25.5.-01.06.2025, Adieu Guatemala

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In der Höhle Candelaria wird viel zerbrochenes Keramik aus der Maya Zeit gefunden.

Die damalige Handelsroute der Maya kreuzt dieses Gebiet, die Höhle wird für diverse Zeremonien besucht und benutzt.

Das Wasser, das Tropfen für Tropfen aus den Stalaktiten in grossen Keramikgefässen aufgefangen wird, ist reines, jungfräuliches Wassers, genannt „Zuhuy ha“, es dient ausgeprägten Reinigungsriten.

Für die Maya sind Höhlen sowohl ein Symbol des Lebens als auch ein Symbol des Todes. Symbol des Lebens, weil die ersten Menschen in der Erde geboren werden, Symbol des Todes weil Höhlen mit der unterirdischen Welt verbunden sind.

Obwohl wir nicht wirklich grosse Fans von Höhlen sind, diese begeistert, nicht nur durch Farben und Formen sondern weil sie touristisch nicht vermarktet ist und wir sie alleine erkunden können.

Er könnte auch in Saint-Tropez stehen, unser Stellplatz für die nächsten 2 Nächte inmitten protziger Yachten, mehrheitlich unter US-Flagge. Das Gebiet um den Rio Dulce ist bei den Reichen und Schönen beliebt.

Im Yachthafen fühlen wir uns sofort wohl. Im schattigen, windigen Stellplatz lassen sich die 36 Grad gut aushalten. Oswaldo ist sehr nett und hilfsbereit und bucht uns ein für die Bootsfahrt nach Livingston.

Pünktlich holt uns das Sammelboot vor der Haustür ab. Der Kapitän fährt extra Runden zum Ford San Felipe und zu den Wasserlilien.

Nach 1.5 h erreichen wir Livingston an der Karibik. Ihre Bewohner sind Maya, Europäisch-Stämmige, Garifuna – eine bunte Mischung, die friedlich zusammen lebt in einer Stadt, die nur per Boot erreichbar ist.

Der Ursprung der Garifuna liegt in zwei Schiffbrüchen im Jahr 1635 wo Sklaven aus Afrika buchstäblich an den Strand gespült werden. Sie bringen die schwarze Hautfarbe, ihre Kultur, ihren kräftigen Körperbau und die Leichtigkeit des Lebens nach Livingston. Heute gibt es ca. 100’000 Garifuna, die hauptsächlich in Belize, Guatemala, Honduras und Nicaragua leben und zum Grossteil als Fischer oder im Bananenanbau tätig sind.
Die Stadt haut uns nicht aus den Socken, sie ist nicht schön dafür authentisch, das Essen schon.

„Tapado“ ist eine köstliche Fisch-Suppe mit Kokosnussmilch, eine typische Spezialität von Livingston. Mir schmeckt sie hervorragend, Werni hält sich an Ceviche.
Mir ist heute nicht nach fotografieren von Menschen und Stadt – zu sehr fühle ich mich als Eindringling oder ist es einfach zu warm? Wir sind nicht unglücklich, als uns das Boot zurück bringt zum Stellplatz.

Rio Dulce selbst ist kein schöner Ort, hektisch und laut, LKW‘s, Autos, Motorräder, Tuktuk –

– der ganze Verkehr führt mitten durch das  Städtchen und über die Brücke…

…. und da der Yachthafen gerade unter der Brücke liegt, sind unsere Nächte nicht die ruhigsten.

Warum sich ein Stopp hier dennoch lohnt? Am Ufer des Flusses Rio Dulce gibt es wunderschöne Häuser, Villen, Restaurants, Unterkünfte wo die obere Gesellschaft wohnt, sich vergnügt – inmitten von Dschungel und Süsswasser, oft nur mit den Booten zugänglich.

Eine wirklich schöne Welt!

