31.1.2026 – 07.02.2026 …eben noch…

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Eben noch auf dem Bauernhof stehen wir jetzt bei einer Therme. Schön, die hiesigen Familien beim Grillen, Spielen und gemütlichen Zusammensein zu beobachten. Weiter stehen hier 15 Waschmaschinen und Trockner sowie ellenlange Wäscheleinen, die rege benutzt werden. 

Männer und Frauen bringen ganze Autoladungen Textil zum Waschen. Es wird getratscht und gelacht.

Ein Blitz-Abstecher ans Meer nach Puerto San Isidro…

…. der Fischadler ist wohl satt…

….und schon kurven wir hoch zum Parque Nacional Sierra de San Pedro Mártir auf 2600 Meter. Innert 1-3 h Autofahrt kann man an der Baja wechseln zwischen Strand und Bergen. Als Strand-Muffels kommt uns das sehr entgegen.

Im gebirgigen Schutzgebiet mit dichten Kiefern- und Eichenwäldern steht am Ende der Asphaltstraße das Astronomische Observatorium, das im Februar leider geschlossen ist.

Nach 70-jähriger Abwesenheit werden im 2002 die ersten sechs Kondore ausgewildert. Das erste Küken schlüpft im April 2007. Mit viel Effort und Wiedereinführungsprogramm leben derzeit etwa 48 bis 52 Kalifornische Kondore im Park. Sie tragen Flügelmarkierungen oder Sender um ihre Bewegungen und Gesundheitszustand zu verfolgen. Natürlich würden wir sie gerne sehen.

Wie sind wir froh um unsere Heizung, es ist empfindlich kalt in der Nacht. Mit der Taschenlampe und klappernden Zähnen suche ich die Latrine auf – der leuchtende Sternenhimmel, die Stille, der Wald – so wunderschön, das Latrinehäuschen weniger – was sind wir doch robust und unempfindlich geworden auf unserer Reise.

Wir sind nicht nur wegen der Kondore hier, die Landschaft ist grandios und erhaben und lohnt den Abstecher. Wir wandern hoch zum Mirador El Altar und Picacho. Was für eine Rundsicht, einfach traumhaft.

Da thront der höchste Berg der Baja, der Picacho del Diablo mit 3096 Meter. Die Kondore haben heute keine Lust auf Aufwind, wir sehen sie leider nicht.

Eben noch in den Bergen stehen wir jetzt beim sehr freundlichen Don Eddie in San Quentin. Er gibt uns viele Tipps – alles klingt spannend – aber sollten wir nicht mal etwas vorwärts kommen?

Wir dümpeln vor uns her, sind wir am Meer locken die Berge, sind wir in den Bergen wird uns bewusst – wir sollten mal etwas Gas geben, jetzt wo Bänzli läuft. Ist es gemütlich und fröhlich wie bei Don Eddie, möchte man gerne eine zweite Nacht bleiben.

Die Mädels bringen Stimmung in die Bude. Ganz falsch und ganz laut singen sie in ansteckender Bestlaune.

Was für eine Fahrt. Durch das Valle de los Cirios fahren wir durch eine Kaktus-Zauberwelt. Das Schutzgebiet reicht vom Pazifik bis zur anderen Seite zum Golf von Kalifornien.

Eine Wüste voller Überraschungen die uns in ihren Bann zieht. Immer wieder halten wir an, bestaunen die Artenvielfalt.

Ich will euch nicht mit botanischen Namen bombardieren (ich würde eh nur aus Wikipedia abschreiben). Die Formen sind unglaublich. Da ist der lange stachlige der wie ein umgekehrtes Rüebli (Karotte) aussieht das oben spriesst, der dicke Runde der fest auf dem Boden hockt,

… der Mehrarmige der hoch hinaus will, der Filigrane Dünne den man stützen möchte, die Rakete mit erhabener Kraft, die hellen Triebe die zart am Mutterstamm wachsen – wir sind begeistert.

