30.03.-06.04.2020 Mut zur Einfachheit

So viele hoffen, dass die weltweite Corona Krise nach überstandener Pandemie viel positives entstehen lässt. Ehrlicher Umweltschutz, weniger Geld- und Habgier, mehr Nähe zu Familie und Freunden, Fokussierung auf Einfachheit, Akzeptanz der Vergänglichkeit usw. lassen vielleicht aus der schwierigen Zeit neues und hoffnungsvolles entstehen.

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In der Einfachheit der Kisolanza Farm fühlen wir uns äusserst wohl, sicher, willkommen und glücklich. Das rechte Häuschen ist die Bio Toilette ….

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…das linke das Händewaschhäuschen.

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Hier waschen wir das Geschirr und die Kleider…..

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…..so sieht die Dusche von aussen..

….so von innen aus…

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Wir lernen auf unserer Reise das einfache Leben zu lieben und schätzen. Plötzlich freuen wir uns über eine warme Dusche. Ist der Wasserstrahl gut und die Dusche sauber ist das ein besonderes Geschenk.

Es ist kalte 10 Grad in der Nacht. Die Wolldecke ist eingebettet und Werni sucht die Handschuhe raus. 😃 Wir haben täglich heftige Gewitter. Tagsüber ist es herrliche 26 Grad warm.

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Wir steuern dem Herbst entgegen. Die Regenzeit sollte Mitte April zu Ende sein. Mai und Juni ist Erntezeit auf der Farm. Sollten wir noch hier sein dürfen wir mithelfen.

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Wir können ein online Konto eröffnen und alles nötige frei Kisolanza bestellen. Frischer geht nicht!

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Wann hatte ich zum letzten Mal solche Freude an frischem knackigen Gemüse? Wenn alles nicht mehr selbstverständlich ist, erfreuen die kleinen Dinge das Leben.

So hoffen wir, dass die Welt wieder Lust zur Einfachheit bekommt. Dalai Lama sagt zum Thema Überfluss: „Du bist reich wenn du gesund bist, alles andere ist Luxus.“

 

Fazit der Woche: Wir wünschen euch von Herzen gute Gesundheit. 

 

 

23.-30.03.2020 warten auf Godot

Dieses Theaterstück von Samuel Beckett haben wir vor ein paar Jahren im Stadttheater Luzern gesehen. Zwei Landstreicher warten auf Godot, der einfach nicht kommt und sie immer wieder auf den morgigen Tag vertröstet. Genau so geht es uns am Tag 6, 7, 8 und 9 in Tungamalenga. 

Im ereignislosen Nichtstun beschliessen wir, die 6.8 km zur beschädigten Strasse hochzulaufen.

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Unser Herz hüpft vor Freude! Der Fluss ist in sein ursprüngliches Bett verwiesen, die Strasse trocknet ab und der Caterpillar ist aufgefahren. Vielleicht können wir morgen nach Iringa fahren.

Am Mittwoch ist es soweit, die Strasse nach Iringa wird freigegeben. Jubiii! Wir haben einiges zu erledigen in der Stadt. Die Strassentaxe muss verlängert, das Portemonnaie gestopft, das ReMo gewaschen, die Glasflaschen gefüllt, der Vorrat ergänzt, die Gigas aufgestockt und der Magen gefüllt werden.

Bei Mama Iringa, geführt von einer Vollblutitalienerin, bekommen wir nebst leckerem Essen auch noch einen Stellplatz mit Dusche offeriert.

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Ist diese Echse nicht eine Beauty?

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Wir haben ein gutes Telefongespräch ohne Angst- und Panikmache mit der CH Botschaft in Dar. Unser Plan mit der Kisolanza Farm wird unterstützt. Jetzt wünschen wir der Schweiz und der ganzen Welt, dass das Thema „Corona“ mit der Zeit verblassen wird wie unser Nummernschild!

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Werni montiert das zweite Fake-Set. Zwei weitere haben wir noch auf Reserve!

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Wir werden sehr herzlich empfangen auf der Kisolanza Farm. Nebst uns ist eine deutsche Ärztin gestrandet und auch für längere Zeit auf der Farm. Wir fühlen uns sehr wohl hier, ein sehr schöner Warteplatz.

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Wir haben Strom, ein eigenes Hüttchen, viel Privatsphäre und recht gutes Internet.

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Unser Vorsatz: Jeden Tag Yoga, etwas Englisch Vocabulary und 10‘000 Schritte.

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Wir laufen 2 h ohne die Grenze der Kisolanza Farm zu passieren. Sie ist riesig! Es wird frisch in der Nacht, wir sind auf einer Höhe von 1750 Meter. Jeden Abend bekommen wir eine warme Dusche.

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Es wird kräftig eingeheizt und nach 1 h ist das warme Boilerwasser parat.

Ich weiss noch nicht, wie mein Blog die nächsten Wochen gefüttert wird. Ich will dich nicht langweilen mit unseren Streifzügen durch das Farmland und Wälder.

