18.-25.9.2022, Gauchos

Das Valle del Lunarejo sei eines der abwechslungsreichsten Gebiete (NP) in Uruguay mit Bergen (für Schweizer Hügeli), Wäldern, Schluchten und Strömen. 160 verschiedene Tierarten soll es hier geben.

Sperber, Rosalöffler, Mönchs-Sittiche und Nandus beobachten wir aus nächster Nähe. Es soll auch div. Wildkatzen, kleine Ameisen- und Nasenbären, Füchse, Schlangen, Schildkröten, Fischotter, Wasserschweine usw. geben. Die Vogelwelt ist farbig und grossartig.

Nandu

3 Nächte geniessen wir das mehrheitlich private Naturschutzgebiet und machen eine schöne Wanderung zu den Kaskaden.



Achtung
: „Schaf-Geggu“ Gefahr! Vor dem Eintreten in den Bus bitte Schuhsole kontrollieren.

Wir haben nicht nur das Auto rundum erneuert, ich habe jetzt auch eine Wokpfanne mit an Bord. Heute ist Einweihe mit einem wunderbaren Ingwer/Lauch Gericht mit Reis. Der Start ist geglückt.

In unserem Führer steht, der echte, urtümliche und wahre Uruguayo sei der Gaucho. Es gibt viele Mythen um die Entstehung dieser Berufsgattung was nichts anderes als Viehhirt bedeutet ähnlich zum Cowboy in den USA.

Der Ur-Gaucho streift mit den Tieren durch das Land, der stolze Mann, der das Nomadenleben liebt und schnell das Messer zückt. Der Gaucho ist ein Kind zweier Kulturen, die des Einwanderers und des Ureinwohners Uruguays.

Er ist arm wie eine Kirchenmaus der zum Leben ein Pferd, Sattel, Zaumzeug, Messer, Lasso und Bola (Wurfkugel) besitzt. Mehr braucht er nicht um glücklich zu sein.

Im Norden von Uruguay sind wir definitiv in der Gaucho-Gegend. Stolz treibt er die Viehherden weiter oder reitet durch die Weite des Landes.

Er, der Gaucho, fasziniert uns, seine Würde, Stolz, Freundlichkeit, Männlichkeit, Reitkünste mit immer etwas Dreck unter den Nägeln.

Der Mate Tee darf nie fehlen.

Die Grenzstadt Artigas ist bekannt für seine Achate und Amethysten die mehrheitlich nach China exportiert werden. Wir besuchen das Lager- und Ausstellungshaus „Le Stage Mineral“ wo die Halbedelsteine schön und in grossen Mengen präsentiert werden. Wir bekommen eine Führung auf Englisch.

Die Aktivmine darf nicht besucht werden. Natürlich sucht sich Werni und ich je 1 kleinen Stein als Andenken und für gute Schwingung im Auto aus.

In Salto haben wir den Tipp bekommen, das kleine Thermalbad San Nicanor mit seinem Campingplatz zu besuchen. Leider ist das Bad bis nächsten Montag geschlossen. Zu spät um einen Freistehplatz zu suchen fahren wir zum nächsten Camp. Luca, ein junger eher unmotivierter Typ öffnet uns das Tor. Er spricht kein Wort englisch. Also erzählen wir ihm auf spanisch was wir wollen, wie lange wir bleiben, dass das Bad schmutzig ist, wir Strom möchten usw. Und dann sagt Luca:“ No entiendo“, ich verstehe sie nicht. Wir bersten vor Lachen – das ist doch unser Satz 😀!

Die Estancia La Aurora ist ein Ort von großer Mystik. Tausende von Menschen strömen jedes Jahr an diesen Ort. Viele Menschen erzählen von UFO-Sichtungen und Begegnungen mit Ausserirdischen auf diesem Stück Land. Kraft, Trost, Hoffnung und Heilung versprechen sich die Besucher von Pater Pio. Ihm zu Ehren steht eine Kapelle auf diesem Kraftort. Viele Heilungswunder werden ihm verdankt mit Blumen, Tafeln und Schriften. Zu Fuss besuchen wir diesen feinstofflichen Ort, Lautsprecher begleiten den Pilger die 200 Meter bis zur Padre Pio Statue. Wer jetzt denkt, dass Gebete oder sakrale Musik gespielt wird, täuscht sich. Nein, es ist die Filmmusik zu Titanic und ich kann mir ein Schmunzeln nicht verwehren.

Was auch immer auf dieser Estancia geschieht, es ist ein sehr lebendiger Ort voller übernatürlicher Geschichten, der zweifellos viele Neugierige und Gläubige anzieht.

Salto ist die zweitgrösste Stadt von Uruguay. Wir erkunden die Stadt zu Fuss, die Einkaufsmeile, die Uferpromenade und das schöne Theater Larrañaga. Die Stadt gefällt uns.

Im Camping vom Thermalbad Termas de Guaviyú erwarten wir mehrheitlich Silberfäden und Ruhe. Weit gefehlt – bum bum bum Musik beschallt den Camping aus allen Seiten den ganzen Tag über und nachts geht die Party weiter.

Mehrere Gruppen junger Leute feiern „Donnerstag“. Mal sind es für uns unverständliche Beats, mal Trommeln, mal ein vorbei brummendes Motorrad. Um 7 h in der Frühe baden die Rheuma geplagten und Muskel verspannten Alten im sauberen und herrlich warmen Wasser. In dieser Gruppe machen wir mit.

Auf der Fahrt Richtung Süden dürfen wir dem Einzug zum Fest ENCUENTRO CON EL
PATRIARCA beiwohnen. 10‘000 Pferde mit Reiter ehren in einem Gaucho Fest Artigas, den Nationalhelden.

Das Defilee der vorbeiziehenden Reiter ist stundenlang, was für ein Erlebnis!

