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1.-8.06.2025, Rum, Reggae, Rasta

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Belize, das kleine Land an der Karibik, halb so gross wie die Schweiz, früher unter Britisch-Honduras bekannt, ist stark schwarz geprägt. Kräftige, übergewichtige Herren in Uniform erfüllen ihre Pflicht bei unserer Einreise, sie sind nicht nett, sie sind nicht unfreundlich. Auf ihrer Stirn steht: „Bitte nichts fragen,“ und so verkriechen sie sich wieder in ihre Kabäuschen nach unserer Abfertigung.

Papierkram ist nach 1.15 h erledigt, Versicherung abgeschlossen, Belize, wir sind gespannt auf dich. Was als erstes auffällt: Es wird Englisch gesprochen, keine Müllberge, die Häuser sind nicht hinter Mauern und Stacheldraht eingezäunt, es ist unglaublich grün und dicht bewaldet.

Das Bett quietscht, die Matratze hat schon bessere Tage gesehen, alte hässliche Möbel sind lieblos in das Zimmer gequetscht – unsere erste Nacht in Belize ist nicht wirklich schön dafür klimatisiert.

Die Fahrt nach Caracol, unsere 3. Stätte, tief in den Maya Mountains, ist wunderschön, grün, entspannt, ohne Verkehr.

Ich will euch nicht strapazieren mit endlosen Maya Fakten, doch steht man persönlich vor den Bauwerken, kann man sich der Faszination nicht entziehen.

..auch die Kleinen sind begeistert.

Erst 1937, von Holzfällern entdeckt, steht Frau und Mann ehrfürchtig vor dem Himmelspalast La Caana, eine 43 m hohe Pyramide.

Ihren Höhepunkt hat Caracol zwischen 485 bis 889. 115’000 Menschen sollen damals auf 100 Quadratkilometer gelebt haben. Die Archäologen schätzen, dass bis heute etwa 5% der Stätte ausgegraben ist.

Bewaffnetes Militär ist für die Sicherheit der Touristen und den Schutz der Pyramiden zuständig. Doch nicht in Caracol ist es gefährlich sondern auf der Rückfahrt..

…. brennt doch ein Auto total aus. Die 5-köpfige Familie, die wir gerade noch bei den Ruinen getroffen haben – steht mit Baby total verdattert am Strassenrand in voller Hitze. Wir nehmen sie mit bis sie wieder Netz haben um Hilfe anzufordern. Zum Glück sind alle unversehrt. Was für ein Schock.

Hallo Karibik, hallo Hopkins Bay! Wir weichen weiter auf Hotels aus weil es einfach zu warm und feucht ist um im Bus zu schlafen. Die Preise in Belize sind ganz schön saftig. Aus allen Ecken, sogar im 5 Sterne Hotel, slangt man lässig und oft das „Hy Guys, how are you Guys, where do you come from Guys, everything ok Guys, ready to order Guys, here is your room Guys“ dem Gast um die Ohren. Was haben wir für Gender Diskussionen in Europa und hier sind alle, ob 🚺🚹 Guys. Ich höre das Guy so oft und aufdringlich, dass ich beim nächsten Toilettengang überprüfen muss ob ich was verpasst habe? Schade wie Sprache verkommt, Wortschatz verkleinert und sprachliche Höflichkeit verschwindet. Wie sehr ich alte Begrüssungen wie  „good afternoon, welcome to our hotel“ vermisse.

Reggae klingt dezent aus den Boxen, das Belikin-Bier kühlt und schmeckt, Cocktails wie „Panty Ripper“, eine Mischung aus Kokosnuss-Rum und Ananassaft sowie Getränke auf Basis von One Barrel Rum werden geschlürft – das Karibik Flair leisten sich hauptsächlich junge internationale Gäste. Werni ist erkältet, wir warten einfach bis es ihm besser geht.

Punta Gorda ist der südlichste Punkt von Belize den wir ansteuern. Auf die Frage an den jungen Mann an der Tankstelle, was man im Städtchen als Tourist gesehen haben muss antwortet er: “Nichts, nur das Restaurant gleich gegenüber serviere das beste Essen weit und breit.“

Ob wir in diesen Schuppen ohne Empfehlung essen gehen würden? Wohl kaum.

Wir essen Fischcurry vom leckersten. In Punta Gorda scheint das Leben von entspannter Rasta Ideologie geprägt, das Meer ist ruhig, das Ufer voller Algen, der hiesige Supermarkt ein von Chinesen geführtes Chaos….

…wir fahren weiter. Üblich erwähne ich Campingplätze nicht, ist er aber liebevoll geführt wie die Sun Creek Lodge darf Frau schon mal eine Ausnahme machen. Marisa und Thomas aus Deutschland sind samt Kindern dem europäischen Alltag entflohen und leben hier ihren Traum seit 12 Jahren.

Thomas zeigt uns seinen Lieblingsort. 20 Minuten fahren, 1.5 h wandern und schon stehen wir an der Quelle des Rio Grande.

Trinkwasser sprudelt glasklar in den Fluss. In schönstem Sekundärwald erklärt uns Thomas Heilpflanzen, natürliche Düngung, Tierwelt und Natur.

Es macht viel Spass mit dem Naturburschen durch die Gegend zu streifen und als iPünktchen gibt es ein ausgedehntes Bad im kühlen Bach.

Was würdest du vorziehen, baden im Bach oder in der Karibik?

Wir nehmen Carolin mit nach Belize City, sie ist eine deutsche Kunst-Studentin und mit ÖV unterwegs.

Gute Nacht schöne Woche, es darf so weiter gehen.

 

 

Fazit der Woche: gelungener Start in Beliz, dieser Wochenblog ist eine echte Zangengeburt.

 

 

Wochenfilm

Musik: This is Belize, Titiman Flores & Mr. Peters Boom & Chime, Where Did Love Go

 

 

 

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