20.-27.05.2019 eine Stunde Zeitdifferenz

…. liegt zwischen der Schweiz und Äthiopien. Doch hier tickt die Uhr anders. Es gibt die äthiopische Zeit und die internationale Zeit (Farandschi- oder Ausländerzeit). Nach äthiopischer Zeit ist der Sonnenaufgang, CH Zeit 6 Uhr = äthiopische Zeit 0, das heisst 7h=1, 8h= 2, 9h=3h usw. Fragt man einen Äthiopier, wann er ins Bett geht und er meint CH Zeit 22 Uhr antwortet er mit 4 Uhr. Wann öffnen Sie nach der Mittagspause? Er sagt 7 und meint 13 Uhr. Verwirrung pur zu Beginn unserer Reise.

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Damit nicht genug: Äthiopien ist das Land der 13 Monate! Zwölf Monate haben 30 Tage und ein Monat 5 bzw. 6 Tage (Schaltjahrausgleich). Aufgrund dieser kalendarischen Besonderheit sahen wir den touristischen Werbeslogan „13 Monate Sonnenschein.“

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Wir bringen unser ReMo in die Mercedes Garage zu Gautschi Rolf der seit 25 Jahren in Addis lebt. Kleinigkeiten müssen nach gefahrenen 11’000 Kilometer erledigt werden wie Motor reinigen, Filter wechseln usw.

Das VISA für Kenya ist im Pass, wir bekommen speditiv und freundlich das 3 Monats-Visum zugesprochen, bezahlbar in Dollar. Devisen sind gesucht und wir bekommen immer wieder Anfragen, Dollar auf dem Schwarzmarkt zu wechseln.

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Für die Afrikadurchquerung auf der Ostroute existiert die “Comesa Yellow Card”. Bei dieser überregionalen Haftpflichtversicherung handelt es sich um einen Zusammenschluss vieler nationaler Versicherungsgesellschaften unter dem Dach der COMESA „Common Market for Eastern and South Africa“. Wir schliessen die Versicherung für 1 Jahr ab, schliesslich bin ich ja die Tochter eines Versicherungsexperten.

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Was soll ich dir über Addis Abeba erzählen? Es ist eine Stadt, die mir überhaupt nicht gefällt und die mir nicht gut tut. Mal gibt es kein Wasser, mal kein Strom, mal kein Durchkommen, mal heftigen Regen, schreckliche Stadtteile, dann wieder sehr moderne – zu sehen gibt es nicht viel – ausser das Skelett, das im Nationalmuseum ausgestellt ist, und vor 3.2 Millionen Jahren gelebt hat. Als die Beatles im Jahr 1974 den Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ sangen, hörte das Ausgrabungsteam den Song im Radio und so bekam das Skelett den Namen Lucy, sie ist unser aller Urmutter.

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Wir verzichten auf Lucy weil wir raus wollen aus der Stadt. Lass mich doch noch etwas positives über die Hauptstadt schreiben. Es gibt das Bambizenter, wo wir Salami, Mortadella, Parmesan und Bohnen kaufen.

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Eine 3-spurige, maudpflichtige Autobahn führt uns südwärts Richtung Lake Langano. Ist das Äthiopien? Doch 60 km später holt uns das Gewohnte wieder ein.

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Der See Langano ist einer der wenigen Seen in Äthiopien, in dem das Baden ungefährlich ist. Aufgrund seines hohen Sodagehalts besteht keine Bilharziose Gefahr. Das Wasser hat eine rotbraune Färbung und fühlt sich sehr weich und seifig an. Durch die Nachbarschaft zum Nationalpark mit seiner reichen Vogelwelt ist der Langano ein beliebtes Ausflugsziel nicht nur für Touristen.

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Der Name Webervogel leitet sich von einer einzigartigen Fähigkeit ab, die Vögel „weben“ ihre Nester aus Zweigen und Halmen, die kunstvoll mit dem Schnabel verwebt werden. Für den Bau sind die Männchen zuständig. Das Weibchen akzeptiert das Männchen nur, wenn es ein perfektes Nest vorweisen kann.

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Gebrauchte oder kleine Nester werden nicht toleriert. Neben unserem ReMo steht ein Baum, der wie ein Weihnachtsbaum mit vielen kugelförmigen Nestern an jedem Ast geschmückt ist.

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Heute ist Ruhetag! Vögel beobachten, spazieren am See, dem Körper einen Mittagsschlaf gönnen, die nächsten Reisetage vorbereiten, Post und Mails erledigen und dem Magen etwas gutes tun. All dies ist möglich im paradiesischen Sabana Beach Resort, wo wir parkieren und im ReMo schlafen dürfen. Nach Addis Abeba braucht meine Seele und meine Augen Ruhe und Schönes.

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Der Abjyata Shala Lake Nationalpark liegt auf dem Weg Richtung Süden und so buchen wir kurzerhand einen Führer und sehen Tiere wie Strausse, Gazellen, Warzenschweine, Flamingos, Pelikane und mehr. Heisse Quellen fliessen dampfend in den salzigen und leblosen Shalasee.

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Hawassa, unser nächstes Ziel, ist ein schmuckes Städtchen am gleichnamigen See. Wir lieben es, in der Nacht frei und in der Natur zu parken. In Äthiopien unmöglich! Kaum halten wir an für eine Pinkel-, Foto- oder Esspause, steht eine Traube von Kindern, Jugendlicher oder Erwachsener um unser Auto, betteln oder schauen zu, was wir machen.

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Wir suchen Hotels mit bewachten Innenhöfen, um in Ruhe kochen und übernachten zu können. Das Gratisapp iOverlander ist dabei äusserst hilfreich. Wir klappern Hotelanlagen ab, mal werden wir abgewiesen, mal gehen wir freiwillig wieder und manchmal werden wir so freundlich empfangen, dass wir gerührt sind. So im Hotel Oasis in Hawassa. Alle nacheinander, vom Deskman, Security man, Manager, General Manager bis zum Besitzer werden wir freundlich begrüsst. Natürlich wollen ALLE das ReMo von innen sehen, natürlich behalten alle die schmutzigen Schuhe an, natürlich scheuere ich den Fussboden immer wieder. Dann beginnt das ganze Besichtigungsprozedere von neuem mit der Küchen-, Garten-, Service- und Putzmannschaft. Es entstehen so schöne Gespräche und Begegnungen, dass wir den Schmutz und die diversen Düfte gerne in Kauf nehmen. Mittels Räucherstäbchen reinige ich die Energie am Abend und beruhige mit Weihrauch oder Jasmin unsere Nasen.