Die Pferde, die Reiter, die Zuschauer – alle sind friedlich – die Stimmung ehrenvoll…

Jedermann/Jedefrau scheint ein Pferd zu haben und reiten zu können. Gauchos, Frauen, Handicapierte, Mädchen, Grossmütter, Männer – alle sitzen sie fest im Sattel. Das Fest dauert 3 Tage. Wir entscheiden uns weiter zu fahren. Die 2 schlaflosen Nächte mit Dauerbeschallung in der Therme liegen noch schwer in unseren Knochen. Und so finden wir ausgerechnet an einem Ort mit dem Namen Nuevo Berlin unsere ersehnte Ruhe.

Sonnenuntergang am Grenzfluss Uruguay

Mercedes ist ein Art Deco Städtchen das dem Namen nicht gross Ehre macht. Es gibt den üblichen Plaza de Independencia, eine Kirche und ein paar schöne Häuser. Weswegen Mercedes wirklich bekannt ist, ist das alljährliche Jazz Festival das leider im Januar stattfindet.

Fray Bentos, das Städtchen am Fluss Uruguayo, schafft es mit dem „Museo de la Revolución Industrial“ sogar in die Liste der UNESCO. Die ehemalige Fleischfabrik entsteht 1920. Aus 35 kg Rindfleisch wird 1 Kilo Fleischextrakt gewonnen und in alle Welt exportiert.

Die Köpfe der Firma, aus GB, D und aller Welt wollen alles von einem Rind verwerten. So entsteht vom ausgekochten Fleisch Corned Beef, aus den Knochen und Haaren Dünger usw. 4000 Arbeiter beschäftigt die Fleischerei und 2000 Rinder werden täglich geschlachtet. Alles vom Rind wird verwertet, ausser das MUH.

Dabei will die Firma unabhängig sein und produziert den eigenen Strom, Büchsen, Verpackungen und baut eine Schule, Häuser für die Arbeiter, ein Krankenhaus und gründet einen Sport- und Musikverein. Die Farmen gehören der Firma mehrheitlich wie die Rinder. Wir machen eine Führung durch die ehemalige Schlachterei, Elektrizitätswerk, Kühlhäuser, Büros, alles sehr interessant erzählt.

Im Büro arbeiten 30 Angestellte, alle aus Übersee, ohne Computer und machen Löhne, Buchhaltung, Einkauf, Verkauf, Export für den ganzen Apparat.

Wir bekommen Besuch!

 

Fazit der Woche: Reiten können wäre echt toll! 

 

 

4.-11.9.2022 7000 Rinder, Kinder…..

🎶 .. Kinder, Kinder, im Sommer und im Winter, immerzu lauter Ochs, laute Kuh…🎶

Nicht 7000, nein 12 Millionen Rinder leben in Uruguay, das eine Grösse von halb Deutschland hat bei gerade mal 3.5 Mio. Einwohnerinnen.

Jedes der 12 Mio. Rinder soll angeblich 2 Fussballfelder Fläche zum Grasen haben. Da versteht es sich, dass das Fleisch hier von hervorragender Qualität ist.

Grilliert wird genau so oft wie in Südafrika und die Stücke Fleisch sind ebenso gross und zart. Urugayos lieben ihr Fleisch, in grossen Mengen.

Der Mann am Grill hat alles fest im Griff, und das alleine. Jedes Stück Fleisch in der richtigen Garstufe dreht und wendet er für ca. 40 Gäste. Der Mercado del Puerto ist definitiv nichts für Vegetarier. (Moritz und Sina, wir denken an Euch)

Irgendwie bleiben wir hängen in Montevideo. Wir wohnen jetzt in unserem Bänzli, sind überglücklich in unserem Mini-Zuhause, es zieht uns aber noch nicht weiter.

Wir finden einen Dreher der uns einen Gasadapter speziell herstellt. Wir haben zwar ein Stück davon, Werni möchte es der Einfachheit halber lieber in 3fach Ausgabe. Unsere Euro Gas Flaschen „Gardinger“ können wir bei der ersten Anlaufstelle problemlos füllen. Der Angestellte ist so nett, dass wir ihm unsere zwei neuen Koffer schenken – er schenkt uns im Gegenzug die Propan-Füllungen.

Für unsere reisenden Leser, er ist auf iOverlander zu finden. Montevideo ist echt ein längerer Besuch wert. Im berühmte Theater Solis spielen, singen und tanzen die Besten der Welt……

… und General José Gervasio Artigas ist quasi der Wilhelm Tell von Uruguay.

Endlich geht die Reise los, wir fahren zur Iglesia de Cristo Obrero y Nuestra Señora de Lourdes in Atlántida. Es ist eine römisch katholische Kirche die unter Weltkulturerbe steht.

Wo das Auge hinschaut erblickt es in seiner Einfachheit schönes! Eladio Dieste entwirft die Kirche aus Backstein 1952.

Der Grundriss ist rechteckig, aber sowohl Wände als auch die Decke/das Dach sind wellenförmig geschwungen. Die Kirche misst 16 Meter in der Breite und 30 Meter in der Länge mit einer Höhe von 7 Metern.

Schöne Lichtquellen sind geschaffen und wir sehen durchaus Parallelen zu Mario Botta.

Im Schweizer Paradies werden wir herzlich empfangen von Silvia und Heinz. Die Beiden leben seit 27 Jahren in Uruguay und es ist spannend, ihnen zuzuhören.

Das Schloss Pittamiglio beherbergt ein interaktives multimediales Museum, das das Leben des Architekten Humberto Pittamiglio, seine Verbindung zur Alchemie, die Symbolik des Schlosses usw. erzählt.

In Piriápolis ist am Samstag Morgen grosser Frischmarkt. Wir kramen all unser Spanisch zusammen und kaufen ein: Ziegenkäse, Mandarinen, Lauch, Kartoffeln, Äpfel, Salami, ein halbes Grillhähnchen – und die Menschen schmunzeln uns an, helfen uns wo sie können und – verstehen uns obwohl wir das Doppel LL als Y aussprechen und nicht wie die Uruguayos als SCH. Hier heisst ein Poulet also Poscho – macht es nicht einfacher für uns😉.

Und hier noch ein neues Bild von meinem Bäri…… steht er ihm nicht gut, der Bart?

