28.02.2026 – 07.03.2026, Festland unter Rädern

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Der Morgen begrüsst uns in Mazatlán.

Die lebendige Stadt und seine mexikanische Musikkultur gilt als Wiege der Banda Musik, eine Mischung aus Blech- und Holzblasinstrumenten.

Überall stehen Skulpturen mit Instrumenten; für internationale Gäste gibt es eine Liverpool Street mit einer Hommage an die Beatles.

Überraschung pur erleben wir beim Durchschlendern Mazatláns. Die schmucke Altstadt präsentiert sich adrett…

… der Hauptplatz lädt zum Sitzen und Beobachten ein…

…. in der schönen Kirche Catedral Basílica de la Inmaculada Concepción wird geheiratet…

… und die geladenen Damen sind in langen Roben attraktiv gekleidet.

Für Stadtrundfahrten werden Pulmonías (offene Golfcart-ähnliche Fahrzeuge)

Aurigas (kleine offene Pickups für Gruppen) in der Signalfarbe rot…

… oder das gemütliche Tram angeboten….

… alle mit lauter Banda-Musik beschallt wo die dominante Tuba selbst die Gänse aufs Parkett lockt. Das Tram ist unsere Wahl – die Begleiterin macht auf Stimmung und um die zwei Schweizer Gäste glücklich zu machen legt sie „vo Luzärn gägä Wäggis zuä“ auf – jololodüuuu….

Die fast 20 Kilometer lange Uferpromenade Malacón wird vor allem gegen Abend rege benutzt…

…. die Restaurants füllen sich und wir essen das absolut beste mexikanische Essen überhaupt im La Molcajeteria.

Das Essen bringt die Geschmackssinne zum schmunzeln, das Lokal ist an Originalität und Musikwahl auf Vinyl kaum zu überbieten.

Mazatlán ist für uns DIE grosse Überraschung.

Aus Sicherheitsgründen wird uns die 40D durch die Sierra Madre nach Durango empfohlen. Es soll im Moment wegen der Drogenkartelle unruhig sein in dieser Bergregion. Wir passieren viele Polizeikontrollen, überall freundliche Uniformierte, die uns durchwinken.

Die Strasse ist mautpflichtig, kein Wunder, durchfahren wir Tunnels, Viadukte und Brücken, die deren in Europa in nichts nachstehen.

Die Fahrt durch das Gebirge hoch auf 1900 Meter ist sehr schön. Kiefern-Eichenwälder, tiefe Schluchten (Quebradas), Berge und vulkanisches Gestein – was für ein Kontrast zu den Stränden der Baja.

Durango, Torreón, Chihuahua bis nach Creel – wir geben richtig Gas. Manchmal ist die Landschaft eher öde….

…dann wechseln sich bewirtschaftete Felder mit riesigen Apfelplantagen ab und die letzten 80 km führen wieder durch Wald.

Waldwirtschaft

Warum ist der Copper Canyon nicht genau so berühmt wie der Grand Canyon in den USA? Immerhin ist das Gesamtareal des Kupfercanyons mit seinen diversen gigantischen Schluchten und Armen fast vier Mal so gross wie der GC.
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Der berühmte Zug El Chepe führt in 15 h ratternd durch die Kupferschluchten, von Chihuahua über die Hochebene der Sierra Madre bis an die mexikanische Pazifikküste runter nach Los Mochis.
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Wir planen eine Teilfahrt von Creel bis nach El Fuerte und zurück (je 7 h) – doch dann ist der Bahnhof bereits um 15.45 h geschlossen und wir können unsere Tickets für den Freitag nicht kaufen. Am Abend schauen wir uns auf YouTube einige Dokus über den „El Chepe“ an und beschliessen, den Ausflug zu streichen.
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Fahren wir doch lieber selber zu diversen Aussichtspunkten des Canyons. Dann können wir der Abbruchkante entlang laufen und haben mehr Zeit, die Aussicht zu geniessen.
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Gesagt – getan. Es ist ruhig auf dem Parkplatz bei der Seilbahn, die ein Stück runter in die Schlucht führt, Nebensaison halt.
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Da steht 1 Auto mit einem Schweizer Wappen-Kleber? Und so lernen wir die erfahrenen Reisefüchse Theres und Daniel kennen. Natürlich trinken wir was zusammen im Restaurant mit Aussicht, zu erzählen gibt es in Fülle. Gute Weiterfahrt ihr zwei.
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Die Gegend ist mitunter die Heimat der
Tarahumara oder auch Rarámuri was (Laufende Leute“ oder „Die mit den leichten Füssen“) bedeutet. Das Laufen ist tief in ihrer Kultur verwurzelt. Sie legen oft riesige Distanzen (über 100 km) in unwegsamem Gelände zurück, teils in traditionellen Sandalen (Huaraches) aus Autoreifen. Für mehr Info deutschsprachige Wikipedia

