6.-13.4.2025, wo spielt der Blues?

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Heute wollen wir dem „Blues“ etwas entgegen setzen und uns einfach nur Gutes tun. Zuerst wandern wir durch den herrlichen Bambus-Wald vom Parque Bicentenario. Dieser relativ junge Park entlang des Río Mapocho bietet ausgedehnte Rasenflächen, vielfältige Spielplätze, Rad- und Wanderwege fast mitten in der Stadt.

Wir tanken Energie. Christoph Roshardt ruft uns an, er hat 3 Cousins in San Salvador, alle sprechen noch Schweizer-Deutsch. Erics Bruder ist der Besitzer von Super Repuestos (Ersatzteilen). Gut zu wissen!

Die Werkstatt und Ausstellung „El Arbol de Dios“ zeigt das grosse Schaffen des salvadorianischen Künstlers Fernando Llort. (7. April 1949 – 10. August 2018). Fernando Llort ist der verstorbene Onkel von Eric.

Fernando Llort studiert Kunst in Frankreich, Theologie in Belgien und wieder Kunst in der USA.

Bei seiner Rückkehr nach San Salvador wird er mit dem Bürgerkrieg konfrontiert. Er zieht in das Bergdorf La Palma, er inspiriert dort lokale Künstler, unterrichtet an Schulen und entwickelt seine Arbeiten weiter. Zurück in der Hauptstadt gründet er die Galerie El Árbol de Dios (Gottes Baum), in der seine Kunst ausgestellt und verkauft wird sowie Workshops stattfinden.

Seine Arbeiten sind einst beim Eingang der Metropolitan Kirche im historischen Zentrum zu sehen.

Der damalige Erzbischof zerstört 2700 Kacheln des Wandgemäldes ohne die Regierung oder den Künstler zu informieren. Ihm war die Kunst von Fernando wohl ein Dorn im Auge. 

Wir besuchen die Werkstatt und kaufen 3 Kacheln, die werden eines Tages unsere Wohnung schmücken.

Nach 13‘000 Schritten erreichen wir das Teatro Presidente und sehen uns als Einstimmung auf Ostern die Pasión de Cristo an.

Schön wieder mal in einem Theater zu sitzen und zu geniessen.

Am Morgen erwache ich mit einem Riesen-Blues. Seit morgens um 03.00 ist in meinem Kopf viel los. Die Gedanken laufen einen Marathon um meine Gehirnwindungen und lassen mich nicht zur Ruhe kommen. 100 Fragen, 100 Ängste, 100 Lösungen, 100 Antworten, 100 wenn und abers.

Der Besuch bei Mercedes bringt Klarheit, Bänzli ist repariert und alle Fehler sind annulliert. Es wird leichter in der Magengegend.

Das ist Eric Roshardt. Er ist so unglaublich hilfsbereit und nett, mit ihm über die politische Situation El Salvadors und Bitcoins zu diskutieren ist bereichernd. Er ist in El Salvador geboren, hat einen roten Pass und damals die Rekrutenschule in der Schweiz absolviert.

Die Ruta de las Flores hat weniger mit Blumen als mit schönen Dörfern zu tun die ihre eigenen Geschichten erzählen. Wir sind im Kaffeegebiet und wie alle Lateinamerikanischen Länder beansprucht auch El Salvador den Titel des „Besten Kaffees“ für sich. Bei einer Kaffee Farm übernachten wir im Dorf Juayúa, ruhig, schön und sauber.

Eine Vulkankette mit vielen Wasserfällen lädt zum wandern ein, Kunsthandwerk wird feilgeboten und Thermen bieten wohliges Warmwasser. Wir besuchen 3 Dörfer….

…. alle drei hübsch.

Der Abstecher zur Laguna Verde gibt uns Bewegung, viel schönes fürs Auge und vertreibt den Blues.

Bei der Therme Santa Theresa packen wir die Badehose aus, übernachten auf dem Gelände und schlafen hergöttlich.

Einen gemütlichen Schwatz mit Jasmin und Raffi aus Zürich am Strassenrand muss sein. Gute Weiterfahrt ihr zwei, wir sehen uns wieder in Sarnen oder Buochs.

Heute Morgen sind wir uns nicht einig wie die Reise weiter gehen soll; ich bin für den Grenzübertritt nach Guatemala, Werni möchte die Stadt Santa Ana besuchen.

Zu Ehren meines Muättis und meiner Schwester, beide mit Namen Anna, fahren wir zur Stadt die nach der Heiligen Anna benannt ist.

Als katholischer Bischofssitz der Diözese muss natürlich eine ordentliche Kathedrale stehen. Der Hauptplatz mit seinen Gebäuden ist echt schön.

Wir lernen Andrea und Mike kennen, auch sie sind Richtung Süden unterwegs. Es ist immer bereichernd sich mit erfahrenen Overlandern auszutauschen.

Hat man den Hauptplatz Liberdad mit seinen Gebäuden gesehen kann man getrost weiterfahren. Es herrscht zwar ein gemütliches Markttreiben – von Früchten über Allerlei – aber das ist’s!

Noch schnell hoch zum Cerro Verde und schnellstmöglich wieder runter, es hat so viele Tagestouristen und soooo viele Schulklassen.

Mehrmals fragen wir nach ob Auto Hotels in Lateinamerika Stundenhotels seien? Immer bekommen wir die Antwort nein. In Ahuachapàn finden wir keinen Stellplatz aber ein Autohotel, es ist gut bewertet. Bei der Einfahrt informiert man uns, dass das Zimmer von 20h – 08h bezugsbereit sei für USD 25.-. ????? Jede frühere Stunde USD 5.- extra???? Das Zimmer ist nur über die Garage zugänglich, bezahlt wird anonym über einen kleinen Wandschrank????? Das Zimmer ist super sauber, mit einem grossen Bett, Bad, Klimaanlage, Sofas, Pole Dance Stange, Deckenspiegel mit farbiger Beleuchtung – wir stellen uns dumm. Wir sind wohl das erste Gäste-Paar das seit 44 Jahren verheiratet ist, kocht, Camping Stühle und Tisch auspackt und in der Garage gemütlich isst. Das ist unsere letzte, spannende Nacht in El Salvador.

 


Fazit El Salvador:
Wunderschöne, abwechslungsreiche Landschaft, Vulkane, Kraterseen, schöne Dörfer, leckeren Pupusas (Nationalgericht), Surf-Stränden, netten Menschen, mit einem spannenden jungen Präsidenten mit Visionen samt diktatorischen Ansätzen. Leider ist auch El Salvador zugemüllt und alles funktioniert furchtbar langsam.

 

 

Wochenfilm:

Filmmusik: Orquesta San Vincente, Solo Una

 

7 Kommentare zu „6.-13.4.2025, wo spielt der Blues?

  1. Love the AutoHotel story and the Video, WOOHHHHOOOOOPP that is some pole dancing!!! Thank you so much for your energy in writing this amazing recap every week, we enjoy it so much!! Love and Peace Mo&Chrigel

  2. 😂🤣😂 Besonderen Dank für die Horizonterweiterung bezüglich Auto-Hotel! Hat gerade besonders gut getan. Ich wünsche euch weiterhin alles Gute!

  3. Glad to read that Banzil is up and running again. It’s like a pet dog once in a while it refuses to walk. Hope all is well.
    Reuben Singapore

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