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Der Besitzer des Hotels Oasis lässt uns kostenlos übernachten, schenkt den ganzen Abend Gratisbier aus inkl. Snacks, zeigt uns morgens früh den Fischmarkt, bezahlt den Eintritt und lädt uns anschliessend im Hotel zum Frühstück ein. Hast du soviel Gastfreundschaft in der Schweiz schon erlebt?

12683F9E-23CE-4770-8BB0-C2173651BEFCFischmarkt mit endemischen Pelikanen.

Saftiges Grün, Mais- und Gerstenfelder sowie Bananenplantagen begleiten unsere Fahrt Richtung Süden nach Arba Minch am Abaya See.

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Traktoren suchen wir bei der intensiven Bewirtschaftung vergebens. Ochsen ziehen die historisch anmutenden Pflüge, Esel und Frauen mit runden Rücken schleppen Holz, Wasserkanister, Kinder und sonstiges Bagage.

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Soviel Grün haben wir zuletzt in der Schweiz gesehen. In der südlichen Region leben viele Ethnien traditionell mit ihren eigenen Riten und Sitten. Das Volk der Mursi ist wohl das Bekannteste. Um die Urdörfer zu besuchen, bezahlt der Tourist Eintritt wie in einem Freilichtmuseum. Wir lesen Warnungen für den Besuch des OMO Valley im Netz. Aggressive Führer sollen sich aufdrängen, Fremde in die „Zange“ nehmen und schröpfen. Entscheidungsunfähig beschliessen wir, einen weiteren Ruhetag in Arba Minch zu geniessen.

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Fazit der Woche: auch wenn die Uhr anders tickt läuft die Zeit. 

13.-20.05.2019 Hausfrauenbrot

Wir kommen nicht los von Lalibela und seinen Kirchen. Schon früh am Morgen verströmen die Gesänge der Mönche Magie und ihre ehrwürdigen Gesichter wollen immer wieder fotografiert werden.

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Wir besuchen alle Kirchen nochmals und bewundern die Baukunst der von oben nach unten in die Felsen gemeisselten Kirchen.

Drei Tage stehen wir in einem privaten Innenhof. Wir haben Familienanschluss!

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Einladungen, Gespräche, Aufmerksamkeit ohne Ende – für unsere Kultur fast zuviel des Guten. E-Mail Adressen werden ausgetauscht und so verlassen wir mit schönen Geschichten Lalibela. Aber nicht, bevor wir nochmals ein Brot kaufen.

A8AC0345-419D-4F34-89B1-B90FC208F726Das beste Brot von ganz Äthiopien wird von dieser Hausfrau gebacken. Bis zu 15 Fladen verkauft sie täglich, Fr. 0.35 kostet eine Schnitte. Jeden Morgen holen wir zwei Stück zum Frühstück, mhhh – so was von lecker.

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Brote schmecken oft wie Sonntagszopf in der Schweiz. Aber keiner war bis anhin so gut wie Irenes „Hausfrauenzöpfli“ vom Chatzenrain.

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Weiter gibt es Sauerteigfladenbrot das wir essen, aber nicht zu unseren Top Ten der Lieblingsspeisen gehört.

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Wir fahren durch typisches Hochgebirge mit vielen traditionellen Rundhütten. In einem Raum lebt und schläft die ganze Familie inkl. Kleinvieh.

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Das Grundgerüst besteht oft aus Eukalyptusstangen. Das Dachmaterial ist grünes Holz und strohähnliches Gras. Ein Tonkrug auf der Spitze des Daches dient als Wasserschutz. Ein Lehmputz aus Stroh und Schlamm wird aufgetragen und fertig    ist das Biohaus.

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In Bahir Dar am schönen Tanasee werden wir von diesem jungen Mann musikalisch begrüsst.

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Wir sind müde und machen 2 Tage Pause, das heisst „Programm locker“ bei uns. Der Tanasee ist der grösste See Äthiopiens und liegt auf 1800 Meter Höhe, ist ca. 70 km lang und 65 km breit. Wir buchen eine Bootsfahrt, umfahren zahlreiche Inseln, sehen ein Kloster, Pelikane, unsere ersten Hippos und eine Wasserschlange.

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Hier gibt es noch die traditionellen Papyrusboote. Sie sind leicht und müssen regelmässig an der Sonne getrocknet werden.

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Ich nähere mich auch in Sachen Kleidung dem afrikanischen Kontinent an.

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Etwa 30 Kilometer südlich von Bahir Dar  liegt das Dorf Tis Issat am Oberlauf des Blauen Nils. Hier stürzt sich der Quellfluss 42 Meter in die Tiefe. Mit einer Breite von über 400 Metern während der Regenzeit ist er der zweitgrößte Wasserfall Afrikas.

Linkes Bild Regenzeit, rechtes Bild Trockenzeit – wie wir den Fall erleben. Seit der Inbetriebnahme der beiden Kraftwerke im Jahr 2001 und 2010 erhält der Wasserfall nur noch 10 Prozent der früheren Wassermenge während der Trockenzeit. Anfangs Juni beginnt die Regenzeit und innert ca. 40 Tagen schwillt  der Fluss um einige Meter an und alles grünt und blüht.

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Zwei Brücken überqueren wir auf dem Weg zu den Fällen. Die erste ist die älteste Steinbrücke Äthiopiens aus dem Jahr 1626

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und die zweite mit dem Namen Helvetia ein Schweizer NGO Projekt aus dem Jahr 2012.

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Wir laufen in 1.5 h einen Rundgang in schöner ländlicher Umgebung mit hauptsächlich Zuckerrohr-  und Maisanbau.

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Immer wieder geniessen wir den feinen äthiopischen Kaffee. Das Zubereiten und Trinken wird zelebriert und hat einen sehr hohen Stellenwert, 20 Prozent der Äthiopier leben direkt oder indirekt vom Kaffeeanbau.