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Schau einfach rein und lies die verkürzten Wochenbeiträge.

Das Theaterstück „warten auf Godot“ endet mit dem nicht endenden Warten. Hoffen wir, dass es uns nicht so geht.

 

Fazit der Woche: Kisolanza vereinfacht das Warten. 

 

16.-23.03.2020 Glücksstern hat Urlaub

Fazit der Woche: Umweg erweist sich als Irrweg!

Diese Woche starte ich als Erstes mit dem Wochenfazit. Unsere Entscheidung, den Ruaha Nationalpark unbedingt zu sehen, erweist sich definitiv als Irrweg!

Doch der Reihe nach……..

Der langersehnte Ruaha Nationalpark wartet auf uns, bei der Hilltop Lodge haben wir eine Pirschfahrt und Zimmer reserviert. Regenfrei aber schlammig fahren wir die letzten 3 km zur Lodge…..bevor ….

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……wir einem stecken gebliebenen LKW ausweichen müssen und schwups – selber im Morast versinken. Super!

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Das nenne ich „in Schieflage geraten“. Der Ruaha Nationalpark scheint unsere Bemühungen, ihn zu besuchen, nicht zu goutieren. Er macht uns das Leben schwer.

Viele freiwillige Helfer schaufeln und stossen uns aus dem Dilemma.

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We are not amused! Als Krönung beginnt es auch noch zu regnen. Wir müssen unser Auto im nahen Dorf abstellen und warten jetzt mit hungrigem Magen seit 1.5 h auf den Abholdienst der Hilltop Lodge. Es ist inzwischen 18.30 Uhr.

Die Hilltop Lodge ist Top. Freundliches Personal, gutes Essen und eine Traumaussicht belohnen uns nach einem aufregenden Tag.

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Es regnet die ganze Nacht heftig! Werni muss von seiner Bettseite fliehen weil das Strohdach nicht dicht ist. Die Pirschfahrt fällt ins Wasser.

Der Hilltop Manager will mit uns sprechen. Verheisst das gutes oder schlechtes? Unser Glücksstern ist in Urlaub! Die Brücke zwischen dem Hotel und dem Dorf, wo unser Auto steht, ist erneut weggeschwemmt.

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Das Team arbeitet an einer Lösung. Am nächsten Morgen lacht der Himmel. Auf zum Game Drive!

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Auf der stündigen Fahrt zum Parkeintritt sehen wir bereits Giraffen.

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Dann wird uns am Tor höflich mitgeteilt, dass es kein Durchkommen im Park gibt und er bis auf Weiteres gesperrt bleibt. Ruaha mag uns nicht!

Jetzt haben wir die Schnauze voll. Wir wollen nur noch weg von hier. Beim eingestürzten Damm erkundigen wir uns, ob und wo wir den Fluss watend oder schwimmend überqueren können um unser Auto zu erreichen.

Jungs aus dem Dorf suchen nach Lösungen und finden flussabwärts eine Stelle mit etwas weniger Strömung.

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Das Personal des ganzen Hotels inkl. Dorfbevölkerung wollen dabei sein, wenn Muzungus (so werden weisse Menschen in Afrika genannt) den Fluss in Badehose überqueren.

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Wir werden rechts und links an der Hand genommen, durchlaufen zuerst seichtes Wasser und müssen dann 3 brusttiefe Schnellen überwinden. Die Jungs haben uns fest im Griff, die Strömung ist stärker als erwartet.

Juhui, wir haben unser Zuhause wieder! Nichts wie weg von hier und schnellstens auf der Erdstrasse die 90 km nach Iringa fahren. (4.5 h)

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Unser Glücksstern sendet uns eine Postkarte:“Herzliche Grüsse von meinem Urlaub.“

Wir kommen keine 5 Kilometer weit ist die ganze Strasse weggeschwemmt und gesperrt! Also zurück zum Dorf Tungamalenga, warten und Tee trinken. Wenigstens haben wir unser ReMo wieder.

Tee trinken bis die Ohren wackeln! Der Strassenzustand an Tag zwei….

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…und drei

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…und vier

…und fünf

Corona setzt auch Afrika in Angst. Die Grenzen zu Kenia, Uganda, Ruanda und Malawi sind geschlossen. Wir sitzen nicht nur im Ruaha fest sondern in ganz Tansania. Was tun? Heim fliegen ist für uns im Moment keine Option. Weiter reisen – auch keine! Also einen schönen Platz suchen zum längeren Niederlassen.

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Die alte Kisolanza Farm erscheint uns genau der richtige Platz. Sie ist abgelegen, hat einen schönen Camping mit toller Infrastruktur und beliefert uns Overlander mit frischem Gemüse und Früchten von der Farm. Zudem sind lange Spaziergänge möglich. (Wir waren anfangs Februar schon 2 Nächte dort)

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Wir starten eine Anfrage per Mail, ob sie uns für eine längere Zeit beherbergen. Wir sind jederzeit herzlich willkommen! Wir müssen nur aus den Ruaha rauskommen. Wir haben ab sofort viel Zeit – Zeit zu warten. Und wie schreibt Peter Bichsel so schön im Interview zu seinem 85. Geburtstag? „Ich warte gerne! Warten macht die Zeit lang und wenn die Zeit lang wird, lebt man länger.“

 

 

9.-16.03.2020 Umweg als Irrweg?

