9.-16.5.2026, ..es wird schwierig..

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Ab jetzt wird es echt schwierig, euch Bilder zu präsentieren, die nicht auch in Europa geknipst werden könnten. Immer wieder rufe ich: „Das sieht aus wie Zuhause,“…

Schneebedeckte Berge, glasklare Seen und Flüsse, blühende Wiesen, launisches Wetter – einfach wie in der Schweiz. Die Wanderstöcke sind parat, die Rucksäcke gepackt – wir vertreten Füsse im Bundesstaat Montana im Glacier Nationalpark, Westseite.

Doch zuerst bekommen wir ein Verhaltenstraining bei Bärensichtung. Black attack – Brown lay down. Den Bärenspray (Pfeffer) immer griffbereit halten, nie Bären verfolgen, bei überraschter Begegnung ruhig bleiben, nicht wegrennen, sich langsam singend entfernen. Klingt doch einfach.

Gut ausgerüstet starten wir früh hoch zum Avalanche See. Es ist ruhig in den Wäldern….

….nur Tiere streifen durch ihr Revier.

Am See angekommen erzählen uns Fischer, dass wir den Grisly um 5 Minuten verpasst haben. Schade, dafür sehen wir Bergziegen in den Felsen…

… und eine herrliche Bergwelt…

… Gnome…

Auch im Glacier NP ist zur Zeit nicht alles befahrbar. Wir sind zu früh um über die „Going-to-the-Sun-Road“ zum Ostteil des Parks zu fahren, also aussen rum. Der Osten gefällt uns noch besser.

Was für eine Pracht!

Den wohl schnellsten Grenzübertritt sitzend im Bänzli erleben wir in Carway, er dauert keine Minute, wir müssen nur 3 Fragen beantworten: 

  1. Was macht ihr in Kanada?
  2. Habt ihr genug Geld um die Reise zu finanzieren?
  3. Führt ihr Waffen oder Drogen mit?

Wow, wenn wir an unsere stundenlangen Übertritte in Afrika zurück denken?

Wir sind in Kanada, im Land des Ahorns, der Biber (Nationaltier) und dem Sorry-Gesetz. Kanadier sollen so extrem höflich sein, dass sie sich am laufenden Band entschuldigen.

Als zweitgrösstes Land der Welt liegt viel fahren vor uns. Wir freuen uns extrem auf die Canucks (Spitzname der Kanadier). Sie sollen das „Eh“ so oft benutzen wie wir Schweizer das „oder“ oder neu das „genau“. Das Nationalgericht ist Poutine (Pommes, Cheese Curds in Bratensauce).
Das 1-Dollar-Stück heisst „Loonie“, weil darauf ein Eistaucher-Vogel (Loon) abgebildet ist. Das 2-Dollar-Stück konsequenterweise „Toonie“😀. Und genau so ein „Loonie“ bräuchten wir für den Einkaufswagen. Denn – unser erster Schritt, wie in jedem Land ist: „Sortiment prüfen!

…. wir werden auch in Kanada nicht verhungern und unsere….

… stehen auch im Regal.

Auf der Fahrt zum Waterton Lakes National Park begegnet uns eine Herde Dickhorn-Schafe. Am Gate kaufen wir den Discovery Pass für Senioren, gültig für 1 Jahr für alle Nationalparks in Kanada (der junge Mann ist extrem freundlich, eh)

Wir fahren zu den roten Felsen..

…. wandern zum Blakiston Creek…..

….weiter die Akamina Strasse. Durch einen Blitzschlag bricht am 30. August 2017 das Kenow Wildfeuer aus und zerstört 38 Prozent der gesamten Parkfläche. Die historische Ortschaft Waterton mit seinem berühmten Hotel „Prince of Wales“ kann gerettet werden (obwohl Kanada seit 1931 unabhängig ist, fungiert der britische König weiterhin als offizielles Staatsoberhaupt.)

Das Prince of Wales Hotel, erbaut 1926/27, ist tatsächlich ein prächtiges Relikt aus der Blütezeit der Eisenbahngeschichte.

Seine hoch aufragenden Dächer, Giebel und Balkone verleihen dem Gebäude das Aussehen eines riesigen Alpenchalets. Und die Lage erst, thronend über dem Waterton See – da ist Kaffee trinken ein Erlebnis.