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Früh am Freitag machen wir uns auf die Fahrt zur Hauptstadt. Wir möchten so viele Kilometer wie möglich fahren da wir am Samstag morgen einen Termin bei der Mercedes Garage haben. Dass die Strecke rauf und runter geht haben wir erwartet, ist Addis Abeba doch eine der höchst gelegensten Hauptstädte der Welt (fast 2400 Meter über Meer). Werni drückt auf das Pedal und schafft die 500 km durch schönes Hochland und teilweise rillige und holprige Strasse an einem Tag, genau in 9.3 h.

Die Strassen Äthiopiens gehören allen. Gackernde Hühner suchen Körner auf dem Asphalt, gewichtige Stiere und Kühe verschieben ihre Masse auf die andere Strassenseite, störrische Esel stehen bockstill auf dem Mittelstreifen, Schafe und allerlei Gehörntes folgen dem Leittier, Affen lauern auf Essbares, Tuktuks umsurren ohne erkennbare Strassenregeln wie aufgeschreckte Wespen unser ReMo, Lastwagen schleppen sich im Schneckentempo bergaufwärts, Velofahrer versuchen ihre Fahrkunst am Strassenrand, Eselgespanne reihen sich im Verkehr ein, Strassenlöcher überraschen wie aus dem Nichts auftauchend, Menschen leben entlang der Strasse, überqueren überraschend,  – und Werni fährt hoch konzentriert mit steter Bremsbereitschaft und doch zügig.

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Werni wird zum Tierflüsterer. „Scheen dänä bliibä Esäli, – was wodsch dui Schäfli? Hund einfach nid dri springä, Chuäli i weli Richtig laifsch?“

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Meine ich nur, dass er mit den Tieren fast mehr spricht als mit mir? 😃😃

Wir freuen uns, Sybil in Addis Abeba zu treffen und zu sehen, dass es ihr gut geht. Sie informiert uns über den Gesundheitszustand von Niggi und wir haben uns viel zu erzählen. Zusammen machen wir einen Ausflug nach Tiya, einer archäologischen Stätte.

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Obwohl wir schon viele Felskirchen gesehen haben, sind wir von Adadi Mariam einmal mehr beeindruckt.

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Die Fahrt dorthin ist schön und wir entdecken immer wieder Kuriositäten.

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Die Blogwoche lassen wir in einem französischen Restaurant in Begleitung von Sybil ausklingen. Niggi wünschen wir an dieser Stelle weiterhin von Herzen gute Genesung.

 

Fazit der Woche: Es gibt immer wieder Gründe, an zu Hause zu denken. 

 

O6.-13.05.2019 zwischen Euphorie und Apathie

Nach dem Morgenbad fahren wir die 350 km zur geschichtsträchtigen Stadt Harar im Osten des Landes.

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Nach Vulkan und Wüstenstrassen freuen wir uns über das grüne Hochland. Auf den fruchtbaren roterdigen Böden werden Kaffee, Kath (berauschende Pflanze) und Bananen teilweise auf bewässerten Terrassenkulturen angebaut.

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Wir sind wieder auf einer Höhe von ca. 2200 Meter und vernünftigen Temperaturen angekommen. Über Kilometer begleiten Lantana-Büsche die kurvenreiche Strasse.

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Die Fahrt ist eine Augenweide, unser Stellplatz in Harar das Gegenteil. Wir akzeptieren die Baustelle um unser Auto, wenigstens stehen wir sicher und bewacht.

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Harar liegt in den Ahmar-Bergen, einem östlichen Ausläufer des äthiopischen Hochlands. Für die äthiopischen Muslime ist Harar die viertheiligste Stadt (nach Mekka, Medina und Jerusalem). 2006 wurde die Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt und sie bekam den Preis als „Friedensstadt“.

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Harar ist anders als der Rest von Äthiopien. Das Treiben ist laut, bunt, schmutzig und faszinierend. Muslime,  Christen, Sufis, Rastafaris, alle leben sie friedlich Tür an Tür. Der Ramadan hat begonnen und so werden viele Familienhäuser in der Altstadt neu gestrichen.

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Unser Guide Abdel führt uns 4 Stunden durch die Medina. Er zeigt uns 3 private Häuser von innen, und gibt uns Einblicke in den Alltag der Harari.

3EA190AF-F6F2-4835-818E-FA2DF204402FDie Altstadt erinnert an Marokko.

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Wir sehen den Second Hand Markt, alles Kleider aus Europa. Ein Kleidungsstück kostet ca. Fr. 1.-. Die Textile und Kleider kommen fast alle aus China. Nähen ist Männersache und so rattern die Stoffbahnen unter dem Nähfuss von uralten Singer Nähmaschinen.

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Ist sie nicht hübsch, die Stoffverkäuferin?

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Pünktlich zum Ramadan sind viele Bettler in die Stadt gekommen. „Give me money“ sind wohl die einzigen 3 Worte, die sie in Englisch  beherrschen. Viele gläubige Muslime sind während der Fastenzeit besonders spendierfreudig und so wird die Gunst des Monats genutzt.

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Halal ist ein arabisches Wort und kann mit „erlaubt“ übersetzt werden. Es bezeichnet alle Dinge und Handlungen, die nach islamischem Recht zulässig sind. Auch das Schächten der Tiere gehört zu Halal. 

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Emir Nur liess im 16. Jahrhundert zum Schutz Harars eine Stadtmauer errichten. Doch das Bauwerk, das heute noch bestaunt werden kann, machte das Leben der Einwohner nicht sicherer, sondern gefährlicher. Immer häufiger griffen in dieser Zeit Hyänen Menschen an. Der Emir beschloss also, den Hyänenkönig mit dem schneeweissen Fell zu treffen. „Die Hyäne sagte dem Emir, dass er und sein Volk böse seien, da sie wegen des Mauerbaus nicht mehr in die Stadt könnten, um den Abfall und das tote Vieh zu fressen. Und so wurde entschieden, die Tüpfelhyäne ausserhalb der Stadt allabendlich zu füttern. (Heute eine Touristenattraktion.)

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Solche Mythen gehören zu Harar wie die schmalen Gassen, die 82 Moscheen und die chaotischen nach Kaffee und exotischen Gewürzen duftenden Märkte, auf denen Händler und Kunden um Schmugglerware aus dem nahen Somalia feilschen.

