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15.-22.10.2023, nicht jeder Tag ist ein Glückstag

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Alcântara, ein Kleinstädtchen, ist zum nationalen Kulturdenkmal erklärt und liegt gegenüber von São Luís. Vom einstigen Reichtum der Stadt zeugen viele Baudenkmäler …

…und sehr schöne Häuserzeilen die teils liebevoll restauriert sind. Friedvoll erscheint uns das Städtchen und wir stehen frei ohne Bedenken.
Kaum zu glauben dass sich auf dem riesigen, gemütlichen Gemeindegebiet der Weltraumbahnhof Brasiliens befindet wo Satelliten Starts stattfinden und weitere geplant sind.

Mit der Fähre übersetzen nach São Luís ist unser Plan für den Montag. Doch nicht jeder Tag kann ein Glückstag sein. Um 7 h stehen wir bereits in der Linie um Tickets zu kaufen. 3 h später stehen wir noch am selben Fleck. Unzählige Autos fahren links an uns vorbei und kommen schwuppdiwupp auf die Fähre und wir?

Es ist warm, ich werde ungeduldig. Beim ersten Posten frage ich nach was denn hier los sei? Die Autos die sofort auf die Fähre kommen sind Geschäftsleute die ein online Ticket hätten. Beim zweiten Posten werde ich zum Dritten verwiesen. Dieser Herr sagt mir, dass wir zwischen 14 bis 15 h auf der Fähre sein sollten. Waaaas? Das kann doch nicht sein dass Autos ohne online Ticket 7-8 h warten müssen? Wir fahren einfach aus der Riesen-Schlange raus in den Terminal rein. Dank Google Translate bekommen wir die Antwort, dass zwei Fähren heute ausser Betrieb sind und der Termin für Ersatz unbestätigt. Guter Rat ist teuer.

Dann fahren wir halt die 500 km nach São Luis. Immer noch besser als Stunden an der prallen Sonne bei 38 Grad zu warten. Aus der vorher gesagten 5 h Fahrt werden 8 h und wir kommen hundemüde am Rande der Stadt an.

Ein Admin Tag folgt. Als erstes brauchen wir einen neuen Pollenfilter, eine gute Waschanlage und das Sicherheitsschloss an der Hecktüre muss repariert werden. Bänzli first!

Der erste Versuch zur Verlängerung unseres Brasilien Aufenthaltes folgt. Kein Glückstag  – wir scheitern. Die Dame erklärt uns sehr freundlich, dass Brasilianer in der Schweiz auch nur 3 Monate Aufenthaltsbewilligung bekommen. „Wie du mir, so ich Dir“ scheint die Devise zu sein. Auf unsere Frage, ob es einen anderen Weg gibt, länger im Land zu bleiben sagt sie:“ Sie können die 90 Tage überziehen, jeder zusätzliche Tag in Brasilien kostet eine Busse über CHF 18 pro Tag. Gut zu wissen.

Wir ziehen um ins Zentrum. Werni ist immer noch nicht fit, in der Nacht beginnt er zu glühen.

Die geführte Tour durch die UNESCO Altstadt von São Luís mache ich alleine mit André, einem tollen Führer. Nur der Name erinnert noch an die France Equinoxiale, jener Kolonie, die die Franzosen im Jahr 1612 im Norden Brasiliens errichten. Die Architektur von São Luís ist mehrheitlich portugiesisch, die Bewohner von den Nachfahren afrikanischer Sklaven geprägt.

Schade kann Werni nicht dabei sein. Er schläft sein Fieber aus. Der Charme der Gassen zieht auch mich in Bann.

Ich bekomme die ganze Geschichte von der Gründung der Stadt bis zum heutigen Tag mit Jahreszahlen erzählt…

….interessantes über Wirtschaft, Politik, Religion und Musik. Reggae ist eine beliebte Musikrichtung in São Luis und die ganz Grossen wie Bob Marley und Peter Tosh selig haben schon hier gespielt.

Taschen aus Maniok Faser

Wir versuchen ausserhalb der Stadt unsere „temporäre Auto Import Bewilligung“ zu verlängern. Die Migration hat das Büro gleich nebenan. Warum nicht nochmals nach einer Verlängerung fragen? Der sehr nette Herr der Police Federal bestätigt, dass CH Bürger keine Verlängerung bekommen. Selbst freundliches betteln und Demut hilft nichts. Wir sollen es locker nehmen mit der Überziehung. Die Lösung: Am 91 Tag (1 Tag nach Ablauf des Visas) wieder zur Police Federal gehen, wir bekämen eine Busse von Reales 100 und weitere 60 Tage Zeit, um das Land zu verlassen. Tolle Lösung die sofort unsere Reise entschleunigt. Danke Police Federal.

Dieses Wissen lässt eine 3 tägige Erholungszeit für Werni in Morros zu.

Im Paradies putzen wir unser Auto innen intensiv. Werni geht es besser, sogar so gut, dass wir den Apéro im Süsswasser-Teich trinken. Das Fieber nimmt Reissaus.

Es ist wunderschön hier, wir verlängern nochmals. Täglich essen wir Açaí mit Fisch – da muss „Mann“ ja gesunden.

Açaí Palmen

Der ideale Platz für Yoga und die Seele baumeln zu lassen.

Wir bekommen Besuch von diesen lauten Gesellen. Ob sie auch bei der Cobra mitmachen wollen?

Frosch – Papagei – Meeting!

Wie man das wohl ausspricht? Lençóis Maranhense ist der Dünen NP und soll der absolute Höhepunkt des Nordens sein. Louisa wird uns die richtige Aussprache beibringen. Louisa Huber ist eine ehemalige Arbeitskollegin von Marlis, wohnt seit 1978 in Brasilien und seit 3 Jahren in Santo Amaro do Maranhão, das Dorf zum Tor des NP Lençóis. Und natürlich besuchen wir die Urprungsurnerin.

Es grenzt fast an Kunst, ins Grundstück von Louisa reinzufahren. Zentimeter Rangieren!

 

 

 

Fazit der Woche: Es gibt nicht nur Glückstage. 

 

 

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