27.10.-03.11.2024 .. der Kaffee ist fertig….

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Die Reise hat uns wieder, wir tauschen 300 m2 bezauberndes Wohnen gegen 2.5 m2 Bänzli ein. Die erste Nacht ist brutal, an einem Autobahn Kreisel zusammen mit 10 Lastwagen teilen wir uns einen matschigen und lauten Platz.

Als Trost ist der nächste Tag wunderschön. Kaffee, Kaffee und nochmals Kaffee dazwischen Bananen, Bananen und nochmals Bananen. 🎶 …der Kaffee ist fertig….🎵 singt Peter Cornelius, und Kaffee gibt es überall zum Probieren.

Die Fahrt hoch nach Risaralda und wieder runter nach Anserma zeigt was für ein wichtiger Kaffee Produzent Kolumbien ist, nämlich, nach Brasilien und Vietnam der Drittgrösste. Die Arabica Pflanze mag Höhen zwischen 1‘000 und 1’700 m und so präsentiert sich die satte, immer grüne Hügellandschaft.

Im grossen Kaffee-Dreieck liegen Dörfer mit grossen Namen wie Salento, Filandia, El Jardin – besonders mögen wir aber die kleinen schnuckeligen Weiler. Eine Gemeinsamkeit haben sie alle – in bunten Farben werden Balkone, Möbel, Fensterläden, Holztüren, Blumentöpfe und mehr kunst- und liebevoll bemalen.

Wir wählen ab Riosucio die Bergstrecke. Nach den ersten Kilometern Asphalt ist Schluss mit lustig. Ab hier beginnt die Naturstrasse – 42 Kilometer bis nach Jardin.

Kurzes aber fröhliches Gespräch beim Strassenstopp

Ein Overlander kommt uns entgegen, erzählt er habe seine Klimaanlage auf dieser Strasse ruiniert, sie sei in einem sehr schlechten Zustand. Dafür sind wir doch 4×4 unterwegs!

Es gibt ein paar holprige Stellen, die schnellsten Kilometer sind es definitiv nicht – die Vegetation, der Nebelwald, die Orchideen, Bromelien und die einsame Fahrt machen aber alles wett.

Naturschönheit

Elefantenohren

Ein erster Blick auf El Jardin

Das Bergdorf ist etwas Besonderes.

Lokale hocken auf farbigen Holzstühlen auf zwei Beinen balancierend…, da reiten Bauern durch die Gassen…., Willys befördern Säcke, Gepäck und Menschen…

…. der Hauptplatz lädt zum verweilen ein, bunter könnten die Häuserzeilen nicht sein, es werden Früchte in mundgerechten Stücken verkauft….

… und über allem wacht die Basilika.

Das Flair des Dorfes gefällt uns sehr, mein Gehirn schiesst hunderte Menschen Fotos in Gedanken..

…vielleicht sollten wir auch mehr Farbe in unser Wohnen bringen?

Die kleine Seilbahn La Garrucha bringt uns hoch zum Aussichtspunkt….

….. wir schlendern durch das Dorf, entdecken immer wieder Schönes….

.. und besuchen den Vogelpark Jardin de Rocas. Hier kann der Rote-Anden-Felsenhahn geknipst werden.

Der Vogel ist eine echte Schönheit, seine Laute aber schlimmer als die eines Raben.

Was guckst du?

Wir haben noch lange nicht genug von den holprigen Strassen durch die Berglandschaft zu schönen Dörfern wie…..

… wo ich im kleinen Dorfladen mit „mein Liebling“ von der Verkäuferin begrüsst werde.

Klein, fein, abgeschieden ist Buenos Aires keine Sekunde vergleichbar mit der Hauptstadt Argentiniens.

Chiva-Bus, ein Lastwagen, der auf traditionelle Weise für den öffentlichen Verkehr auf dem Land umgebaut ist.

Sie sind eine Art Volkskultur der ländlichen Gemeinden in allen Teilen Kolumbiens.

…. soviele Bananen sind erntereif.

Ein netter Farmer schenkt uns gleich zwei Bündel, ab jetzt gibt es Bananendiät.

In kaum einem Reiseführer ist Jericó erwähnt. Farbenfrohe Architektur, Männer mit traditionellen Sombreros, rustikale Cowboy-Kultur, sauber geschrubbte Kopfsteinpflasterstrassen  – so empfängt uns das 12’000 Seelen-Dorf.

