, das „grosse blaue Loch“ sieht aus wie der Eingang zu einer geheimnisvollen und etwas gruseligen dunklen Unterwasserwelt.

Sein einmaliges Farbspiel verdankt es seiner Tiefe von 125 Metern, das umliegende Gewässer ist seicht und hell.

Wir umfliegen die Rundung 4 mal und immer sind die Farben anders, einmal leuchtend kitschig, einmal flach kitschig – kitschig schön sind sie immer.

Jacques Cousteau bezeichnet das Blaue Loch als einen der besten Tauchplätze, es zählt zu den Weltwundern der Natur und steht auf der Liste der zehn beeindruckendsten Orte der Erde. Was für ein einmaliges Erlebnis, wir sind überwältigt ob Natur, Farbe und Spiel. Über die Insel Caye Caulker fliegen wir zurück….

….nach Belize City wo das Unterhaltungsprogramm direkt in die zweite Runde geht. Mit der Fähre, ohne Bänzli, mit Minimalgepäck….

…erreichen wir Caye Caulker auf dem Seeweg.

Unsere Hütte für die nächsten 2 Nächte, sauber, ruhig, schön. Schon bei der Hinfahrt treiben riesige Algenteppiche auf dem Meer.

Werni liest mir vor, dass vor Puerto Rico und an vielen Karibik Küsten 38 Millionen Tonnen stinkender Algen treiben. Hier sind es Sargassum-Algen die Wind und Strömung anspülen.

Vorteile des Sargassum, auch Golftang genannt: Sie bieten mehr als 200 Arten von Organismen eine Heimat. Fische brüten unterhalb der Algen ihre Eier aus, junge Meeresschildkröten finden darin Schutz vor ihren Feinden, viele Meeresvögel nutzen die Teppiche als Jagdgebiet.

Zum Problem werden die Algen, wenn sie auf Land treffen – und das ist derzeit in grossen Teilen der Karibik der Fall. Die Braunalgen türmen sich an den Stränden der mexikanischen Halbinsel Yucatan auf,

…verrotten an der Küste Guyanas, verstopfen Häfen auf Puerto Rico. Da sie Insekten anziehen und Gase wie Schwefelwasserstoff ausdünsten, bergen die Algen Gesundheitsgefahren für ihre Anwohner.

Einen Tag am Meer und auf Caye Caulker nichts tun ist ganz in Ordnung.

„No Shirt, No Shoes, No Problem, No Speed“. Dies scheint das Motto auf der Insel zu sein. Fahrräder und Golffahrzeuge sind die Fortbewegungsmittel auf den sehr staubigen Strassen. Ein Mann ruft uns zu:„Hey Leute, ihr lauft zu schnell.“ Das Tempo ist bei allem und allen gemächlich, Chinesen betreiben sämtliche Lebensmittelläden, die Einheimischen leben zwar vom Tourismus, scheinen seiner aber oft überdrüssig. Werni meint es sei das letzte Mal, dass ich ihn zu Strandleben überzeugen könne. Schauen wir mal 🤭.

Das Flair der Insel gefällt uns nicht, zu staubig, zu schmutzig, Zerfall vielerorts zu offensichtlich….

Für Leib ist auf der Insel gut gesorgt.

Die kanadische Besitzerin dieses Restaurants erzählt, sie lebe ihren Traum auf der Insel. So hat halt jeder seine eigene Vorstellung von Träumen und Plätzen, unser Ort zum Träumen ist Caye Caulker definitiv nicht, wir sind froh haben wir nur 2 Nächte gebucht.

Von Orange Walk Town aus buchen wir ein Boot das uns zur nächsten Maya Stätte Lamanai bringt.

Diesmal haben wir einen Führer, Wladimir, leider ohne Humor und schlechtem Englisch. Drei Tempel stehen auf dem Plan, Mask Tempel, Jaguar Tempel und Hoher Tempel.

Die Anlage ist in dichtem Dschungel, Brüllaffen liegen auf den Bäumen, wieder beeindruckend, wieder unglaublich schön.

Der New River bringt uns zurück zum Schlafplatz, wir sind parat für Mexiko. By by Belize!

 

 

Unsere gefahrene Route:


Fazit Belize: Das kleine, sehr teure Land hat einige Rosinen zu bietet. Wir haben uns 4 rausgepickt. Es ist vor allem ein Schnorchel- und Tauchparadies für Pauschaltouristen. Mehrere Inseln und deren Reefs begeistern die Unterwasser-Freunde vollends. Strandliebhaber finden ihre geschützten 5Sterne Ressorts direkt am Meer. Overlander haben es etwas schwieriger. Lebensmittel sind in spärlichem Angebot und oft in unappetitlicher Form erhältlich, dafür zu satten Preisen, Märkte sind leicht besser. Hauptstrassen haben wenig Verkehr, sind landschaftlich dafür eher langweilig. Man merkt, dass das Land von US Bürgern überflutet und aufgekauft wird. Preis/Leistung stimmt vielerorts nicht. Unsere Daumen gehen ein paar mal steil hoch, einige Male runter. Das schwarz geprägte Land ist anders zum Rest von Zentralamerika, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. 

 

Wochenfilm

Musik: This is Belize, Good Mawnin Belize (ist kein Schreibfehler🤭)

 

4 Kommentare zu „8.-15.6.2025, dunkles Loch

  1. Never knew or heard much about Belize except that they speaks English. The Blue Hole is interesting. Thanks for sharing. Safe travel!
    Reuben

  2. Wir hätten dazumal dieselbe Unterkunft auf Caye Caulker gebucht… Heidi du macht die wöchentlichen Berichte hervorragend👏👏👏

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