07.-14.02.2026, Pazifikgeflüster

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An der Laguna Ojo de Liebre bei Guerrero Negro erleben wir magische Momente. Die Grauwale paaren sich von Dezember bis April und bekommen ihre Kälber. Warum wählen sie die Lagune?

Sie ist geschützt, hat warmes, sehr salziges und flaches Gewässer um zu kalben und die Babys aufzuziehen, sie dient quasi als Kinderstube. Hier haben sie Schutzraum vor natürlichen Feinden wie den Haien und Orcas.

Ab April ziehen sie nach Alaska, dort gibt es mehr Nahrung. In der Lagune ernähren sie sich hauptsächlich von Sediment auf dem Grund das sie aufsaugen und filtern.

Es ist ein unglaubliches Gefühl die grosse Anzahl von Tieren so nahe zu sehen. Es gibt die Neugierigen die den Kontakt zum Boot suchen, die Scheuen oder Nichtinteressierten die einfach abtauchen. Wir erleben 4 Wale in Kuschellaune, sie lassen sich streicheln und kraulen, sie sind mit Seepocken, Wal-Läusen und parasitären Krebsen bedeckt, was ihnen eine robuste, gesprenkelte Haut gibt.

Schön sind die bis 15 m, 34 t schweren Kolosse ja nicht. Wenn sie aber in Spiellaune sind, mit ihren Tonnen ein Wasserballett aufführen, immer wieder nah ans Boot schwimmen, stellen sich uns die Nackenhaare. Was für ein Erlebnis!

Zwischen Alaska und der Baja legen sie auf ihrer jährlichen Wanderung bis zu 20’000 Kilometer zurück, einer der längsten Wanderungen von Säugetieren.

Sie scheinen unser Nachbarboot besser zu mögen. Kein Wunder, es ist vollgepackt mit fröhlichen Latinos die ihnen zurufen, jubeln und jedes Mal wenn sie nass werden, giggeln sie daher und rufen mehr, mehr, mehr. Ein Wal lässt sich sogar küssen, er scheint die Interaktion mit der lustigen Bande zu geniessen.

Weniger Geflüster finden wir auf unserer Fahrt nach Loreto. Wir suchen einen Traumstrand nach dem Anderen auf, überall das gleiche Bild.

Dicht an dicht reihen sich Wohnmobile aneinander. Zugegeben, die Buchten sind traumhaft schön, das Wasser türkis, die vorgelagerten Inseln grün –

…die Blechlawinen schlagen uns aber in die Flucht.

Einfach so viel schöner weg vom Strand.

Misión Santa Rosalía de Mulegé

Ein Jubiläum unterwegs…

Loreto, das ruhige, charmante Städtchen zwischen Kakteen und Fisch-Taco-Ständen gefällt uns auf Anhieb. Das Pueblo Mágico ist tatsächlich magisch – sauber, adrett und ein beliebtes Überwinterungsziel der Kanadier. Es gibt sogar ein eigentliches Kanadier Viertel.

Der einzige Nachteil von Loreto – es ist ein offenes Altenheim. Wenig junge Menschen zu sehen – sogar die Kellner sind Ü70. Hier hat der Wecker keine Bedeutung, alles ist gemächlich, freundlich – für ältere Menschen wie uns ausgerichtet.

Die älteste spanische Siedlung mit einer Kombination aus historischem Charme und dem UNESCO-geschützten National Marine Park zieht Sportfischer, Golfer, Geniesser, Wassersportler und Gliederkranke an.

Im Palmas Atlas Camping sind wir pudelwohl – es gibt nur 6 Plätze inmitten von Bäumen. Die Nachbarn sind nett, kontaktfreudig und das Beste:

Es gibt ein Konzert und CD-Taufe der Sängerin Penelope Anaya. Ihre Stimme ist wunderschön, die Band diskret begleitend – Schaudermomente pur.

Ich verschenke der Camping-Betreiberin mein so geliebtes Kleidchen, es ist mir inzwischen einfach zu kurz, sie trägt es am Anlass mit Stolz.

Wir treffen Barbara und Ernst zum zweiten Mal, sie sind auf Kurzurlaub und wir verbringen eine angeregte Zeit mit dem sympathischen Paar aus Zürich.

Beide Männer in meiner Familie (Vater und Bruder) sind auf den Vornamen Xaver getauft. Eine Ehrensache, dass wir das Bergdorf San Javier anfahren.

Eine der am besten erhaltenen Missionskirchen der Baja kann hier besichtigt werden, ansonsten ist das Dorf verschlafen…

….die Empanadas mit Käse zuckersüss, der Wein wie Essig und das angebotene Olivenöl riecht, milde ausgedrückt, unschön. Trotzdem lohnt sich die Fahrt weil sie durch die herrliche Landschaft der Sierra de la Gigante führt.

Weitere schöne Tage in Loreto folgen, wir brauchen etwas Reiseauszeit.

Das Städtchen wird weiter verschönert – es ist und entwickelt sich zu einer Rosine.

 

 

Fazit der Woche: Pazifikgeflüster bezaubert

 

 

Wochenfilm:

Musik: Guitarras de México, Lloren

 

13 Kommentare zu „07.-14.02.2026, Pazifikgeflüster

  1. Unglaublich was ihr Woche für Woche erlebt! Danke für die wunderschönen Beiträge! Wir wünschen euch weiterhin viel Freude, Neugier und Gesundheit auf eurer Reise! Andrea mit Familie us NW

      1. Hallo ihr Lieben zwei
        Ich bin die Andrea, die mit Werni ein paar Jahre bei
        S-G gearbeitet hat😊😉

  2. Ich bin berührt über euren letzten Film, Grossartig diese Nähe zu den Grauwale! Geniesst es weiterhin. Es ist einmalig von euch uns teilzunehmen an dieser schönen und exotischen Welt.
    Liebe Grüsse von Annemarie

  3. Wow some up close and personal moments with whales. I think they were more intimate encounters that I have experienced in Antarctica. BC is such a gem, I should definitely plan on visiting there sometime. Thanks for sharing!

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