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4.-11.2.2024, mächtig, gigantisch

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El Fuerte de Samaipata ist eine Zeremonialstätte der Inkas. Sie liegt auf einem Berggipfel, 1’950 Meter über dem Meeresspiegel und in den Ausläufern der Cordillera Oriental. Wir schlafen wunderbar erfrischend auf dieser Höhe, tschüss drückende Hitze!

Die Sandsteinfelsen haben Linien, Kanäle, Stufen, Figuren und Tierdarstellungen eingemeisselt, darunter auch zwei lange, parallele Kanäle, die genau in Ost-West-Richtung verlaufen. Weiter sind Siedlungsreste aus der Zeit bis zu 1’500 v. Chr. zu sehen.

Der Hauptfels gilt als der grösste behauene Fels der Welt. Der genaue Zweck der Anlage ist bis heute nicht ganz geklärt. Die ersten spanischen Entdecker vermuten wegen der getarnten Lage auf eine Festungsanlage. Später als Kanäle zum Waschen von Gold und unser Schweizer Schriftsteller Erich von Däniken deutet die beiden Ost-West-Kanäle als Startrampe für UFO`s. Sicher ist es eine Zeremonialstätte der Inkas, da herrscht heute Einigkeit.

Mit unserem Führer laufen wir 2 Stunden durch die Anlage und tauchen ein in die Kultur der Inkas die uns hoch bis nach Equador begleiten wird. Von von Dänikens Theorie hält er nicht viel 😏.

Samaipata, ein ländliches Städtchen, bedeutet „Ruhe in der Höhe“ in der Quechua Sprache. Diese Ruhe geniessen am Wochenende Städter aus Santa Cruz und viele Europäer, die hier leben und arbeiten. Sie setzen auf Tourismus. Nicht nur El Fuerte liegt nahe, auch der NP Amboró ist nur ein Katzensprung entfernt.

Mit unserem Führer Javier machen wir eine 5 stündige Wanderung. Der NP ist so gross wie Belgien, grösstenteils unberührt und bekannt für seine baumhohen, gigantischen Farne die es so nur noch in Neuseeland gibt.

Hier treffen 3 Ökosysteme aufeinander. Diese Einzigartigkeit spendet Lebensraum für Blumen, Tiere, knorrige Bäume, Flechten, Moos und Farne. Javier erzählt uns allerlei über Flora und Fauna, so von den beiden Arten von Riesenfarnen die nur einige Millimeter pro Jahr wachsen. Wir berühren die fast wurzellosen Giganten ehrfürchtig. Es gibt Farnbäume die schnell mal über 1000 Jahre alt sind. Es ist eine Wanderung durch einen Märchenwald.

Der nächste Mächtige ruft! Wir fahren die Che Guevara Route von Mataral bis Tomina. In Vallegrande trennen sich unsere Wege von Marlis und Kurt. Die Beiden möchten tief in das Mythos Che eintauchen. Und wir?

Wir lesen über sein Leben, spüren sein Charisma. Er ist ein Revolutionär durch und durch. Wir stellen uns aber auch kritische Fragen zu seinem Leben.

In La Higuera, (die paar Häuser im Bild), das wenige Seelen Dorf auf über 2000 Höhenmeter, wird Ernesto Che Guevara am 9. Oktober 1967 im Schulhaus von der bolivianischen Armee unter Beteiligung der CIA erschossen. Mit ihm sterben weitere Guerilleros. Auch die Deutsch-Argentinierin Tamara Bunke („Tania la Guerillera“) kämpft an seiner Seite.
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Getrennt von weiteren Truppen besteht Ches Kampfbündel am Ende noch aus 14 Mann, geschwächt, abgemagert, müde. Am 8. Oktober 1967 werden sie in der Schlucht „Quebrada del Churo“ nahe La Higuera von Regierungstruppen aufgespürt. Nach heftigen Kämpfen wird der verwundete Comandante Che Guevara festgenommen und ins Schulgebäude von La Higuera gebracht.

Das weisse Gebäude im Hintergrund ist das Schulhaus, heute ein kleines Museum.
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Das ist Irma. Sie hat Che die letzte Mahlzeit vor seiner Hinrichtung gebracht, eine Erdnuss-Suppe. Die 78 jährige ist berühmt, betreibt einen kleinen Laden am Hauptplatz und verkauft Erinnerungen, Fotos, Shirts und Kleinigkeiten.
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Sie erzählt uns von den letzten Worten Ches. Wir können uns der Faszination und Geschichtsträchtigkeit des Ortes nicht entziehen. Es ist ein besonderer Platz wo das Leben eines Kämpferherzens endet.
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Die Leiche von Che Guevara wird nach Vallegrande geflogen wo sie gewaschen, präpariert und der Presse vorgeführt wird.

Die Gedenkstätten und Museum wirken auf uns etwas heruntergekommen und lieblos. Trotzdem kann Frau und Mann sich der Urkraft Ernesto Che Guevaras nicht entziehen. Ein kurzes Leben (39 Jahre) das schlichtweg der Inbegriff von Heldentum ist.

Nach nur 1 Tag Sucre ruft der nächste Gigant und Mächtige, nämlich der archaische Karneval in Oruro. Natürlich schauen wir uns Sucre später länger an. Über eine sehr kurvenreiche, sehr szenische Strecke auf Höhen bis zu 4400 Metern fahren wir in 7 h nach Oruro.

Die einstige Silber und Zinn Stadt Oruro mit ca. 300‘000 Einwohnern hat touristisch nicht viel zu bieten. Aber 1 mal im Jahr ist hier der Teufel los. Die Göttin Ńusta vertreibt den Teufel Wari bei der Diablada. Im Teufelsmaskenfest verschmelzen indigene Kulturen mit Geisterglauben und christlichem Brauchtum.

Auf dem Flughafenparkplatz treffen wir weitere Overlander aus Kanada und Frankreich. Wir tauschen uns rege aus und freuen uns auf die 2 Haupttage Karneval Oruro 2024.

Wow, was für eine Freude, Vielfalt, Farbenpracht und Show.

Nach 6 Stunden sitzen am selben Ort werfen wir das Handtuch und erreichen unser Zuhause just vor dem grossen Gewitter. Was für ein Tag!

In diesem Schuhwerk den ganzen Tag inklusive Nacht durchzutanzen ist Höchstleistung!

…. und noch ein Bild ….

 


Fazit der Woche: Die Giganten haben es in sich!

 

 

Wochenfilm

Musik: Kala Marka, Sol

 

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