13.-20.9.2021 … es wimmelt ….

Es wimmelt überall von Menschen!

In Malawi leben 19.5 Mio Menschen auf 118‘000 km2 Fläche. Malawi zählt zu einem der dichtesten bevölkerten Länder Afrikas. Im Süden ist die Dichte am stärksten da 18 Prozent in Städten leben.
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Das Fischerdorf Chembe liegt am legendären und sehr touristischen Cape Maclear. Hier reihen sich Tauchschulen, Beach Bars und Campinganlagen neben einfachen Fischerhütten.

In den 80iger Jahren ist Chembe das Dorado junger Rucksackreisenden die dem illegalen Haschisch und Marihuana Konsum frönen.
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So wundert es nicht, dass laute Barmusik unseren Schlaf stört. Wir treffen Anabel und Camil aus Frankreich wieder, neben Camil habe ich im Chobe in Namibia schon Wäsche gewaschen. Es gibt viel zu erzählen. Wir werden in der Nacht ausgeraubt, unsere Videokamera ist weg sowie Wernis Rasierapparat. 2 Security Männer bewachen das Camp, es ist warm, wir lassen die Türe einen Spalt offen und schwups – sind wir beraubt. Selber schuld ist unser Resümee – wir müssen einfach vorsichtiger sein.
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Die Mua Mission ist geprägt durch das künstlerische Gespür von Pater Boucher, einem Belgier. Er macht interessante Führungen und fordert die Besucher auf, sich mit verschiedenen Religionen und der eigenen Kultur auseinander zu setzen.
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Leider erleidet der Pater kürzlich einen Hirnschlag. Seine kreative Hand der letzten fünf Jahrzehnte mit viel Liebe zum Detail ist in der Kirche, im Museum, im Camping und im Restaurant ersichtlich.

Das Chamare Museum ist das Glanzstück der Mission. Bereits von aussen ist die Geschichte Malawis in beeindruckenden Wandmalereien festgehalten. Costa kocht für uns ein feines Rindsvoressen, zum Frühstück werden wir eingeladen.
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Über den Golomoti Pass erreichen wir das auf 1550 Meter gelegene Kleinstädtchen Dedza. Auf dem Weg verkaufen „Golomoti-Carvers sehr hübsche, selbst gebastelte Autos, Helikopter und Velos aus Weichholz. Bis ins Detail mit viel Feingespür sind die Stücke gebastelt so dass ich dem Kauf eines Velos nicht widerstehen kann.
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Die Deza Pottery Lodge weiss, wie man Gäste warm Willkommen heisst. Die grosse Töpferei läuft auf Sparflamme weil die Gäste fehlen. Es wird uns immer wieder bewusst, was Covid in den armen Ländern anrichtet – trotzdem versuchen die meisten, die Betriebe aufrecht zu erhalten.
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Mein Bauch meldet immer „Alarm“ wenn wir in eine grosse Stadt reinfahren. In Lilongwe, der Hauptstadt Malawis, tümmeln sich Massen von Menschen, reihen sich Autos 3 spurig in Blechlawinen ein, wollen alle etwas von uns, von Essen, Geld über kühle Drinks und der Geräuschpegel lässt meine sensiblen Ohren jammern.
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SPAR, Food lovers, Shoprite – ein Supermarkt reiht sich an den anderen in modernen Shopping Centers wo alles erhältlich ist in guter Qualität. Vorräte auffüllen, Philipp Rasierer mit europäischen Kabelanschluss kaufen, Geld wechseln, Giga füllen – und nichts wie weg! Ich bin definitiv stadtuntauglich.

Über schöne Berglandschaft, leider etwas dunstig, stoppen wir in einem kleinen Dorf um meinen Jeansjup nähen zu lassen. Innert Minuten sammeln sich Kinder um uns und beobachten die „Mzungus“. Der Schneider verlangt 50 Rappen.
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2 mal stoppen wir weil Gospel Chöre auftreten. Wunderschöne Stimmen mit viel Rhythmus im Arsch begeistern sie uns, wir haben 2 CD‘s mehr an Lager.
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Das staatliche Ntchisi Waldreservat schützt die letzten natürlichen Bergurwälder vor zügelloser Abholzung. Dichter Nebel vermiest uns die geplante Wanderung durch die Berge und Wälder.

Auf unserer Fahrt zurück an den Malawi See kommen wir der Dorfbevölkerung nahe und dürfen Teil eines Sonntagsfestes sein.
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Das sieht doch ein bisschen aus wie „Älplerchilbi“ auf malawisch?

 

Fazit der Woche: Soviel Kultur haben wir schon lange nicht mehr gesehen. 

 

 

 

 

6.-13.9.2021 Berge und See

In 132 km umfahren wir das Kratermassiv Mulanje. 69 km davon ist unebene, schmale und teils steinige Piste die wir grösstenteils im ersten Gang fahren mit durchschnittlich 25 km/h.

Kleine Dörfer reihen sich wie Perlen einer Kette aneinander, unzählige Fahrräder holpern und spuren sich durch den Sand, es wird gezimmert, repariert, geschneidert, gekocht, gesungen und gelacht.
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Frauen verkaufen ihre 6 aufgetürmten Tomaten, tragen Lasten auf den Köpfen und Kinder spielen und vergnügen sich mit nichts.

