Lima wir sind da! Das ist ja ganz speziell – im Club Suizo dürfen nur Reisende mit CH Pass stehen – im Deutschen Club nur Reisende mit D Pass. Von wegen „wir sind alles Erdenbürger😀“

Deutsch wird im Club Suizo nicht mehr gesprochen, dafür stehen Fondue, Hackdätschli, Spätzli usw. auf dem Menü Plan. Ca. 700 Kinder gehen auf dem riesigen Gelände in die Pestalozzi Schule, der oberste Chef ist unser Aussenminister Cassis. Die Schulkinder tragen alle weisse Shirts mit Pestalozzi Aufschrift samt CH Kreuz.

Wir treffen uns mit dem einstigen Lehrer Fredy Villiger zum Mittagessen. Er lebt seit über 40 Jahren in Lima, hat an der Pestalozzi Schule Geografie gelehrt, hat von 5 Frauen 10 Kinder (das jüngste 3 Jahre alt) und ist mit seinen 85 Jahren ein lebhafter und aktiver Schweizer Schürzenjäger, Kunst- und Musikkenner. Nebst seinen Erzählungen erscheinen unsere Leben recht banal und konservativ 😀.
Unsere Aufgaben Liste wird abgearbeitet. Bänzli steht beim Spengler, Haut- und Augenarzt Kontrollen sind abgeschlossen, SIM Karte ist per DHL nach Lima unterwegs – das neue Handy ist gekauft – wir sind auf gutem Weg.
Lima steckt in den Wintermonaten unter einer dicken Nebelglocke. Die Stadt erscheint uns sehr trist. Ganz selten erhellen wenige Sonnenstrahlen die Düsterheit.

Wir finden trotzdem ein paar schöne Ecken. Zum Beispiel grosszügig angelegte Plätze im historischen Zentrum, Kolonialbauten mit den dazugehörigen kunstvoll gearbeiteten maurischen Holzbalkonen und barocke Kirchen.

Gegen den Nebelblues hilft das Nationalgetränk Pisco Sour.
Das Lima Verkehrs Chaos ist unüberschaubar, laut, vordrängend und ohne Regeln. Da wird gehupt ohne Ende, geschimpft und gedrängt.

Uff – sind wir froh wenn wir da bald und heil raus kommen.

Über GetYourGide buchen wir eine Altstadt Führung. Zu sechst (4 Schweizer, 2 Kanadier) lassen wir uns die älteren Gebäude zeigen und erklären. Das Bolivar Grand Hotel bietet seinen Gästen schöne Zimmer, eine grosse Lobby, Ballsäle, private Festräume, alles altbacken aber ehrwürdig.

Hochzeits- und Geburtstagsfeiern werden gerne gebucht.

Wir schlendern durch die Stadt, finden vorwiegend Spuren der Spanier. Am 28. Juli feiert Peru die Loslösung von der spanischen Vorherrschaft vor 200 Jahren. Der Plaza Major wird geputzt und teils restauriert für die grossen Festaktivitäten.

Verschiedene Kirchen, von Barock…

…. über Modernismus…

…werden uns gezeigt samt Katakomben mit unzähligen Oberschenkel Knochen und Schädeln – fotografieren verboten.

Die Stadt würde bei Sonnenschein sicher freundlicher erscheinen.
Marlis und Kurt sind da. Sie müssen Peru baldmöglichst verlassen. Ihr Visa ist abgelaufen, die temporäre Importbewilligung für das Auto auch und es ist ihnen nicht gelungen beides zu verlängern trotz Armbruch, Operation, Arztzeugnis usw. Wo bleibt das vernünftige und logische Denken in Peru? Im Gegenteil, sie werden bestraft mit Busen und Androhungen. Peru scheint nicht das Land von uns vieren zu sein.

Wernis iPhone hat noch nicht alle Daten von der iCloud drauf. Was gäben wir dafür wenn unser AMSTROM Martin hier wäre.

Werni braucht mehrere Stunden bis sein Smartphone wieder so gefüttert ist wie das Alte.

Auch in Lima hat George Clooney einen Job als Kaffee Verkäufer. Hier gibt es wohl die teuersten Nespresso Kapseln der Welt, wir bezahlen CHF 1.16 pro Kapsel.
Noch nie in meinem Leben habe ich ein solches Shopping Center gesehen wie das Jockey Plaza. Mehrere Center stehen, wie ein Wohnviertel, nebeneinander und Wegtafeln führen dich.

In der Glitzer- und Scheinwelt von Lima ist alles erhältlich und wir gnadenlos überfordert ob der Grösse, Scheinlicht, Geräuschpegel und Angebot.

Eine Leinenbluse hätte ich gerne gekauft. Natürliche Materialien scheinen hier nicht erwünscht und so wühle ich mich 30 Minuten durch die Welt der Synthetik ohne Erfolg. Hätte ich doch zu Dior gehen sollen? Die schwarzen Handschuhe könnte ich bei Wanderungen sicher gut gebrauchen. 😀😀.
Unser Bus ist abholbereit, wir sind zufrieden mit der Arbeit. Es klingt für euch sicher komisch aber ohne Bänzli sind wir heimlos und irgendwie verloren.
Seht ihr auch doppelt?

Das sind die zwei netten Damen am Empfang von Club Suizo. Und im schönen Restaurant vom Club tafeln wir zum Abschied mit Häusermann/Bucher. Auf Wiedersehen ihr zwei, wir vermissen euch jetzt schon.

Fazit der Woche: Gut, grau, genüsslich
Wochenfilm
Musik: Las Guitarras de Oro del Perú, Regres
Good to hear the new iphone up and running like before, it’s difficult to travel without a phone. Lima is indeed a little chaotic to my liking and quite polluted too. Nevertheless I hope you two had a good break at this modern city.
Thank you Reuben. Yes we are glad we have solved all the problems in Lima. We are glad we can move on today. How are you? Hug Heidi