„Warum kommt ihr nicht in die Schweiz?“ Ja, warum eigentlich nicht? Hamburg – Sarnen ist nicht weit, Familie und Freunde treffen einfach nur schön und Kilos anessen mit CH Leckereien äusserst verlockend.
Unser Daheim
Der Hauptgrund, die CH weg zu lassen ist, dass wir uns nach einem Heimurlaub immer schwer tun, in unseren Reisefluss zurück zu finden. Weitere Gründe sind Bürokratie und Gesetze der Schweiz. Wir müssten unseren Sprinter stellen, (D TÜV) Werni durch einen Arztbesuch beweisen, dass er fahrfähig ist usw. usw. Das alles wollen wir nicht! Unsere Lieben in der Schweiz – wir sehen uns mit noch mehr Grau und weiteren Falten in ein paar Jahren ganz bestimmt. Ihr seid in unseren Herzen, wir sprechen oft von euch und versuchen, so gut es auf Distanz geht, mit euch in Kontakt zu bleiben. Wir nehmen gerne Anteil an euren Leben und freuen uns immer über ein paar Zeilen aus der Heimat.
Ein wenig Heimat erleben wir in Hamburg. Josy und Werner sind da und wir verbringen einen schönen Abend zusammen im Portugiesenviertel.
Nur zwei Tage später sind Jeanette und Tino in Hamburg. Sie verschiffen ihren Indi nach East London, ZA. Sie sind Weltenbummler und haben schon viel gesehen von dieser Welt. Auf dem Feuerschiff essen wir gemeinsam. Ich bekomme über 1000 Bücher auf Sticks von ihnen, danke, danke – mein Lesevergnügen für die nächsten Jahre scheint gesichert.
Gemeinsamkeiten verbinden und so plaudert es sich munter drauflos obwohl wir Jeanette und Tino zum ersten Mal treffen.
Es raucht in unseren Köpfen! Die „was zu organisieren ist“ Liste scheint endlos. Auf Weltreise „verwildert“ Frau und Mann ganz schnell. Meine Afrika Unterwäsche ist inzwischen alles andere als sexy. Wernis Laufschuhe sind abgetreten, ich besitze keine Hose mehr, unsere Zähne wollen kontrolliert, Füsse gepflegt, Reiseführer und Kartenmaterial für Südamerika ausgewählt, Flüge, Wohnung, Sprachkurs irgendwo in Mittel- oder Südamerika gebucht, Leckereien und Benötigtes aus der Schweiz bestellt, Ausweise und Kreditkarten aktualisiert, Verschiffung organisiert, ReMo optimiert, Kissen genäht, Kleider geflickt, Ersatzteile bestellt und Termine fixiert werden. Zwischen all den Aufgaben möchten wir Familie und Freunde treffen, Tourist in Hamburg spielen, Konzerte besuchen und die Zivilisation geniessen.
Auf solchen Schiffen werden Reisemobile um die ganze Welt verschifft. Unser Vessel, der „Morning Courier“ hat Durban am 1.6. verlassen. 200 Meter lang, mit ca. 18 Knoten unterwegs unter der Flagge Bahamas steuert das Schiff mit Bänzli an Bord zur Zeit Richtung Luanda. (Kann zB. mit Gratisapp „MarineTraffic“ verfolgt werden.)
EDEKA ist unser Lieblings Einkaufsladen in Rellingen. Wohl sortiert kaufen wir Leckereien, die wir lange vermisst haben und ich geniesse Michels Küche mit Platz – viel Platz, mit einem Glaskeramik Herd, Backofen und Geschirrspülmaschine.
Unser Lieblingsverkäufer hat tunesische Wurzeln und kennt uns bereits beim zweiten Einkauf. Deutscher Spargel und Erdbeeren haben Saison und landen fast täglich auf unseren Tellern.
Eine Vorbesprechung bei CS lässt hoffen, dass wir alles in der gewünschten Zeit erledigen, aufrüsten und reparieren können.
Der japanische Garten „Planten un Blomen“ ist eine Oase der Ruhe inmitten der City. Auf 2000 Quadratmetern baut der berühmte Landschaftsarchitekt Yoshikuni Araki den grössten japanischen Garten Europas in der Tradition der Zen-Kunst.
Es hat alles Platz im Park. Es wird Rad gefahren, Tai-che praktiziert, Bier getrunken, Rausch ausgeschlafen, Mittag gegessen, geschmust, Kinder spazieren gefahren, Blumen fotografiert usw. Einiges ist abgesperrt und wird restauriert, als Hobby-Gärtnerin sehe ich die Arbeit, die in diesem Park steckt.
Pfingsten ist bis jetzt ruhig verlaufen. Morgen kommt uns Christine aus Utenweiler besuchen und darauf freuen wir uns sehr.
Fazit der Woche: Heimat ist überall dort wo ma sich wohl fühlt.