Ein weiblicher Gospel Chor verkauft uns ihre neuste CD.
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Mit christlichem Sound hüpft und holpert unser Bänzli Kilometer für Kilometer vorwärts. Die Kraterspitzen als Begleiter auf der linken Seite – Mais, Sorghum und Teefelder auf der rechten Seite –
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erspüren wir das einfache Leben der hiesigen Bewohner. Immer wieder halten wir an und versuchen ein paar Worte zu kommunizieren – wenn das nicht geht verrenken wir unsere weissen Körper zum Rhythmus der Gospel-Musik bis alle schallend lachen. Wernis Hüftschwung wird immer besser – er entwickelt sich zum echten Tanzbären.

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Wir schlendern durch einen lokalen Markt. Ein buntes Baumwolltuch füllt neu meinen Schrank, ich probiere ein Mini-Schweinestück gegart in Fett am Strassenrand….
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…und Werni beschäftigt den Schneider mit Flickarbeiten. Wir sind wieder in unserem geliebten, tiefen Schwarzafrika angekommen.

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boNGO heisst ein im Jahr 2007 gegründetes Vorschulprojekt. Vier junge Idealisten (Schweiz, Tschechische Republik, USA und Malawi) träumen von Entwicklungszusammenarbeit und nicht von Entwicklungshilfe.
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Justin, einer der Gründer, erklärt uns das Projekt von A – Z. Vier Kindergarten sind initiiert (Umgebung Blantyre) – zwei davon dürfen wir besuchen. Da hocken die 3 bis 6 jährigen still auf dem Boden und lauschen aufmerksam der Stimme der Lehrperson (ebenfalls auf dem Boden hockend.)
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Die Vorschule ist gratis, die Mütter der Kinder helfen beim Reinigen der Schulzimmer, beim Kochen, Nähen, Reparieren und überall dort, wo Hilfe benötigt ist.

Mit grossen Augen werden wir gemustert, selten erreicht uns ein scheues Lächeln. Bis die Kinder in die staatliche Primarschule kommen, können sie lesen, ihren Namen schreiben und haben Vorkenntnisse in Zahlen.
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Es wird Wert auf Hygiene wie Zähne putzen gelegt und dass Abfall in den Eimer gehört.

Madlen aus Stansstad war zwei mal hier als Volontärin, durch sie werden wir auf das Projekt aufmerksam.
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Silvia und Marco, ein italienisches Paar, lebt seit 11 Jahren in Zomba und betreibt das B&B Casa Rossa. Italienisches Essen – nichts wie hin! Wir schlemmen hausgemachte Ravioli als Vorspeise, Pizza als Hauptspeise und selbst gemachtes Mocca Glace als Dessert. Grazie!
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Weitflächig wird auf dem Zomba Plateau Wald gerodet. Motorsägen brummen über Kilometer, das geplante Camp ist furchtbar, das Bergweltflair verdorben. Frauen tragen über viele Kilometer 50 kg schwere Holzbündel auf dem Kopf zur nächsten Verkaufsstelle.
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Der Liwonde NP ist laut „Hupe“ der Schönste in Malawi. Und Frau Hupe hat recht. Entlang dem Shire River entdecken wir sehr viele Tiere,
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der Fluss spendent Wasser für saftige Grasflächen und schöne Mischwälder bieten den Tieren Schutz.
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Das Beste kommt aber in der Nacht. Es knackt und rasselt um unser Auto. Eine 8 köpfige Mädelsherde (Elefanten) mit ihren Jungtieren scheinen den Baum auffressen zu wollen, unter dem wir stehen. Wir sind umkreist, sie stehen 2 Meter neben unserer weit geöffneten Schiebetüre. Leise atmend, jede Bewegung meidend, beobachten wir die Kolosse bis sie nach 1 h friedlich weiterziehen.
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Dieser Stein wurde der Legende nach 3 mal versetzt und 1 mal zertrümmert um die Strasse geradeaus bauen zu können. Am nächste Tag stand der Stein immer wieder am alten Standort. Die Strasse zeichnet jetzt eine Kurve.
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Umkreist man den Stein 3 mal, klopft auf ihn und pfeift dabei, soll künftig etwas aussergewöhnliches passieren. Da sind wir ja gespannt!
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Am Wasser ist es immer schön und gehört man von der ersten Minute an zur Familie wie bei Leonie und Taffy kann der Start mit dem Motto „Entang dem Malawi See“ gar nicht schöner sein. Taffy’s Geburtstagsparty wird heute gefeiert (69 Jahre) und wir sind adoptiert. Sundowner Bootstour,
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… Apero am Strand, Nachtessen am Freundestisch, Jägermeister als Schlusstrunk – wir fühlen uns so was von willkommen und integriert.

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3 km dem Strand entlang laufend, die Lokalen beobachtend beim Waschen, Baden und Geniessen, nehmen wir die Einladung von Gert an. Er hat einen Doppelpass, Südafrika/Deutschland, ein schönes Haus am See und spricht Deutsch. Wir bekommen viele wertvolle Tipps für die Weiterfahrt. Seine Hühner sind sein Stolz, alle tragen sie Namen der Königsfamilie aus UK. Diana, Andrew, Elisabeth usw. Es müssen ja nicht immer Elefanten sein😀.
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Fazit der Woche: Malawi erobert unsere Herzen 

 

30.8.-06.09.2021 Transit Mozambique

Und wieder wird das Röhrchen tief ins Nasenloch gebohrt! Am nächsten Tag können wir unseren Negativen Covid Test abholen. Um 2 Grenzübertritte mit 1 Test abzudecken, bleiben uns 72 Stunden, um durch Mozambique die 550 km bis zur Grenze Malawi zu fahren. Jetzt heisst es Gas geben!

