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Der Cementerio von Pomuch ist weltweit einzigartig – hier und in der Region pflegen die Maya‑Nachfahren eine zutiefst ehrenvolle Verbindung zur Erinnerung an ihre Verstorbenen – Choo Ba’ak – die Reinigung der heiligen Überreste.
Schon Mitte Oktober beginnen die Bewohner mit der Ausgrabung der Knochen. Diese werden dann sorgfältig mit Pinseln gereinigt.
Danach wickeln Familienangehörige die Gebeine in handbestickte Stoffe mit Blumen und dem Namen des Verstorbenen. Am 1. November wird ihrer dann gebührend gedenkt. Wir besuchen den Friedhof. Kunstvolle Wandbilder zieren den Eingang.
Die Tradition geht auf uralte Maya‑Bräuche zurück, ihr tief verwurzeltes, spirituelles Verständnis, bei dem Tod und Leben als fortlaufender Zyklus gesehen wird.
2017 wird das Ritual offiziell als immaterielles Kulturerbe des Bundesstaats Campeche anerkannt. Seither investieren lokale Behörden kontinuierlich in die Restaurierung von Friedhöfen in der Region.
Nach Allerheiligen werden die Gebeine wieder zur Ruhe gelegt für 1 Jahr. Andere Länder, andere Sitten.
Die Einfahrt zum Stadtzentrum Campeche ist grosszügig. Eine zweispurige Autobahn mit Promenade und Radstreifen führt dem Meer entlang an Monumenten und Fontänen vorbei in die farbige Altstadt.
Wir bummeln durch die autofreie Calle 59 und freuen uns an den bunten, nur 1-stöckigen Häuserzeilen. Fotomotive gibt es in Hülle und Fülle.
Das Städtchen ist schmuck, sauber, überschaubar, aufgeräumt und – es ist auch hier warm.
Warum nicht eine Tour mit dem Nostalgie-Bus unternehmen? Sie führt uns an den Sehenswürdigkeiten vorbei, kein laufen, weniger schwitzen und einfach geniessen.
Häuser strahlen in frechen Farbkombinationen, mit schmiedeeisernen Fenstergittern gesichert. Alte VW-Käfer scheinen hier beliebt zu sein….
… Frauen und Männer schieben ihre Fahrräder mit mobilen Essensständen durch die Strassen und preisen lautstark samt Glockengebimmel ihre Spezialitäten an..
… am Hauptplatz vor der Kathedrale (Plaza de la Independencia) versammelt sich Alt, Jung und Tauben zum Sein.
Bier und Glace sind ein Muss bei diesen Temperaturen.
Im 17. Jahrhundert ist Campeche ein beliebtes Ziel von Piratenangriffen – zudem ein strategisch wichtiger Ort im Karibikhandel. Überfälle und Zerstörung prägen die Geschichte von Campeche. Figuren überall – Piratenstadt wird sie auch genannt.
Heute, 14. Juli, ist ein grosser Tag für uns. Bänzli hat viel geleistet. Was für eine Zahl!
Da gebührt Werni ein grosses Lob. Schwierige Naturstrassen, einspurige, steinige Passfahrten, Tiefsand, matschige Passagen,
Bachüberquerungen, Verkehrschaos, Kamikaze-Fahrer, Schlechtwetter Fronten, Millimeter Präzisionsarbeit, wenden auf engstem Platz – das alles und mehr hat Werni in 6.5 Reisejahren unfall- und bussenfrei gemeistert – bravo – du bist mein Super Fahrer und Held. Je schwieriger die Fahrsituation, je leuchtender seine Augen. Da hockt er wie ein kleiner Junge zu Weihnachten hinter dem Steuer und freut sich ob der Herausforderung während ich Uterus-Krämpfe bekomme.
Den Champagner gibt es am Abend.
Wünschen wir uns Glück und gute Energie für die nächsten 100‘000 Kilometer.
In Ciudad del Carmen wird gestreikt, ….
…bei der von Herzen geprägten Stadt gibt es kein Weiterkommen, die Hauptachse nach Villahermosa ist und bleibt in den nächsten Tagen blockiert.
Herzen überall, sogar die Verkehrsampeln leuchten in Herzform grün, gelb, rot.
Am Malecón (Uferpromenade) wird von mehreren Gruppen Salsa getanzt, Radfahrer und Jogger drehen ihre frühen Runden, die Menschen sind unglaublich freundlich – heute wird der Jungfrau Carmen gedenkt – es ist Feiertag.
Ich komme nicht in Festlaune……
…..trotz der Herzen und Farbenpracht….wieder müssen wir umdrehen, wieder zurückfahren. Wie ich retour fahren hasse.
Es entsteht auch prachtvolles beim Zurückfahren. Fregattvögel besetzen fast jeden Strunk. Haben wir aus dem Blickwinkel nordwärts nicht gesehen.
Wochenfilm
Musik: La Negra Noche, Los Poetas de la Guitarra