14.-31.7.2024 ….Panama Hut ….

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Natürlich gucken wir die Fussballspiele des Europa- und Amerika-Cups. Beide Endspiele sind am Sonntag, ungläubig schauen wir dem lustlosen Spiel Kolumbien/Argentinien zu.

Mal hören wir von ihnen, wir lesen ihre Beiträge auf FindPenguins, (América del Sur) mal sehen wir nur ihr Auto – in Cuenca lernen wir Anni und Steve endlich persönlich kennen was uns sehr freut.

Cajas NP ist ein Seen- und Wanderparadies das wir nicht auslassen möchten. Bei der Lagune Zorrocucho sehen wir die Melchsee Frutt,

…bei der Wanderung am folgenden Tag die fünf Seenwanderung am Pizol und der Hochstollen schleicht sich auch noch in meine Fantasien.

Die Fauna und Flora sieht der Schweizerischen ähnlich. Da blühen inmitten saftiger Wiesen Margeriten, Fuchsien, eine Art Distel, die schwarzäugige Susanne, Brennnessel, Sauerampfer und Löwenzahn.

Dem Löwenzahn zum Ruhme,
gibt es die Pusteblume.
Die Pusteblume ist sein Kind,
wenn ihr nicht pustet kommt der Wind,
und pustet ihre Sterne,
sie fliegen in die Ferne,
und wo sie landen, seht’s euch an,
da wächst ein neuer Löwenzahn.
Heinz Kahlau (1931-2012)

Wir klopfen die Fussball-Sitzstunden aus unseren Oberschenkeln, saugen die Bergluft ein – blühen auf in der Bewegung, Gesprächen, Natur. Einmal mehr heisst es Abschied nehmen von Marlis und Kurt, sie fliegen nach Galapagos – wir fahren zurück nach Cuenca.

Tatiana führt uns durch die historische Altstadt. Sie erzählt uns viel Interessantes über Gebäude, Baujahre, politische Situation, Drogenexport usw.

Was uns aber prägend bleibt sind die wuchtigen Bilder des Plaza Calderón, der Kathedrale (La Catedral Vieja) mit der ältesten Orgel Ecuadors, die 1885 begonnene, aber wegen diverser Erdbeben nicht endgültig fertiggestellte neue Kathedrale (La Nueva Catedral), schöne Innenhöfe und mehr.

In der grossen Markthalle wagen wir uns an diverse Spezialitäten des Landes. Da liegt allerlei unbekanntes zum Verzehr parat. Unser „Schweinchen“ schmeckt besser als es aussieht und wird nach einigen würzigen Darmwinden gut verdaut.

Seit 1999 ist die Altstadt Cuencas auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO, sie gilt als das „Athen Ecuadors“.

Im kleinen Hut-Museum schauen wir bei der Herstellung der berühmten Panama Hüte zu. Der Panama-Hut (Jipijapa) ist handgeflochten dessen Fertigung im 17. Jahrhundert in Ecuador beginnt. Er wird aus dem feinen, sogenannten „Toquillastroh“ des Scheibenblumengewächses hergestellt. Im Jahre 2012 würdigt die UNESCO die Webkunst des Hutflechtens als immaterielles Kulturerbe.

Die falsche Herkunftsbezeichnung des „Panama-Hutes“ hat mehrere Gründe. Die erste Verwechslung findet im Jahr 1855 statt, als der für Napoleon gedachte sombrero de paja toquilla in Panama eingeschifft wird. Für die Franzosen ist somit klar, der Hut kommt aus Panama.

Im 19. Jahrhundert dürfen Güter aus Südamerika nicht direkt aus den Ursprungsländern in die USA eingeführt werden. Die zentrale Sammel- und Zollstelle für deren USA-Import ist allein Panama. Somit tragen alle Hüte aus Südamerika den Zollstempel aus Panama. Man nennt sie daher in den USA kurzerhand „panama hat“. Dieser Begriff hat sich dann in mehreren Sprachen durchgesetzt.

Als US-Präsident Roosevelt bei einer Besichtigung des Panamakanals im Jahr 1906 einen ecuadorianischen Toquilla-Strohhut trägt, gehen die Fotoaufnahmen um die Welt und setzten endgültig den heutigen Namen „Panama-Hut“ fest.

Immer noch entstehen ein Grossteil der Hüte in Heimarbeit von unabhängigen Hutwebern. Oft kultivieren diese sogar die Pflanzen selbst, um deren Blätter zu verwenden. Die Strünke werden kurz in Wasser abgekocht und dann im Schatten aufgehängt. Danach werden die Blätter von Hand, mit den Fingernägeln oder mit einem spitzen Metallkamm aufgefächert, die dünnen Fasern herausgezogen. Je dünner die Fasern, desto höher die Qualität.

Werni lässt sich all unsere Hüte in Form bringen und flicken, Anni und ich kommen in Shopping- Laune und mit einigen Taschen a la „Pretty Women“ machen wir uns auf den Heimweg. Stefan verbringt den Tag in der Garage. Wer kann besser wissen als wir wie anstrengend solche Tage sind! Also Prost Steve – du hast dir den Saft verdient.

Am Samstag ist die Weiterfahrt geplant und wie so oft kommt es anders. Wir besuchen das Kulturmuseum Pumapungo. Von der Ausstellung samt Architektur des Komplexes sind wir wenig begeistert, vom Archäologiepark und botanischen Garten schon eher.

 

Fazit der Woche: Schön und locker 

 

 

Wochenfilm

 

Musik: LOS INCATEÑOS, Vientos de Nazca

2 Kommentare zu „14.-31.7.2024 ….Panama Hut ….

  1. Ihr Lieben, ein wunderschöner Film und kann man das Geschäft ohne einen Hut verlassen? Was euren Gaumen betrifft staune ich immer wieder für euren Mut, probieren und abwarten. Danke für den super Blog und ich schick euch einen herzlichenSommergruss vom Sonnenberg.

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