Doch zurück zum Brand. Die Natur befindet sich seither in einem Prozess der Erneuerung. Die verbrannten Wälder machen Platz für neue Wiesen, Sträucher und Jungbäume.

Die Schäden sind leider immer noch in weiten Teilen gut sichtbar.

Die ersten Tage in einem neuen Land heisst immer herauszufinden, wie was funktioniert. Tanken, bezahlen, Internet, Camping, Verkehrsregeln usw. usw. Die Fahrt nach Calgary ist eher langweilig, der starke Wind wirbelt Staub und Sand durch die Luft und wir sehen nicht viel.

Die Caravan-Ausstellung lässt uns neidisch werden. Bei diesem Modell würde Werni nicht immer den Kopf stossen und schau dir die Küche an! Zurück im Bänzli schmunzeln wir, was sind wir doch klein aber fein unterwegs.

Calgary, Kanadas drittgrösste Stadt mit etwa 1,5 Millionen Einwohnern bietet einige Sonderheiten.

Zum Beispiel das (+15) Skywalk System mit einem Verbindungsnetz von 16 Kilometern. Das oberirdische Brückensystem verbindet etwa 130 Gebäude miteinander. Es ist als städtebauliche Lösung entwickelt, um die Innenstadt im Winter trotz extremen Frosts fussgängerfreundlich zu halten. Statt einer U-Bahn gibt es einen Brückenplan.

Screenshot

Calgary ist das administrative und finanzielle Hauptquartier der kanadischen Erdölindustrie (nebst Saudi Arabien und Venezuela der 3. Grösste Öllieferant)

1988 sind in Calgary Olympische Winterspiele. Die Schweiz ist mit 15 Medaillen, davon 5 Goldmedaillen, sehr erfolgreich.

Die Stadt wird regelmässig als eine der lebenswertesten Städte Nordamerikas und der Welt eingestuft. Die Bevölkerung ist jung, vielfältig und modern.

Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz was die Höhenbegrenzung von Wolkenkratzern in Metern betrifft. Das Kriterium: Die Gebäude dürfen im Winter keinen Schatten auf den Bow River und bestimmte Parkbereiche werfen (sonst taut der Fluss im Frühjahr sehr spät auf)!

Die Funde von Hunderten unmarkierten Gräbern indigener Kinder auf den Geländen ehemaliger Umerziehungsinternate (sogenannter Residential Schools) stürzen Kanada in eine tiefe historische Krise.

Zwischen dem 19. Jahrhundert und den 1990er Jahren werden schätzungsweise 150’000 Kinder der First Nation, Inuit und Métis, systematisch ihren Familien entrissen, um ihre Kultur gewaltsam auszulöschen. „Den Indianer im Kind töten“ ist das erklärte Ziel des Staates und der Kirche. Tausende Kinder sterben durch Vernachlässigung, Krankheiten (Tuberkulose), mangelhafte Ernährung sowie körperliche, psychische und sexuelle Missbräuche.

Chinatown

All das Wissen ist nicht bei Wikipedia abgeschrieben sondern erzählt uns Beaterix bei einer Stadtführung in deutscher Sprache. Sie berichtet lebhaft, wir hören ihr gerne zu und die 2 Stunden sind im Nu vorbei. Alleine sehen wir uns noch die Bibliothek…

… das Musikmuseum Bell das mehr durch die Architektur besticht….

…und die Peace Brücke an. Der Name ist eine Hommage an die 100 Jahre Frieden zwischen den USA und Kanada.

Es ist ein intensiver Tag durch die City mit 16‘894 Schritten, da darf man auch müde sein am Abend.

Unsere Stadtführerin Beatrix empfiehlt uns Drumheller. Weite Fahrstrecke ist Prärie –

…dann plötzlich öffnet sich ein Schluchttal und da sind sie, die Dinosaurier, Hoodoos, Brücken und die Kohle-Bergbaugeschichten.

Hoodoo-Landschaft – (Sandsteinsäulen) immer wieder schön.

In der Dinosaurier Stadt steht T-Rex, 26 Meter hoch.

