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26.10. – 02.11.2025 auf nach Westen

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Um 21 h studiere ich im Bett die Fahrt für morgen. Mesa Verde NP wäre unser nächstes Ziel, dabei fahren wir durch die Stadt Durango.

Herr Google macht mich darauf aufmerksam, dass von Durango aus ein Nostalgiezug zum historischen Städtchen Silverton fährt. Und so kommt es, dass wir morgens im Dunkeln unsere Fahrt starten, um 7.30 h am Ticket Schalter stehen und um 9 h bereits im Zug sitzen.

Die Dampflock steht gerne im Mittelpunkt. Lautstark und rauchig meldet sie an, dass sie als Zugpferd parat steht.

In einer Art Morse-Zeichen hupt sie die ganze Fahrt über:

—— ——  Bremsen lösen
.                 Stop
——           Erreichen einer Station usw.

Durch leuchtende Herbstwälder, eine spektakuläre Schlucht und rauhe Felslandschaft schüttelt sie uns in 3.5 h (1 Weg) hoch nach Silverton.

Als alte Bergbaustadt mit heute 700 Einwohnenden sind wir wie durch eine Zeitmaschine im Gestern gelandet. Das Grand Imperial Hotel, wo ein Pianist auf einem 100 jährigen Piano klimpert..

…eine Häuserzeile die origineller nicht sein könnte…

…verlassene Häuser die dem Zerfall überlassen sind…

….alte Minen die das harte Leben von damals erahnen lassen – langweilig wird es uns im 2 stündigen Aufenthalt in Silverton nicht.

Kein Wunder werden Western in Silverton gedreht. Ein bekannter Film ist „The Prestige, von Christopher Nolan. Gebäude im Stadtzentrum aus den späten 1800er Jahren stehen gut erhaltenen mit viel Charme da…

…und die Dampflock kann auch noch in Filmszenen eingebaut werden.

Immer noch im herbstlichen Colorado fahrend haben wir mit dem Besuch des Mesa-Verde-Nationalpark etwas Pech.

Als Weltkulturerbe UNESCO und einzigem Nationalpark der USA zum Schutz archäologischer Stätten ist er wegen dem Shutdown grösstenteils geschlossen. Ein paar Bilder können wir trotzdem knipsen.

Über 4’000 archäologische Stätten, darunter 600 beeindruckende Klippenwohnungen, gäbe es zu sehen. Sie zeigen das einstige Leben der Ancestral Puebloans bevor sie um 1300 n. Chr. abwandern.

Auf der Rückfahrt können wir ganz lang diesen Burschen beobachten.

Der Koyote lässt sich durch unsere Nähe nicht aus der Ruhe bringen.

Unsere Aussicht auf BLM Land (Bureau of Land Management). Da darf der Camper legal frei stehen. Es gibt keine Infrastruktur aber viel Natur. Die öffentlichen Ländereien werden für Freizeit, Weidewirtschaft, Mineralienförderung, Energieerzeugung usw. genutzt – soviel schöner hier zu übernachten als in grossen RV Parks.

Rote Sandsteinfelsformationen (Eisenoxid) bezaubern im Monument Valley. Auch dieses Naturschauspiel dient oft als Westernkulisse. Die Navajo Nation verwaltet den NP, sie könnten sich noch einiges abschauen vom grossen Bruder.

Millionen von Jahren der Erosion schaffen markante Tafelberge, Felssäulen, Steinblöcke und Skulpturen. In der 27 km langen Rundfahrt auf Schotterpiste durch das Tal werden nur 4×4 Fahrzeuge geduldet – Glück gehabt.

Wir geniessen die Spätnachmittag Fahrt trotz Staub und steiniger Strasse, das Licht ist fantastisch, das Erlebnis auch. Den Sonnenuntergang sehen wir nicht, zu sehr knurrt der Magen. Essen ist uns sehr wichtig und immer ein würdiger Abschluss eines jeden Tages. Ich koche ca. 90 Prozent selber, heute gibt es Spätzle, Rinderfilet Medaillons, Ratatouille mit Tomatensalat und Buffalo Mozzarella.

30 km Piste durch das Valley of the Gods, (Tal der Götter) ist nicht minder beeindruckend als das Monument Valley. Hier gibt es deutlich weniger Besuchende, eine erneute Wow-Fahrt mit vielen Stopps und Staunen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Valley_of_the_Gods

„Dumm ist nur, wer Dummes tut!“ und „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, du weisst nie, was drin ist!“ Das sind Aussagen von Forrest Gump, 1994 gedreht mit dem Oscar Gewinner Tom Hanks.
In der berühmten Szene, die oft als „Stopp Running“ bezeichnet wird, hört Forrest Gump in der Wüste von Utah auf zu rennen. „Ich bin ziemlich müde… ich glaube, ich gehe jetzt nach Hause.“ Kein Wunder, bis dahin ist er 3 Jahre, 2 Monate, 14 Tage und 16 Stunden gerannt.

Und genau an diesem Ort stehen wir jetzt, mit Blick auf das Monument Valley in Arizona. Ca. 4000 h bin ich auch schon gerannt in meinem Leben und lasse es mir natürlich nicht nehmen, am berühmten Punkt zu joggen.

Auf dem Mulay Point habe ich das Gefühl, dass die USA nichts schöneres bieten kann als genau diesen Punkt. In der Ferne das Monument Valley, unter uns der Johns Canyon, parkieren wir direkt an der Felskante mit bester Aussicht. Es ist so unbeschreiblich schön, ich will gar nicht mehr weg.

Der Tag geht, der Tag kommt!

Der Park „Natural Bridge National Monument“ in Utah lockt mit einer Wanderung. Schlucht runter, Schlucht entlang, Schlucht hoch in 8.4 km lassen unsere untrainierten Muskeln übersäuern.

Die Landschaft, die natürlichen Brücken, die Schluchtgesteine – einfach fantastisch. Welche ist schöner – die Sipapu oder Kachina Brücke?

Wider Erwartens hat es fast keine Besucher/Innen im Park. Ein schöner, ruhiger Wandertag um unseren lieben Vorausgegangenen zu gedenken, wo sind wir ihnen näher als in der Natur und einer Brücke Richtung Himmel?

 

Fazit der Woche: Kann die USA noch mehr bieten an Schönheit?

 

 

Wochenfilm

Musik: John Denver, Country Road

 

 

 

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