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Kath wird hier an allen Strassenecken verkauft. Die Blätter werden gekaut bis hellgrüner Schaum in den Mundwinkeln sichtbar wird. Dann setzt die Wirkung der natürlichen Amphetamine Cathinon und Cathin (ähnlich wie Speed, nur etwas schwächer) ein.

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Das Hungergefühl weicht, die Männer werden redselig, fühlen sich wach und konzentriert. Doch um das Glücksgefühl zu halten, müssen immer neue Blätter nachgeschoben werden – und wer zu viel kaut, wird oft depressiv. In den Gassen Harars laufen einige Männer rum, deren wirrer Blick davon zeugt. Viele kippen zwischen Euphorie und Apathie.

Kath ist die neue Modedroge auch in Europa. In den Niederlanden und Großbritannien ist sie erlaubt, in Deutschland und in der Schweiz verboten – Nachfrage steigend. Der Anbau um Harar boomt.

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Auch der den Drogen nicht abgeneigte französische Dichter Arthur Rimbaud soll die bitteren Blätter regelmäßig konsumiert haben, als er als Handelreisender ab Herbst 1880 einige Monate in Harar lebte.

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Das Rimbaud-Haus erinnert noch heute an den berühmten Besucher aus Frankreich. Laufen wir durch die Gassen werden wir als „Frencher“ (aus Frankreich) angesprochen, gemeint ist damit  „Weisser“.

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Ab Harar besuchen wir weiter östlich nach der Ortschaft Babile das „Tal der Wunder“, bizarre Granitfelsformationen.

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Eine Schar Jungs begleitet uns auf unserer stündigen Entdeckungstour. Sie sind hochanständig und üben ihre Englischkenntnisse mit uns.

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AB71466B-894F-4289-BE93-530BF1B9006ETermitenskulptur in Vollendung.

Noch etwas östlicher ist ein Elefanten Projekt zu besichtigen, wir verzichten aus Sicherheitsgründen darauf, weil die Grenze zu Somalia nur wenige Kilometer entfernt ist.

C4176B7C-FE4E-4512-9B5E-EC74AC298DF2So tauchen wir am Nachmittag nochmals in die farbige Altstadt von Harar ein.

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Die Rückfahrt nach Awash über eine kurvige Bergstrasse, holprige Schwellen und Strassenlöcher ist nicht ganz ohne. Freche Tuktuk Fahrer, Kleinbusse mit überhöhter Geschwindigkeit, Lastwagen in Schieflage, allerlei Tiere und Kinder auf der Fahrbahn fordert vom Fahrer volle Konzentration. Viele Autoleichen liegen als Mahnmal am Strassenrand.

Werni fährt mich sicher zum nächsten Stellplatz wo wir unsere nächsten Tage planen und vorbereiten. Lalibela heisst das Dessert im Norden.

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Um 05.30 Uhr schrillt der Wecker. Mit einem „Ornithologen“ machen wir uns auf die Pirsch am Rande des Awash Nationalparks. Über 350 Vogelarten werden hier gezählt, wir sehen den Mauersegler, (sieht aus wie Schwalbe, ist aber nicht verwandt), den Francolin, Wellensittiche, Raubwürger, Leuchtender Sonnenvogel, Niltal Sonnenvogel, Kippschiefer, Papageien und viele mehr. 

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Wernis flüsternde Aussage: „Gott gab sich Mühe als er die Vögel erschuf. „

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Wir sehen Warzenschweine, kleine Antilopen, und den Klippschliefer, Bild unten.

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Es gibt Strausse, Eritrea Dikdik, div. Affen, Riedböcke, Zebras, und viele mehr – die sehen wir alle nicht.

Die Fahrt nordwärts Richtung Lalibela ist sehr schön. Frische Karotten kaufen und knabbern wir ab Strasse.

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Die heilige Stadt Lalibela ist ein Wallfahrtsort und liegt 2500 Meter hoch. Elf monolithische Kirchen sind in rote Basaltlava gemeisselt. Die Legende sagt, dass Gott dem Kaiser Lalibela im 12. Jahrhundert erschien und ihm die Baupläne für die Kirchen gab.

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Der Kaiser begann mit den Bauarbeiten in Lalibela, Engel sollen ihm geholfen haben. Wahrscheinlich wurden die Kirchen über 100 Jahre aus den Felsformationen herausgearbeitet. Sie dienen noch immer ihrem ursprünglichen Zweck und werden von orthodoxen Pilgern, Priestern, Mönchen und Einheimischen aufgesucht. 

2AA65EBD-8BA2-4EB0-A287-9E8671DA8210Priester mit Lalibela-Kreuz

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Die Georges Kirche ist sicher die meist Fotografierte. Der heilige George ist im Traum König Lalibela erschienen und hat sich beklagt, dass ihm zu Ehren keine Kirche errichtet wurde. Darauf liess der König dem populären Reitheiligen diese Kirche in Form eines griechischen Kreuzes errichten.

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Mit unserem Führer besuchen wir alle 11 Kirchen inklusive Frühmesse um 06.00 Uhr morgens. Es gäbe unzählige Bilder von unterirdischen Verbindungsgängen, steilen Treppen, abgeküssten Kirchenwänden, herumliegenden Schuhen, Mönchen, Gläubiger usw. Ich will euch aber nicht zu stark strapazieren mit dem orthodoxen Christentum und so schliesse ich die Woche mit diesen letzten Fotos.

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Lalibela ist bis anhin sicher der Höhepunkt unserer Äthiopienreise.

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Fazit der Woche: Drogen vernebeln 

 

29.4.-6.5.2019 Sulfur

Wir besichtigen weitere 3 Felskirchen, erstens; weil sie beeindruckend sind, zweitens; weil uns die sportliche Herausforderung reizt.

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Die Kirche Mariam, Abune Abraham Debre Tsion und Abraha We Atsbeha

Die Kirchen sind teils auf beachtlichen Höhen in bizarre Felsen gehauen mit schönen Wandmalereien.

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Richtung Mekele fahrend nehmen wir 3 Anhalter mit. Sie ist eine davon.

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Es macht uns Spass, Äthiopier ein Stück mitfahren zu lassen, ihren Geruch, ihre Stimmen und Englischkenntnisse kennen zu lernen.