Das könnte doch glatt ein Dahlke Buchtitel  sein! Über „Umwege“ und seine Chancen zu sinnieren lohnt sich, hat uns der Abstecher resp. Umweg nach Kipili veranlasst, unsere Reiseroute erneut zu ändern.

Anstelle der asphaltierten Strasse 800 km südwärts Richtung Iringa, fahren wir einen 1800 km Nordkreis nach Iringa, davon mehrere 100 km Schotter- und Erdweg. Ob sich die Entscheidung als Irrweg herausstellt, wissen wir Ende Woche.

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Die Strasse nach Sitalike führt durch den Katavi Nationalpark. 50 km teils schlechte Piste verschlingen 2.5 Stunden. Wir treffen Gus aus England der mit ÖV ab Uganda nach Namibia unterwegs ist. Spontan vereinbaren wir, zusammen eine Pirschfahrt durch den Katavi Park zu buchen.

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Abgelegen, ursprünglich und unbändig erleben wir den Katavi Nationalpark. Nur ca. 200 Besucher zieht er jährlich an, die Wildnis einer unberührten Landschaft begeistert uns.

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Katavi ist definitiv der Park der Hipos, Büffel und Elefanten, aber auch Giraffen und die scheuen Rappen- und Pferdeantilopen zeigen sich. 

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Gus ist begeistert von einem Flusspferdskelett und möchte ein Foto mit aufgerissenem Maul. (Erinnert mich manchmal an meines).

Tsetse fliegen plagen uns, wir haben einen äusserst schlechten Führer mit kaum Englisch- und Tierkenntnissen, ein mieses Safari Auto und die Admin am Gate klappt nur zögerlich.

230 km Erdweg sind es von Mpanda nach Uvinza. Die gute Nachricht vorab, die Strasse T9 ist in der Trockenzeit oder an regenfreien Tagen sehr gut befahrbar.

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Die Schlechte: Wir hatten teils Regen. 7.5 Stunden zirkeln durch den Schlamm, hoffen dass keiner entgegen kommt, lauern auf Überholmöglichkeiten und lange Wartezeiten, weil Trucks stecken bleiben oder in den Strassengraben rutschen, sind Themen unserer Fahrt.

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Und so sieht ein Auto nach tanzen im Schlamm aus. Einmal mehr bin ich vom Können des Fahrers und Autos begeistert.

Uvinza hat extrem salzhaltige Quellen an der Mündung des Ruchugi Flusses. Kochsalz wird bis heute gewonnen und das Salzwerk ist das einzig nennenswerte.

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Die Quartier-Kinder beobachten uns aufmerksam, schon spannend wenn in einem Auto gekocht wird.

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Reisfelder

In Tabora erfahren wir, dass die direkte Strasse T8 nach Dodoma wegen Nässe nicht passierbar ist. Das heisst für uns, nochmals eine Zusatzschlaufe von über 500 km in Kauf nehmen. Ist unser Entscheid vom Umweg doch ein Irrweg? Was sind schon 500 km bei so schöner Landschaft ….

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…. und einem Kontinent wie Afrika? Bei Hackfleisch mit Hörndli besprechen wir die nächsten Tage und beschliessen: „Jetzt ist Schluss mit „umätampälä“, jetzt wird mal auf die Tube gedrückt!“ Morgen wollen wir sehr früh losfahren!

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Das mit dem früh müssen wir streichen. Es ist Freitag, der 13ente! Ein Nagel vermiest unseren guten Vorsatz.

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Mohamed holt den Reifen ab, repariert ihn und wir sind 1.5 h später startklar. Fast! Der 13ente schlägt nochmals zu.

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Der Dachfenster-Griff bricht definitiv und der neue von Gerda und Pascal wartet geduldig im Krüger. Das Auto zwingt uns zum „tampälä“.

Werni repariert und organisiert, ich handlangere und habe dazwischen Zeit für Gespräche mit den Hotelangestellten.

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Tabora ist der Eisenbahnknotenpunkt Tansanias. Über den Bahnhof rollen noch Güter für die Nachbarstaaten und Personenverkehr. Das Orion Tabora Hotel, wo wir stehen, stammt aus der deutschen Kolonialzeit.

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Es war einst DAS Bahnhofshotel und wurde eigens für den Besuch von Kaiser Wilhelm erbaut.

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Noch heute gibt es Ruinen eines deutschen Fort, dt. Gräber, eine alte Dampflokomotive und einen funktionierenden Bahnhof.

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Die nächsten 530 km bis Dodoma sind geprägt von etwas Frust und vielen Polizeikontrollen. Etwas Frust, weil es mir stinkt, nochmals bis Singida nordwärts zu fahren. Die häufigen Polizeikontrollen zehren an Wernis Nervenkostüm zumal er die ganze Strecke sehr diszipliniert fährt.