Überall stehen sie, bunt, teils kitschig – vor der Post, dem Fast-Food-Laden, den Banken – sie beobachten uns…

Das Royal Tyrrell Museum ist ein weltweit führendes paläontologisches Museen. Es beherbergt über 125’000 Fossilien und gilt international als absolute Spitzenadresse der Forschung. So darf der Besucher im Labor (getrennt durch Glasscheibe) den Paläontologen zuschauen, wie sie Knochen freilegen.

Die Dino Hall ist das Herzstück des Museums. Hier stehen über 40 montierte Skelette, darunter gigantische Raubsaurier wie der Tyrannosaurus Rex und der in Alberta entdeckte Albertosaurus, der am besten erhaltene Dino der Welt.

Der berühmte Borealopelta markmitchelli ist einer der spektakulärsten Funde der Welt. Der rund 110 Millionen Jahre alte, gepanzerte Pflanzenfresser wird 2011 zufällig in den Ölsanden entdeckt und ist bemerkenswert dreidimensional als versteinerte „Dinosaurier-Mumie“ samt Haut, Hornplatten und Mageninhalt gut erhalten (Original)

Das Museum deckt die gesamte 3,9 Milliarden Jahre alte Geschichte des Lebens auf der Erde ab. Es haut uns glatt aus den Socken….

…..obwohl wir keine Dino Fans sind. Schöner und informativer kann ein Museum nicht gestaltet sein, der Umweg über Drumheller hat sich total gelohnt.

 

Fazit der Woche: Guter Start in Kanada

 

 

Wochenfilm:

Musik: The Piano Guys, Stück: Glacier National Park

 

 

 

 

2 Kommentare zu „9.-16.5.2026, ..es wird schwierig..

  1. Hallo ihr zwei

    endlich habe ich wieder etwas Zeit, euch Hallo zu sagen und eure wöchentlichen Updates in Ruhe anzuschauen.

    Zuerst einmal: Wow. Ihr wisst ja, wir waren auch ein bisschen unterwegs, Holland, Deutschland, Spanien und selbst das hat uns schon so viele Eindrücke gegeben. Aber im Vergleich zu dem, was ihr macht, ist das wirklich nur eine kleine Schnupperreise. Was ihr lebt, ist eine richtige Lebensaufgabe.

    Je mehr ich eure Berichte sehe, desto mehr frage ich mich: Wie verarbeitet ihr all diese Eindrücke? Die Länder sind so groß, die Wege so weit, und jede Woche bringt ihr neue Fotos, neue Geschichten, neue Abenteuer. Das ist wirklich beeindruckend.

    Für uns war die größte Herausforderung, zwischendurch einfach mal alles sacken zu lassen und nicht ständig unterwegs zu sein, damit man sich nicht verliert oder völlig ausgelaugt wird. Aber ich denke, mit der Zeit kommt die Routine und bei euch ist das euer Leben: immer Neues entdecken, immer weiterziehen. Das ist etwas ganz Besonderes.

    Vielen Dank für die tollen Fotos wieder. Und nachträglich nochmals herzliche Gratulation zu eurem Hochzeitstag das ist wirklich eine Lebensleistung.

    Ich wünsche euch eine fantastische Zeit in Kanada. Ich kenne es zwar nicht persönlich, aber ich habe bisher nur Positives gehört, vor allem über die Menschen. Und was ich weiß: Die Kanadier mögen die Schweizer sehr. Viele kennen uns über das Eishockey, und da haben sie mir immer gesagt, wenn ich irgendwo einen Kandier in den Ferien kennengelernt habe: „Die Schweiz hat eine starke Eishockey-Mannschaft.“

    Alles Liebe und weiterhin eine wunderbare Reise
    glg
    Juan 🙂

    1. Lieber Juan

      Wir hoffen, dass ihr gestärkt zurückkehrt nach eurer Aus- und Wanderzeit. Sicher eine schöne Erfahrung und ein gutes Rezept sich nach schwierigeren Zeiten wieder zu Mitten und auf sich zu konzentrieren.
      Danke für die schönen Worte, sie haben uns berührt. Ja wir glauben es gibt eine Art Routine mit dem Reisen und Eindrücke verarbeiten. Obwohl wir Ende Woche manchmal selber staunen was wir wieder alles gesehen und erlebt haben in nur 1 Woche. Mit dem Schreiben unseres Blogs verarbeiten wir auch erlebtes. Herzlich liebe Grüsse Heidi und Werni

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