Das Schutzgebiet soll eine der artenreichsten Wüsten sein, 650 sind registriert, 52 davon sind endemische Pflanzen. Vor allem „El Cirio“ erweckt unsere  Aufmerksamkeit. Die Pflanze kann bis zu 18 m hoch werden und kommt nur hier vor. Was Mutter Natur alles für uns bereit hält!

Ob wir doch langsam Reif sind für die Zivilisation? Im Weiler Papá Fernández ist für uns alles abstossend. Eine Ansammlung von Müll, Möbelteilen, Liegestühlen, Autowracks, ausrangierten Wohnmobilen, alten Kuttern –

..schmutzig, rostig, stinkend, staubig – was für eine Kloake in schönster Natur.

Wir sehen uns zu Fuss den Camping direkt am Meer an, kein Mensch will freiwillig in die Nähe der PortaPotti gehen. Angewidert fahren wir weiter. Auf diesem Stück Erde könnte ein  Paradies stehen – wenn….

Ganz anders treffen wir das Dorf Bahía de los Angeles an. Der beste Camping ist ausgebucht – zum Glück – denn im Hotel nebenan stehen wir alleine und direkt am Meer. Zwei pensionierte US-Fischer filetieren ihren Fang und schenken uns 6 Totoaba Stücke. So lecker!

Die Pelikane freut‘s auch – sie kriegen die Fischgeweide. Die Fischer erzählen uns von der grossen US-Gemeinschaft, ausschliesslich Rentner, die hier im Dorf über die Wintermonate leben und gut integriert sind. Sie reinigen 1 x wöchentlich den Strand, engagieren sich im Dorfleben und unterstützen die nahe Schildkrötenstation.

Guten Morgen neuer Tag!

Werni ist leicht mürrisch über meinen Vorschlag, 200 Kilometer Piste zu fahren. Trotzdem willigt er ein. Beim Luftablassen mache ich nähere Bekanntschaft mit einer Kaktee. Akupunktur des Täufelchens – Stacheln überall.

Die Laune bessert sich mit jedem gefahrenen Kilometer. Ein richtiger Kakteen-Wald begleitet uns und die Straße ist die ersten 70 Kilometer gut.

Ein sandiger Teil folgt, nicht schwierig zu fahren, aber das seitwärts Schütteln ist unangenehm. Dann erblüht Werni wieder. Am kleinen Pass hoch gibt es einige schwierigere Passagen. Jetzt lacht er, hopp Bänzli hopp.

Panne

Er plaudert mit dem Büsli: „Du armes Bänzli, jagen wir dich in deinem Alter über diese Piste, du bist ein armes Schwein.“ Beide scheinen Spass zu haben, wir erreichen die Farm Escondido. Pferde, Hunde, nettes Personal, Unmengen von Kakteen – wir geniessen den gepflegten Betrieb.

Niñio ist wild heute…

Wir sehen uns die „Cave of El Carmen“ an, eine Höhle mit beeindruckenden alten Felsenmalereien, die Darstellungen von Menschen, Schamanen, Hirschen, Widdern und Fischen zeigt.

Die Fahrt dahin ist gute Piste, durch eine landschaftlich reizvolle Wüste mit Boojum-Bäumen (Cirios), Pitaya Dulce, Cardón-Kakteen und Elefantenbäumen.

Da treffen wir die VW-Käfer Gruppe wieder, sie schrauben gerade am kleinen Weissen.

Da war das Auto-Innenleben noch einfach.

Diese Woche sind wir über mehrere 100 Kilometer durch Kaktus-Traumland  gefahren.

 


Fazit der Woche: stachelige Wunderwoche 

 

 

 

 

Wochenfilm:

Musik: Grupo Laberinto, Tres Mares y Dos Ríos

 

 

2 Kommentare zu „31.1.2026 – 07.02.2026 …eben noch…

  1. Herzlichen Dank für die interessanten News! Bald beginnt bei uns die Fanacht!
    Wünsche auch euch eine gute Zeit!
    Fasnächtliche Grüsse, Max

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