 

Fazit der Woche: Wie sehr wir das Entdecken wieder geniessen!

 

28.8. – 4.9.2022 … Uruguay – die Schweiz in Südamerika

Was als erstes auffällt in Uruguay: Es wird kein VISA verlangt, es ist alles im Überfluss erhältlich, die Lässigkeit der Uruguayos, Montevideo ist sauber, es ist kalt, alle tragen eine Thermosflasche unter dem Arm, es herrscht eine friedliche Stimmung.

Kein Wunder dass wir uns vom ersten Augenblick an wohl fühlen in Montevideo. Uruguay, wo viele CH leben, das kleine Land zwischen Brasilien und Argentinien am Rio de la Plata. Die Menschen zeigen sich uns in freundlicher Zurückhaltung gepaart mit Grosszügigkeit. Eine Dame bezahlt zB. unsere Busfahrt weil wir kein Kleingeld haben.

Schnell lösen wir das Geheimnis der Thermosflaschen auf, in Uruguay wird Mate Tee getrunken, in grossen Mengen und überall. Mate wirkt anregend und aktivierend. Neben seiner belebenden Wirkung wirkt der Tee mild schweiß- und harntreibend. Auch die körpereigene Magensaftproduktion und damit die gesunde Verdauung wird angeregt. Und schon liegt 1 kg Bio-Packung Tee in unserem Einkaufswagen.

An der 22 km langen Rambla, der längsten und schönsten der Welt (sagen die Einheimischen) hält Werni Ausschau nach unserem Vessel, der Grande Buones Aires. Sie soll heute im natürlichen Hafen von Montevideo anlegen.

Am Montag Morgen stehen wir schon früh in der Schlange zum Büro Migración um das „Certificado de Llegada“ anzufordern. Nach 30 Minuten haben wir das Zertifikat in den Händen. Beim Grimaldi Agent KMA bezahlen wir die Hafengebühren und erhalten alle nötigen Formulare. Der Frachter ist auf Dienstag zur Löschung freigegeben. Der dritte Gang führt zum Spediteur Eduardo Kessler. Er hilft uns das Auto aus dem Hafen zu holen.

Wir erhaschen einen Blick auf unseren Frachter

Auf allen Ämtern sind die Leute sehr nett und hilfsbereit und schätzen es, dass wir unsere Anliegen versuchen auf spanisch zu formulieren. Da das Schiff 1 Woche früher als geplant ankommt, haben wir die Haftpflichtversicherung noch nicht abgeschlossen ohne die wir den Bus nicht rauslösen können. Eine Expressorganisation ist nötig.

Die Haftpflichtversicherung von Alliance ist bestätigt, alle Papiere sind parat, bezahlt und unterschrieben. Jetzt heisst es einfach warten.

Unterdessen machen wir einen Besuch bei der CH Botschaft, wir werden an der Gegensprechanlage abgefertigt. Der nächste Sprechstundentermin ist im Oktober. Eine weitere Enttäuschung einer CH Botschaft.

Wir lernen das ÖV System von Montevideo kennen. Natürlich gibt es Taxi und Uber. Es macht uns jedoch immer Spass mit ÖV eine Stadt zu erkunden. In einem Bus spüren wir die Menschen, gehen manchmal verloren und lernen so Gegenden kennen die wir bei einer A nach B Buchung nie kennen lernen würden. Und natürlich laufen wir wieder viel.

Der Donnerstag ist unser grosser Tag, wir können unser Bänzli abholen. Eduardo Kessler erzählt uns viel interessantes über den Hafen.

Internationales Kapital entdeckt vermehrt Ackerland in Uruguay als Anlageobjekt. Schweden, Finnland und Chile kaufen viel Land zwecks Anpflanzung von Eukalyptus. Zellulose ist das Zauberwort und sogar die finnische Regierung hält Anteile. Der Hafen wird zu diesem Zweck gross ausgebaut. Langzeitfolgen für Uruguay, ob positiv oder negativ, sind noch nicht absehbar.

Seit der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 werden grosse Landflächen an internationale Investmentfirmen verkauft. Vor allem die Mitgliedsländer „Markt des Südens“, Mercosur, (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela) sind für die Investoren interessant. Eduardo erzählt uns viel. Doch die Vorfreude auf unseren Bus lässt uns nur halb zuhören.

Wo steht er nur? Und dann sehen wir unseren Sprinter, unser zu Hause. Ich mache einen Luftsprung, wir haben ihn, wir haben ihn! Wir bekommen den Schlüssel ausgehändigt und dürfen rein. Er ist sehr schmutzig, sehr schmutzig. Zwei Schubladen sind offen, 2 Tischtücher liegen am Boden, eine Öse ist von einem Vorhang abgerissen. Doch das Wenige, das in den Schränken ist wie Plastiksäcke, leere Tupperware, Putzlappen, Kleiderroller usw. ist immer noch da. Eine in ein Taschentuch gewickelte Duftseife ist zu Pulver zertrampelt. Alles Kleinigkeiten, alles unwichtig, Hauptsache nichts ist beschädigt, nichts fehlt.

Papierkram muss noch erledigt werden und dann dürfen wir aus dem Hafen fahren. Schnell zur Waschanlage, Staub und Salz entfernen und dann ab nach Hause. Vor unserer Wohnung finden wir einen Parkplatz. Bänzli riecht noch fremd.

Am nächsten Tag wird er gestreichelt, geputzt, geschrubbt, mit Lebensmitteln gefüllt, neu eingeräumt, Sommerkleider ins Heck, Winterkleider in die Kabine und langsam haben wir wieder alles dort, wo es hingehört.

Wir haben die Wohnung bis Mitte nächste Woche gebucht. Ob wir so lange in Montevideo bleiben wissen wir noch nicht. Sicher sehen wir uns die Stadt nochmals genauer an.

 

Fazit der Woche: Was für eine Freude unser Zuhause wieder zu haben. 

 

 

21.-28.8.2022 … wenn du es schaffst….

