Echte Perlen habe ich keine mit auf der Reise und seit Brasilien sind auch meine wertvollen Ohrringe Modeschmuck gewichen. Trotzdem gibt es echte Perlen in unserem Leben. Eine davon ist unsere Sonja. Seit 5 Jahren erledigt sie zuverlässig, prompt und liebenswürdig all unsere Post, Steuern, Bankangelegenheiten und berät uns nebenbei in vielen anderen Belangen. Ohne unsere Perle in der Schweiz wäre unsere Langzeitreise schlicht nicht möglich. Danke Sonja – du bist die Beste!

Nach 21‘000 km durch Brasilien sehen wir sie flächendeckend zum ersten Mal, die riesigen Soja Plantagen. Brasilien gilt als das wichtigste Sojaland der Welt. Zusammen mit den USA steht es an der Spitze der Sojaproduktion, exportiert einen Grossteil seiner Ernte nach China und Europa. Auf einer Fläche ungefähr so gross wie Deutschland wird Soja kultiviert.

Auch hier geht es nicht ohne Genveränderung, Dünger und Pestizide.
Die Piste zu den Três Pedras ist zeitaufwändig, holprig und schon fragen wir uns lohnt sich die 42 km Anfahrt wirklich? Und wie sie sich lohnt!

Wir stehen in freier Natur unter Bäumen, beobachten Papageien, Viehherden, werden bewacht von Hunden und geniessen die Ruhe.

Diese Perle der Natur verlassen wir ungern. Wie uns die Landschaft in Brasilien immer wieder begeistert. Die Umgebung vom Rio Paranapanema hat uns letzten September schon sehr gut gefallen.

Die Fahrt nach Presidente Prudente ist echt schön. Saftig grüne Felder, Seen, Flüsse, Wälder und Bambus bieten viel Abwechslung. Mauro bestellt uns einen Kassetten-Reiniger an ein Lager in der Stadt und es klappt tatsächlich mit der Lieferung.

Presidente Prudente, amtlich portugiesisch Município de Presidente Prudente, ist nach dem dritten brasilianischen Präsidenten Prudente de Morais benannt. Uns gefällt die Schwingung der Stadt. Die Menschen laufen, joggen, fahren Rad, bewegen sich. Wir schauen ihnen zu vom schönen japanischen Restaurant Happa Sushi, nippen an einem Raki-Rinha…

… und essen die aller aller besten Sushi in unserem ganzen Leben. Das Wirtepaar bringt uns immer wieder Häppchen, die wir nicht bestellt haben und füttern uns richtig durch. Was für eine Perle wir hier finden.

Immer wieder treffen wir auf den Fluss Paraná. Er beginnt am Zusammenfluss des Paranaiba und Rio Grande. Nach etwa 3200 Kilometern Richtung Süden trifft er auf den Rio Uruguay und zusammen bilden sie den 290 km langen und 220 km breiten Mündungstrichter des Rio de la Plata. So schliesst sich für uns der Paranà Kreis.

Ein langer Fahrtag folgt. In 500 Kilometer wechselt sich Zuckerrohr und Soja ab, dazwischen gibt es grosse Herden Zebu Buckelrinder. In Brasilien soll es mehr Kühe geben als Menschen, mit über 220 Millionen eine fast nicht zu fassende Zahl.

Klimatisiert sind wir flott unterwegs. Kaum öffnen wir die Autotüren wollen die 38 Grad Aussentemperatur rein in die Kühle 😀. Ich habe schon beschrieben wie fordernd das Camperleben bei extremen Temperaturen ist. Schlafen über dem Wassertank ist wie schlafen auf einer Wärmeflasche. Nur dank 2 Ventilatoren finden wir den Schlaf einigermassen.

Was für Nutzflächen. Da verblassen unsere Innerschweizer Bauern vor Neid die mühsam ihre stotzigen Hänge mähen. Die Weiten, Flächen an denen wir Stunden vorbeifahren sind schön und beeindruckend. Einfach grün, flach und nochmals flach und die Strasse ist oft schnurgerade.

Bonito, die Schöne, verschreibt sich ganz dem Ökotourismus. Die Flüsse um Bonito sind bekannt für das intensive Blau. Der kalkhaltige Boden filtert das Wasser so stark dass die Flüsse in der Gegend zu den klarsten der Welt gehören.
Es ist 37 Grad, letzte Nacht sind wir lange wach gelegen. Die Hotels sind ausgebucht – übrig bleiben die ganz günstigen oder ganz teuren. Also – Münze werfen – das ganz teure gewinnt. Danke Münze.

Nur Gutes hören wir über Bonito. Entsprechend hoch sind unsere Erwartungen. Im Tourismus Büro und einer Agentur wollen wir uns informieren über die verschiedenen Ausflüge. „No English“ die Antworten und wir staunen, dass ganz Brasilien, von den Grossstädten bis zu den Ämtern, von Shops bis zu Restaurants über Reisebüros überhaupt nicht parat sind für Individualtourismus. Schade!

Bonito ist bis jetzt eine Enttäuschung. Es kann nur besser werden! Das allerbeste am Städtchen? Unsere Reiseperlen Marlis und Kurt treffen heute oder morgen ein.
Fazit der Woche: Was für Flächen!
Wochenfilm
Musik: Dona Onete, Poder Da Seduçāo
As a Brazilian, I am very sad to know that our tourism sector is so unprepared for tourism with foreigners. Bonito is a dream trip for many Brazilians and those who visit love it. It’s a shame it doesn’t have the same facilities for foreigners.