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23.-30.7.2024 ….wie finanziert ihr das?

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Die Woche beginnt perfekt! Mein Schatz feiert seinen 71. Geburtstag.

Geschenke, Karten, WhatsApp, E-Mails, Gedichte, Massage – alles ist im Festtag mit dabei. Auch ein Mail von Manfred Sertore (einem ehemaligen Arbeitskollegen von Werni) aus Finnland ist in der Geburtstagspost. Er schreibt unter Anderem:

Wie bekannt ist, schrecke ich vor nichts zurück. Hat Euch schon jemand einmal gefragt wie man eigentlich eine Unternehmung wie Ihr sie jetzt seit bald 6 Jahren durchführt finanziert und was so etwas kostet??? Habt Ihr im Lotto gewonnen, eine Bank ausgeraubt, Millionen geerbt oder einfach die seit 50 Jahren gesammelten Haferflocken Gutscheine zurückgebracht?  Sicher würde das auch viele andere Leser Eurer Berichte interessieren. Nun wie der Winkelried es damals getan hat, muss halt einer einfach den Mut (oder die Frechheit) haben so etwas zu tun und danach zu fragen.

Eine Bank ausrauben würde ich liebend gerne Manfred. Wenn jemand einen guten Plan hat – ich mache mit!

Seit 65 Monaten unterwegs führe ich als gewissenhafte Bünzli- Schweizerin seit Beginn unserer Reise Buchhaltung. Die stimmt nicht auf den Rappen genau – muss sie auch nicht. Aufgeteilt werden Campingplätze, Lebensmittel, Benzin, Auto, Apotheke, Geschenke, Restaurantbesuche, Kultur, Kleider, Spenden usw. usw

Der günstigste Monat ist der Mai 2020 in Tansania mit CHF 835.-.

Der teuerste Monat ist der Juli 22 in Hamburg mit CHF 30’149.-, Bänzli der grösste Posten. Gesamtüberholung, Ersatzteile Heizung, grosser Service, Verschiffungen Durban/Hamburg/Südamerika usw. Weiter kommen Mietauto, Flüge nach Südamerika, Wohnung auf Kuba, Konzerte, neuer Laptop usw. dazu. Rechne ich den Durchschnitt unserer Reise aus liegen wir bei monatlichen Ausgaben von Schweizer Franken 4‘110 pro Monat. Wir sind uns bewusst, dass wir mit diesem Schnitt zu den privilegierten Mittel Budget-Reisenden gehören. In der Schweiz sind wir nach wie vor angemeldet und bezahlen artig Steuern – die Fixkosten von zu Hause sind nicht in den Reisekosten eingerechnet. Die höchsten Posten sind: Krankenkasse und Steuern.

Als glückliche Schweizer Rentner mit AHV Maximum, Pensionskasse, 3. Säule, Ersparnissen und Erbe von unseren Eltern (nicht Millionen) geht unsere Rechnung wunderbar auf – ja man kann fast sagen – wir sparen beim Reisen 😀😀.

Wir leben in unserem Reisemobil ein recht einfaches Leben. Kleider brauchen wir selten da kein Platz, ich koche zu 80 Prozent selber, Kosmetik nützt eh nichts mehr, Haare schneide ich mir selber… manchmal sogar die von Marlis….

…. Konzerte gibt es wenig bis keine, Campingplätze sind nicht teuer, Weinkeller ist keiner vorhanden, Urlaub muss nicht gebucht werden etc. Die verlockenden Einkaufsmöglichkeiten wie in der Schweiz gibt es beim Reisen selten. Wir gönnen uns immer mal wieder Extras wie zB. einen Flug über die Nazca, ein feines Essen im Restaurant, ein komfortabler Aufenthalt in einem Hotel vor allem in Grossstädten – dafür sind wir sehr dankbar.

Die grössten Reiseposten sind:

CHF 57’309.80 Auto  (881 Durchschnitt Monat)

CHF 42‘346.50 Camping/Hotel (651)

CHF 31‘042.90 Lebensmittel (477)

CHF 28’954.70 Restaurant/Kaffee (446)

CHF 17’944.90 Benzin (276)

CHF 16‘337.00 NP, Museum, Konzerte (251)

Wir Schweizer/innen reden resp. schreiben nicht gerne über die eigenen Finanzen. Dank Manfreds Frage haben wir etwas Statistik geführt und finden die Auswertung selber sehr interessant.

Ein weiteres Extra als Überraschung für Werni ist: 2 Nächte im 2-Gäste Zimmer Hotel Casa Pukayaku in Caraz bei Belise und Jorge.

Die Aussicht von unserem Zimmer ist imposant, das Essen fein samt hausgebackenem Geburtstagskuchen.

Den Aufstieg zur Lagune Parón machen wir uns heute einfach. Wir fahren bis zur abgerutschten Strasse, laufen zuerst dem See entlang und dann hoch zum Aussichtspunkt.

Unsere Gesundheits-App zählt trotzdem über 15‘000 Schritte. Was für Farben und Bergriesen.

Zuerst sind wir ganz alleine bei der Lagune. Doch dann treffen die Sammelbusse aus Huaraz ein – Zeit für uns zu verschwinden.

Wir fahren 3 Tage durch den Nationalpark Huascarán. Lagunen, Gletscher, Berge, Natur – einfach wunderbar.

Schnee bedeckte 6000er….

…..Bergseen auf 4500 Meter…..

….der weltweit höchste Tunnel, Punta Olimpica, 4738 Meter….

….Übernachtungsplätze in einsamer Natur…

….kleines italienisch angehauchtes Dorf Chacas mit Don Bosco Ausbildungsplätzen und Holzschnitzkunst….

… an Türen und Balkonen…..

….. und dann passiert es  …. Bänzli will nicht mehr starten! Zum Glück sind wir in einem kleinen Weiler mit Netzempfang – ein Autoelektriker aus dem nächsten Dorf kommt – er braucht 2 Stunden.

Der Anlasser ist defekt, da hilft nur anstossen. Zurück in Huaraz wird das Ersatzteil in Lima bestellt, weder das Original Teil noch Bosch sind erhältlich – ein Exot sollte morgen eingebaut werden.

Wir verkürzen das Warten mit Sauna-Durchgängen. Unser Zimmer in Huaraz hat eine kleine Sauna im Badezimmer eingebaut. Luxus pur! Die Entspannung weicht schnell der Anspannung. Es ist in ganz Lima kein Anlasser für unser ReMo erhältlich. Guter Rat ist teuer. Am 6.7. läuft unser Visa samt TIP ab. Eine fast schlaflose Nacht folgt.

Der Übeltäter

Eine neue Lösung wird gesucht und gefunden. In Huaraz soll es einen Spezialisten geben der Anlasser flicken kann.

Bänzli lässt sich wieder starten. Morgen geht die Reise samt Suche nach einem neuen Anlasser weiter. Das reparierte Teil soll nur ein paar Monate halten.

 

Fazit der Woche: Wir hoffen unsere Buchhaltung interessiert euch wirklich. 

 

Wochenfilm:

Musik: En el Camino, Los Incateños

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