Die Inselchen, 365 an der Anzahl, (Isletas de Granada) reihen sich romantisch aneinander im Nicaraguasee. Sie entstehen als der Vulkan Mombacho vor Tausenden von Jahren einen Grossteil seines Kegels in den See sprengt und so den Archipel schafft. Viele Eilande sind bewohnt, mit Vegetation bedeckt und Heimat vieler Vögel.

An Wochenenden besuchen viele Lokale die Inselwelt, schwimmen im See, essen in Inselrestaurants zu lauter Musik – die Post geht ab.

Wir wählen die leise Variante, Rolando schippert mit uns behutsam durch das Archipel. Malediven Gefühl kommt auf.

Was für eine wunderschöne Welt. Beim Besuch des Vulkans Mombacho haben wir kein Glück, wir dürfen mit unserem Auto nicht hochfahren. Nur mit 4×4 wird argumentiert. Wir werden unser Glück in ein paar Tagen nochmals versuchen.

Am Fähreschalter erfahren wir, dass wir erst in zwei Tagen einen Platz für die Insel Ometepe bekommen. Weiter nicht schlimm, wir haben Zeit und es gibt immer was zu flicken und putzen am Auto.

Ometepe besteht aus zwei Vulkanen, (Conceptión und Maderas, Feuer und Wasser) mitten im grössten See Zentralamerikas. So stelle ich mir Lummerland vor, die fiktive Insel in der Geschichte von “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer” von Michael Ende. Kindheitserinnerungen, Augsburger Puppenkiste – wo träumt es sich leichter als auf einer Insel?

Der Traum platzt fast, genau unser Fahrzeug wird auf Gasflaschen überprüft welche auf der Fähre nicht erlaubt sind. Hektik kommt auf, der eifrige Beamte verweigert uns die Auffahrt. Wir fragen, ob wir die Gasflasche beim Kontrollposten deponieren können? Ja, und schwups sind wir auf der Fähre. Das wir noch zwei weitere Gasflaschen im Heck haben sagen wir natürlich nicht.

Lummerland wir kommen!

Trotz recht vielen Tramper Touristen, die fast alle mit gemieteten Motorrädern unterwegs sind, erscheint die Insel noch recht ursprünglich.

Afrika Gefühl kommt auf, man ist mehrheitlich mit Siesta, schaukeln in der Hängematte, träumen und Smartphone beschäftigt……

……Hektik ist ein Fremdwort, Müll ignoriert man erfolgreich, Arbeit oft auch.

Das Ojo de Agua wird uns wärmstens empfohlen. Es ist tagsüber ein Touri-Hotspot der bei uns wenig Begeisterung auslöst. Doch ab 17 h und morgens um 7 Uhr baden wir alleine im sauberen Wasser, Vögel zwitschern, die Mücken lieben uns, die Nacht ist ruhig und angenehm kühl. So schlecht ist der Platz nicht.

Bei der Südinsel Rundfahrt bekommen wir Einblick in das einfache Dorfleben.

Biotoilette!

Immer wieder schöner Blick auf den Vulkan Conceptión und traumhafte Sonnenuntergänge.

Fernando zeigt uns sein Zuhause. Er lebt sehr bescheiden…

… für uns chaotisch…..das Häuschen ist wohl nur Schlafstelle – das Leben findet eh im Freien statt.

Für uns der absolute Inselhöhepunkt ist der Paddel Ausflug morgens um 6 Uhr zum Fluss Istián.

Was für eine intakte Welt aus Wasser, Sumpf, Pflanzen, Bäumen und Tieren.

Ehrfürchtig gleiten wir durch das Wirrwarr an Kanälen, lauschen, riechen, geniessen.

Geschafft…..

… das Frühstück mit köstlichem Sauerteigbrot ist verdient. Auf der Fahrt zum Hafen lässt sich Bänzli schlecht beschleunigen.

… und so landen wir am Freitag Abend erneut in einer Garage in Granada.

Die Bilder von wiederholenden Sonnenuntergängen sind mir wesentlich lieber als von wiederholenden Garagenaufenthalten 😟.
Wir nisten uns in einem nahen kleinen Hotel ein und hören seit langem wieder einmal Kirchenglocken läuten.

Am Samstag können wir Bänzli und saubere Wäsche abholen. Schmutz in den Leitungen und elektronischen Sensoren vom Turboladesystem sind behoben, Bänzli beschleunigt wieder, alle drei wollen wir weiter Richtung Norden!
Fazit der Woche: Alle sollten sich ein bisschen Kind bewahren.
Wochenfilm:
Musik: Andreas Gabalier, eine Insel mit zwei Bergen
Liebe Heidi, lieber Werni
Heidi, du verstehst es immer wieder, euren Wochenrückblick spannend, interessant und mit etwas Schalk zu verfassen, 👏👏👏! An die Augsburger Puppenkiste erinnere ich mich sehr gut – speziell an den einten Befehl: „Blechbüchsenarmee roll roll!“
Das Abendstimmungsfoto am See ist der Hammer! Weiterhin eine tolle Reise wünsche ich euch😘
Hallo Andy, danke für die schönen Worte, ja gerade in der heutigen Zeit braucht es Humor und etwas Flucht in die Kindheit. Herzlich liebe Grüsse Heidi und Werni
Hallo ihr Lieben, vielleicht ist es ja Madeleine die schreibt? Liebe Grüsse einfach an euch Beide
ja das war ich die geschrieben hat – Andy hat die Ausburger Puppenkiste nicht so rege verfolgt wie ich😏