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Nach der letzten Festwoche soll es diese etwas ruhiger werden, der Magen und die Leber verlangen danach.
An unserem ersten Tag und Nacht in Oregon lernen wir, dass hier andere Regeln und Sitten gelten. So können zB. State Parks nur Online reserviert werden – das ist so gar nicht unser Ding – wer weiss den wo wir Abends sind? Der Amerikaner liebt sicheres Reisen – er bucht die Campingplätze Monate im voraus – passt der Ort dann nicht ins Programm, erscheint er einfach nicht.
Wir tanken wieder unter 8 Dollar die Gallone – wann gewöhne ich mich wohl an die ungewohnten Masseinheiten in den USA? 1 Gallone sind 3.785 Liter und so brummt unser Bänzli in Kalifornien zu CHF 1.67 der Liter in Oregon zu 1.33.

Das ist der doppelte Preis verglichen mit unserer Durchreise letzten Herbst – da war die Gallone ca. USD 3.59. Was schwafelt da der Herr mit der Seitenscheitel von einer Preiserhöhung von Kraftstoffen von nur 20 Prozent? Auf CNN erklärt er, die Menschheit soll kein Drama machen über den Preisanstieg – er rette schliesslich die ganze Welt vor nuklearen Angriffen. So sieht jedes Auge anders, hört jedes Ohr was es will – von der Interpretation ganz zu schweigen.

Ein echter Fan!

Unser erster Einkauf im Safeway beweist – auch die Lebenshaltungskosten sind tiefer als in Kalifornien. Ausser beim Brot auf dem Bauernmarkt, da bezahlen wir für 720 Gramm in Plastik verpackt USD 12 – das sind CHF 9.48 – es ist ungesüsst lecker – das alleine ist uns 5 Fränkli wert. Was kostet denn ein Pfünderli heute in der Schweiz?

In Oregon scheinen die Uhren gemächlicher zu ticken. Man hat Zeit für einen Schwatz – die Männer tragen Kappy und Bart, die Damen sind gepflegt ländlich. Die Häuser sind teils in bunten Farben gestrichen und das Wetter hält was es verspricht – Nebel und Wolken und „wir-tun-so-als-wäre-es-Frühling und schön.“

Das garstige Wetter beeinflusst unsere Routenwahl. Der RIM des Crater Lake NP ist wegen Schnee geschlossen (1‘883 Meter) und Minustemperaturen stinken uns. So streichen wir unseren Loupe über die Berge Richtung Bend und Umgebung und fahren weiter der Küste hoch Richtung Kanada. Die warmen Kleider sind parat.

Rau, wild, mystisch – das ist unsere Sicht auf die herrlichen Küstenabschnitte. In Jacken gepackt will unser Schrittzähler sein Soll erreichen, also raus aus der Sitzheizung und Füsse vertreten.
Die Kobralilie, Darlingtonia californica, blüht im Mai/Juni mit hängenden gelben und roten Blüten. Das Besondere der Pflanze? Sie ist eine der faszinierendsten und zugleich anspruchsvollsten fleischfressenden Pflanze der Welt. Mit Lichtfallen lockt sie Insekten an, diese finden die Ausgänge nicht mehr, erschöpfen und stürzen schliesslich in den Verdauungssaft der Pflanze.

Im Darlingtonia State Natural Site ist sie massenweise auf Insekten aus – was die Natur immer wieder grosse und kleine Wunder parat hält.

In…

… gibt es nicht viel zu sehen. Die Fahrt zum Weiler ist zwar schön…

…. doch wir treffen einmal mehr keine Menschenseele die wir fragen könnten, ob denn auch Schweizer hier leben?

Ankäblüämli, Fleischblüämli, Spitzwegerich, Placken, Vergissmeinnicht, Katzenschwänze, Sauerampher … wenigstens auf der Wiese sieht es aus wie in Switzerland.

Woher nur stammt meine Faszination und Anziehungskraft für Leuchttürme? Ist es Orientierung, Beständigkeit, Wachsamkeit, Hoffnung, Architektur? Sie trotzen seit Jahrhunderten stürmischen Gewässern, führen Seefahrer sicher nach Hause und sind dankbare Fotomotive. In so einem Leuchtturm möchte ich gerne wohnen – das muss total romantisch sein – nur das Treppen steigen?

Das Yaquina Head Lighthouse ist mit einer Höhe von 28,3 Metern der höchste Leuchtturm Oregons. Er ist international bekannt als Drehort, unter anderem für den Horrorfilm „The Ring“ (2002) und immer noch in Betrieb. Vom stündigen Marsch aus sehen wir den Turm immer wieder in seiner Pracht.

Die Fahrt der Westküste hoch ist sensationell. Kilometer lange, einsame Sandstrände…

zerklüftete Felsen, Brandung, Steine..

Vögel – der Geruch des Windes und des Pazifiks – so unglaublich schön.

State Parks sind unsere Übernachtungsplätze der 1. Wahl – sie sind grosszügig angelegt, sauber und in schönster Natur. In so einem Park treffen wir Manuela und Pascal aus Thun.

Sie sind mit dem Fahrrad von Vancouver nach San Diego unterwegs. Das ist die Champions Reiseliga und bringt doch einige Herausforderungen mehr als regensicheres Reisen im Van. Bravo ihr zwei.

Und wieder so ein stimmiger Platz zwischen Meer und Lagune dass ich Werni überzeugen kann, sogar einen Feuerabend zu zelebrieren

Sturm, starke Strömung und dichter Nebel treiben den Viermaster „Peter Iredale“ am 25. Oktober 1906 auf Grund beim heutigen Fort Stevens State Park.

Trotz der dramatischen Umstände überleben alle 27 Besatzungsmitglieder und zwei blinde Passagiere.

Viel ist vom Wrack nicht mehr zu sehen – das Ufer ist beliebt – nicht nur wegen der rostigen Teile – hier darf und kann man mit dem eigenen Auto über den Sandstrand flitzen.

Küstenabschnitte in Oregon sind was Besonderes!

701 km durch den Biberstaat und schwupps sind wir im Bundesstaat Washington.…….

Fazit der Woche: Redwood und Küste sind eingraviert in die Erinnerung.
Wochenfilm
Musik: Peter Benjamin, geboren in Newport, Oregon, Stück: The Victorian