Hier noch eine Bestätigung, dass die Welt ein Dorf ist. Vor dem Covid Labor in Mutare spricht uns Urs Schaffner an, ein Schweizer, der seit 15 Jahren mit seiner Frau in Zimbabwe lebt und arbeitet. Seine Tochter Angela arbeitet bei der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee und wohnt in Luzern. Falls jemand Angela kennt oder trifft – lasst sie grüssen von uns.
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Angela (rechts) mit ihrer Schwester

Und noch eine lustige Geschichte. Wir bekommen Post vom Brändi aus Horw. Sie haben das veröffentlichte Bild von Tanja auf Instagram mit dem Elefanten vor dem DogSpiel gesehen und darauf reagiert.

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Herr Tambadini, der schon dafür sorgte, dass wir nach Zimbabwe einreisen durften sorgt auch wieder für ein reibungsloses Ausreisen. Danke Herr Tambadini! Für Mozambique haben wir die nötigen Papiere parat und nach 2 Stunden fahren wir auf einer perfekten Strasse mit Strassenlampen Richtung Chimoio.
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Was als erstes auffällt in Mozambique
: Wir fahren durch dicht besiedeltes Gebiet, es wird Portugiesisch gesprochen, die Mädchen tragen lange Röcke als Schuluniform, es wird nicht zurück gewinkt, es gibt viele Polizeikontrollen, der Strassenrand ist der Marktplatz (auch Ratten stehen im Angebot.)

In 430 km fahren wir nordwärts durch vermüllte Dörfer nach Tete. Plastik, Dosen, Papier, PET – der ganze Abfall begleitet uns als Schmutzallee. In der Stadt campen wir unter besonderer Obhut, Jesus é bom, heisst der Platz direkt am Ufer unseres alten Freundes Sambesi.
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Brücke bei Tete über den Sambesi Fluss

Die Villa Habsburg in Tete hat uns zwar zu spät aber doch noch eine Buchungsbestätigung für den Grenzübertritt nach Mozambique zugestellt. Wir fahren hin um danke zu sagen und zu frühstücken. Was für ein schöner Betrieb. Alles sauber, alle nett und das Frühstück ist sehr fein.
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Mit Speck, Wurst und Spiegelei im Magen liegt das Ziel Malawi gute 80 km vor uns. Exit Mozambique verläuft problemlos, der Eintritt nach Malawi braucht Nerven.

Schon der erste Beamte schüttelt den Kopf, die zweite Beamtin erklärt uns, dass Touristen nur mit einem E-Visa einreisen können. (Die Beantragung dauert 3 Tage). Dann kommt der Big Boss! Mit gespreizten Beinen hockt er, einen Schlüsselbund drehend, mit seinem arroganten Eierkopf auf einem Stuhl und schüttelt den Kopf. Argumente, speziell von weiblicher Seite, werden nicht geduldet, er droht uns nach Mozambique zurück zu senden.

Wir sitzen demütig auf der Holzbank und warten. Nach 3 h kommt das Oberarsch mit einem Schreiben, dass wir die Erlaubnis haben, die Visa beim 75 km entfernten Internationalen Flughafen Chileka anzufordern. Yusuf ist unsere Kontaktperson am Flughafen und er fragt vorab schon mal an, wieviele Dollars er extra bekomme für seine Dienste. So offen ist uns Korruption noch nie begegnet und verdirbt uns unserern ersten Tag in Malawi.

In Blantyre lässt ein Gin/Tonic die Stimmung etwas anheben obwohl wir inmitten einer Schutthalde übernachten. Malawi – das kannst du hoffentlich besser!
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Was als erstes auffällt in Malawi: 
Es ist sehr sehr dicht besiedelt, es herrscht Geschäftigkeit, nur wenige tragen Masken, fast kein Müll der Strasse entlang, die Felder sind bestellt, es ist bergig und schön, wir sehen Moscheen.
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Über saftige Teeplantagen erhebt sich das Vulkanmassiv als Inselberg bei Mulanje. Bis zu 3000 Meter Höhe erheben sich die zum Teil gut sichtbaren Kraterwände und Gipfel.

Im Golfklub herrscht Feststimmung. Blumen, Festgarnituren und Geschenke stehen parat. Eine muslimisch-christliche Hochzeit lässt neben den geladenen Gästen in Festkleidung die Dorfbevölkerung in Werktagskleidung teilnehmen.
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Von Mädchen bis Knaben, Kindern bis Greisen, Pfarrer bis Arbeitslosen, XS bis XXL  – alle schwenken ihre Körper rhythmisch zum Sound des DJ‘s – es herrscht Lebensfreude pur!
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Eine leckere Pizza rundet den Tag ab, Malawi kommt uns näher.
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Fazit der Woche: 2 Grenzübertritte in einer Woche ist einer zuviel.

23.-30.08.2021 Auf Abwegen

Durch Eukalyptus- und Pinienwälder schlängelt sich die asphaltierte Strasse über fast 1000 Höhenmeter zum Dorf Chimanimani. Die Bahnhofstrasse haben wir schnell gesehen, immerhin kann Werni Herrensocken kaufen.
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Bahnhofstrasse von Chimanimani

Die Chimanimani Bergkette bildet die Grenze zwischen Zimbabwe und Mozambique.
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Der Mount Binga, 2436 Meter, ist der zweithöchste Berg von Zimbabwe. Wir sind zu wenig fit für die 8 stündige Wanderung.

