Las Manos ist der Ort des Grenzübertritts, er gestaltet sich einfach, schnell und problemlos. Ein „Juizer“ kommt von tief innen, Juuuuhuuuuuhuuuu Jolololijuuuuuu – wir sind in Honduras!
Von den meisten Overlandern als Transit-Land von nur 1 Tag genutzt beschliessen wir spontan Honduras zu bereisen, natürlich mit den nötigen Vorsichtsmassnahmen wie: Nicht fahren in der Nacht, nicht frei stehen in Städtchen, Grossansammlungen meiden etc.
Um die 11 Millionen Einwohner hat das Land, die Namen der Hauptstadt Tegucigalpa und der Währung Lempira wollen partout nicht in mein Gehirn. Die Präsidentin des Landes ist seit 2021 Xiomara Castro.
El Paraíso auf 800 Höhenmeter ist unser erster Stopp. Was als erstes auffällt: Es gibt Kieferwälder, es ist üppig grün, die ersten Begegnungen sind nett, sogar die mit der Grenzpolizei, es hat Kilometer lange Camion-Schlangen die auf die Grenzabwicklung warten. Wie lange sie wohl festsitzen?
El Paraiso hält sein Namens-Versprechen nicht, es ist ein Provinzstädtchen wo ich beim abklappern sämtlicher Läden kein einziges Kleidungsstück finden würde.
Der Lebensmittelcheck ist schnell erledigt, wir finden trotzdem ein paar Kuriositäten, zum Beispiel ON Kopie-Schuhe fabriziert in Nicaragua für CHF 40.-….
….. und zuckersüsse Torten!
Auf dem Weg Richtung Karibik zwingt uns Bänzli, doch noch den Namen der Hauptstadt Tegucigalpa zu memorieren. Er lässt sich wieder nicht beschleunigen und das Motorenzeichen geht an. Wir scheinen neu nebst unserem Glücksstern einen Error-Geist als Mitfahrer zu haben.
Beim 3. Anlauf finden wir eine Garage in der Hauptstadt die nach dem Fehler sucht. Es sei eine Software Sache, die Garage in Granada habe den „Fehler“ nicht zurück gesetzt. Bei der Testfahrt ist alles bestens, wir fahren weiter aber in welche Richtung? Werni ist weiterhin für eine Honduras Rundreise, ich für die Weiterfahrt nach El Salvador.
Sieht doch fast aus wie im Coop oder Migros in der Schweiz?
So bergig haben wir uns Honduras nicht vorgestellt. Über 300 Kilometer begleiten uns Bergketten bis wir an der Karibik in Trujillo stehen.
Diese Seite Honduras ist vor allem wegen der vorgelagerten Inseln Roatán, Guanaja und Utila bekannt. Wir schauen uns eine Doku über Roatán an und wissen definitiv, dass wir da nicht hin wollen. Zu laut, zu touristisch, zu voll – obwohl karibisch schön und ein Taucherparadies.
Viel lieber stehen wir an der Tranquility Bay, ruhig, einsam, traumhaft schön und machen Urlaub vom Urlaub. Wir sind die einzigen Gäste….
…. schwimmen im karibischen Wasser (geschätzte 27 Grad) und lassen die Seele baumeln. 3 Nächte campen wir beim kanadischen Paar Linda und Larry, die ihr Paradies verkaufen und zurück nach Kanada wollen.
Eine A nach B Strecke mit miserabler Strasse folgt nach La Ceiba die nur dank DivertiMento ertragbar ist. Was können wir immer wieder lachen über die beiden Kabarettisten.
Es gibt Bier, gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot, das vorschreibt, dass nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe bei der Herstellung verwendet werden dürfen. Es steht für die Bewahrung einer althergebrachten Handwerkstechnik und gilt zugleich als älteste, heute noch gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt. Und was es sonst noch gibt im Campingrestaurant? Da nehme ich meinen bereits köchelnden Bolognese Sugo gerne vom Herd – es stehen Spätzle, Rinderbraten mit Rotkraut, Schweineschmorbraten, Bratwurst und mehr auf der Menü-Karte. Es ist so was von lecker gekocht und in einer stimmigen Umgebung dazu.
Udo, der Besitzer, natürlich Deutschstämmiger, lebt seit 30 Jahren in Honduras, hat alles selber aufgebaut und beweist, wenn der Chef aktiv mitarbeitet und präsent ist, man überall auf der Welt erfolgreich sein kann.
Wir dürfen die Infrastruktur des Hotels mitbenutzen und geniessen den Pool und den üppigen Wald.
Fazit der Woche: Die bis jetzt furchtbaren Strassen und Vermüllung machen es uns schwer Honduras ins Herz zu schliessen.
Wochenfilm:
Musik: Federico Ramirez, Ña Facunda