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Zugegeben – vielleicht mal 55 km/h statt 50 oder 84 statt 80. Diese Übertretung reicht für eine Geldstrafe aus und diesmal kocht Wernis Galle über. Er schimpft so laut und vehement, dass uns die Polizei jedesmal ohne Bezahlung ziehen lässt.

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Über 500 km am Stück zu fahren bei den Strassenverhältnissen ist viel. Wir brauchen immer 2 Stunden für 100 km und so kommen wir müde und spät in Dodoma an.

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Es fehlen noch die letzten 300 km bis Iringa. Angekommen strecken wir die Fühler aus für eine Pirschfahrt im Ruaha Nationalpark weswegen wir nochmals nach Tansania eingereist sind. Unsere Meinung, ob sich der Nordumweg von über 1000 km nach Iringa gelohnt hat? Fragt uns morgen wenn wir ausgeschlafen sind.

 

Fazit der Woche: Fertig Tampäläd! 

 

 

2.-9.03.2020 …einer geht noch ….

Die Krone sitzt auf Anhieb, die Passform ist bequem, mit der Zahnseide komme ich durch, die Farbe stimmt – so ein Erfolgserlebnis habe ich in der Schweiz selten bis nie.

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Wir wählen den sambisch/tansanischen Grenzübergang Mbala-Isopa da er wenig benutzt wird und wir uns den Übertritt leicht vorstellen.

Halt! …..Einer geht noch…..

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… und so sehen wir uns auf sambischer Seite die Kalambo-Fälle an. Mit 235 Meter Sturz gehört er mit zu den höchsten Afrikas. Und weil wir schon da sind möchte ich unbedingt den Kalambo Trail (14 km total) runter zum Dorf Myanga an den Tanganjikasee laufen. Das Dorf kann nur zu Fuss oder per Boot erreicht werden.

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Es gibt einen schönen kleinen Sandstrand, die Luke’s Beach und genau dort wollen wir ungestört schwimmen gehen.

Denkste…..

Kaum sitzen wir nach strengem Abstieg, öffnen unseren Rucksack, holen Trinken und Badehose raus kommen auch schon 2 Aufsichtspersonen und wollen Eintrittsgeld. Hmmmm – Eintritt für was? Um Sand, See und Himmel zu sehen?

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Meine Gallenflüssigkeit steigt innert Sekunden Richtung Sprachzentrum und ich fahre die Jungs mit lauter Stimme, Gefluche und Polizei-Drohung an. Was zum Teufel soll das! Und so verziehen wir uns mit Donner und Lamenti und nehmen den happigen Aufstieg wieder in Angriff.

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Mit Wut im Bauch, schlottrigen Beinen, durstiger Zunge und erschöpftem Geist kehren wir nach 4 h zum schönen Camp zurück. Ein Bier, feines Essen und eine Zigarette bringen uns wieder ins Lot.

Als alleinige Grenzgänger am Zoll Kasesya brauchen wir über 2 Stunden für die Formalitäten. Zuerst muss die Beamtin geholt (geweckt?) werden, dann ist ihr Quittungsbuch voll und das Neue nicht vorhanden, VISA muss in Dollar, Strassensteuer kann nicht in Dollar bezahlt werden usw. usw.

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Unsere Fahrroute in Sambia

Noch Restübersäuert versuchen wir Nerven zu bewahren und Geduld zu üben. Manchmal ist Afrika eine Herausforderung.

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Der persönliche Biorhythmus bestimmt, wie wir mit der afrikanischen „Zeitlupe, Gleichgültigkeit, Unwissenheit und Unlust umgehen.

In Sumbawanga erledigen wir noch die fehlenden Zollformalitäten und folgen einer Blitzidee, doch noch am Tanganjikasee baden zu gehen. Die Lakeshore Lodge in Kipili soll das schönste Camp in Tansania sein.

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Louise und Chris sind echte Gast-Geber und haben sich ein Paradies geschaffen.

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Die Campingplätze sind unter schattenspendenden Mangobäumen, vom Restaurant hört man das Plätschern des Wassers, alles ist durchdacht und optisch liebevoll und sauber hergerichtet.

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Was für ein Platz, da hat sich der Umweg von NUR 160 km gelohnt.

Wenn die Sonne wie ein Auge aussieht!

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So etwas haben wir noch nie gesehen. Um 10.30 Uhr schaue ich mal zur Sonne hoch. Sie ist umgeben von einem Ring. Google weiss mehr als ich.

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Halo ist ein Sammelbegriff für Lichteffekte der atmosphärischen Optik die durch Reflexion und Brechung von Licht an Eiskristallen entstehen. Wir schauen gebannt zum Himmel hoch und staunen einmal mehr ob dem Wunder Natur.

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Der Tanganjikasee ist die Perle und Lebensader des westlichen Tansania. 700 km lang, durchschnittlich 50 km breit und die tiefste Stelle 1470 Meter, ist er der längste und zweittiefste Süsswassersee der Welt. Nur der sibirische Baikal See ist tiefer.