Mit dem Führer Colin laufen wir eine Runde im Gebiet „Corner Point“ und fahren dann die „Panoramastrasse“ zum nächsten Schmuggler Grenzdorf Cashel.
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Hier wird Wald im ganz grossen Stil gerodet und nicht mehr aufgeforstet.
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Pinienwälder verschwinden und zurück bleiben ausgebeutete Hänge mit der eingeschleppten und unerwünschten B-Pflanze, die sich unkrautmässig rasant ausbreitet.
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Vor 15 Jahren ist das Hotel „Hot Spring“ umgeben von Glanz, Delikatesse, Noblesse und Therme. Der einstige Glanz ist immer noch ansatzweise sichtbar.
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Nach mehreren Pächtern übernimmt der Staat die Therme und wie immer, wenn die weissen Hände und die umsichtigen Augen verschwinden, ist es vorbei mit der Wartung der Anlage.
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Innert Jahren verwildert und verschmutzt alles, die Gäste bleiben aus.
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Auf dem Weg zum botanischen Garten Vumba wandern wir auf den Mount Beacon.
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Eine herrliche Rundsicht auf 1800 Meter Höhe und eine Windradleiche erwarten uns auf dem Gipfel.

Das Windrad, ein NGO Projekt, war 1 Jahr im Einsatz und ruht sich seit 3 Jahren liegend aus.

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Tony‘s coffee shop mit seinen Kuchen liegt am Ende der Welt. Werni schmatzt an einem Schokoladen Kuchen mit einem Wiener Kaffee und bezahlt dafür USD 21.
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Tony ist ein spiritueller, feinstofflicher und trotzdem geschäftstüchtiger Veganer. Sein Wohnhaus mit integriertem Kaffee ist äusserst liebenswürdig eingerichtet. Alle Details passen, Blumen versprühen ihren Duft, Windspiele sorgen für positive Energie – wir fühlen uns pudelwohl bei Tony und verplappern uns.

Endlich wieder frei wandern! Werni als Karten- und Wegwanderer und ich als Bauchwanderin sind uns nicht immer einig, wo der Weg entlang führt. Und so geraten wir auf Abwege und stehen plötzlich im Dickicht des Regenwaldes. Wir kämpfen uns durch, zurück bleiben zerkratzte, blutende Beine und schöne Abenteuererinnerungen.

Nach 3 Stunden gönnen wir uns nochmals Kuchen und Kaffee bei Tony‘s. So lecker, so zuckersüss, so nährend dass wir unsere Hauptmahlzeit, das Nachtessen, streichen. Der Zucker kitzelt Stunden später noch im Kehlkopf. Ich schlafe mit „gluschtigen“ Gedanken an ein Salami-Canapé ein.

Nebel umhüllt mit seinen Schwaden die saftige Vegetation und vertreibt uns zur nächsten Stadt Mutare.

Unsere gefahrene Route in Zimbabwe.

Heute erfahren wir, dass die Landweggrenze zu Malawi geöffnet wurde. Jetzt haben wir ganz schön was zu studieren, wie unsere Reise weiter geht.

 

Zimbabwe: Eine bewundernswerte Bevölkerung als Überlebenskünstler, freundliches Grinsen von einem Ohr zum anderen das als Kontrast zum schwarzen Gesicht eine breite, weisse Zahnreihe freigibt. Abwechslungsreiche Landschaft mit tollen NP. Schönes Hochland das zum Wandern einlädt, oft Trinkwasserqualität vom Bohrloch, Inflation ohne Ende, Benzin und Lebensmittel problemlos erhältlich, keine einzige korrupte Polizeikontrolle in 3 Monaten.

 

Fazit der Woche: Zimbabwe du wirst uns fehlen.

 

16.-23.8.2021 Abschied versus Wiedersehen

Im Dorf Chiredzi dürfen wir für die Nacht im Park der Palm Tree Lodge übernachten. Der Manager samt Personal sind aufmerksam und freundlich. Ein Foto mit den Swiss Guests wird geschossen und all unsere Wünsche werden erfüllt. Sogar gratis Wifi erhalten wir, alle Updates können wieder mal geladen werden.
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Das
Savé Valley Conservancy fokussiert im speziellen auf den Schutz von gefährdeten Tieren, allen voran das Nashorn und der Wildhund. Er ist einer der grössten Privatparks Afrikas.

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Die Idee des Parks begann im Jahr 1920 mit Viehzucht. Im Jahr 1990 wurde das Areal in 15 Zonen unterteilt und beherbergt heute Landwirtschaft, Tierschutz und Jagd.

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Im schönen Humani Camp buchen wir ein Game Drive und lassen die Seele „la bambälä“. Wir besuchen Rocky, das Baby Nashorn, mit dem schmusen erlaubt ist.

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Die Birchenough Brücke führt über den Save Fluss und ist ein imposantes Bauwerk.

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Wir sind auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz. Im Mapari Rest Resort will niemand übernachten. Bei den Toiletten und Duschen blättert die Farbe der Wände ab, auf die WC Schüssel kann sich wohl niemand über 60 kg hinsetzen, (will auch niemand) die Armatur ist rostig, der Schmutz lagert sich überall in mindestens 3 Schichten. Die 3 dauerlachenden Angestellten verbessern die Situation nicht. Nichts wie weg!

In Chipinge geht die Suche weiter. Beim 3. Gästehaus finden wir einen geeigneten und passablen Unterschlupf.

