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Zwei Schweizer stecken in Calama fest.
Wir bangen – ob alles klappt mit der Reparatur? Zur Sicherheit senden wir dem Chef Julian eine E- Mail mit allen Punkten, die kontrolliert und repariert werden müssen. Hier in Chile, speziell in Minenstädten, funktioniert vieles anders. Die Ersatzteile sind am Montag da – aber ohne Masterschlüssel, der ging vergessen. Stehen wir nicht im Foyer der Garage und machen Druck, wird nicht am Auto gearbeitet. Weiter stellt sich heraus, dass die Antriebswelle rechts gebrochen ist. HimmelHergottNochEinmal!
Der versprochene Termin Dienstag kann nicht eingehalten werden, zuerst lüpft es uns den Hut – doch dann nach einer Weile – kommt der Hut wieder runter.
Bänzli ist inzwischen 8 Jahre alt und wir haben ihm und uns schon einige holprige, steinige, staubige, löchrige, matschige und unwegsame Strassen zugemutet. Kein Wunder reklamiert der Sprinter wie auch unsere Muskulatur hin und wieder.
Marlis und Kurt sind goldig, sie trösten und versichern uns immer wieder, dass sie gerne auf uns warten. In unserem Hotel können wir keine weitere Nacht buchen, es ist voll. Meine Wut- Frust- und Blues-Tränen versiegen, wir dürfen auf dem Gelände der Garage in unserem trauten Heim übernachten. Es geht mir sofort besser, ich bin einfach wohl in unserem Auto, ich liebe unser kleines Bett, unseren Geruch, unsere Kissen, unser Mini-Loft.
Calama ist eine Stadt, wo man fast alles, fast jede Marke, nötiges und unnötiges kaufen kann. China-, Thai und grosse Malls erfüllen jeden Wunsch.
In Minenstädten sind die Löhne und der Lebensstandard extrem hoch. Neben Luxus schieben die Obdachlosen ihre Habseligkeiten durch die Strassen. Traurige Kontraste.
Das Auto wird uns definitiv auf Mittwoch um 15 h versprochen. Wir gehen mit dem Taxi einkaufen. Jetzt sind die Vorräte aufgefüllt, Obst und Gemüse verstaut – aber der Schlüssel lässt sich auch mit der ersetzten Elektronischen Zündschlosssteuerung nicht drehen. Ratlosigkeit in den Gesichtern der Elektroniker – Hilflosigkeit bei uns. Wieder und wieder Google ich das Problem, es scheint in Europa bekannt zu sein. Es gibt Firmen die eine Reparatur in 2 Stunden anbieten. Und hier in Chile? Wir stehen jetzt den 5. Tag in der Garage.
Die schlechte Nachricht kommt! ELV, die Elektronische Lenkradverriegelung muss auch ersetzt werden, die gibt es nur in Deutschland und muss auf unsere Seriennummer programmiert sein. Ein Alptraum eines jeden Overlanders, denn…… das dauert! Wenn alles reibungslos klappt soll das Ersatzteil frühstens in 10 Tagen hier sein.
Unsere Nerven flattern, Tränen fliessen. Wir buchen eine Wohnung, packen alle Lebensmittel ein, es sind nicht wenige, und nisten uns neu im Geotel Calama ein.
Wir versuchen uns zu trösten. Wir stecken zum Glück in einer Stadt fest wo es zwar nichts zu sehen gibt aber eine gute Infrastruktur hat. Wir können kochen, essen gehen, spanisch lernen, turnen, mein WordPress auf Vordermann bringen usw.
Am Samstag kommen Marlis und Kurt wieder. Sie trösten uns, wir besprechen ihre weitere Route und unsere, Kurt hilft mir mit der Installation von Skype und Sipcall und wir verbringen einen lustigen Nachmittag mit einem ordentlichen Schuss Alkohol in unserer Stammkneipe Patagonia! Natürlich können sie nicht weitere 10 und mehr Tage auf uns warten, natürlich fahren sie die Laguna Route nicht alleine, natürlich können wir im Moment keine Pläne machen.
Allzeit gute Fahrt ihr Lieben, bleibt gesund und auf Wiedersehen irgendwo in Südamerika. Und danke für eure sehr geschätzte Unterstützung.
Fazit der Woche: Shit Happens