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Er gilt als bilharziosefrei und verfügt über einen grossen Reichtum an Fischen. Der Buntbarsch ist der weit verbreitetste und einer davon landet auf unserem Teller.

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Hier lässt sich gut leben!

Von weissen Benediktinern und kongolesischen Sklaven zwischen 1890 und 1895 erbaut stehen heute nur noch Ruinen von der Kirche und dem Kloster.

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Immer noch lässt sich erahnen, wie schön die Gebäude damals gewesen sein mussten.

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Die Natur erobert sich Jahr für Jahr ein Stück der Mauern zurück, auch Zerfall birgt Schönheit.

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Links von der Kirche stehen die Ruinen des Männer-, rechts die des Frauenklosters. Mit einem Geheimgang sollen die beiden Gebäude verbunden gewesen sein. 😃

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Fazit der Woche: der Traum vom Baden im Tanganjikasee wird wahr.

 

24.2.-2.3.2020 Informationsspeicher

Kennst du das Buch über Wasserkristalle vom Japaner Masaru Emoto? (wärmste Empfehlung.) Ich denke an das Buch weil  diese Woche weiter geprägt ist vom Thema Wasser.

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Die Kleinstadt Kawambwa, mit  immerhin 1 Tankstelle, wurde durch Sambias einzige Teeplantage bekannt. Bis hier ist die Strasse geteert und verläuft grösstenteils der kongolesischen Grenze entlang. Wir wollen im besten Hotel in der Stadt um Camping nachfragen. Sie sind so unfreundlich, dass wir weiter fahren und bei dem kleinen und sauberen Gästehaus „la Villa“ Unterschlupf finden.

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Das Lachen des fröhlichen Managers ist ansteckend.

Willkürlich wählen wir jeweils eine sehr arme Region aus, um einen finanziellen Beitrag zu leisten. Diesmal kommt das Spendengeld aus dem „Schaub-Fond“. Der hiesige Pfarrer wählt die 6 ärmsten Familien seiner Gemeinde aus, es sind Witwen, Eltern von Kindern mit Handicap und geschiedene Mütter.

Wir gehen mit den Frauen einkaufen. Jede Familie bekommt einen 25kg Sack Mais, Seife, Wasch-, Milchpulver und kleine Extras.

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Wir bekommen ein Gebet und viele gute Wünsche mit auf den Weg.

Über eine zeitraubende Piste mit heiklen Teilabschnitten begrüssen uns die Lumangwe Fälle als Juwel.

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Wasser als Informationsträger ist in der energetischen Medizin bekannt. Bei den Naturwissenschaften wird dies bezweifelt und als „Scharlatanerie“ abgetan. Durch 12 jährige Forschungsarbeit von Emoto gelingt ihm der Nachweis, dass Wasser in der Lage ist, nicht nur Informationen, sondern auch Gefühle und Bewusstsein zu speichern. Als Zweifler bitte Emotos Buch zur Hand nehmen, lesen und staunen. 

Wir stehen 3 Tage am tosenden Fall und schreien uns an –  so laut ist das Rauschen des Wassers.

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Hier ist nichts! Schwer zu erreichen verirren sich selten Gäste in die Schönheit des Urwalds und Sprühnebels.

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Im ruhigeren Gewässer waschen wir uns und das Geschirr und erleben Natur pur.

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Die 15 km hin und zurück zum Kabwelume Fall laufen wir und viele bunte, kleine und grosse Schmetterlinge umflattern uns. Die Fälle und Landschaft ist atemberaubend.

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Bei den nächsten ca. 90 km Erdstrasse nach Mporokoso sind wir aufs Schlimmste gefasst. Die Piste soll in einem äusserst schlechten Zustand sein und Stunden verschlingen. Wir haben Glück, es ist seit 2 Tagen trocken und Werni fährt die Strecke relativ locker.

Es kann behauptet werden, dass der Nord/Osten von Sambia die Region der Wasserfälle, Sümpfe und Seen ist. Jeder Fall ist auf seine Art imposant und anders, wir lieben sie und sehen längst nicht alle.

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Der Chishimba Fall gilt als heiliger Ort. Über einen 300 Meter langen Weg durch Palmendickicht erreichen wir die Abbruchkante wo der Fluss Luombe in die Tiefe donnert. Wasserkraft die beeindruckt.

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Hier finden wir den schönsten Yoga Platz seit wir unterwegs sind. Da vibriert das Om von alleine durch unsere Zellen.😃

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Wir flüstern dem Wasser zu: „Grüsse all unsere Lieben zu Hause,“ in der Hoffnung, dass die selben Wassertropfen irgendwann in Europa ankommen und Dir die Botschaft überbringt.

Hast du noch mehr Wasserfälle geplant fragt mich Werni augenzwinkernd beim Frühstück?

