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Das Ersatzteil ist da –
….es löst unser Problem nicht. Das Motorenzeichen ist an, der Notlauf auch – wir sind definitiv am falschen Ort und im falschen Land um Probleme eines europäischen Sprinters zu lösen.
Und jetzt kommt eine echt schräge Geschichte. Der Campingbesitzer empfiehlt uns seinen Hausmechaniker. Der kiffende Chad taucht auf, er löse das Problem heute noch, er schneidet Kabelbäume auf, misst an Drähten rum, rülpst und furzt in Fortissimo – und wirft das Handtuch nach 2 Stunden – er müsse jetzt gehen – er sei kein Autoelektriker und in 3 Tagen wieder zurück. Er hinterlässt ein Chaos – mechanisch, elektronisch, verbiegt das Haubenhalter-Gestänge und drückt obendrauf eine Beule in die Karosserie. Schlimmer geht immer!
Wir fahren zurück zu Joes, die einzige Garage die helfen könne. Jetzt kann sein Diagnosegerät plötzlich Fehler auslesen (vor 1 Woche nicht) – er schnaubt aber vor lauter Stress wie ein aufgebrachtes Pferd. Er geht auf Testfahrt – und kommt zu Fuss zurück, nebst dem Schnauben mit hochrotem Kopf und zischenden Flüchen. Das Auto springt nicht mehr an.
Zwischen Lachen und Heulen wissen wir jetzt, dass nur noch Abschleppen in Frage kommt, 1’993 Kilometer nach Edmonton. Dort geht die Bänzligeschichte in die nächste Runde.
Uns ist schwer ums Herz, der Optimismus ist verflogen, wir wissen gerade nicht mehr wie weiter. Kanada scheint nicht unser Land zu sein und meine Sehnsucht nach Sarnen ist gerade mächtig. Heulsuse bin ich keine – und doch habe ich im Moment tränende Augen. Wir fühlen uns ohne Bänzli unten ohne.
Wir wissen, dass wir Lesende mit Krankheiten und Schicksalsschlägen haben – viel schlimmer als unsere Probleme. Trotzdem schüttelt es unsere Psyche gerade um alle Ecken.
Nächsten Montag soll Bänzli bei Mercedes West in Edmonton stehen. Wir packen, buchen 1 Hotel für 2 Nächte in Whitehorse und Flüge nach Edmonton. Ich werde krank, erbreche das ganze Elend und Anspannung vom Leibe und liege flach. Können wir am Freitag fliegen? Ich bezweifle es.
Der Abschleppdienst hat schlechte Nachrichten, der Transport von Bänzli verzögere sich um 8-9 Tage. Himmel Hergott nochmal, was funktioniert denn in diesem Land?
Ich schaffe es auf den Flug……
… und über den Wolken scheint alles gut zu sein.
Im Flughafenhotel in Edmonton kuriere ich mich aus, wir finden eine kleine Wohnung Down Town.
Jeff führt uns ein in sein Loft im 10. Stock, es ist sauber, mit schöner Sicht und zentral gelegen. Wir fühlen uns sofort wohl.
… und hey…. ich habe 4 Kochplatten und Platz zum Rüsten. Es gibt Tafelspitz, er darf lange und sanft kochen. Dann drücken wir unserem Schweizer Team die Daumen – hopp Schwiiz, hopp Schwiiz!
Die Aussicht vom Balkon bringt uns Ruhe. Nächste Woche sehen wir weiter.
Fazit der Woche: Kommt es noch dümmer? Keinen Schimmer!
Wochenfilm:
Musik: Eric Burdon & The Animals, Stück: We Gotta Get Out of This Place