12.-19.5.2024 Inka- und Öl-Spuren

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Cusco: Über GuruWalk buchen wir eine Gratis Tour durch die Stadt. Das gibt einen ersten Überblick und Orientierung über Kirchen, Museen, Restaurants und Stätten.

Frank bringt uns einige Quechua Wörter bei die wir auch sofort wieder vergessen. Er führt uns in enge, gepflasterte und malerische Gassen, zeigt uns den berühmte Zwölf-Winkel-Stein in seiner perfekten Verarbeitung, Inka Mauern ohne Mörtel in Vollendung. Betrachtet man diese Mauer gibt es keinen Zweifel: Die Inkas sind zu ihrer Zeit wahre Experten in der Steinmetzarbeit!

Auf dem Plaza de Armas, dem Herzen von Cusco, trifft heute Tradition auf Moderne. Eine Militärmusik spielt zum Muttertag, es wird fröhlich getanzt. Touristen posieren für Fotos, einheimische beobachten das wilde Selfie-Treiben, Tauben gurren, es ist ganz schön was los auf dem Hauptplatz. Eine kriegerische Indianerstatue stellt den Inka-König Pachacútec dar. Er ist verantwortlich für die Erweiterung des Inka-Reiches weit über das heilige Tal und Cusco hinaus.

Viele Restaurants säumen den Platz, alles steht auf dem Speiseplan, von Meerschweinchen, Filets, Burger bis hin zur modernen Küche. Die Tour endet bei einem Aussichtspunkt. Wie ein brauner Teppich breitet sich Cusco vor uns aus.

Bevor wir die Stadt auf eigene Faust entdecken wollen, bringen wir unser Auto in die Garage. Diesmal keine offizielle Mercedes Garage, mal einer Empfehlung die Chance geben.

Und so bekommen wir in 3 Tagen und 2 Nächten Einblick in das Leben von Jamie, seinen 2 Gehilfen, seiner Frau mit Tochter und seinem Werken.

Er ist jung, baut sich in der hintersten, rechten Ecke einer grossen Halle eine Existenz auf, wohnt mit seiner Familie oben wo die Wäsche hängt, gilt als Sprinter Spezialist und arbeitet ruhig und ausgeglichen mindestens 10 Stunden pro Tag, manchmal auch in der Nacht.

Bänzli wird überprüft, zerlegt, viele Teile ausgewechselt, gehegt und gepflegt. Wir schlafen und wohnen in der Halle.

Auf Entdeckungstouren finde ich zwei neue Baumwollblusen, ein tolles Kaffee, eine leckere Bäckerei, einen ATM der auf 1 mal viel Geld ausspuckt und koche aufwändig – ich habe ja Zeit. Es gibt Fleischvögel mit Kartoffelstock.

Bei der Testfahrt stellt sich heraus, dass die Handbremse nicht mehr hält. Kein aufatmen – es wird nächste Woche weitere anstrengende Garagen-Tage geben. Dabei muss einfach auch erwähnt sein, dass wir unserem Auto schon viel zumuten mit all den unbefestigten, teils steinigen, staubigen, löchrigen Pisten die uns immer wieder zu einmaligen Aussichtspunkten und Szenerien führen.

Neue Teile, alte Teile.

Die Cusco Entdeckungstour geht weiter, unzählige Reisende aus aller Welt haben genau das gleiche vor wie wir. Das “Boleto Turistico del Cusco” erlaubt Zugang zu 16 verschiedenen Attraktionen in und um Cusco samt Valle Sagrado, gültig 10 Tage für ca. 35 CHF.

16 Kirchen stehen in Cusco. Jesuiten, Benediktiner, Evangelisten und weitere Glaubensrichtungen bauen mindestens 1 Kirche für ihre Schäfchen.

Vom Plaza de Armas sichtbar stehen zwei eindrucksvolle Kirchengebäude. Die mächtige Iglesia la Compania de Jesus mit ihrem sakralen Prunk und grössten Altar in Peru mit vergoldete Kanzeln, Gemälden und Statuen – ist fast beschämend. Fotografieren ist in der Kirche verboten.

Ich will euch nicht langweilen mit Kirchen aber die Kathedrale von Cusco möchte ich noch erwähnen. Sie ist von 1560 bis 1654 von den Spaniern auf den Grundmauern des Inka Palastes Kiswarkancha erbaut. Viele Steine stammen aus der Inka-Ruine Sacsayhuaman. Chorstühle aus Zederholz, 14 Seitenkapellen – schon beeindruckend.

Die Tempel Ruinenstätte Sacsayhuamán ist aus 3 übereinander liegenden Zickzack Mauern aufgebaut die ursprünglich mindestens doppelt so hoch sind wie heute. Da sich die Touristen den Namen Sacsayhuamán nicht merken, geschweige den aussprechen können, wird der Ort auch „Sexywomen“ genannt.

