7.-14.1.2024 Wellen, Wasser, Wurst, Wein

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Zwischen São Paulo und Paraty soll einer der schönsten Küstenabschnitte Brasiliens sein.

Immer wieder gibt es tolle Ausblicke auf das Meer, Inseln und – Massen von Menschen. Wir sind für einmal zur falschen Zeit am falschen Ort.

Stau, überfüllte Parkplätze, Weihnachtsurlauber wohin das Auge reicht, volle Strände und laute Musik – nicht wirklich das was wir uns wünschen. Schön ist, das die Brasilianer ihre Strände lieben. Sonnenschirm an Sonnenschirm geniessen sie Sand, Sonne, Wellen und den Trubel.

Beeindruckend ist der Regenwald. Dichtes Grün auf verschiedenen Höhen, Lianen, Moos, Dickicht wuchert über Bergketten bis ans Meer. Brasilien ist gesegnet mit riesigen Flächen Wald und das nicht nur in Amazonien.

Wir verziehen uns ins Landesinnere und finden auf einer Farm einen ruhigen Platz samt Bachbecken. Ein Schattenplatz, ein netter Besitzer, Gänse und eine Waschmaschine machen den Aufenthalt perfekt.

Es wird geschätzt, dass über 1 Million Kilo Gold auf dem Goldpfad von Minas Gerais nach Paraty zur Weiterverschiffung nach Rio und Portugal befördert werden. Nach der Eröffnung eines direkten Weges nach Rio gerät Paraty schnell in Vergessenheit.

Vielleicht ein Glück für das 40‘000 Seelen Städtchen? Es kann sich eine grosse Bausubstanz an kolonialer Pracht erhalten.

Der atlantische Regenwald reicht bis Paraty, das Meer leuchtet in Türkis, Boote bieten Touren um die 40 Inseln an,  schöne Geschäfte verlocken zum Kauf und gepflegte Restaurants zum Essen.

Im ausgiebigen Fussmarsch entdecken wir viele schöne Bauten und Gassen. Es ist eine wahre Kunst, den Fuss nicht zu verstauchen beim Gang über die grob und unregelmässig gepflasterten Strassen mit kantigen Steinen. Das Städtchen Paraty ist echt chic!

Endlich wieder mal „Lädälä“. Schöne Farben, tolle Schnitte, Leinen – wer will da nicht ein neues Hemd?

Panierte Schnitzel gibt es übrigens in ganz Südamerika. Meist heisst das Gericht „à la Milanese.“

Die letzten 75 km dem Meer entlang sind eine Augenweide.

Kaum 15 km vom Meer entfernt finden wir ruhige, lauschige Plätze ……..

…..samt baden im Bach.

Das letzte Städtchen, bevor wir abdrehen, ist Angra dos Reis. Wir fahren um die Halbinsel, Yacht reiht sich an Yacht. Die Strände, Inseln und Farben sind echt schön. Hier können wir auch unsere Gasflaschen füllen.

Was für ein Aufwachen im Camperleben. Die Schiebetüre geht ca. um 5 Uhr morgens auf, dann zwitschern die Vögel, die Hähne krähen, oft plätschert ein Bach oder rauscht das Meer, meist mitten im Grünen und das Allerbeste – Madame bekommt einen Kaffee serviert sobald sie die Augen aufschlägt.

Wir haben unsere Bucket Liste für Brasilien geleert, einzig Bonito mit dem Südpantanal fehlen noch bevor es nach Bolivien geht. Bis Bonito sind es ca. 1700 Kilometer.

Eine echt schöne, fast 400 km Etappe über Berge und Täler Richtung São Paulo folgt. Es ist nicht die schnellste Route aber landschaftlich so grün, bergig und ohne Verkehr.

Unser Ziel Jundiai erreichen wir am Freitag. Jundiai ist eine Grossstadt wie soviele in Brasilien. Das gute an der Stadt? Unsere Handbremse wird neu eingestellt bei Mercedes und hier leben Lieda und Mauro. Sie wohnen in einem Chalet und wir dürfen im einstigen Kinderzimmer übernachten. Lieda bekocht uns, tischt eine Köstlichkeit nach der anderen auf und wir plaudern angeregt wie damals in Olinda wo wir sie kennen gelernt haben.

Das Traubenfest findet jährlich in Jundiaí statt zu Ehren der italienischen Einwanderer vor dem zweiten Weltkrieg. Sie bringen nicht nur Pizza mit nach Brasilien sondern auch diverse Traubensorten.

Der ganze Erntedank ist schön präsentiert. Es gibt 3 Bühnen mit toller Live-Musik, Weindegustationen, Essen, Früchte, Gemüse und Handarbeit zu kaufen.

Heute Sonntag ziehen wir weiter. Danke Lieda und Mauro für die schöne Zeit in eurem friedvollen Chalet, das leckere Essen und all die Hilfeleistung. Wir sehen uns in der Schweiz wieder.

 


Fazit der Woche: Gastfreundschaft macht die Woche zum speziellen Erlebnis. 

 

 

Wochenfilm

Musik: Caetano Veloso & Gilberto Gil, Coração Vagabundo

2 Kommentare zu „7.-14.1.2024 Wellen, Wasser, Wurst, Wein

  1. Como sempre, ótimas descrições, e fotos. Paraty realmente é muito linda.
    Adoramos sua estadia em nossa casa, final de semana inesquecível, encontro de almas!

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