…… Wenn du es schaffst……..

 

  • 4 Wochen in Havanna zu leben ohne in Hundescheisse zu treten
  • deine positive Sicht auf Havanna nicht zu verlieren.
  • einen Spanisch Kurs 4 Wochen durchzuziehen
  • eine kleine Wohnung plötzlich zu lieben
  • zwei Filme in spanischer Sprache anzuschauen
  • dich nicht unterkriegen zu lassen trotz Diebstahl
  • 9 Stunden auf einem Polizeiposten durchzustehen ohne auszurasten
  • Spuke und Gestank auszublenden
  • Bananen und Avocados täglich zu essen und zu mögen

…. dann darfst du dir auf die Schultern klopfen!

Und genau das tun wir an unserem letzten vollen Tag in Havanna. Wir essen im „Guaridia“, dem Schauplatz zum Film „Fresas y Chocolate“.

….und lassen uns vom Zerfall und Aufbau alter Gebäude beeindrucken.

Marisela erzählt uns, dass der Film in Kuba viel verändert hat. Die Akzeptanz der Homosexualität, das künstlerische Schaffen, das freiere Denken usw. Auch hat Kuba mit dem Film internationales Publikum erreicht und viel finanzielle Unterstützung zur Erhaltung alter Gebäude erhalten.

Wir gehen zum ersten Mal in den Ausgang, trinken einige Rum Getränke …..

….und sehen Havanna bei Nacht.

Wir reisen nicht in Kuba weil wir als Priorität „Spanisch Unterricht“ haben. Das Ziel haben wir aus unserer Sicht erreicht obwohl wir noch eine lange Lernstrecke vor uns haben. Wir haben grosse Ziele. Wir wollen mit Professor Babbel fleissig weiter lernen, ob uns das gelingt?

Wir schlendern durch das alte Havanna, auch Disneyland genannt weil am alten Platz alle Häuser restauriert sind.

Natürlich darf Musik an unserem letzten Tag nicht fehlen.

Und zum Schluss werden wir noch portraitiert  😀.

Wir erleben eine Teuerung in staatlichen Restaurants von 20 Prozent innerhalb 4 Wochen und plötzlich sind nur noch Kreditkarten als Zahlungsmittel akzeptiert.

Trotz allen Nachteilen möchten wir Kuba nicht missen. Ein evt. späteres ESTA Visum für die USA ist nun definitiv gestrichen, haben wir doch jetzt schon zwei verbotene Stempel in unseren Pässen nämlich Sudan und Kuba.

Für Argentinien (Transit) und Uruguay sind online Formulare auszufüllen. Ich frage mich, wie das nicht Spanisch oder Englisch sprechende, die Ü-70 Generation oder gar Smartphone Verweigerer schaffen? Auch wir sitzen ca. 2 Stunden an den Formularen bis wir die Zertifikate der jeweiligen Ministerien auf dem iPhone haben.

Der erste Teil der Reise läuft glatt. Unser Anschlussflug nach Montevideo wird annulliert wegen Nebel. Das heisst wir warten 9 Stunden für den Weiterflug in Buenos Aires. Es ist eine ähnliche Geduldssache wie die Geschichte auf dem Polizeiposten in Havanna. Wir sind inzwischen so was von geduldig – so was von super mega, ultra geduldig.

Einmal Aerolineas Argentinien – nie mehr Aerolineas Argentinien. Auf dem Langstreckenflug gibt es pappige Sandwiches, keine warme Mahlzeit, kein Kino, keine Fluginformationen, kein Kissen, keine Wolldecke – einfach nichts. Bis wir in unserer Wohnung ankommen sind wir 27 Stunden auf den Beinen ohne Schlaf. Jawohl!

Wir werden äusserst liebenswürdig und freundlich vom Besitzer unserer Mietwohnung und seinem Angestellten am Flughafen abgeholt. Sie fahren uns zur Geldwechselstube und schleppen unsere Koffer hoch in die Wohnung. Ihr habt richtig gelesen, hoch, mit Balkon. Die Wohnungen ist gross, geräumig, schön – aber leider recht schmutzig. Vor allem das Bad und die Küche. So ist unsere erste Aufgabe nicht etwa schlafen sondern einkaufen, putzen und kochen. Dann heisst es endlich: “Hallo Kissen.“

Das grösste Einkaufszentrum von Montevideo ist gleich um die Ecke. Eben noch nichts erhältlich auf Kuba ist in Montevideo alles in Fülle da. Wie ungerecht diese Welt doch ist.

SIM und Giga kaufen, Käse und Kartoffeln, Wasser und Wein haben erste Priorität. Und dann kommt die freudige Nachricht, dass unser Bänzli früher ankommt als geplant nämlich am 28.8 schon. Freude herrscht!

 

Fazit der Woche: Die armen Kubaner! 

 

 

14.-21.8.2022 Musica Cubana

Wer kennt sie nicht, die Musik aus dem Album Buena Vista Social Club aus dem Jahr 1997 und den gleichnamigen Film von Wim Wendes? Ich liebe dieses Album und habe Phasen, wo ich es rauf und runter höre.

Die Membrane unserer Cabasse Boxen in Sarnen tönen in erregter Vibration zum Cubanischen Rhythmus und im lautstarken Putzmodi muss der Staubsauger als Tänzer hinhalten.

Zwei mal durften wir Buena Vista im KKL Luzern hören. Und jetzt – jetzt tauchen wir jeden Tag voll in die Musica Cubana ein. Es gibt Touristen Schuppen wo lustlos und verbraucht gespielt wird. Grösstenteils spielen die Musiker aber mit viel Spiel- und Lebensfreude und reissen uns vom Hocker.

Kuba ist ein Land das Kultur in jede Richtung fördert. Arte, Tanz, Filme und Musik entschädigen Kubaner für viele Entbehrungen, Schutthaufen, Gestank, Zerfall und vieles mehr.

Viele Bands spielen schon am Nachmittag auf. In Schlangen wartend, vor Restaurants zuhörend, als Kellner arbeitend, als Hungernder bettelnd nehmen alle immer wieder kleine Rumba-, Salsa-,  Milonga-, und andere Tanzschritte.