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Nach fast 3 Monaten zusammen reisen trennen sich unsere Wege von Tanja und Marcel. Es war schön mit euch. Unzählige Dog Spiele, feine Nachtessen, schöne Gespräche gespickt mit viel Humor prägten unser Zusammensein. Wir rufen euch zu: „bis bald irgendwo.“

Wir besuchen Sue und Derek Olivier eine Fahrstunde von Chipinge entfernt. Wir kennen die beiden aus unserer Tansania Zeit.

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Sie leben und arbeiten inmitten von Tee-, Bananen-, Avocado- und Macadamiaplantagen.

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Die Macadamia hat ihren Ursprung in Australien. Sie gilt als die Königin der Nüsse. Schon die Aborigines schätzten diese Nuss als Nahrungsquelle. Die Macadamia gehört zu den kalorienhaltigsten und teuersten Nüssen der Welt.

Sue und Derek, beide in Zimbabwe geboren, verlieren durch das Enteignungsprogramm von Mugabe im Jahr 2001 ihr gesamtes Hab und Gut und flüchten einige Jahre später nach Tansania.

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Durch ein verlockendes Jobangebot kehren sie vor einigen Monaten nach Zimbabwe zurück. Ihre verheirateten 3 Kinder leben in UK – all ihre Freunde in Tansania.

Wir sind wenige Kilometer zur Grenze von Mozambique entfernt und die Bergweggrenze ist ein beliebtes Schmuggelgebiet.

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Eine 2 stündige Wanderung durch die Plantagen, durch Eukalyptus Wälder und entlang der Dämme beweist, es gibt in jedem Land schöne Ecken zu entdecken.

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Wir bleiben 3 Nächte bei Sue und Derek, einmal koche ich Röschti mit Zürich Geschnätzeltem, ein Mal werden wir mit einem super leckeren Lammcurry verwöhnt! The best ever!

Thank you so much Sue and Derek for your hospitality, we felt at home!

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Fazit der Woche: Abschied und Wiedersehen, beides weckt Emotionen

9.-16.08.2021 Gonarezhou NP

Auf neuem Teerbelag fahren wir durch das Städtchen Triangle. Wie auf Schienen rollt unser Bänzli, unser Gähnen wird intensiver, die Augen fallen beim Fahren fast zu, warum sind wir nur so müde heute?
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Das Städtchen Triangle ist umkreist von riesigen Zuckerrohrfeldern, es ist grün, anmutigend, mit vielen Wasserdämmen und einer Zuckerfabrik.
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Zuckerrohr wird seit 1931 angepflanzt und ein Grossteil der Bewohner lebt von den süssen Stangen.
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Im Gonarezhou NP buchen wir 6 Nächte in 3 verschiedenen Campingplätzen. Vom Chipinda Camp fahren wir ein kleines Game. Was für ein Park!
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Die Strassen sind unterhalten, steile Abschnitte sind gepflästert und es gibt eine neue Brücke über den Runde River.
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Die Camps sind sauber, am Fluss gelegen, mit funktionierenden Toiletten und Duschen inkl. warmem Wasser. Das gesamte Personal ist kompetent, freundlich und
speditiv. Letzteres für Afrika aussergewöhnlich!
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Wir haben 3 schräge männliche Nachbarn. Eine riesige Kühltruhe, Batterie gespiesen, gefüllt mit Alkohol und Fleisch, lassen die drei „Wilden“ am Abend laut werden. Ihr rohes Lachen, die fehlenden Frontzähne, die schielenden Augen, die fleischigen nackten Oberkörper, die grobe Sprache, die schrägen Kleider und das verteilen von Speichelflüssigkeit bestätigt, wir Menschen stammen vom Neandertaler ab!

Auch der zweite Platz, Chinguli, ist mega schön. Nebst den Tieren sind wir begeistert vom Unterhalt des Nationalparks. Er kann nicht unter der gleichen Führung stehen wie Mana Pools wo bei uns nur negatives hängen geblieben ist.

Beim Nachfragen erfahren wir, dass der Park teilstaatlich ist, jedoch seit dem letzten Taifun unter der Obhut eines deutschen NGO Projektes steht. Der Groschen fällt – darum ist alles so gut in Schuss.

Pokwe, das dritte Camp, steht mitten in der Wildnis. Viele geknackte Äste und Dung zeigen, auch Elefanten lieben dieses Camp. Was durchziehende Elefantenherden an Verwüstung hinterlassen ist kaum zu glauben. So verwundert es nicht, dass die Population der Elefanten reguliert werden muss.
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Abwechslungsreiche Landschaft im Park 

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Wir fahren ein Gamedrive zu zwei Pfannen. Plötzlich wird die Strasse schlechter, viel schlechter, sehr viel schlechter und wir suchen uns Wege durch Auswaschungen und Gräben.
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Zu guter letzt muss geschaufelt werden – Tanja legt sich ins Zeug wie Gölä wohl früher als Büetzer – und ebnet uns den Weg.
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9 Löwinnen und 1 Löwe liegen um ein totes Zebra, leider sind die Bäuche schon voll und sie ziehen schnell weiter sodass wir sie nicht knipsen können.
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Den Park verlassen wir über das Ostgate. Vorher noch eine kleine Flussdurchquerung. Zum Schluss bleiben schöne Erinnerungen an wunderbare 6 Tage im Gonarezhou Nationalpark.
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Fazit der Woche: Meeega schön mit einer Prise Abenteuer !

