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24.-31.3.2024, unglaubliches La Paz

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Die Einfahrt in die Stadt La Paz, vom Pass La Cumbre her kommend, ist unglaublich. Nebst immer wieder schönen Ausblicken auf die Stadt umfahren wir Schlaglöcher, weichen Mechanikern aus die im Dreck fast auf der Strasse Autos reparieren, beobachten das rege Treiben und gehorchen unserem Navi das uns ins Tal Achocalla führt. Einige Kilometer ausserhalb des Zentrums stellt uns Joaquín sein Haus zur Verfügung. Er selber ist nicht hier, betreut uns täglich rührend per Telefon.

Die Stadt liegt malerisch in einem Talkessel umgeben von Schneegipfeln. Wir buchen Gert für eine tägige Stadtführung auf deutsch. Marianne mit Sohn Pädu, die wir noch nicht kennen, bringen uns Ersatzteile aus der Schweiz und schliessen sich der Führung an. Der Sympathie Funke springt sofort über und wir freuen uns auf was da kommen mag.

Gert lebt seit 1981 in Bolivien und kennt die Stadt mit seiner Geschichte, politischer Situation und Kuriosität wie seine Westentasche. Statt farbiger U-Bahnlinien gibt es hier 10 farbige, modernste Luftseilbahn Linien die die Stadtteile miteinander verbinden.

Mit der Lila Bahn schweben wir hoch nach El Alto, eine Millionen Stadt auf einem Hochplateau. Über die Dächer zu gleiten ist was besonderes und im laufe der Führung geht es im Wirrwarr mit Bahnen hoch, quer, runter und wieder hoch.

Nach dem die verschiedenen Stadtteile erklärt sind geht es zu den Yatiris, den Heilern von El Alto. Kleine Buden stehen in Reih und Glied. Hier lassen sich einheimische die Zukunft aus den Coca Blättern lesen. So genau wollen wir sie nicht wissen.

Kein Haus wird gebaut, ohne dass in einer Zeremonie durch einen Heiler der Mutter Erde, Patchamama, ein Opfer dargebracht wird.  Je nach finanziellen Möglichkeiten werden Lama-, Schweine-, Hunde- und andere Föten als Opfergabe in die Grundmauern eingemauert, man munkelt sogar von Menschenopfern.

Beim Besuch des Hexenmarktes sehen wir allerlei kurioses für die Opferzeremonien. An anderen Ständen kann man sich Kräuter, Amulette und Räucherware für Gesundheit und Glück zusammen stellen lassen.

Die Hexe Wicky verkauft uns mit viel Humor Amuletts.

Eine Gasse weiter bieten Schuh-, Hutmacher und Schneider ihre Dienste an und noch eine Gasse weiter gibt es frischen Saft, Gemüse, Coca und Blumen zu kaufen.

Knöpfe, Bänder, Haarschmuck, Unter- und Faltenröcke, Bolder Hüte, Schal und Weste – hier kleiden sich die Cholitas ein.

Runter geht es in den Regierungsteil, zum Plaza de Murillo. Hier hocken wir auf den Stufen und bekommen Geschichtsunterricht. Ein neuer Regierungsklotz und Parlamentsgebäude zerdrücken die alten schönen Gebäude. Eine Machtdemonstration von Evo Morales.

Im Teatro Municipal bekommen wir eine eindrückliche Führung hinter die Bühne und seiner Technik.

Wir lernen den Theater-Geist Tio kennen. Für ihn ist eine Umkleidekabine reserviert und er zeige sich regelmässig. Wie gerne hätten wir einen Schwatz mit ihm …. aber leider leider hat er heute keine Lust auf Gringos.

Dafür bekommen wir durch Gert etwas Faust zitiert.

Die Gallerie Mamani folgt, schöne Gassen, eine Fahrt im alten Stadtbus, ein letzter Aussichtspunkt und randvoll mit Eindrücken und Informationen verabschieden wir Gert um 21 h. Ein toller Tag, ein toller Führer, tolle Begleitung – besser geht nicht.

La Paz ist mit ca. 3’600 Höhenmeter die höchst gelegenste Regierungsstadt der Welt. El Alto liegt nochmals ca. 600 Meter höher. Zu viert erkunden wir weitere Stadtteile und sind begeistert über die Dächer von La Paz zu schweben. Was für ein entspanntes Entdecken!

Wir sind im Haus von Joaquín sehr wohl. Wir haben zwar einen stündigen Weg ins Zentrum, dafür schlafen wir herrlich ruhig in schönster Landschaft.

Heute kommen wir einen Schritt weiter bei der Organisation des Takesi Trails den wir zu viert  in 2 Tagesmärschen laufen möchten.

Weitere schöne Eindrücke der Stadt, weitere feine Essen, weitere schöne Gespräche folgen.

Natürlich darf ein Besuch des Valle de la Luna (Mondtal) nicht fehlen. Türme, Felsen, Spalten, Figuren, Pyramiden – sovieles kann man mit Fantasie hinein interpretieren.

Bei angenehmen Temperaturen schlendern wir durch die unwirkliche Landschaft. Schön hier.

 

Fazit der Woche: La Paz, was für eine positive Überraschung! Ein schönes Osterfest euch allen. 

 

 

Wochenfilm

Musik: Betty Veizaga, Te Necesito

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