Alter und Kleidung spielen keine Rolle – die Musica Cubana scheint schon mit der Muttermilch ins Blut der Bevölkerung zu fliessen.

Die Musik und die tollen Oldtimer, die es zu Haufen gibt, lassen über vieles hinwegsehen und je länger wir in Havanna leben, je mehr verstehen wir es: Cuba es otro planeta!

Wir finden weitere leckere Restaurants, darunter das San Cristobal wo schon Obama mit Familie mehrmals gegessen hat.

Jeden späten Nachmittag schlürfen wir an unserem Cuba Libre oder anderen Drinks und hören Musik. Die Qualität der Bands ist beeindruckend und wir geniessen nach langer Enthaltsamkeit in Afrika die tolle Musik in Kuba sehr.

Die Stadt Havanna, die Politik des Landes, der Sozialismus, die Embargos, der Zerfall….

.. und der Aufbau – das Gute liegt nur Millimeter neben dem Schlechten.

Die hohen alten, spanischen Kolonialhäuser mit ihren engen Treppenhäuser verbergen so manche beeindruckende Altbauwohnung und Hinterhöfe. Die Mehrheit wohnt aber sehr bescheiden, sitzt oft stundenlang vor ihren Bleiben im Schatten und Gestank und beobachtet, wer und was vorbei zieht.

An Seilen werden Taschen, Schlüssel, Geld, Einkäufe usw. rauf und runter transportiert. Wer hat bei dieser Hitze schon Lust auf enge Treppenhäuser?

Wir schauen uns zwei Filme an, „Havanna Blues“ und der mehrfach ausgezeichnete Film „Fresas y Chocolate“ aus den 1990igern. Beide Filme behandeln die Liebe zur Insel und deren Menschen aber auch das Gefangensein im System.

Wir verstehen nicht viel, ui sprechen die schnell, aber dank Wikipedia können wir den Geschichten folgen. Heute ist freies Aus- und Einreisen für Kubaner erlaubt. Frauen haben zB. seit 1940 Frauenstimmrecht. Es gibt aber noch viel zu tun für die Regierung.

Trotzdem hören wir viel: „Wir Lieben unser Kuba,“ und das spürt man trotz vielen Entbehrungen. Bilder von Fidel und Che Guevaras hängen überall und werden grösstenteils verehrt.

Havanna erwacht aus dem Pandemie-Schlaf. Die Touristen sind zurück, Restaurants öffnen, Taxis – ob im Oldtimer, Motorrad oder Fahrrad stehen parat, „chanschä Mony“ – Händler stehen überall, die Stadt pulsiert und funktioniert irgendwie.

Das Capitol 

Zum Schluss noch ein kubanischer Vers zum Thema: “wenn eine Ehe alt wird.“

No me emocione cuando tus rodillas rozan las miss, pero como me duelen mis rodillas si tus
rodillas te duelen.

Frei übersetzt: mich durchfährt kein Schauer mehr wenn deine Knie mich berühren aber meine Knie schmerzen wenn deine Knie schmerzen.

 

Fazit der Woche: Ein Hoch auf die Musik!

 

7.-14.8.2022 … eine unendliche Geschichte…

Mit der „unendlichen Geschichte“ meine ich nicht den schönen Fantasiefilm von Michael Ende sondern eine „unendliche Geschichte“ auf dem Polizeiposten in Havanna.  Doch alles der Reihe nach……

Fidel wird heute noch von vielen verehrt.

Bis dato machen wir sehr gute Erfahrungen mit dem Geldwechsel Dollar/Pesos auf der Strasse.  Der Kurs stimmt, die Wechsler sind nett, das Geschäft läuft.

Nicht so am vergangenen Sonntag Morgen. Eine winzig kleine Unachtsamkeit und der Händler reist mir die Dollarnoten aus den Händen und rennt davon ohne Gegenleistung. Ich renne hinterher, schreie:“ Stoppt ihn, stoppt ihn, Hilfe, Hilfe!“ Der Dieb ist schneller, kennt die Gassen gut, kein Mensch kommt entgegen und er ist mit 200 Dollar weg. Scheisse!

Kann passieren, die Menschen haben nichts, stehen stundenlang für ein paar subventionierte Süsskartoffeln, Bohnen, Brot und Reis an und das Wenige, was sonst noch erhältlich ist können sie nicht bezahlen. Die Pandemie hat alles noch schlimmer gemacht erzählt unsere Profesora.

Was bei Diebstahl echt schade ist, und es ist inzwischen doch der Vierte, ist, dass wir misstrauisch gegenüber Menschen werden und unsere Spontanität und Vertrauen in das Fremde leider weniger wird.

Was tun? Sollen wir auf den Polizei Posten gehen und den Diebstahl melden? Ja, wir versuchen es. Nicht dass wir so naiv sind und hoffen, der Dieb wird gefasst oder wir bekommen das Geld zurück. Aber vielleicht erhöht sich die Polizei Präsenz auf den Strassen zum Schutze der Menschen.

Um 11 Uhr sind wir auf dem Hauptposten. Kein Mensch spricht englisch. Ich erkläre den Tatbestand, (benutze Hände, Füsse, Mimik, Worte) er wird von Hand aufgenommen, Name, Adresse, Passnummer, Eltern Namen etc. wird aufgeschrieben.

Wir werden zum Office „Diebstahl“ gefahren, ca. 2 km. Kein Mensch spricht englisch. Ich erkläre den Tatbestand, er wird von Hand aufgenommen, Name, Adresse, Passnummer, Eltern Namen etc. wird aufgeschrieben.

Wir kommen ins zuständige Büro für Diebstahl an Ausländern. Kein Mensch spricht englisch. Ich erkläre den Tatbestand, er wird von Hand aufgenommen, Name, Adresse, Passnummer, Eltern Namen etc. wird aufgeschrieben.