Mit Daniel, einem Lokalen, beginnen wir den Rundgang vom Hauptplatz aus.

Er führt uns durch die Stadt, erzählt uns über Geschichte, Menschen, Traditionen, Essen, Kaffee und mehr.

Viele der Häuser sind in Pastell-Farben gestrichen und verziert….

… und zu guter Letzt verabschieden wir Daniel hoch oben bei der Chistus Statue und schönem Blick über das Städtchen.

Am 21. Oktober pilgern Massen ins Kulturstädtchen zur heiligen Laura, der einzigen Heiligen überhaupt in Kolumbien. Laura Montoya Upegui ist hier geboren und verehrt für ihre beschützende Arbeit unter den armen indigenen Gemeinschaften.

Anstelle von billigen T-Shirt Touristen Läden gibt es einige Geschäfte, die Santa-Laura-Statuetten, Rosenkränze und andere katholische Artikel verkaufen, Wallfahrtort und Bischofsitz halt.

Jericó gefällt uns tatsächlich von all den berühmten Kaffee Dörfern am besten. Nicht nur dass man zurückhaltend freundlich angelächelt wird, nein, das Dorf ist liebevoll gepflegt und restauriert.

Medellin steht nicht auf unserem Plan. Uns ist mehr nach Land und Ruhe und vielleicht sogar nach einer Ayahuasca Zeremonie? Wir kommen mit der Ayahuasca Organisation nicht klar, also landen wir doch in Medellin, der einst gefährlichsten Drogenkartell Stadt der Welt. Medellin ist unweigerlich an den Namen Pablo Emilio Escobar Gaviria gekoppelt, der charismatische Drogenbaron, Schmuggler, Terrorist und Krimineller aber auch Investor. Als Oberhaupt des Medellin Kartells prägt er die Auseinandersetzungen zwischen Kartell, Guerillas, Paramilitärs, Schutztruppen und Militär.

Wieder mit der Lösung Hotel/Stadtparkplatz schnuppern wir erste Medellin Luft im Viertel El Poblado. In diesem trendigen Viertel führt uns Sebastian durch Parks, Szene, Lokale und Strassen.

Toller Führer, super Gruppe, viel Information.

El Poblado, die 14. Gemeinde, besteht aus 24 Barrios und wird auch der „goldene Apfel“ oder Gringolandia genannt. Hier ist viel los, Kommerz, Bars, trendige Restaurants,

Nachtleben, Diskotheken umgeben von Wolkenkratzern  – man will sehen und gesehen werden. El Poblado beherbergt einige der bekanntesten Plätze und Einkaufszentren von Medellín.

Der Platz El Poblado ist wichtig weil er genau der Ort ist, an dem die Spanier 1616 die erste europäische Siedlung gründen.

Halloween wird auch hier gefeiert.

In El Poblado, im Park Parque Lleras, amüsieren und befriedigen sich Sex-Touristen aus aller Welt. Im März 2024 wird ein 36-jähriger Amerikaner mit zwei minderjährigen Mädchen in einem Hotel erwischt.

Der Täter wird zwei Tage später freigelassen, weil er nicht auf frischer Tat ertappt wird, besteigt das nächste Flugzeug nach Florida und kommt unbeschadet davon. Der Fall löst in ganz Kolumbien Empörung aus. Der Bürgermeister, der den Spitznamen „Sheriff“ trägt, unterzeichnete am 1. April zwei Dekrete, die „sexuelle Dienstleistungen“ in El Poblado verbieten obwohl Prostitution in Kolumbien legal ist. Ein Thema an dem wohl keine Stadt der Welt vorbei kommt, auch Medellin nicht.

Ein Schlummertrunk mit der Gruppe und wieder stehen 3 Namen mehr in meiner Kontaktliste.

Auch den zweiten Tag verbringen wir in El Poblado, entdecken immer wieder neues

und spielen mehrere Runden Domino in der Provenza beim Morgenkaffee.

 

Fazit der Woche: Kaffee: manchmal schmeckt er für uns etwas säuerlich!

 

Wochenfilm:

Musik: El Charrito Negro, Lejos de Mi Tierra

 

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