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Die Stadt Kasama mit ca. 120’000 Einwohnern beherbergt einen Bischofsitz, ein Ausbildungsseminar für Lehrer, ein Spital, eine Zuckerraffinerie und gilt als Handelszentrum und Versorgungsstadt des ganzen Nordens.

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Die Provinz gehört zu den am dünnsten besiedelten in Sambia. Miombo Wälder prägen die Landschaft, dazwischen liegen hauptsächlich Mais- und Maniokfelder. 

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Nein, falsch – ich nehme kein „Jödäli“ sondern lande beim einzigen Zahnarzt von Kasama. Die ägyptische und im Dezember in der CH kontrollierte Füllung landet in einem Bissen Brot. 
            
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Es tut mir leid, es braucht eine Krone,“ wird mir mitgeteilt. „Scheisse,“ denke ich! 
Es braucht etwas Mut, sich einen Zahn zu einem Stumpf fräsen zu lassen und das in der tiefen Provinz von Sambia.
         
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CHF 97.- kostet die ganze Behandlung inkl. Zahntechnik. Wenn das nur gut kommt. Und so drückt Elijah meinen Kopf an seine Brust und beginnt zu schleifen, fräsen, bohren und ich sende Stossgebete gen Himmel es möge doch alles gut kommen. Das Provisorium wird eingesetzt, meine trockenen Lippen mit Vaseline eingeschmiert und entlassen bin ich bis Montag. 
Fubest Trading ist ein riesiger Laden im Besitz von Chinesen und das ganze Sortiment ist made in China. 
         
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Billigstprodukte von Koffer über Teppich, Kunstblume über Creme, Ventilator über Werkzeug, alles nötige und unnötige steht im Angebot. 
          

Und wie so immer im Leben wollen weisse Menschen braun, und schwarze Menschen weiss werden. 
Wir entdecken diese Überraschung in Kasama! 
         
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Ein Montessori Lernzentrum! Und schon entfacht Maria Montissori eine Diskussion zwischen Werni und mir, was bei uns als Informationsspeicher aus unseren Schultagen hängen geblieben ist. 
Wo es eine Montessori Schule gibt können die Zahnärzte nicht so schlecht sein tröste ich mich und schaue dem Montag zuversichtlich entgegen. 

 

Fazit der Woche: stets dem Wasser zuhören 

 

17.-24.02.2020 Wasser im Überfluss

Im feuchten und nassen Wald gedeihen Eierschwämmli en Masse. Sie werden an der Hauptstrasse in grossen Mengen angeboten.

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Wir kaufen ca. 2 kg für Fr. 1.80 und essen Pfifferlinge 3 mal hintereinander verschieden zubereitet.

Der Kaombe Fluss stürzt in einer idyllischen Lichtung 65 Meter über die Felskante und bildet ein Welt Naturdenkmal nämlich die Kundalila Fälle. 

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Richtung Norden fahrend gönnen wir uns einen Tag im Kasanka Nationalpark. Der Park geniesst eine Sonderstellung. Durch Wilderei werden viele Tiere ausgerottet.

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Unter privatem Management verhindern heute über 100 Wildhüter die Jagd, Scoutcamps sind eingerichtet um die Tiere und Wälder zu schützen. Jährlich suchen im November/Dezember Millionen von Palmenflughunden Futter im Park, dann ist Besucherhochzeit.

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Während einem 2 stündigen Marsch durch das Sumpfgebiet sehen wir wenig Tiere. Es matscht und pflatscht und die Farbe unserer blauen Gummistiefel und Hosenbeine verfärbt sich in einheitliches braun. Wir sind schon zufrieden beim Anblick von ganz frischem, noch dampfenden Elefantenkot. Landschaftlich gefällt uns der Park sehr gut und unzählige Tier- und Gewittergeräusche begleiten uns in den Schlaf.

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Die nächsten 300 km nach Samfya führen durch die Ausläufer der Bangweulu Sümpfe. Bangweulu heisst übersetzt: „Wo das Wasser den Himmel trifft.“

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Die 40 km lange Damm-Strasse und die 3 km lange Luapula Brücke sind eine echte Meisterleistung durch das Feuchtgebiet. Bis 1983 gibt es keinerlei Strasse durch dieses Labyrinth aus Wasser.

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Jeglicher Verkehr nach Norden muss im Transit durch den Kongo was immer wieder zu Problemen führt. Sambia bittet mehrere Staaten um Unterstützung einer Direktverbindung.

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Europa und Amerika halten das Projekt als undurchführbar, China realisiert den sambischen Traum von Damm und Brücke.

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Wir passieren Palmeninseln, Schilfgras, Papyrus, Seerosen und unzählige Termitenbauten.

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Eine Fahrt der Superlative!

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Der flache Bangweulusee weist riesige jahreszeitliche Schwankungen auf. Die Ufer sind sandig, sumpfig und flach und laden zum Baden.

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Wir richten unsere Route stark nach Petrus und verhandeln täglich mit ihm, was für uns fahrbar ist. Dabei wollen wir nicht ganz auf Erdstrassen verzichten aber auch nicht zu viel Matsch-Risiko eingehen. Es ist Haupt-Regenzeit in Sambia und wir erleben Wasser im Überfluss.

