Ecuador erscheint uns nach Ländern wie Brasilien, Argentinien und Peru sehr klein.

Das Besondere an Ecuador? Man kann fast an 1 Tag durch 3 Klimazonen fahren. Die Küstenregion, die Anden und das Amazonasbecken liegen ca. 500 km auseinander und bieten eine unglaubliche Abwechslung. Über die Anden erreichen wir die Tropen nur 120 km später. Der Nebel schleicht durch den Regenwald, die Vegetation kann üppiger nicht sein, die Mücken sind zurück, es ist angenehm warm.

Das frühe Morgenbad im geschätzten 16 Grad Fluss weckt nicht nur die Hühner. Brrrrr! Der Nebelwald verdient seinen Namen, es nieselt, wir fahren zurück in die Anden. Amazonas wir kommen wieder.

Die Ruinen von Ingapirca sind die wichtigste präkolumbische archäologische Stätte Ecuadors. Es verbindet die Cañar mit der Inka Kultur. Es gäbe viel historisches zu schreiben – ich will nur das erwähnen was uns speziell beeindruckt hat. Nebst dem archäologischen Museum vor Ort ist der Sonnentempel sicher das Fotoobjekt schlechthin. Die Inka-Baumeister mit ihrer berühmten mörtellosen Technik sind unglaublich geschickt. Vulkansteine sind von Hand so präzise geschliffen dass sie nahtlos zusammenpassen.

Bei der Sonnenwende fällt das Licht genau durch die Mitte der Tür der kleinen Kammer im Tempel. Was für Berechnungen, was für Genies!
Das Gesicht des Inkas (Cara Del Inca) ist bei einem Fels gut sichtbar. Hier sollte zuerst der Sonnentempel erbaut werden. Die Inkas glauben, das Felsgesicht schütze und behüte sie.

Ein gelber Kreis mit rötlichem Rand symbolisiert die Sonne und zeigt die grosse Verbundenheit der Inkas zur Sonne.

Die gut restaurierte Stätte gefällt uns, interessant und spannend ist die Geschichte.

80 km weiter absolvieren wir unser heutiges Fitnessprogramm. 340 Stufen runter und wieder hoch zur „Nase des Teufels (Nariz del Diablo) gibt uns eine tolle Sicht auf den Zinken.

Das Dorf Alausí ist einst der Ausgangspunkt einer der spektakulärsten Bahnfahrten der Welt. In einem Zickzackkurs tastet sich die Diesellok langsam in das steil abfallende Tal des Chanchán-Flusses vor und legt dabei einen Höhenunterschied von ca. 100 m zurück. Leider fährt der berühmte Zug, der bei der Nase mehrere Spitzkehren fahren muss, nicht mehr, schade, wir wären die Strecke so gerne gefahren. Alausi verliert seine Attraktion und sinkt in die Vergessenheit ab. https://youtu.be/kUEJmJOQI2U?si=obuUo8uf4f-PEzdb (ein Link zur Zugfahrt)

Auf der Spitze des Nasenbergs zu stehen wäre toll. In 11 km wandern wir am nächsten Tag ab Alausi in treuer Begleitung einer deutschen Schäferhündin hoch zum Aussichtspunkt.

Was für eine Wanderung! Da verzichte ich gerne auf berühmte Namen wie Cotopaxi, Chimborazo usw. (oder muss man sie auch gesehen haben?)

Indigene ernten in bunten Kleidern Getreide, tragen schwere Burden zur nächsten Sammelstelle, plaudern ein paar Worte mit uns. Ihre Muttersprache ist Quichua, ich verstehe ihr Spanisch, gesprochen durch viele Zahnlücken, fast nicht. Diese kleinen Menschen, vielleicht 1.50 gross, arbeiten wie Pferde, schleppen wie Esel, haben eine unglaubliche Ausstrahlung und Zufriedenheit. Wir ziehen den Hut.

Leider kommt kein Zug mehr.
Je länger wir reisen je schwerer tue ich mich mit fotografieren von Indigenen. Ich komme mir vor wie ein Eindringling in ihr Privatleben und Voyeurin. „Mensch gäbe das ein Bild,“ denke ich so oft und lasse es dann doch sein. Manchmal frage ich ob ich fotografieren dürfe – die Antwort ist fast immer nein.

Oben angekommen sehen wir tatsächlich einen Kondor kreisen.
Anni und Steve treffen in Alausi ein – schön die Beiden wieder zu sehen und wie all unsere Schweizer Begegnungen müssen auch sie mit uns Brändi-Dog spielen😉.
Zusammen besuchen wir den sehr authentischen Markt in Guamote. Hier sind Gemüse und Früchten so gebündelt dass sie immer 1 Dollar kosten. Die Einheimischen zeigen ehrliche Freude an uns Touris – sie wollen wissen woher wir kommen und Anni kriegt sogar einen sympathisch gemeinten Klaps von einer Verkäuferin auf den Hintern. Ein sehr stimmiges Erlebnis für uns.

Durch Regen dem Sangay entgegen zurück in die Amazonasregion sehen wir nicht viel. Mit dem aktiven Vulkan Sangay haben wir in Alausi schon Bekanntschaft gemacht hat er doch unsere Autos trotz grosser Distanz eingeäschert.

Am Aussichts-Schlafpunkt verweigert er uns seine Ansicht durch dicke Wolken. Dafür zeigt uns der sympathische Kolumbianer sein liebevoll gestaltetes Zuhause und Nachtfotos vom speienden Vulkan.

In der Tierauffangstation beobachten wir den unruhigen Puma, die satten Jaguare, zutrauliche Nasenbären, Äffchen und mehr. Es wäre interessant die einzelnen Rettungsgeschichten der Tiere zu kennen. Natürlich gehören Tiere in die Freiheit – wir glauben der Information, dass diese ohne die Auffangstation nicht mehr am Leben wären um weiteres Grübeln zu verhindern.

Durch einen gewaltigen Ausbruch und Eruption des Vulkans im Jahr 2021 sind Teile der Zufahrt zum NP Sangay verschüttet. Wir versuchen’s trotzdem – könnte ja sein dass……..

Kinder besuchen die Tierauffangstation
Leider geht es tatsächlich nicht – dafür finden wir einen Hammer-Übernachtungsplatz am Bachbett am Rande des Waldes. Pfadfinder Geist erwacht – wir suchen Holz, machen ein Feuer, grillieren, lauschen den Geräuschen des Dschungels und beobachten Glühwürmchen die massenweise um uns herum fliegen.

Wie sagt der Michl aus Hamburg so schön? Männer machen das Feuer und Frauen spielen damit. Genau so ist es, seht euch das Resultat an…

Was für ein wundervoller Abend in freier Natur.
Fazit der Woche: Unglaublich was wir in nur 1 Woche erleben.
Wochenfilm
Musik: Las Guitarras, Nube Gris
Ihr Lieben
Was für ein schöner Beitrag, toller Film & schöne Musik🥳 und sooo schön, habt ihr Anni & Steve getroffen. Geniesst es miteinander.😍
Ganz liebe Grüsse vom Bodensee
Myriam
Danke liebe Myriam, Umarmung
Reading this from Minneapolis, how refreshing and respectful! Lovely meeting you in Puno.
Thank you Anna, nice to hear from you, all good at home? Best greetings Heidi and Werni