Diese unterschiedlichen Ebenen bedeuten 3 Seinsebenen.

Hanan Pacha, die Welt der Götter, die obere Welt.
Kay Pacha, die Welt der Menschen und der Lebenden.
Ukhu Pacha, die Unterwelt, die Hölle, Hades.

Über 10’000 Indianer bringen die Steine, wie auch immer, hoch zu diesem heiligen Platz. Hier findet man einige der grössten bearbeiteten Steine aller Inka-Ausgrabungsstätten (einige bis zu 9 Meter hoch und bis zu 200 Tonnen schwer.) Diese sind kunstvoll in Millimeter-Arbeit zu Mauern eingepasst.

Sehr lohnend morgens um 7 h hier zu sein, so umgeht man den grossen Touristen Strom.

Korikancha – möglicherweise das heiligste und bedeutendste Gebäude im Inka-Reich ist der Tempel der Sonne. Als die spanischen Konquistadoren in Cusco 1532 ankommen werden die Tempel eingerissen und wertvolle Gegenstände geplündert. Auch hier nehmen wir uns einen Führer um die Kultur der Inkas besser zu verstehen.

Ein Erdbeben im Jahr 1950 zerstört einen Grossteil der Anlage – sie wird wieder aufgebaut.

Auch diese Führung ist beeindruckend. Jetzt haben wir genug alte Steine und Geschichte gesehen und gehört.

Auf geht es zum Museo de Arte Precolombino. Das Museum ist anspruchsvoll und wunderschön gestaltet.

Der Bau selbst ist reich an Geschichte. Erst ein Inka-Zeremonienhof, dann das Kloster Santa Clara ist es päter ein Herrenhaus. 450 Ausstellungsobjekte zeigen peruanische Kulturen wie die der Inka, Moche, Paracas, Chimú und Chancay. Die Stücke stammen von 1250 vor bis 1532 nach Christus.

Dieser Herr stammt aus dem 20. Jahrhundert!

Das Aquädukt finden wir zufällig auf unseren Streifzügen.

Im Markt San Pedro, eine riesige überdeckte Halle, findet man viele frische Frucht- und Gemüsesäfte, zu Haufen von Souvenirs, Näher, Metzger, Heilmittel und weiss der Kuckuck noch was alles.

Verrückt, wer das wohl alles kauft?

Wir lieben diese lokalen Märkte mit seinen Düften, Farben, Lautstärken und Gedränge. Nächste Woche geht es mit Inka und Öl weiter.

 

Fazit der Woche: Cusco hat sich was spirituelles erhalten. 

 

 

Wochenfilm:

Musik: Las Guitarras de Oro del Perú, Nube Gris

11 Kommentare zu „12.-19.5.2024 Inka- und Öl-Spuren

  1. Vielen Dank für den tollen Bericht. Euer Spanisch Level muss ja inzwischen hoch sein da ihr so aufmerksam den Führungen zuhört. Es scheint ihr versteht alles, felicitaciones, bien hecho.
    Lieber Gruss

    Xaver

  2. Liebe Heidi und Werni, ich kann mir vorstellen, dass die Sprache eine Herausforderung ist. Vor ca. 35 Jahren war ich 14 Monate in ganz Südamerika unterwegs, vor allem im Bus, Zug oder zu Fuss. Damals konnten die Einheimischen kaum englisch, so mussten wir spanisch sprechen. Die Leute waren extrem „gwunderig“ über unser Dasein und fragten, erzählten, sie waren hungrig nach unseren Informationen und umgekehrt. Damit hatte ich auch auf spanisch zu träumen begonnen… Ich wünsche euch weiterhin interessante Begegnungen und Erfahrungen. Vielen Dank für die spannenden Beschreibungen eurer Reise. Gruäss Walti Bucher, Buochs

  3. Wow, was für Eindrücke und wieviel Geheimnisse wohl in all den Steinen stecken. Die Kultur der Inkas fühlt Bücher und hinterlässt sicher einige Erinnerungen bei euch. Eurem Bänzli gehts hoffentlich wieder gut, viel ersetzt, geschraubt und so einiges mehr. Alles liebe euch beiden und seids gedrückt.

  4. Looks to me you found a good workshop for your van. Your post brought back memories and also showed me places we have missed. Thanks. Have fun!

  5. Danke für diesen wiederum wunderbar beschriebenen, inspirierenden und informativen Ausflug nach Cusco! Absolut genial was die Inkas ohne so mega Geräte wie Bagger etc. geschafft haben.

    Und zum Foto von euch Beiden… ihr seht so beneidenswert gut aus!!!

    An Jamie könnte sich so mancher jammernder Deutsche was abgucken. Respekt vor diesem jungen Mann und seiner Energie.

    Umarmung und Grüßle
    Christine und Paul

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