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Mansa ist die Hauptstadt der Provinz Luapula. Sie liegt rund 1150 Meter über dem Meeresspiegel und hat ca. 130’000 Einwohner. Es gibt keinen Campingplatz in Mansa und die wenigen Hotels sind sehr bescheiden. So suchen wir das Hotel WeTuna Garden auf das eine schöne Lage an einem Fischteich hat.

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Wir verhandeln mit der Managerin und dürfen im Garten des Hotels parken und im ReMo übernachten. Natürlich gibt es Führungen durch unser Heim. Das heisst im Klartext: X-mal das gleiche erzählen, schmutzige Schuhe dulden, verschiedene Düfte in Kauf nehmen, Zeit investieren – doch der Aufwand lohnt sich immer. Wir brechen das Eis, es kommt uns immer Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft entgegen und wir kommen in engen Kontakt mit den Menschen.

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Als wir eine 2 Nacht in WeTuna bleiben wird uns das schönste Cottage offeriert mit der Order des Managers, uns alle Wünsche zu erfüllen. Welch grandiose Gastfreundschaft!

1F350D8E-B15A-4F95-B5E8-DC038C7C3A66Blick von unserem Cottage. 

Wir kommen zum ersten Mal in Kontakt mit der Shoprite Group. Sie ist eine südafrikanische Holding und Afrikas grösster Lebensmitteleinzelhändler. Die Gruppe betreibt 2‘700 Filialen, Franchises und Supermärkte in 15 Ländern in Afrika unter verschiedenen Marken. Hauptsitz ist Kapstadt.

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2015 belegte das Unternehmen Platz 107 in der Liste der größten Einzelhändler der Welt und Platz 1 innerhalb von Afrika und dem mittleren Osten. 2018 lag der Umsatz bei ca. 11 Milliarden US-Dollar und die Anzahl der Beschäftigten bei 147’478.

 

Fazit der Woche: Wasser hat eine starke Anziehung für uns.

10.-17.2.2020 Sambia zum Ersten

Es schwingt immer etwas Nervosität mit beim Grenzübertritt in ein neues Land. Was in Sambia als erstes auffällt?

Es wird wieder gebettelt, die Menschen sind dünkler mit runden schönen Köpfen in bunten Kleidern, spontan und sehr freundlich, Frauen zeigen manchmal Dekolleté, die Nord/Südstrasse hat sehr viele Schlaglöcher, die ersten 200 km sind landschaftlich langweilig, es gibt wenig Verkehrsregeln.

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Heute genau vor 1 Jahr starten wir zusammen mit Sibylle und Niggi das Abenteuer Ostafrikaroute. Unsere Wege trennen sich leider in Sudan aus gesundheitlichen Gründen. Zum Glück sind sie auch wieder „on the road“ und vielleicht treffen wir uns irgendwo wieder.

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8 afrikanischen Länder und 26‘000 km sind gefahren, einige Sporen abverdient, sehr viel Schönes erlebt und gesehen, oft mit schmunzeln reingefallen und kein bisschen müde.

Klar ist die Anfangseuphorie weniger, Bilder wiederholen sich und der Alltag findet auch im ReMo statt. Afrika, seine Landschaft, Menschen und Tierwelt zu entdecken sind Erlebnisse der besonderen  Art und so freuen wir uns auf das was noch kommen mag.

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Wir sind ein gutes Reiseteam, die Enge im ReMo gefällt uns, wir können uns aufeinander verlassen, die Aufgaben sind gut verteilt – und – wir sind immer noch ein Paar😃.

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Mitten im Nichts besuchen wir ein britisches Herrenhaus. Der eigenwillige Steward Gore-Browne baut 1920 mit über 1000 Arbeitern mitten im Busch dieses Anwesen. 

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Wir bekommen eine Führung durch das Schloss und Familiengeschichte wird uns erzählt. Browne versucht sein Glück mit der Herstellung von ätherischen Ölen doch ein Virus tötet alle Pflanzen.

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Er steigt um auf Rinderzucht, engagiert sich politisch, wird führender Sprecher der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung und stirbt 1967 in Sambia.

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Heute lebt die 3. Generation im Herrenhaus. Mit 200 Angestellten und mitunter Geldern aus dem Tourismus versuchen sie den Verfall des Schlosses aufzuhalten.

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Die sympathischen Besitzer leben den Adel immer noch vor und wir lassen uns von der Schwingung der englischen Grafschaft verzaubern.

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Die Erdstrasse führt 20 km weiter durch das Estate zu den 37 Grad heissen Kapishya Quellen. Dort führt der Bruder des Schlossbesitzers ein Hotel und Camping.

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Was für ein verzauberter Platz! Wir geniessen die mitten im Wald liegende Quelle für uns alleine. Mark Harvey (seine Mutter war eine Browne) führt mit Herzblut die Selbstversorgungslodge.

