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Nächstes Jahr würde er 60 Jahre alt, mit 27, am 5. April 1994, stirbt Kurt Cobain durch Suizid. Der charismatische Frontmann von Nirvana ist in Aberdeen (Bundesstaat Washington) geboren und aufgewachsen. Nicht dass ich die Musik von Nirvana uneingeschränkt mag – doch Cobain ist Zeit seines Lebens schon ein interessanter Mann mit dem gewissen Etwas.

Eine Mischung aus Punkrock, Underground-Garagenrock und Hardrock bringt die Stimme Cobains Fans um den Verstand. Wie soviele Musikgenies scheitert er an Depressionen, Heroin, Medikamenten und gesundheitlichen Problemen.

„Something in the Way“ ist ein melancholischer Song von Nirvana mit Cello Begleitung. Der Text behandelt laut Kurt Cobain sein Leben als Depressiver, der manchmal im kleinen Park unter der Brücke schläft. Sein Elternhaus steht 2 Häuserblocks weiter. Der Park, (mehr ein Schmutzdreieck zwischen Strasse, Brücke und Fluss) liegt am Ende einer Sackgasse und ehrt den Sänger in schäbiger Weise. Die Bewohner im angrenzenden Haus scheinen genervt…..

Wir stehen vor der Gedenktafel und der Gitarre. Schade ist er gescheitert am Leben. Wir hoffen er ist jetzt im Paradies.
Aberdeen ist ein Städtchen, wo ich auch nicht hineingeboren sein möchte. Als Industriestadt, die traditionell als „Hauptstadt der Holzindustrie“ gilt, verdienen viele ihr täglich Brot als Tagelöhner. Fischerei und Hafendienstleistungen sind weitere Arbeitgeber. Sie wohnen in typischen, teils heruntergekommenen Arbeiterklasse Häuschen.

Ihr hartes Leben halten sie mit einer Prise Extravaganz (farbige Haare, billige Tattoos) frittiertem Essen (so viele sind übergewichtig) und einer gehörigen Portion Alkohol aus. Am Rande des Existenzminimums schieben sie ihre Einkaufswagen durch die Regale und kaufen das Wenige, was ihr Budget zulässt. Ich habe Zeit Menschenstudie zu betreiben, warte ich doch schon 30 Minuten an der Kasse bei der leicht verwirrten Kassiererin.

Es drückt mit oft das Herz ab wenn ich sehe, wieviele über 70-jährige noch arbeiten um zu überleben. Oft keine oder nur geringe Altersrente arbeiten sie bis zum Umfallen – und das im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

In Port Angeles kann man mit der Fähre übersetzen nach Vancouver Island in Kanada. Ist eigentlich unser ursprünglicher Plan.

Doch dann erreicht uns die Nachricht, dass Nicky, die Kisolanza-Farm-Besitzerin aus Tansania, ihre Schwester besucht in Trail, Kanada. Und schon fahren wir eine andere Route – einen Umweg von ca. 4‘000 Kilometer. Mein weiser Mann meint: „ Jeder Umweg birgt Überraschungen.“ Wie recht er hat! Denn ….. alles was jetzt kommt, hätten wir ohne die Zusatzschlaufe nicht gesehen.
Wir reissen einen Stopp – diese Farbenpracht möchten wir aus der Nähe sehen.

Ein riesiger Moorbeet Garten leuchtet in allen Farben. Rhododendrons – was für ein intensives Blühen.

Der Mount Rainier NP (der grosse, weisse Klotz bei Seattle) ist ein schlafender, 4392 Meter hoher Vulkanriese.

Er ist launisch wie eine Diva und macht sein eigenes Wetter. Oft hüllt er sich in Wolken nur um die Besucher zu ärgern. Heute ist er sehr gütig –

– er zeigt sich uns strahlend schön. Leider ist die Passfahrt noch nicht offen und so heisst es 1 mal hoch ins Paradies und zurück.
Es folgen schöne Fahrtage Richtung Idaho. Bergbäche (Kaskadenkette), Wälder, riesige Fruchtplantagen (Kirschen, Äpfel, Birnen) begleiten uns.

Innerhalb 100 Kilometer wechselt die Temperatur von 12 auf 29 Grad, von saftig grün zu trocken. Krass wie abwechslungsreich auch der Norden der USA ist.

Und es kommt noch krasser. Wir finden ein „Fake-Bayern“ mit voller Hingabe inklusive Christkindelmarkt, Maikränzen, Nussknacker-Museum, Bier, Wurst und Musik im Bundesstaat Washington.

Nicht dass Deutsche Auswanderer dahinter stecken. Leavenworth, ursprünglich eine sterbende Holzfäller- und Eisenbahnerstadt, bekommt in den 1960ern nach Einbruch der Industrie ein „bayerisches Facelift“ um den Tourismus zu retten – mit vollem Erfolg.

Seither gibt es strenge Architektur- und Design-Richtlinien die sogar für Ketten wie Starbucks oder Subway gelten. Diese müssen ihre Logos in altdeutschen Schriftarten und auf hölzernen Schildern präsentieren, um das Stadtbild nicht zu „stören“.

Die Bewohner nehmen das Thema so ernst, dass man Alphorn hört, Maifest-Tänze sieht – jedoch mit wilden Nachbarn – der Schwarzbär und die Bergziege leben direkt um die Ecke.

Zu Vico Torriani, Lys Assia und Co. essen wir unsere Weisswurst die sich als Bratwurst präsentiert und trinken ein Mass bayrisches Bier. Das ist einfach ein Muss im Städtchen wo man Dirndl, bayrische Hüte und Brezeln 🥨 kaufen kann – aber niemand Deutsch spricht.

Was sich zuerst anfühlt wie Kilometer fressen entpuppt sich als Fahrt durch Weizen- und Rapsfelder….

… die schöner nicht sein könnte. Zwar flach aber uns faszinieren die Weiten, die Flächen, das Fahren ohne Kurven.
Und täglich grüsst das Murmeltier – in Spokane, der Stadt die überrascht.

Am gleichnamigen Fluss samt Wasserfall…

… ist sie mit schöner Kunst und Details geschmückt …

Ihr Name stammt vom Volk der Spokan ab was „Volk der Sonne“ bedeutet.

Wer ist schneller?

In Wallace, Idaho, im sogenannten Silver Valley wohnen ca. 800 Menschen. Der Bürgermeister des Dorfes erklärt 2004, Wallace sei das Zentrum des Universums da niemand das Gegenteil beweisen könne.

Es war und ist die „Silberhauptstadt der Welt“. Über ein Viertel des weltweit produzierten Silbers stammt von hier. Und der Silber Rausch hält an. Viele der Häuser stehen unter Denkmalschutz.

Doch heute ist weder das Silber noch die Häuser wichtig, heute ist das jährlich stattfindende Oldtimer Treffen, die Depot Day Classic Automobile Show.

Die ganze Stadt ist eine Art Freilichtmuseum. Karosserie glänzt, ist rausgeputzt, liebevoll gepflegt, restauriert und mit Stolz präsentiert.

Zu Livemusik bestaunen die Besuchenden die Oldtimer – was für ein amüsanter und farbenprächtiger Morgen!

Fazit der Woche: Jeder hat wohl sein eigenes Paradies
Wochenfilm
Musik: Kurt Cobain, Nirvana, Stück: Something in the Way, MTV Unplugged In New York (Live Acoustic)