Es ist heiss, ein kleiner Ventilator brummt vor sich her, die Büromöbel fallen fast auseinander, die Farbe der Wände blättert ab, die Stühle sind unbequem, die Effizienz der 2 anwesenden Beamten ist minus 1000.

Nach 4 Stunden werden wir zum Tatort gefahren. Wir erzählen oder besser versuchen nochmals, das Geschehene auf spanisch zu erklären. Wir laufen um alle Ecken, suchen nach Video Überwachungskameras, befragen Nachbarn und warten und warten und warten.

Nach 2 Stunden ergebnisloser Befragung geht es zurück zum Posten. Dort ist der Tatbestand neu aufgeschrieben und eine Polizistin muss die ca. 10 Zeilen in den Computer eintippen. Gar nicht einfach wenn Frau 7 cm lange farbige, künstliche Finger-Nägel hat.

Erneut Fragen nach Name, Alter, Adresse, Passnummer, Zivilstand, Ankunftsdatum, Ausreisedatum, Telefonnummer, Name der Eltern, usw. usw – Mensch – die Angaben habt ihr doch schon 4-Fach! Und es ist heiss.

Zwischenzeitlich sind 4 Beamtinnen im Büro. Eine hört laut Musik und singt mit, eine schreit und weint, sie hat Schmerzen, möchte nach Hause und darf nicht, die Tippmamsell geht zwischenzeitlich was essen, kommt wieder, tippt ein paar Worte in den Computer, schaut sich auf dem Smartphone die neuste Mode an, schreit die schreiende Kollegin an, singt mit der anderen Kollegin, nimmt Telefone entgegen, schaut endlos aus dem Fenster –  sind wir in einer Irrenanstalt gelandet?

Nerven verlieren bringt nicht viel, nach weiteren 3 Stunden halten wir ein Kurz-Protokoll, ausgedruckt und unlesbar, (wenig Tinte im Drucker) in den Händen und werden nach 9 Stunden Polizeierfahrung in Havanna entlassen.

Ausgetrocknet, ausgehungert, innerlich schäumend vor Wut mit Unglaube gepaart laufen wir nach Hause und können das Erlebte kaum verarbeiten. Lachen oder weinen? Wir entscheiden uns für Lachen, ein Erlebnis für die Ewigkeit!

Das Diebstahl-Polizei Erlebnis raubt uns nicht nur Dollar sondern auch viel Energie die uns die nächsten Tage fehlt.

Wir lernen täglich Grammatik und Wörter mit Marisela. Daneben unternehmen wir, ausser essen, laufen (täglich unsere 10’000 Schritte) und lernen nicht viel.

Der Unterricht mit Marisela macht echt Spass. Habe ich schon mal soviel gelacht und gelernt in einer Schule wie bei unserer Profesora? Sie schafft es perfekt, Werni und mich zusammen, mit unterschiedlichem Level, zu unterrichten.

Die Qualität der Speisen in Restaurants in Havanna ist soviel besser als prophezeit. Wir haben bis jetzt noch nie schlecht gegessen. Das China Viertel ist gleich um die Ecke und wir haben viele kleine „Beizli“ abseits des Touristenstroms gefunden. Woher die Restaurants die Lebensmittel bekommen ist mir bis heute ein Rätsel. Das Pulpa Carpaccio verwöhnt den Gaumen sowie der Fisch, die Spaghetti, die Pizza usw. Am immer wieder auftretenden Durchfall merken wir, dass unsere Mägen noch nicht an Mittelamerika angepasst sind.

Mit dem roten Touristenbus machen wir eine Stadtrundfahrt und lernen Havanna von einer anderen Seite kennen. Weniger Hochhäuser, sauberer, Strände und kleine Märkte wo Kleider, Schmuck, Schuhe, Sonnenbrillen usw. angeboten werden. Die Fahrt ist definitiv lohnend und die englischen Erklärung der Reisebegleiterin sensationell – wir verstehen nämlich kein Wort😀!

 

 

Fazit der Woche: Alles wieder gut!

 

31.7.2022 – 7.8.2022 Kuba der anderer Planet

Wir freuen uns auf die ersten 2 Stunden Spanischunterricht. Marisela spricht viel, Werni versteht fast gar nichts, ich wenig. Von getrennten Unterrichtsstunden will sie plötzlich nichts mehr wissen – dazu fehle ihr die Zeit. So entscheiden wir, zusammen die Schulbank zu drücken.

Ein Kürbis Garten auf der Strasse. Ein anderer Planet, echt!

All jene, die Kuba als günstiges Ferienland in Erinnerung haben – es ist nicht mehr so! Für 1.5 Liter Wasser bezahlen wir CHF 2.50, 1 Duschmittel 5.60, eine Taxifahrt für Kurzstrecken 15, usw.usw. Die Preise sind alle verhandelt.

Privater Spanisch Unterricht ist vor 10 Jahren CHF 40 für den Monat, heute haben wir Offerten zwischen 600 bis 1400 pro Monat. Ja Zeiten ändern sich.

„Kuba ist ein anderer Planet,“ erzählt unsere Lehrerin Marisela.

Wir haben seit vielen Jahren nicht mehr die Schulbank gedrückt und so ist aller Anfang schwer. Werni kämpft sich durch die ersten Worte und Grammatik durch. Dazu hat er einen Käfer aufgelesen der ihm Magen- und Kopfschmerzen bereitet.  Für mich ist vieles Repetition – auch gut.

Am Abend heisst unser Lehrer Babbel. Mit dem Computerprogramm trainieren wir im eigenen Tempo.

Diese Woche steht ganz unter dem Motto lernen und gesunden. So ziehen wir uns nach dem Unterricht in unsere inzwischen sehr geschätzte, klimatisierte Wohnung zurück.

Essen brauchen wir nicht viel, ein bisschen Reis mit Gemüse ist fein. Erwähne ich Essen, möchte ich in den höchsten Tönen die kubanischen Avocados loben. Sie sind so was von super lecker, haben immer die richtige Reife, sind leicht zu schälen, zergehen im Mund und sind überall erhältlich.

