Bevor wir die 10 Millionen Stadt Lima hinter uns lassen lernen wir Coni und Alois Schilter kennen. Er ist ein Freund von Reinhard Hans in Wilen und wenn ein Leser/in aus Obwalden Hans und Esther treffen lasst sie herzlich grüssen von uns dreien.

Ein weiterer Tag in der Garage folgt. Die neuen Bremsklötze, die wir vor 2 Wochen in Cusco gewechselt haben, müssen nach nur 1000 km erneut ersetzt werden, zu viel Eisenanteil. Braucht es noch Worte?

Der Küste entlang, dem Nebel folgend, geht es durch Dünen, Wüste und Müll Richtung Norden..

Wie die Fahrt wohl wäre bei schönem Wetter? Dann, fast plötzlich, wird es grün. Zitrus, Zuckerrohr, Reben, Kohl, Kartoffeln und weiteres breiten sich wie ein grüner Teppich vor uns aus.

Küste oder Berge, wohin des Weges? Wir entscheiden uns für die Bergetappe nach Huaraz. Von Null auf 4’000 Höhenmeter nehmen wir den Aufstieg recht locker, die Strasse ist asphaltiert. Zuerst Steinlandschaft wird es bald farbig.

Würze kommt in unsere Fahrt – Chili liegt zum Trocknen parat – schöne Farbtupfer in der Öde.

Je höher wir kommen, je schöner wird die Landschaft. Die Cordillera Blanca weisst uns den Weg nach Huaraz. Eine verschneite, vereiste Bergkette, allesamt über 6000 Höhenmeter, bringt das Herz zum Klopfen. Wow! Der Berg Huascaran 6.768, ist der Höchste der Giganten.

Noch schleichen Wolken um die Schneeberge.
Haargenau im richtigen Moment schreibt uns Freddy, den wir aus Kerala kennen, an. Zwei seiner Toggenburger Freunde betreiben ein Hotel in Huaraz und wir dürfen bei ihnen stehen. Es sind zwei aktive, sportliche und tüchtige Männer die all die Berge wie ihre eigene Hosentasche kennen. Wir fühlen uns sofort wohl im blitzsauberen Hotel und dürfen im Hinterhof parkieren und campen. In die App „iOverlander“ wollen sie nicht aufgenommen werden. Zu schlechte Erfahrungen haben sie mit Reisenden, wie wir es sind, gemacht. Jetzt muss es auf den Tisch, Langzeitreisende sind manchmal eine besondere Spezies und einige davon schon schräge Vögel. Der Satz „dieses Camp ist das Geld nicht wert (it‘s not worth the money) ist oft zu lesen auf iOverlander und wir haben ihn spasseshalber fest in unser Vocabulario aufgenommen.

Eine Wanderregion schlechthin beginnen wir mit einer kleinen Tour um uns wieder an die Höhe zu akklimatisieren. Bald soll es zu Fuss auf 4500 M gehen.
Beim Aufstieg dürfen wir spontan einen Neubau besichtigen.

Es wird ein Ferienhaus das man auch mieten kann. Fast ein bisschen Schweizer Chalet oder?

Oben angekommen schweifen unsere Blicke über Huaraz und seine Bergwelt.

Durch den Stadtteil „Los Olivos“ zu wandern bringt uns das einfache Leben der Peruaner näher.

Viel haben sie in den Aussenvierteln nicht, Ordnung halten liegt ihnen nicht, Abfall wird auf die Strasse geworfen und Hunde halten sie massenhaft. Hier werden wir gegrüsst und manchmal kichern sie uns Gringos hinterher.

Um 07.30 h holt uns das Taxi ab. Gut ausgerüstet starten wir ab Pitec den Aufstieg zur Lagune Churup. Der Huascarán-Nationalpark ist ein Paradies für Wanderer und Bergfreunde. Er ist ein Reservat der biologischen Vielfalt und das grösste tropische Gebirge der Welt. Dank seiner mehr als 600 Gletscher und über 700 hoch gelegenen Seen ist er das grösste Trinkwasserreservat der Anden.