 

 

2.-09.08.2021 Morgenrot daher

Ausnahmsweise blende ich einen Tag zurück, ist der 1. August für uns doch ein wichtiger Tag. In Bulawayo, der zweitgrössten Stadt von Zimbabwe, sinnieren wir über den Text unserer Hymne.
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Die Grillwurst darf nicht fehlen

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Mal ehrlich, kann und versteht jemand den Text der 4 Strophen Heimatgefühl und die Intonation des Vaaa-aa-aa-ter-lands?

Wir sind uns einig, unsere Hymne braucht dringend einen neuen Text😃😃.

Wieder steht Admin an, unser Bänzli bekommt einen Service und beim Toyota von Tanja und Marcel muss geschweisst werden.

Seit 1 Woche springt unsere Truma Heizung nicht mehr an. Die Fehlermeldung E122H scheint ein bekanntes Problem zu sein. Wir bekommen gute Tipps, versuchen alles, ersetzen unsere Bordbatterie – nichts hilft! Support vom Hersteller bekommen wir wenig, sie müssten die Heizung mittels Computer auswerten.

Marlis und Kurt Bucher, die wir bis jetzt nur virtuell kennen, sind bereit, uns ein Ersatzteil, einen Glühstift, nach Namibia mitzubringen. Dankend nehmen wir das Angebot an.

Juli ist der kälteste Monat im südlichen Afrika, bis Ende August bläst ein kühler Wind. Bald kommt der Frühling und unser Heizungsproblem wird sich entschärfen.

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Gross-Simbabwe ist eine Ruinenstadt, die 39 Kilometer von Masvingo entfernt liegt. Der Name Simbabwe bedeutet je nach Dialekt ‚Große Steinhäuser‘ oder ‚geehrte Häuser‘.

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Die Ansiedlung auf dem gleichnamigen Plateau war die Hauptstadt des Manhumutapa Reiches das ausser dem heutigen Simbabwe auch Teile von Mosambik umfasste. Gross-Simbabwe hatte in seiner Blütephase vom 11. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts bis zu 18.000 Einwohner, wurde von den Minarcheb Simbabwes als königlicher Palast genutzt und war das politische Machtzentrum.

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Der Reichtum der Metropole beruhte auf Rinderzucht, Goldgewinnung und Fernhandel.
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Zeugnisse des spirituellen Zentrums sind die Simbabwe Vögel aus Speckstein. Die Anlage ist der größte vorkoloniale Steinbau in Afrika.
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Wir buchen eine 2stündige Tour durch die Unesco Stätte und es gefällt uns allen.
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Auch Meerkatzen sind bei der Tour mit dabei.

Der nächste Stopp liegt am Stausee Lake Kyle. Wir campen im kleinen Wildlife Park mit Rhinos, Zebras, Giraffen, Antilopen und vielen mehr.

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Unsere Walking Safari ist enttäuschend, doch wir sehen enthornte Rhinos und zwar recht nahe.

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Unser Führer William nuschelt ein paar Worte vor sich her und begleitet uns völlig unmotiviert durch den Park.

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Dabei trägt William ein interessantes T-Shirt das sein Versprechen nicht hält.
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Wie auch immer, es gefällt uns direkt am See auch wenn wir im Camp kein Wasser haben. Wir geniessen die Aussicht, die tollen Sonnenuntergänge und unsere Morgentoilette verrichten wir mit Schaufel, Papier und Anzünder.

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Fazit der Woche: Morgenrot ist schöner auf dem Foto als in unserer Hymne. 

 

 

 

19.-02.08.2021 Zickzackkurs

Auf einer „Open End“ Reise ist es weiter nicht tragisch, zickzack, ja sogar retour zu fahren. Für den Besuch des Matusadona NP machen wir genau das, wir fahren 250 km Schotterstrasse zurück!

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Zuvor geraten wir in Karoi einmal mehr in einen Kaufrausch von Lebens- und Genussmitteln und erfahren, was ein kompletter Lockdown der Stufe 5 in Zimbabwe für uns Touris bedeutet. Wir dürfen uns nach wie vor frei bewegen. Die Einreise ins Land ist nicht mehr möglich, Sondergenehmigungen werden keine mehr erteilt, Sambia, Mozambique und Südafrika Grenzen sind aktuell noch offen, Regeln ändern fast täglich, auch hier herrscht Zickzackkurs.

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Was für eine Bushaltestelle

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Wir sind parat für den Matusadona Park. Von anderen Reiseblogs sind wir gewarnt – die Zufahrt, ca. 70 km, soll katastrophal und zeitraubend sein, 5 Stunden im Minimum müssen eingeplant werden.

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Um so überraschter sind wir, dass es zwar etliche knifflige Stellen gibt, von katastrophal liegt die Piste jedoch weit entfernt. Die Strasse ist am Vortag fertig instand gestellt worden, teilen uns Parkangestellte mit. Was sind wir doch für Glückspilze!

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Der Campingplatz, umgeben von Wasser, ist ein Traum. Das Glücksgefühl, wenn Impalas, Hippos und Elefanten wenige Meter von uns vorbei ziehen, ist schwer zu beschreiben, es ist einfach irre schön. Hornbills, Spechte, Fischadler und viele unbekannte Vögel umkreisen uns und setzten ihre klebrig weisse Masse direkt auf unser Tischtuch und Auto.

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Ein neckischer Elefant will unbedingt Dog spielen, welche Farbe er wohl wählt? Der Elefant zählt zu den intelligentesten Tieren der Welt (also sollten die Dog Regeln kein Problem sein) mit ausgeprägtem Geruch- und Tastsinn. Nur sehen kann er schlecht wo er mit uns 3 Brillenträger im selben Boot sitzt.