Viele von ihnen tragen ihre bunten, traditionellen Kleider – was für eine Augenweide.

Die Fahrt nach Creel hat sich für uns definitiv gelohnt. Zwar wirkt touristisch einiges in den Barrancas del Cobre etwas „hilflos“ – das ist jedoch die Betrachtungsweise europäischer Augen. Viele Souvenirbuden stehen dem RIM entlang, laute Musik beschallt die Gäste, 2.5 km ZIP-Lines sorgen für den ultimativen Adrenalinkick, bei dem man mit über 100 km/h in die tiefe Schlucht rast, die Frisur ruiniert und die Nieren auf Wanderschaft gehen.
Schaut man hinter die Kulissen, herrscht ein Chaos aus Baumaschinen, Materialien, Abfall und Schutt.

Wir fahren durch die Sierra Tarahumara nach Guachochi, durch traumhafte Landschaft und Heimat einer einfach lebenden indigenen Bevölkerung.
Was für eine Fahrt! Wir erleben die Bevölkerung in ihrer vertrauten Umgebung …

…beobachten sie in ihrem Alltag und sind glücklich über unseren Entscheid, eine weitere Schlaufe durch Mexiko zu drehen.

Gibt es DJ BoBo eigentlich noch? KI antwortet mit ja, BoBo geht 2026 auf Europatournee mit dem Programm „The Great Adventure“. Ja, jeder der eine Reise tut steckt heutzutage in einem wahren Abenteuer. Abenteuer Jakobsweg, Abenteuer Norden, Abenteuer Ost – dass es noch keinen Titel „Abenteuer Toilettengang“ gibt wundert mich echt. Da schreibt doch tatsächlich ein Overlander: Der Toilettengang in der Natur oder auf Reisen wird durch fehlende Infrastruktur oft zum Abenteuer – voilà😂!
Aber zurück zu BoBo, wie kommt er in meine Gedanken, obwohl ich seine Musik überhaupt nicht mag? Erinnerst du dich an seinen Hit von 2003 „Chihuahua“? Er meint damit nicht den Hund mit dem 2-Kilo-Zitter-Motor sondern nutzt das Wort als Metapher für gute Laune.

Die gute Laune beflügelt uns zwar nicht bei der Einfahrt in die Stadt Chihuahua – der Verkehr ist enorm, die Strassen eng, es herrscht ein Kabelsalat an Einbahnsystemen – doch letztendlich finden wir einen geschützten Parkplatz und landen in einem kleinen Hotel.

Chihuahua-Stadt hat ein schönes historisches Zentrum und ist reich an Geschichte –

….so richtig in Stimmung kommen wir aber nicht – wir sind in Gedanken bereits am Grenzübertritt zurück in die USA.

Ich denke an alle Frauen dieser Welt heute.

 

 

Fazit der Woche: Danke Mexiko, du bist ein tolles Land und wir kommen wieder. 

 

 

Wochenfilm

Musik: La Arrolladora Banda, Stück: El Ruido de Tus Zapatos

 

 

3 Kommentare zu „28.02.2026 – 07.03.2026, Festland unter Rädern

  1. Mit einem wunderbaren geschriebenen Blog, grossartigen Wochenfilm mit super Musik haben auch wir Mexiko erlebt. Danke und gute Weiterreise.

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