Von AllTrails als schwer klassiert wollen wir den 700 Meter Aufstieg auf 4510 Höhenmeter einfach probieren, umdrehen können wir immer.

Ein anspruchsvoller Aufstieg zum Parkwächter folgt, 60 Soles (CHF 14) sind zu bezahlen. Wir laufen gut, die Luft ist zwar dünn aber in unserem altersgerechten Tempo kommen wir gut voran. Wir sind um 2 Generationen älter als der Rest der Wanderer und erhalten oft ein paar anerkennende Worte wenn Jungspund uns überholt.

150 Meter unter dem Bergsee kommt nicht nur unsere Wanderung ins Stocken. Ein mit Ketten gesicherter Durchgang in den Felsen muss durchklettert werden.

Die Absätze sind hoch, oft nur der glatte Fels, dazu noch rutschig, das Atmen fällt schwer – wollen wir da wirklich hoch? Eigentlich nein aber umdrehen so kurz vor dem Ziel ist auch schade. Also weiter – ich bekomme Angst, ich weiss nicht ob ich die nächste Passage schaffe. Ein paar Minuten stehe ich einfach im Fels und überlege mir, wo ich meinen Fuss hinstellen soll. Gegenseitiges helfen geht nicht, zu steil ist die Wand.

Wir schaffen es und die Mühe des Aufstiegs lohnt sich. Im kristallklaren Wasser spiegeln sich die umliegenden Berge – wunderschön.

„Nie wieder,“ meint Werni oben angekommen. Ich verstehe ihn und bin selber froh führt der Rückweg über einen anderen Pfad.

Hier oben sind wir dem Himmel sehr nahe. Wir grüssen unsere älteste Blog-Leserin Magdalena die letzte Woche mit 97 Jahren verstorben ist. Gute Reise liebe Magdalena.

Nach 4 h reiner Laufzeit sind wir zurück auf dem Parkplatz mit einer Erfahrung mehr im Rucksack und einer Müdigkeit die uns auch ein wenig stolz macht.

Geschafft!
Fazit der Woche: Wo liegen unsere Grenzen?
Wochenfilm
Musik: Ispiracion Nativo (Meditacion) Salasacamanda Shamushpa, Ponchito
Hallo ihr zwei mutigen, da auf eurem Lebensplan aufgeben nicht im Programm ist , erlebt ihr unglaubliches.
Ich lese von euch jeden Blog und bin begeistert von eurer Lebensweise.
Ich wünsche euch weiterhin viel Glück und Gesundheit. Herzliche Grüsse Lotti
Danke für die lieben Worte Lotti, schön reist du mit uns. Herzlichen Drücker Heidi und Werni
Looks like quite a climb. If you guys have not done it we would be able to see them in pictures. On long trip travellers being oddballs… yes we all are one way or another!
I have been back for 7 week and the wunderlust is itching again. Hope to do short trip in Thailand in August and a long trip in Central Asia in Sep/Oct. 😉😉😉…. Hugs from Singapore.
Dear Reuben, yes you are right wit the oddballs, there are some everywhere. Oh Thailand – so nice food and a wonderful country! Hug Heidi and Werni
Liebe Heidi, lieber Werni
herzlichen dank für die tollen und interessanten Bilder/Video… ja der Abfall, ein echtes Problem, in vielen Länder. Für uns fast unverständlich wieso das passieren kann. Niemand scheint es zu kümmern. Erinnert mich an DomRep.
In solchen Länder, wird einem erst wieder richtig bewusst was hier in der Schweiz einfach so funktioniert. z.B. wie die Gemeindemitarbeiter unteranderem die Strassen, Pärke sauber und ordentlich halten. Die Eimer regelmässig leeren, Kehrrichtabfuhr auch abseits der Städte usw. bewirtschaften.
Für uns einfach normal, aber dahinter ist eine tüchtige Mannschaft tagtäglich bereit die Umwelt sauber zu halten. DANKE
Euch weiterhin gute Reise und danke für die tollen Eindrücke
glg Juan
Lieber Juan, das stimmt alles was du schreibst. In Ecuador soll es dann wieder sauber sein. Wir hoffen dir geht es gut. Herzlich liebe Grüsse Heidi und Werni