Einige 100 Kilometer weiter nördlich werden wir geweckt, frühmorgens schreien sich die Brüllaffen die Stimmbänder wund. Für dieses laute Geheul ist zudem ein einzigartiges Zungenbein verantwortlich, das Männchen grösser und mächtiger erscheinen lässt als sie wirklich sind. Ein internationales Forscherteam hat herausgefunden, dass Brüllaffen mit den tiefsten und lautesten Stimmen kleinere Hoden haben – also liebe Frauen – 8-tung vor brüllenden Männchen.

Wir sind mitten im Dschungel, genau im Parque National Tikal, und ich bin durch die Affen arg vom Thema abgekommen.

Tikal ist nämlich UNESCO-Weltkulturerbe und unsere zweite grosse Maya Stätte die wir besuchen. 6 h morgens stehen wir alleine am Eingang – wir sind parat für den 16 km langen Maya Trail der uns in die Zeit vor und nach Christus und die unglaubliche Baukunst der Mayas führt.

Gut ausgeschildert folgen wir den verschiedenen Hauptwegen zu Stufen-Pyramiden, Plätzen, Tempeln usw. und wandern immer wieder auf Trampelpfaden durch den Dschungel wo wir Wildleben beobachten, von Papageien über Affen, Fasane über Dukane. Es ist wenig reglementiert, man darf die Stätte berühren, riechen, besteigen, durchwandern und nach kurzer Zeit wissen wir, Tikal gefällt uns besser als die Inka Stätte Machu Picchu.

Tempel reiht sich an Tempel, das Gebiet ist riesig, man könnte Tage durchwandern und entdecken, eintauchen in die Geschichte der Maya, ihres Aufstieges,  Herrschaft und Untergangs.

Nach 13 Kilometern, kribbelnden Füssen, durchgeschwitzten Kleidern und Pyramiden-Augen sind wir uns einig, Tikal ist einfach fantastisch, mystisch und die Tiere sind eine schöne Zugabe.

Falls du mehr wissen möchtest über Tikal, es gibt schöne Dokus auf YouTube.

Flores vergleiche ich auf Anhieb mit Sirmione am Gardasee.

Die kleine farbige Stadt auf einer Insel inmitten des Sees Petén Itzá, von tropischem Regenwald umgeben, ist schmuck.

Eine wirklich schöne Szenerie, es ist einfach zu warm um die Gassen uneingeschränkt zu geniessen.

Aus der Luftperspektive am Schönsten, das Foto ist gestohlen.

Über einen künstlichen Damm holpert uns das Tuktuk zurück in unser Hotel wo wir genüsslich die Beine im klimatisierten Zimmer strecken.

 

Fazit Guatemala: Dichter Dschungel, antike Maya-Ruinen, malerische Kolonialstädtchen, Seen, indigene Märkte und Regionen, von Vulkanen übersät mit unglaublich netten und hilfsbereiten Menschen – das alles ist Guatemala. Trotz dieser Schönheiten gibt es bei uns ein grosses ABER. Viel zu stark sind alle Strassen befahren doch das Schlimmste sind die unglaublichen Müllberge die im ganzen Land liegen, stinken, vor sich her gammeln. Leider gelingt es uns inzwischen nicht mehr, das Müllproblem auszublenden. So reiht sich Guatemala bei uns an 4. Stelle der Zentralamerika Beliebtheitsskala ein, hinter Costa Rica, Nicaragua, El Salvador, Guatemala, Panamá und Honduras.

 

Gefahrene Route:

 

Wochenfilm:

Musik: El Son Folklore de Guatemala, Vol. 11. Música de Guatemala, Marimba Chuimekena, La Salida del Sol

 

Ein Kommentar zu „25.5.-01.06.2025, Adieu Guatemala

  1. Hallo ihr Lieben
    Hier ist einfach mal wieder ein Daumen hoch euch beiden👍
    Weiterhin GUTE FAHRT
    Herzliche Grüsse
    Regina&Christian vom Sihlsee

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