In Mekele hilft uns ein ausserordentlich liebenswürdiger Polizist, einen Stellplatz für 4 Nächte zu finden. Er organisiert, verhandelt, prüft (und das ohne etwas anzunehmen) bis wir im Hotel Abraha Castle stehen dürfen.

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Wir haben nach langer Überlegung eine 2 tägige, geführte Tour in eine der heissesten Wüste der Welt 140 Meter unter dem Meeresspiegel zum Volk der Afar gebucht. Wir hatten als Mitfahrer das sehr nette, junge Paar aus Frankreich, Louise und Stanislas.

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Unser 1. Halt ist ein natürlicher Mini Salzpool von ca. 36 Grad. Wie am Toten Meer ist hier ertrinken nicht möglich. Den grossen Salzsee erlebten wir zum Sonnenuntergang. Die Temperatur ist um die 42 Grad, die höchst Gemessene liegt weit über 60 Grad.

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Dallol gilt als eines der aussergewöhnlichsten Geothermalgebiete der Erde. Die letzte Eruption des Dallol fand 1926 statt und formte einen 30 m weiten Krater, seitdem beschränkt sich die Aktivität auf eine große Anzahl von warmen Salzwasserquellen. Heißes Grundwasser löst beim Aufsteigen durch die ca 800 m dicke Salzschicht Mineralien auf, die an der Oberfläche wieder abgelagert werden. Die verschieden gebildeten Formen erinnern an Korallen und Sinterterrassen. Die Ausfallprodukte erhalten durch Schwefel und verschiedene Kaliumsalze ihre charakteristischen Weiß-, Gelb- und Rotfärbungen.

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Sulfur, der Schwefel, ist ein chemisches Element. Er findet sich in der mittleren Erdschale in etwa 1000 bis 3000 m Tiefe und gelangt durch Vulkanausbrüche an die Erdoberfläche. Sulfur ist eines der „grössten” hom. Arzneimittel. Es hat Leitsymptome wie: Übermässige Wärme, Hitze in den Füssen,  Hitzegefühl am Scheitel, viel schwitzen, brennende Schmerzen. Homöopathie kann nie besser verstanden werden als in der Hitze von Dallol. Schade kann die Temperatur und der Geruch im Blog nicht übermittelt werden. 

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Hier lebt und wächst nicht viel. Wir sind nur wenige Kilometer von der Grenze zu Eritrea entfernt. Unser Nachtlager ist einfach, der Sternenhimmel lädt zum Träumen, die vielen Sternschnuppen zum Wünschen ein.

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Salz City werden diese Formationen in Dallol genannt.

Auch hier geht nichts ohne Scout, diesmal ein Afare.

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Und zu guter Letzt sehen wir die Bearbeitung und Vorbereitung der Salzblöcke. 30 Blöcke zu 5 Kilo werden auf 1 Kamel geladen und in Karavanen zur nächsten Stadt geführt.

Wir möchten die Reise nicht missen, die Masse an Touristen und die Preispolitik ist jedoch unsympathisch.

Und weil Kinderlachen negative Gefühle immer in Glück umwandeln hier ein Bild von Rosina, die mit ihrem Lachen alle verzaubert.

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Duschen nach 2 Tagen Salz- und Schweisskruste an Körper und Kleidern ist etwas wunderbares und wir schätzen diesen Komfort im ReMo ausserordentlich!

Wir besuchen das Schloss und Museum von Kaiser Yohannes in Mekele.

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Die Anlage ist liebevoll restauriert und lohnt den Eintritt. Unser Führer erzählt lebendig und humorvoll.

Uns reizt eine weitere Wüstenfahrt, 450 km, Höchsttemperatur 48.5 Grad, von Mekele über Afrera nach Sardo. Es gibt nicht viele Fotos von dieser Fahrt weil es mir im klimatisierten Auto wohl ist.

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Am Afrarsee wird auch Salz gewonnen. Wir bewundern die Bewohner dieses Dorfes, die den klimatischen Bedingungen trotzen. Bei einer Outdoor Pipi-Pause verschlägt mir die Hitze fast den Atem.

Wir haben immer wieder grosses Glück. Wir sind müde, brauchen Geld und einen Stellplatz für die Nacht. In einer Bank in Logiya haben wir ein nettes Gespräch mit den Angestellten und bekommen in einem abschliessbaren Innenhof einen Stellplatz für die Nacht angeboten. Im nahen Hotel bestellen wir Essen und Bier und geniessen die Nähe zu den Dorfbewohner.

A1A4094D-242B-43C1-B928-90497BB33698Adiya lädt uns zu sich nach Hause zum Kaffeezeremoniell ein.

Der Samstag ist ein Flachliegetag. Werni bucht mir ein klimatisiertes Hotelzimmer.

Weiterfahrt Richtung Harare mit Stopp in der Nähe des Awash Nationalparks. In der Doho Lodge stehen wir für die Nacht und geniessen das Bad in den heissen Thermen.

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Wir lassen die Woche zufrieden an einem wunderschönen Ort ausklingen. Ein Gewitter zieht über uns her und bringt die ersehnte Abkühlung.

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Fazit der Woche: Individuell reisen ist so viel schöner!

22.-29.4.2019 „Indy“ und die Bundeslade

Nicht ganz auf der Höhe sein – das kann einem in den Bergen und auf Höhen von über 3500 Meter schnell passieren. Der Sauerstoff ist knapp. Wir reagieren mit Herzklopfen, strengerer Atmung und Kopfschmerzen. Da müssen wir durch, möchten wir die nächsten 7 Tage noch im Hochland Äthiopiens verweilen.

Wir holpern ab Debark auf einer anspruchsvollen Piste durch traumhafte Berglandschaft Richtung Aksum (Axum)

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Tal hoch, Tal runter – das wiederholt sich X-mal. Eine Serpentine reiht sich der Nächsten an. Wir werden der Strecke jedoch nicht überdrüssig, gibt es so viel an Naturschönheit zu sehen…….

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…. und zu erleben

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Schuluniform in Türkis, vor allem an den Jungs smart!

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Wir nehmen uns für die aufwändigen  248 km zwei Tage Zeit und treffen am 22. April bei strömendem Regen in Aksum ein.

1F50A43D-4F75-46A2-91B1-5557D8A6AAC1Schutz unter einem Stein vor dem Regen.