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Ein Gamedrive am Morgen bringt nur kleine Ausbeute, wir sehen mehr, wenn wir im Camp sitzen und einfach auf die Tiere warten.

Die Landschaft im Park ist traumhaft. Fjord-mässig reihen sich kleine Inseln und Landeszungen durch das glasklare Wasser. Hier lässt es sich schön leben – ausser…….für mich als Wasserratte ein No Go……es darf nicht gebadet werden im See. Krokodile und Hippos treiben ihr Unwesen und wer will schon in näheren Kontakt treten mit scharfen Zähnen und Taschenleder?

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Nach 5 Nächten ziehen wir weiter. Drei Fahrtage von je ca. 250 km liegen vor uns.

In Gokwe dürfen wir auf einem Speditionsgelände unter der Bewachung von Sargent Reymond übernachten inmitten von Einheimischen, Ziegen und alten Öltonnen.

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Über Kwe Kwe, Gweru und dem Antilope Camp erreichen wir bei bitterer Kälte das Farm House am Rande des Matopo NP auf ca. 1400 Meter Höhe.

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Frisch aus dem Bett aber recht munter

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In Thermo Wäsche, langen Hosen, 3 Schichten Pullover, warmen Socken und Mützen schlottern wir trotzdem beim Nachtessen.

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Das Feuer aus der Grillschale spendet zwar Wärme, doch das geheizte ReMo und das warme Bett ziehen uns magisch an. Oh wie schön ist es doch unter der warmen Decke!

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Wir können uns endlich wieder richtig bewegen. In 10 km Distanz erkunden wir das Farmhouse Areal und treffen auf unserem Zickzackkurs auf Zebras, Giraffen, Warzenschweine und Gnus.

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Täglich wandern wir in mehreren Stunden durch Stein- und Felsformationen, rutschen auf unseren Hintern steile Passagen  runter und trainieren unsere Oberschenkel.

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Der Balancing Rock spornt uns zu einer kleinen Kletterpartie an.

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Jeweils um 16 Uhr finden wir uns auf dem Hochsitz zum Aperitif ein um den Tieren beim Fressen zuzusehen.

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So nahe sind uns Giraffen noch nie gekommen und wir studieren die interessante Kopfform aufs Genauste. Aus langen, dichten Wimpern beobachtet uns die Giraffe immer wieder und ist stets auf der Hut.

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Es gefällt uns, bis auf die Kälte, sehr gut in unserem Privatpark im Farmhouse Areal. Wir werden äusserst liebenswürdig betreut und die vielen Tiere sind das iPünktchen.

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Im Haupthaus lassen wir uns verwöhnen mit leckeren Abendessen wie Curry, Huhn in Paprika, Stroganoff und feinen Desserts.
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Urlaub vom Urlaub ist unser Motto für die nächsten 7 Tage und wir lassen es uns richtig gut ergehen.

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Fazit der Woche: Unser Motto „nie rückwärts“ hat nicht immer Gültigkeit. 

 

5.-19.7.2021 Sambesi River

Die Visa sind um 30 Tage verlängert, das Auto und die Wäsche gewaschen, die Vorräte aufgestockt – die Reise kann weiter gehen.

In Kariba offeriert der Fährenmann David, unsere Reisemobile in 6 Stunden schräg über den Lake Kariba zu unserer nächsten Destination, den Matusadona NP, für USD 700 zu transportieren.

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Da denke ich doch mit Freude an unsere lokale Autofähre in Nidwalden, die für wenig Geld zwischen Beckenried und Gersau kursiert. Nicht alles ist in Europa teurer als in Afrika. Natürlich schlagen wir sein Angebot aus.

Kariba ist kein Städtchen, wo man länger bleiben möchte. Ohne Charme, nur 1 Shop und überrissene Preise lassen uns Planänderungen vornehmen.  Wir entscheiden, hoch Richtung Mana Pools zu fahren.
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Zuerst stoppen wir direkt am Sambesi im traumhaft schönen Jecha Point Fishing Camp nahe der Grenzstadt Chirundu.
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Wir bekommen täglich Campbesuch von Elefanten, die Hippos singen allabendlich die „kleine Nachtmusik“ und die Warzenschweine schleichen sich kniend und fressend dem Grasrand entlang.
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Der Sambesi River steht in Flammen!
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Es ist uns bewusst, dass der NP Mana Pools teuer ist. Jedoch sind wir nicht vorbereitet, dass ein Campingplatz mit Null Infrastruktur, und ich meine Null, USD 230 kostet die Nacht!
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Welche Seite nehmen wir?

 

Die beiden Hauptbüros, wo gebucht und bezahlt werden kann, sind unorganisiert, chaotisch, teils unfreundlich und schrecklich langsam. So verplempern wir in zwei Tagen 5 Stunden in diesen Büros. Das lässt den Pegel des Gallensafts hoch ansteigen.

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Die erste Nacht verbringen wir in Mana wo neckische Meerkatzen mit meiner Schöpfkelle abhauen.
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Der Park ist entlang dem Sambesi schön und das Gamedrive gefällt uns.
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Die zweite Nacht verbringen wir im Chitake Spring Baobab Forest wo ein Rudel von 30 Löwen rumzieht. Wir hören sie röhren, sehen können wir sie leider nicht.

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Wir nächtigen auf einem Hügel mit mehreren Baobab Bäumen und 360 Grad Rundsicht. Scheue Schimpansen umkreisen uns am Abend, die parat gelegten Wurfsteine brauchen wir zum Glück nicht.

