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Wir treffen Lucia und Geri Iten aus der Schweiz. Dank Geri haben wir Bänzli – er führt damals das Verkaufsgespräch, hilft uns blutigen Camper-Anfängern keine Bestellfehler zu machen und hält immer ein waches Auge auf unsere Wunschliste. Lucia und Geri haben die Firma Tartaruga inzwischen verkauft und geniessen das Reisen durch Kanada/Alaska/USA.
Natürlich haben wir uns viel zu erzählen, über Reisen, Erlebnisse, Ausstattung und Neuheiten der CS-Sprinter. Die Zeit vergeht wie im Flug, es sind angeregte, lustige, ernstere Gespräche, und wir schätzen den grosszügigen Wohnbereich des MAN und die Gastfreundschaft von Lucia und Geri sehr. Wir hätten wohl Gesprächsstoff für Wochen.
Schön euch jetzt näher zu kennen, allzeit gute Fahrt und auf Wiedersehen irgendwo irgendwann.
Umwege bedeuten auch Neues entdecken. Auf der Piste „Cottonwood Canyon Road“ geniessen wir Landschaft und Einsamkeit. Sie führt uns direkt nach…
….Kodachrome. Bei diesem Namen kommt mir als erstes der gleichnamige Song von Paul Simon in den Sinn. Hat es auch was mit Kodak zu tun? Ja – nachdem ein Team von National Geographic 1949 die bunten und leuchtenden Farben der Felsen auf ihrem brandneuen Kodak-Farbfilm fotografieren, ist der Name für diesen State Park geboren.
Eine 3-stündige Wanderung führt uns durch den Park ….
… wir sind beide nicht ganz fit heute – darf auch mal sein.
Wir befinden uns immer wieder im Grand Staircase-Escalante National Monument. Ein riesiges Gebiet mit unzähligen Sehenswürdigkeiten, darunter Klippen, Canyons, Slots, Plateaus und Badlands (Badlands: trockene, karge Landschaft die landwirtschaftlich nicht nutzbar ist)
Ich brauche dieses kribbeln in der Magengrube einfach hin und wieder. Wo beginnt ein Abenteuer? Vielleicht bei unserem heutigen Ziel Peek-a-Boo und Spooky Gulch Slot Canyon?
Rutschen, durchzwängen, klettern, kriechen, springen – alles ist mit dabei.
Ich habe total den Plausch – Werni macht auf gute Mine um mir den Spass nicht zu verderben.
Sicher sind die Slots nichts für Menschen mit grossem Körperumfang oder mit Klaustrophobie.
Beim Peek-a-Boo Ausstieg stehen wir lange und überlegen, wie wir die 4.5 Meter fast glatte Felswand runter kommen. Es gibt kein Seil, nur eine kleine Einbuchtung in der Mitte. Rückwärts oder Vorwärts? Selbst ich bekomme ein mulmiges Gefühl, aber wir schaffen es irgendwie. Der Spooky ist extrem schmal (an einigen Stellen nur 30 cm breit), sodass wir uns seitwärts durchzwängen. Es ist eine anspruchsvolle ca. 8 Kilometer Wanderung, für mich total lässig – für Werni vielleicht die letzte Slot Wanderung.
Froh wieder draussen zu sein!
Dagegen ist der Devils Garden Trail ein Sonntagsspaziergang.
Eine Fahrt der Superkative folgt. Über den Singing Canyon, Burr Canyon und Capitol Reef NP erreichen wir ihn, den majestätischen Factory Butte.
Auf einer Aussichtsplattform mit 360 Grad Rundsicht auf Mondlandschaft und Butte (Berg mit steilen Flanken und flachem Abschluss) blickend, sind die Verabschiedung und Begrüssung des Tages ganz besondere Momente.
Das Sterne gucken mitten in der Nacht im Freien ist eben so schön wie danach wieder unter die warme Decke zu kriechen.
Freiheit!
Die Caineville Wash Road ist Teil des ca. 100 km langen Cathedral Valley Loops. Die einspurige Piste ist nicht schlecht, hin und wieder dicker Sand und kleine Hindernisse.
Felsformationen türmen sich wie Kathedralen auf, für Fotomotive ist haufenweise gesorgt.
Sonnentempel
Ein Tal von unglaublicher Schönheit und menschenleer. Über die Thousand Lake Mountain Road möchten wir das Tal verlassen – nach einigen Kilometern – ups – die Strasse ist für den Winter gesperrt, wir sind auf 2’400 Höhenmeter. Mist – zurück – zur Verzweigung.
Über die Hartnet Strasse soll es zurück zur Hauptstasse gehen, dann verpassen wir eine Abzweigung und wir kommen auf üble Piste. Aus den 100 Kilometern werden 144, Werni meint: „Warum stehen keine Steinmännchen – ich weiss nicht mehr wo die Strasse ist.“
So wunderschön die Landschaft…
…so anstrengend sind die letzten 30 Kilometer. Im Schritttempo schüttelt und rüttelt es, für Bänzli, Skelett und unsere Weichteile fordernd und ermüdend.
Mein Vorschlag, nach 6.5 h reiner Fahrzeit, in der Natur zu übernachten, wird abgelehnt, der Fahrer will die Piste hinter sich bringen. Die Schönheit der Natur rückt in den Hintergrund. Im Camping angekommen ist die Köchin müde – Gemüsesuppe, Käse, Lachs und Salami füllen den Magen auch.
Nach ausgiebigem Schlaf erscheinen die gestrigen Bilder, die Route, der hoch aufragenden Monolithen, Felsspitzen und der weiten Wüstenlandschaft wieder im rechten Licht – nämlich als einmalige Landschaft.
Wir fahren den Cenic Drive im Capitol Reef NP – auf Asphalt – auch schön.
Innert 1 Autostunde ändert sich die Landschaft komplett. Adieu Sandsteinkunstwerke, es wird flächig, riesige Landwirtschaftsbetriebe halten 100erte von Kühen, es sieht aus wie in der Schweiz nur BIG, wie könnte es in der USA anders sein.
Wir kaufen im Dorfladen von Stans ein. (Für unsere Ausländischen Leser: Stans ist der Hauptort von Kanton Nidwalden in der Schweiz)
… und Werni steckt mich wegen „Übermut“ ins Gefängnis 🤭.
Fazit der Woche: Ein bisschen Kribbeln und Übermut darf schon sein.
Wochenfilm
Musik: The Piano Guys (aus Utah) Stück: Cello Song, Mitglieder: Jon Schmidt (Piano), Steven Sharp Nelson (Cello)