Heute ist Aksum vor allem durch seine bis zu dreißig Meter hohen Stelen berühmt. 

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Sie sind jeweils aus einem einzigen Stück Granit gehauen und haben wohl Gräber gekrönt. Wie die zum Teil 500 Tonnen schweren Rohlinge über viele Kilometer transportiert wurden, ist immer noch rätselhaft. 

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Die neue Kathedrale zur heiligen Maria wurde 1965 unter Kaiser Heile Selassie I. errichtet.

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Die orthodoxen Christen in Äthiopien sind überzeugt, dass die Originale Bundeslade mit den Tafeln der 10 Gebote in oben abgebildeter Kapelle aufbewahrt wird. Gott selber habe dieses Land auserwählt und Axum wird als die heilige Stadt Äthiopiens betrachtet. Ein Mönch bewacht als Hüter die Bundeslade. Er schläft nur 2 Stunden pro Tag/Nacht und isst nur 1 Mahlzeit um 07 Uhr, meist eine Injera mit Bohnen (Nationalgericht). 22 Stunden betet er vor der verhüllten Lade. Kurz vor seinem Tod bestimmt er einen Nachfolger. Da niemand ausser dem Hüter je in die Nähe der Bundeslade darf, wird ihre Existenz angezweifelt bleiben. Abenteurer, Forscher, Indiana Jones und Gläubige werden aber weiter nach ihr suchen, in Israel, Jordanien und Äthiopien – vermutlich vergeblich. Wer den Zauber und die spirituelle Macht Aksums erlebt, beginnt jedoch möglicherweise selbst daran zu glauben, dass es die Bundeslade wirklich gibt – im Hochland Äthiopiens, in einer kleinen Kirche, bewacht von einem einzigen Mönch.

6D857D70-6916-4F22-B5F6-996EFBBDD0E1Werni bewirbt sich als Nachfolger des aktuellen Hüters!

Das Injera (Nationalgericht) ist ein weiches, gesäuertes Fladenbrot aus Teffmehl. Das Mehl wird mit Wasser zu einem Teig vermischt, der einige Tage gären muss. Dann werden daraus auf heißen Tonplatten Fladen gebacken.

CC53D5C7-10CA-495E-BA1D-0DED778806C3Man reißt Stücke vom Injera mit der rechten Hand ab und greift sich damit eine mundgerechte Portion und tunkt sie in scharfem Bohnen,- Tomaten- oder Fleischragout. Die Injera ist nicht unsere Lieblingsspeise, aber auch nicht so schlecht wie von vielen Overlander beschrieben.

In Nordäthiopien ist das Angebot an Gemüse und Früchten auf dem Markt überschaubar. Es gibt Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, scharfe Peperoni, Kabis, Randen und Früchte wie Mango, Bananen und kleine, sehr saure Orangen. 

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Ein Tagesausflug führt uns nach Yeha, ein Dörfchen in der Tigray-Region mit besonders fruchtbaren Böden. Außerordentlich gut erhalten ist der  Yeha-Tempel.

Das Kloster Debre Damo kann nur durch ein Seil, das entlang des 24 Meter hohen Felsens gespannt ist, erreicht werden. Es ist bekannt durch die erste in Äthiopien errichtete Kirche.

D3133E04-CE39-4715-A025-D2A00163C706Werni wagt die Kletterpartie! Das Kloster wird trotz seiner abgeschiedenen Lage regelmäßig von Touristen aufgesucht. Frauen sind im Kloster auf dem Tafelberg nicht erwünscht.

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So warte ich unten am Berg und verhandle und diskutiere mit einem der Führer und Kletterhelfer über deren Preispolitik. Die „Führer“ hier sind unfreundlich, abweisend und verlangen unverschämte Preise für 2 mal 6 Minuten Arbeitseinsatz. Unser Gespräch ist spannend, mein Erfolg gering. Immerhin entlocke ich dem wirschen 27-jährigen ein Lachen. Wir fahren zurück nach Aksum, da wir das Osterfest (1 Woche später als in der Schweiz) miterleben möchten.

Das äthiopisch-orthodoxe Christentum mit seiner langen Tradition prägt Äthiopien religiös und kulturell bis heute. 44 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zur äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche. Sie ist die einzige noch bestehende Kirche, die nicht von europäischen Missionaren, sondern im 4. Jahrhundert vom aus Syrien stammenden Frumentius gegründet wurde.
Die Gläubiger fasten 2 Monate vor Ostern, das heisst kein Alkohol, kein Fleisch, keine  Milchprodukte, keine Süssigkeiten und nur 1 Mahlzeit pro Tag.
1000ende von Christen finden sich am Karfreitag in der Kathedrale und auf dem Kirchenplatz zum gemeinsamen Gebet und Ge‘ez Gesang ein. 

 

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Das Niederwerfen vor Gott ist spirituell wie konditionell beeindruckend. In schneller Abfolge und in innigem Gebet küssen Frauen wie Männer den Boden und richten sich wieder auf. Das machen sie bis zu 500 mal und mehr, mit längeren Pausen dazwischen.

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Wir wohnen der Zeremonie mehrere Stunden bei. Zwei süsse Mädchen suchen unsere Nähe und drücken sich über eine längere Zeit immer wieder an uns. Wie sich Menschenleben kreuzen und wieder trennen rührt mich.

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Gabis sind fest gewobene Tücher, fast schon so groß wie Decken, und werden von Männern getragen. In Netelas, aus feiner Baumwolle, hüllen sich die Frauen und Mädchen ein.

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In das Karfreitagsritual mischen sich immer wieder kleine Touristengruppen. Es gibt diskrete in angepasster Kleidung und es gibt welche in kurzen Hosen, ohne Kopfbedeckung und wild mit Selfiesticks um sich knipsende, die auch noch grosszügig Geld an Kleinkinder verteilen für 1 Foto. Wen wunderst, dass bettelnde Kinder immer mehr werden?

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Zum Schluss der Zeremonie klopfen alle mit den Schuhen auf den Boden, wirbeln eine Staubwolke auf und vertreiben mit diesem Ritual den Teufel. Friedlich ist der Heimweg zu Fuss inmitten der Masse von Jung bis Alt.