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Ein riesiges Estate mit wilden Tieren, Pferden, Rindern, Land- und Waldwirtschaft, Schloss und Nebengebäuden und einem See sind das schwere Erbe der Familie Harvey.

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Es scheint als ob die Natur die Nebengebäude zurückerobern will.

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Das Mutinondo Wilderness ist ein 10‘000 ha grosses privates Schutzgebiet inmitten einer grandiosen Bergszenerie.

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Diese idyllische Abgeschiedenheit ist genau nach unserem Geschmack und wir erwandern den höchsten Mayense Gipfel. Wir bestaunen die Weiten des Luangwatals und geniessen das freie Wandern durch die Miombo Bergurwälder.

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Aloen, Misteln, Pilze, Tausendfüssler, Diademmeerkatzen und vieles mehr sehen wir auf unseren Streifzügen durch das Dickicht.

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Wieder ein Platz den wir nicht gerne verlassen.

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Fazit der Woche: Sambia überzeugt! 

 

3.2.-10.2.2020 Kehrseite der Münze

Max Lohner schreibt den schönen Blog Kommentar: „Danke für die interessanten Infos und die schönen Zebras, die sich vermutlich hinter den Giraffen verstecken!“ 😃

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Genau so ist es lieber Max! Danke Karin Spichtig für das tolle Bild. Wir lachten für Minuten, das ist Humor!

Wir stehen bei Josef Gwerder, einem Muotathaler, der seit 18 Jahren in Mikumi lebt und wirkt.

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Sein Restaurant ziert diese schöne Malerei, er kocht eine himmlische Röschti und das Passwort für das WiFi ist „muotathal“. Doch ein wenig Heimweh Josef?

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Tansanias Präsident John Magufuli ist vor fünf Jahren mit einem beeindruckenden Anti-Korruptions- und Sparprogramm angetreten. Er entlässt reihenweise faule Spitzenbeamte die ihr Amt missbrauchen, er halbiert sein Kabinett und reduziert die Gehälter im Staatswesen. Kosten ohne direkten Nutzen sind dem 61-Jährigen ein Graus.

Seine Kehrseite: Er verfolgt nicht nur korrupte Staatsdiener und Steuersünder aufs Härteste sondern auch Kritiker und Opposition. Er führt restriktive Medien-Gesetze ein und lässt vorübergehend  Zeitungen verbieten. 

Seinen Kritikern ist klar, dass sich mit Magufuli ein neuer afrikanischer Diktator in Stellung bringt und verpassen ihm den  Spitznamen: „tingatinga“, übersetzt „Bulldozer.“

Magufuli verbietet schwangeren Schülerinnen, nach der Geburt an die Schule zurück zu kehren, Homosexuelle landen im Gefängnis und er ist gegen Empfängnisverhütung.

Tansania zählt zu Afrikas Top-Fünf-Empfängern von Entwicklungshilfe und Geldern. Doch durch die Missachtung der Menschenrechte stoppt die Weltbank und weitere Länder Beiträge in Millionenhöhe. 

Derart unter Druck stehend, findet Magufuli neue Verbündete. „Die Chinesen sind wahre Freunde“, sagte er an der Eröffnung einer von Peking gestifteten neuen Bibliothek an der Universität Daressalaam. „Sie bieten Hilfe an, ohne Bedingungen zu stellen.“ (Wie lange wohl?)

Samuel, unser Fahrer im Mikumi Park, hat eine andere Sicht betreffend Magufuli.  Er ist glücklich über die Entwicklung im Land. Der Präsident führt Steuern für alle ein, ist gerecht und waltet mit harter Hand. Das sei notwendig in Tansania da sonst neue Schlupflöcher für Korruption und Steuerhinterziehung gefunden werden. Den Schulverweis von Müttern findet er korrekt. Das sei Abschreckung für alle anderen Schülerinnen und Schüler da sie sonst noch früher Sex hätten und schwanger würden.

 

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Heute feiert mein Dädy seinen 95. Geburtstag. Das sind Momente wo ich Heimweh bekomme. Die Kehrseite der sonst so schönen Reisemünze. Herzliche Glückwünsche lieber Dädy und ich habe dich lieb.

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Vogelbeobachtung im Udzungwa Nationalpark. Hier zeigt sich eine sehr beeindruckende, vielfältige und oft in Nebel verhangene Urwaldvegetation. Viele bis zu 30 Meter hohe Baumarten sind endemisch.

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Den Park kann die Besucherin zu Fuss erkunden, natürlich nur mit Führer.

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In 5-stündiger Wanderung lernen wir viel über die Bäume und Pflanzen und deren Einsätze in der Medizin.

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Die Sanje Wasserfälle sind die schönsten im Park und da es neblig und nass ist sind wir fast alleine unterwegs.

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Wir wandern bis zur obersten Kaskade und bewundern den Regenwald und seine Schönheiten.

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Mit Hilfe des World Wildlife Fund wird der Park 1992 vom Holländer und damaligen Präsidenten des WWF, Prinz Bernhard, eröffnet.

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