Das Wochenende ist da! Werni geht es besser und wir sprechen mit den Menschen bereits in der Landessprache. Natürlich nur Kurzgespräche aber wir können im Restaurant bestellen, bezahlen, Taxis verhandeln, Geld wechseln, nach dem Weg fragen usw.

Eine Fahrt mit einem Oldtimer, in unserem Fall einem Ford Firelane 1958, durch die Stadt ist Pflicht.

So lässig . ……

Da gehören einfach Touristenfotos dazu!

Und dann treffen wir noch ihn.

Auch auf dem anderen Planeten kennt man John Lennon und die Beatles. Havanna gefällt uns richtig gut. Geschmack und Schmutz abgehärtet durch Afrika können wir das Unangenehme gut ausblenden und das Schöne voll geniessen.

Ein Prost auf einen gelungenen Start in Havanna. Und die Musik überall – einfach der Hammer!

 

Fazit der Woche: Vieles ist anders auf Kuba – ein anderer Planet! 

 

24.-31.7.2022 … schon aufgeregt….

Diese Woche brechen wir auf zu neuen Ufern. Unsere Gemütswelt ist verwirrt. Da mischt sich viel Freude mit Abschiedsschmerz und Ungewissheit mit Entdeckungslust.

Es bleiben 3 Tage bis zum Abflug, ironischerweise über Zürich da wir mit Swiss und Edelweiss nach Kuba fliegen. Also berühren wir doch noch CH Boden.

FACEBOOK EINTRAG VON MICHEL

Der Abschied naht.
Einige von Euch haben es ja mitbekommen.
Wir haben in Afrika dieses reizende, verrückte Schweizer Pärchen kennengelernt, die bereits seit 3.5 Jahren mit ihrem Wohnmobil durch die Welt reisen. Als es anstand ihren Sprinter hier in Hamburg zu überholen und die Vorbereitung für die Weiterverschiffung nach Südamerika zu arrangieren, konnten wir sie die letzten zwei Monate ein wenig unterstützen und ihnen Unterkunft sowie ein wenig Support gewähren.
Heidi Gloor und Werni passen wirklich in diese Welt, wir tauschen uns gerne mit ihnen aus und lachen sehr viel gemeinsam
Für das Abschiedsessen haben Heike Jakob und ich einen Vietnamesen in unserer Nähe ausgewählt, anscheinend eine gute Wahl. Das Essen (Hot Pot) war phantastisch und die Stimmung ausgelassen.
Eure Pläne sind Südamerika – bis runter nach Patagonien und dann den amerikanischen Kontinent rauf bis Alaska. Was für ein herrlicher Trip. Geplant ist ein Wiedersehen in Costa Rica, das für Heike und mich eines der nächsten Ziele ist.
Wir werden Euren Trip aufmerksam verfolgen und freuen uns sehr für Euch.
Genießt Euer Leben – die besten Wünsche begleiten Euch.
Herzlichst
Heike & Michel

Danke ihr zwei, für alles, und schön dürfen wir euch kennen.

Bänzli ist parat……

Wir melden ihn am Hafen an……

… und geben ihn im Terminal ab. Gute Reise Bänzli und wir sehen uns in Uruguay.

Michel zeigt uns zum Abschied noch etwas von seinem Hamburg. Es macht viel Spass von einem Urgestein geführt zu werden.

von der Strandperle …..

…bis zur leckeren Fischsuppe in Blankenese in der Kajüte geniessen wir die letzten Hamburg Stunden.

Unsere Nachbarn Nadja und Adrian überraschen uns mit einem Abschiedsgeschenk und einer so netten Karte.

Einmal mehr zeigt sich’s, dass wir überall dort, wo wir gerade leben, auch zu Hause sind. Danke Nadja und Adrian❤️.

Die zwei Flüge nach Kuba sind perfekt. Wir reisen mit viel Heimat…. (für die nicht CH Leser – Melchsee Frutt liegt im Kanton Obwalden und ist unser nächstes Ski- und Wandergebiet)

…bekommen Essen aus Nidwalden….

…. und nur in Zürich kommt Hektik auf als wir online einige Seiten ausfüllen müssen um einen Einreise QRCode für Kuba zu bekommen.

Die Migration in Kuba ist problemlos und schnell, nur der QR scheint wichtig. Wir müssen weder die verlangte Krankenkassen-Bestätigung noch den Weiterflug vorweisen. Auch die Abholung klappt. Der Bezug der Wohnungen ist jedoch ernüchternd. Es ist eine Untertags Wohnung die schwer gelüftet werden kann und muffelt. Die Möblierung und das Bad sind schön. Osmani, unser Betreuer, erzählt uns in einer Salve fast nur das Negative über Kuba und so legen wir uns bedrückt zur Ruhe. Schlaflos suche ich nach anderen Wohnungen, Weiterflügen, Alternativen.

Ausgeruht sieht die Welt anders aus. Wir entscheiden, uns auf Kuba mit allen Facetten einzulassen und auch der Wohnung eine Chance zu geben.

Auf unserem ersten Fussmarsch begegnet uns Musik überall……Buena Vista … Kuba!

Wow, jetzt gefällt es uns richtig gut! Die Dame vom Telefonanbieter Etecsa ist sehr hilfsbereit, die Suche nach einer Spanisch Lehrerin ist auf gutem Weg…..

….das kalte Bier köstlich….

… und selbst unsere klimatisierte Wohnungen lernen wir zu schätzen. Nach mehrmaliger Gasabgabe riecht sie auch nach uns.

Esta es Maricella nuestra profesora de español!

Wir haben sie durch unseren Freund Beyeler Dani gefunden der heute in Singapur lebt. Am Montag beginnt der Privatkurs.

Der Zerfall der alten Kolonialhäuser ist schon fast schön und die Lebensfreude der Menschen beispielhaft obwohl sie nichts haben.

Es gibt weder Lidl noch Aldi noch Migros.
Stattdessen gibt es staatliche Lokale und Agrarmärkte sowie die Bodegas, bei denen die Kubaner subventionierte Produkte oder Waren auf Lebensmittelkarte erhalten.