Am Karsamstag ist der grosse Einkaufstag der Frauen. Am Ostersonntag wird das Fasten mit einem Festmahl gebrochen. Es gibt Huhn und Bier und viele betrinken sich nach der langen Zeit der Abstinenz.

9A4962F3-6994-42C7-A7B3-7AC088CD25A0Die Hühner werden lebendig gekauft und jede dritte Frau trägt ein Federvieh unter dem Arm.

Nach all den Osterfeierlichkeiten ist es Zeit, Aksum zu verlassen. Unser nächstes Ziel sind die Felsenkirchen von Tigray. Wieder mit Guide, Scout und der Dorfjugend flankiert machen wir uns auf den anspruchsvollen, 1.5 stündigen und steilen Aufstieg.

Doch die Mühe lohnt sich! Von aussen kaum sichtbar, öffnet uns ein ehrwürdiger Priester die Tore zur Kirche Gebre Mikael Koraro, die aus dem 6. Jahrhundert stammt.

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Ein „Wow“ entweicht uns als wir die Felskirche betreten.

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Gut erhaltene, farbintensive und biblische  Wandmalereien werden uns erklärt. Beeindruckt klettern wir wieder ins Tal und dürfen im kleinen Dorf des Scouts parken für die Nacht. Müde gehen wir in die Dorfbeiz und schmeissen eine Runde Bier, 10 Flaschen Fr. 7.-. Wir lernen den Dorflehrer kennen und die halbe Verwandtschaft des Scouts. Natürlich wären wir wieder zur Injera eingeladen. Doch wir ziehen ein Gemüsecurry im eigenen Auto vor.

073DF54D-3C14-4409-83B2-D52C806D604FDer Vater des Scouts mit Grosskind.

 

Fazit der Woche: Glaube verbindet 

 

15.-22.4.2019 Äthiopien

Grenze Metema, was in Äthiopien sofort auffällt: Gut asphaltierte Strasse, keine Plastik- und Müllallee, Frauen zeigen Figur, Scharen von Kindern (6 Kinder im Schnitt) saubere kleine Holzhäuser mit ordentlichem Drumherum, viele Tierherden, Landwirtschaft, Kreuze als Glaubenshinweis. Es grünt!

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Äthiopien gilt als Ursprungsland des Kaffees. Es blickt auf rund 3000 Jahre Geschichte zurück und war nur kurz während des 2. Weltkrieges von Italien besetzt. Die Kultur ist von aussen fast ungestört und ist dank seiner vielen UNESCO Stätten ein beliebtes Touristenland. Das Land ist etwa drei Mal so groß wie Deutschland und hat eine rasant anwachsende Bevölkerung. Rund 120 Ethnien leben hier, Amtssprache ist Amharisch, die durch eine eigene, witzig anmutende Schrift auffällt.

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Wir sind in Gonder, einer Stadt mit ca. 350‘000 Einwohner und auf einer Höhe von 2133 Metern. Die Nächte sind so kühl, dass wir uns wieder bis zum Kinn bedecken.

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The same procedure as in every Country! SIM Karte besorgen und mit genügend Giga füllen für Zeitung runter laden, bloggen, WhatsApp, Facebook und Co.

Fasil Ghebbi, die Residenz des Kaisers Fasilidas für die Regenzeit im 16. Jahrhundert ist beeindruckend. Die alte Festungsstadt umfasste Paläste, Kirchen, Klöster und weitere öffentliche sowie private Gebäude.

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Da ich an diesem Tag echt auf den

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gekommen bin, (die Höhe macht mir etwas zu schaffen) gönnen wir uns ein feines Essen beim „4 Sisters“ Restaurant. Fast jeder Tisch ist mit Touristen besetzt. Es sind so viele, dass man sich nicht mal grüsst.

Auch das Kloster Debre Berhan Selassie ist ein MUSS in Gonder. Es ist vor allem bekannt durch seine einmaligen Wandmalereien aus dem Jahr 1694. Der Name Debre Berhan Selassie bedeutet übersetzt „Kloster der Dreieinigkeit auf dem Berg des Lichtes“ und genau dieses Licht erfüllt mich in Anbetracht der vielen betenden und singenden Gläubiger. Es wird täglich Messe gelesen.

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Ich denke fest an mein verstorbenes Muätti das eine grosse Maria Anbeterin war. Ich habe von meiner Schwester Anny einen Schutzengel und Muättis schützende Hand mit auf der Reise. (Und weitere Engel von Maria und Beatrice).

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Wir wollen zum „Dach“ von Afrika, zu den Simien Mountains. Im Dorf Debark bekommen wir einen Guide und Scout verpasst und los geht es für 4 Tage ins Naturschutzgebiet.

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Unser Auto schlängelt sich auf einer Holper- und Staubpiste hoch zum Camp Sankabar auf 3750 Meter Höhe. Wir staunen, dass unser Dieselmotor diese Herausforderung ohne Husten packt. Den Tag füllen wir mit wandern, Tiere beobachten und Pflanzen raten.

Die beeindruckende Bergwelt im Norden Äthiopiens gehört zum Weltkulturerbe. Die Berge bestehen aus Hochebenen, die durch Täler canyonartig getrennt sind.

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Imposante Bergspitzen reihen sich aneinander, der Höchste ist der Ras Dashen, 4.553 Meter hoch.

1D60228C-4F5A-44F1-A61A-A9CE4B40FBDFMit unserem Scout Mulha unterwegs zum Camp Chennek. In Gummisandalen hüpft er wie ein „Rehli“ über die Wanderwege.

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Wir beobachten Dschelaba Affen (Blutbrustpaviane) aus nächster Nähe,

049CD56F-CE1C-443D-93FE-4EC1B9FB0443Buschbock, eine Art Reh und Rabengeier.

Der höchste Berg den ich erklimme ist 4‘078 Meter, Werni schafft sogar den Ras Bwahit 4‘431 Meter hoch. Hier das Gipfelbild.

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Wir bekommen Regen und sind froh, haben wir nicht länger als 4 Tage im Park gebucht. Wir schätzen unser Schlafzimmer im ReMo und bedauern die Wanderer in undichten Zelten.

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Ich danke allen für die guten Wünsche und schön habt ihr an mich gedacht.