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Lachend bewundern wir die Kletterkunst und Übermut der Jungtiere und geniessen einen herrlichen Sonnenuntergang.

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Mana Pools hinterlässt bei uns einen schlechten Beigeschmack. Wir sind entsetzt über der Frechheit und Unfreundlichkeit eines Parkangestellten. Wir bekommen keine Bewilligung für die Fahrt dem Fluss entlang zurück nach Chirundu und als wir nachhaken, dass kürzlich Touris die Bewilligung bekommen hätten war die Antwort: „Regeln ändern täglich.“ Mit anderen Worten, unsere 4 Schweizer Nasen haben dem Angestellten überhaupt nicht gepasst. Das ist uns bei bis jetzt besuchten 35 Nationalparks noch nie passiert und ein Mal mehr enttäuscht ein grosser Parkname.

 

Geniessend gönnen wir uns nochmals ein paar Tage an der Grenze zu Sambia im Jecha Point Camp.

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Noch etwas zum Schmunzeln! Wir haben mit einem täglichen Workout von 20 Minuten begonnen. Nach dem 3. Mal ächzt unser Rostskelett bei jeder Stufe und unser Bewegungsapparat jammert leise vor sich hin, also – drannäbliebä, drannäbliebä, drannäbliebä!

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Nach dem Workout eine Abkühlung im sauberen Pool.

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Wir haben ganz selten Netz und so verzögern sich meine Beiträge leider immer wieder. Da unser nächstes Ziel der netzlose Matusadona NP ist, ist dieser Blog für zwei Wochen abgefasst.

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Fazit der Woche: Baobabs sind so schöne Bäume!

 

28.6. – 5.7.2021 Petri Heil

Von Slongo Markus bekommen wir zum Abschied vor 2.5 Jahren eine Reisefischrute geschenkt. Da lacht jeder Hobby Fischer. Es ist nämlich eine ausziehbare Gabel an der man eine Leine mit Haken befestigen kann.
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Der Lake Kariba reiht sich unter die 7 grössten Stauseen der Welt ein. Er ist 280 km lang, seine durchschnittliche Breite beträgt 18 km und er ist durchschnittlich etwa 29 m tief. Im See werden jährlich zwischen 20’000 und 30’000 t Sardinen gefischt.
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Direkt am See im Maabwe Camp machen wir 4 Tage Pause – also Zeit die Rute zu testen.

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Marcel und ich machen es uns auf dem Boot mit Köder und Angel bequem. Wir wollen nicht wirklich was fangen, wir wollen mehr angeben und bluffen.
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Kaum ist meine Leine im Wasser, habe ich bereits einen Bream am Haken. Ich ziehe ihn hoch – die Leine bricht – sie ist zu wenig stark. Simon, der Camp-Angestellte, verpasst meiner Rute einen stärkeren „Faden“ mit grösserem Haken.
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Wir wünschen uns Petri Heil und setzen uns am folgenden Tag wieder auf unser Fischer-Schämäli. Keine 5 Minuten später zupft ein Bream an meiner Rute, ich lache und hüpfe ungläubig, freudig – und rupf – die Leine hält, ziehe ich meinen ersten Fisch mit der Markus Rute an Land. Freude herrscht!
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Es ist keine Fotomontage!

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Marcel fängt auch eine Krabbe

 

Dann zieht er einen Riesenfisch raus, später zappelt ein weiterer an meiner Rute. Unser Nachtessen ist gesichert. Simon zeigt uns, wie der Fisch filetiert wird, leider nicht, wie man ihn tötet und ausnimmt.

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Mein Däddy war ein passionierter Fischer und so halte ich ein stilles Pläuderchen mit ihm.

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Chris unser Bootsführer

Margot und Richard, die Besitzer des Camps, laden uns zu einer Bootstour mit Sundowner ein. Nebenbei gibt es leckeres Gratisbrot mit auf die Fahrt zum Chizarira Nationalpark.

Wir wissen, dass wir nicht viele Tiere sehen werden im NP. Wir fahren wegen der Aussicht und der Natur zum Campingplatz mit Schluchtaussicht.

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Einmal mehr ein Platz, der das Herz erwärmt. Tanja und ich versuchen uns an einem neuen Brotrezept, wir geniessen die Ruhe, die vielen Schwalben die einen Adler auf dem Flug begleiten, leckeres Essen und zu guter Letzt………

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…..den Fussballkrimi Schweiz gegen Spanien, den wir beim Parkoffice schauen dürfen.

Auf über 600 km unbefestigter, teils zeitraubender Strasse ab Victoria Falls begegnen uns gar viele Kuriositäten. Darunter …

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Girls die Geburtstag feiern…, ein Fischklub der seine besten Tage hatte….…

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. …..Kinder die uns Brennholz verkaufen…

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.…..saubere Dörfer mit ihren Rundhütten….

. ….Baumwollfelder…

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….. mit deren Ernte…

.  ….romantischen Abenden am Lagerfeuer…

.……schönen Fahrten ….

. …..und Hippos auf dem Campingplatz aus nächster Nähe.

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Wir sind in Kariba. Unsere Visa müssen verlängert werden, die Aus- und Einreise in Zimbabwe ist nicht mehr möglich, die Region Kariba ist im Lockdown.

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Zum zweiten Mal werden wir wohl stecken bleiben. Zimbabwe erscheint uns nicht das schlechteste Land dazu.

 

 

Fazit der Woche: Fischen macht Spass!