Überall dort wo lange Schlangen sind gibt es ein paar Lebensmittel wie Konserven und ein paar Wenigkeiten zu kaufen. Die Gestelle glänzen hauptsächlich durch Leere. Wenig Händler bieten ein paar Eier, kleine Zwiebeln und Knoblauch, gelbe Gurken, schöne Avocados, Bananen und Mangos an. Mehr haben wir bis jetzt nicht gefunden.

Für die Kubaner heisst es täglich um Lebensmittel zu kämpfen, das nennt sich dann La Lucha, der Kampf, und beschreibt perfekt, wie der kubanische Tagesablauf aussieht. Es muss geplant und gesucht werden, bis alle Zutaten für ein Essen gefunden sind. Einkaufen ist ein Vollzeitjob.

So stören wir uns nicht mehr an unserer eher schlecht ausgestatteten Küche (2 kleine Pfannen) –  wir kochen definitiv nicht! Selbst Trinkwasser kaufen ist schwierig.

Ein Wort zur Währung die vom Staat kontrolliert wird. Gehen wir zum Bankomaten, bekommen wir für 100 Euro 2633 Pesos. Wechseln wir auf dem Schwarzmarkt 100 Euro bekommen wir 10‘000 Pesos.

Der Sonntag gehört ganz der Musik und Kunst. Einfach wunderbar, die lauten, rhythmischen und stillen Klänge.

 

Fazit der Woche: Wir sind angekommen in Kuba! 

 

 

 

17.-24.7.2022 ….Lifting…..

Nein, nicht wir bekommen ein Lifting, obwohl unsere Wackelpudding Tripelkinne geradezu nach einem Skalpell schreien. Unser Bänzli bekommt die volle Aufmerksamkeit, innen und aussen, und er ist es uns wert. Obwohl wir den Platz in Michels Wohnung schätzen, fehlt uns das kompakte wohnen im Reisemobil sehr.

Das Lustigste aber überhaupt ist, dass wir im Bänzli und unterwegs nie wirklich streiten – aber hier in Hamburg fliegen die Fetzen! Wir haben uns zum Ehepaar „Kiefler“ entwickelt. Meistens geht es ums Navigieren – es hat einfach zuviel Strassen, Verkehr und Platz in Hamburg😀

Bänzlis Tag ist da! Professionell, sympathisch, ruhig, hilfsbereit und freundlich werden Filter, Öl und Autobatterie gewechselt und der grosse Service abgeschlossen.

Die obigen Adjektive gelten in Superlative bei CS. Besser geht nicht.

Hier steht sie vor uns, die Übeltäterin! Die defekte Heizung! Zur Ehrenrettung der Firma Truma bekommen wir in Deutschland gute Unterstützung. Das gesamte Brenner-Teil inkl. Glühstift sowie das Board werden ausgetauscht. Wir bekommen einen Schnellkurs in Reparatur!

Das Lifting ist fertig. Unser Loft auf Rädern riecht und sieht aus wie neu. Freude herrscht! Der neue Herd, Matratze mit Rost, Toilettenbrille, Kittfugen sowie frisch geölte Holzkanten lassen den Sprinter erstrahlen. Sogar unser Dachfenster kann ersetzt werden und die Griffe verstärkt. Schubladen, Rollos – alles läuft wie geschmiert.

Die ganze Elektronik wird geprüft, wir wechseln auf eine Lithium Batterie und sind guter Dinge, dass wir wieder für lange Ruhe haben. Wie wir uns auf das Weiterreisen freuen!

Die nächsten Tage sind Südamerika Vorbereitungstage. Unsere Bus-Klimaanlage wird überprüft und die Kühlflüssigkeit ersetzt. Auch die HiFi Anlage wird das lästige Brummen los.

Unsere grauen Zellen werden durchgeschüttelt durch einen Crash Kurs in Mac.

Die Unordnung im Keller weicht Schritt für Schritt Ordnung, Michels Wohnung wird zur Übergabe vorbereitet.

Der Samstag gehört ganz uns und Hamburg. Mit der „Wilden 13“ fahren wir durch Wilhelmsburg, machen einen Abstecher zum Markt am Stübenplatz und verzehren ein leckeres Fischbrötchen an der Elbe. Wieder läuft ein „Grimaldi“ Tanker aus (fast hätten wir den erwischt) – am 4.8. ist unser Bus auf so einem Vessel.

Abschied nehmen von der Stadt, Europa aber auch einen Schlussstrich ziehen zu Afrika möchten wir mit dem Musical „König der Löwen.“

Die Tränen rollen uns über die Wangen als all die Tiere an uns vorbei ziehen und die afrikanischen Rhythmen und Stimmen den Saal füllen. Oh Afrika – wie du uns fehlst!

Bei einem Glas Wein zu Hause erzählen wir wieder von den schönsten Erlebnissen, Begegnungen, Natureindrücken und Situationen auf dem schwarzen Kontinent.

Heute Sonntag gönnen wir uns nochmals Luxus! Unsere Füsse werden gepflegt und wir bekommen je eine Massage. Künftig heisst es wieder selber raspeln, pflegen, salben und lackieren.

Bänzli ist vorbereitet! Er ist im Heck mit allem legalen geladen, der Wohnbereich ist leer, die Sitze mit Plastik umhüllt. Alles unerlaubte wie Putz- und Lebensmittel, Medikamente, Gewürze und Alkohol sind geleert, die Gasflaschen sind neu, leer und zertifiziert – was vergessen?

 

Hamburg: Eine tolle Stadt wo man auch abends Moin sagt, Hanse-Humor vom Feinsten, Veranstaltungen ohne Ende, ein Hafen der fasziniert, arme Menschen die auf der Strasse leben, ungeduldige Autofahrer, schöne Ecken, erhältlich was das Herz begehrt, sehr viel Tourismus, Fisch- und Franzbrötchen – so fein!

 

 

Fazit der Woche: Auch in Hamburg könnten wir leben.