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Heute brechen wir Richtung Norden nach Axum auf. Unser Benzin- und Wassertank sind voll. Wir planen Wandertage ohne Begleitung und Netz.

Fazit der Woche: Bergmassive beeindrucken ! 

 

 

 

8.-15.04.2019 Ds Lied vo dä Bahnhöf

Mani Matter kommt mir spontan in den Sinn als wir 400 km nach Kassala fahren, alles der Eisenbahnschiene entlang. Matters Text stimmt zwar nicht auf den Ost-Sudan bezogen, denn hier kommt der Zug weder zu früh noch zu spät sondern gar nicht mehr. Bahnhöfe sind verweist und Schienen versandet. 4000 km lang war das Netz während der Kolonialzeit. Hauptachsen ab und nach Khartum sind heute noch in Betrieb.

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Kassala besticht durch die Taka Berge wo wir stehen für die Nacht und eine Affensippe beobachten. Dieser stattliche Herr possiert für einen Apfel.

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Taka Mountains 

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Ab Kassala fahren wir nach Al Qadarif mit Abzweigung an die Grenze zu Äthiopien. Bereits den Sudan verlassen oder doch hochfahren nach Khartum? Wir entscheiden uns für die Hauptstadt und fahren 450 km bis nach Ad Madani das direkt am blauen Nil liegt.

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Von Dromedaren bekomme ich nie genug, ich liebe ihre Genügsamkeit und ihre leisen Sohlen.

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Es gibt viele Tankstellen in Sudan aber nicht alle haben Benzin oder Diesel. Man erkennt die MIT an der langen Schlange (mindestens 1/2 Tag anstehen). Wir erlauben uns mit einem mehr als schlechten Gewissen direkt an die Zapfsäule zu fahren und mit einem Lächeln nach Diesel oder Gas Oil zu fragen. Wir werden immer hilfsbereit vorgelassen, ja sogar an die Diesel Tankstelle geleitet. 5010C295-EAED-465B-949D-465D0D56A893.jpeg

Als Nichtschwitzerin öffnen sich plötzlich meine Poren und tränken meine Bluse mit einem salzigen Nass. Wir sind bei Temperaturen über 44 Grad angekommen. Wir hängen an der lauen Wasserflasche, suchen schattige Sitzgelegenheiten, gehen in klimatisierte Einkaufszentren oder wedeln uns mit Fächern etwas Wind ins Gesicht. Wir sind in Khartum angekommen. Direkt am blauen Nil stehen wir geschützt im Sailing   Club.

In der Hauptstadt ist was los. Jeden Abend demonstrieren Jugendliche gegen die Regierung und für eine bessere Zukunft. Es wird gehupt, Fahnen geschwungen, Sprechchöre wie Mantras repetiert und rebelliert. Ab 17 Uhr ziehen wir uns zurück in unsere Oase am Nil.

Und dann kommt der grosse Tag!

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Das Militär putscht am 11.4. Präsident Bashir und übernimmt vorübergehend die Regierung. Die ganze Stadt ist mit Fahnen, Gehupe, Freude und Hoffnung lautstark auf den Strassen. Was für eine zuversichtliche Stimmung! Wir wünschen dem Sudan von ganzem Herzen eine bessere und friedliche Zukunft. Wir sind gerührt und dankbar, dass wir diesen historischen Moment miterleben dürfen.

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Schon wenige Stunden später weicht die Zuversicht der Sudanesen in Resignation. Auf Bashir folg sein Vize Präsident Ibn Auf. Er übernimmt mit Unterstützung des Militärs die Regierung für 2 Jahre, danach sollen Neuwahlen folgen. Die Bevölkerung ist unzufrieden.

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Nur 1 Tag im Amt dankt der äusserst unbeliebte Ibn Auf ab.

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Der neue Hoffnungsträger (Bild) Abdel Fattah Burhani, ein ranghoher Militär, verspricht die Freilassung politischer Gefangener. Die Ausgangssperre ist aufgehoben. Sudans neuer Machthaber geht auf die Protestierenden zu. Die fordern weiter eine zivile Übergangsregierung.

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Wir besuchen das Nationalmuseum und wollen die Stelle sehen, wo der blaue und weisse Nil sich treffen. Wir sind zu Fuss unterwegs und treffen auf viele Militärkontrollen. Die sind sehr nett zu uns und oft hören wir: „Welcome to Sudan.“

9648F503-0040-4CBE-8263-49C25EB15242Links der Weiße Nil. Er entspringt in den Bergen von Ruanda und Burundi. Von rechts kommt der Blaue Nil, er entspringt im Hochland von Äthiopien. Länge total ca 6500 km.

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Ich habe vom 12.4. keine Bilder da ich mich nicht getraute, vor dem Militär zu fotografieren. Es hätte tolle Schnappschüsse gegeben, zB. schlafende Militaristen im Schatten eines Baumes mit den Gewehren und Munition im Arm.

Nach einer lauten Protestnacht verlassen wir früh morgens Khartum. Wir lassen uns die Passierbarkeit der Grenze zu Äthiopien bestätigen und fahren 480 km bis zu einem ruhigen Stellplatz.

E79174DB-A2B6-4BD4-B2C4-CCE6C0722482An dieser Stelle möchte ich mal meinen lieben Mann erwähnen, der zuverlässige und sichere Fahrer der Haupt- und verkehrsreichen Strecken sowie kniffligen  Manöver. Danke Werni.

A271D26C-B130-4B89-A695-9BBD64CE5D7FImmer wieder haben wir nette Begegnungen wie hier im Schatten einer Geistertankstelle, wo wir Mittagspause halten. 9 Sudaner schauen mir beim Kochen und abwaschen zu. Mit einer Sugusschleckrunde kommen wir uns näher und erzählen uns mit wenig Englisch sehr viel.

Zum Ende des Wochenberichtes stehen wir am Zoll und erledigen die Formalitäten. Man hat Zeit, viel Zeit. Wir erledigen alles in 3 Stunden.

 

Sudan: grosses, weites Land, freundlich zurückhaltende Menschen, Benzinpreis 8 bis 10 Rappen der Liter, strickte Alkoholabstinenz, Land im politischen Umbruch, Hitze über 45 Grad, Putsch von Präsident Al Bashir.

 

Fazit der Woche: Historische Ereignisse gehen unter die Haut.