Mit meinem Schatz schlendere ich durch Antigua. Wir geniessen die frohe Osterstimmung.

Wie einsam wären wir Menschen doch ohne Freunde. In der Schweiz bedeutet “Freunde” sich jahrelang kennen, mögen und vertrauen, das Gefühl von Geborgenheit, wenn man sich hört und sieht, das Wissen, dass sie da sind in Not.
Auf Reisen bekommt das Wort Freunde eine weitere Bedeutung. Zum Vornherein weiss man, dass der Begegnung nur kurze Zeit bleibt. Das gemeinsame Thema Reisen verbindet unglaublich schnell sowie die erlebten Geschichten – vielleicht mischt sich etwas Einsamkeit dazu. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist nach kurzer Zeit intensiv und man lässt sich auf Menschen ein die im Alltag Schweiz unbeachtet blieben.
Eine dritte Art von Freunden sind jene, mit denen man in E-Mail oder WhatsApp Kontakt ist, die man nicht persönlich kennt aber durch die Korrespondenz so nahe steht, dass man sie Freunde nennt.
So darf ich in einer so netten und interessanten Reisegruppe meinen Geburtstag beim Inder feiern. Alles Menschen die mich begeistern und bereichern.

Danke ihr Lieben dass ihr uns begleitet habt. Danke Chris für die schönen Gespräche, was für eine wertvolle Begegnung.

Birgit und Gert haben wir in Montevideo im September 22 kennen gelernt. In Antigua treffen wir sie zum zweiten Mal an Gerts Geburtstag. Mit ihnen verbinden uns interessante Gespräche, Pannen, Mitfiebern, Tipps, Zukunftsvisionen und Alltagserlebnisse. Wir hoffen ihr holt uns wieder ein.
Dann heisst es Abschied nehmen, loslassen und bei gar vielen Trennungen schleicht sich ein Trännchen in die Augenwinkel.

Antigua wir kommen wieder, warten wir doch schon seit längerem auf zwei Pakete aus Deutschland.

Normale Post existiert in Guatemala nicht. Es werden nur Express Dienste DHL und Cargo Express angeliefert. Express heisst: Mindestens 5 Wochen von Deutschland nach Antigua und so bekommt das Wort Express eine neue Bedeutung für uns 🤣. In Schneckentempo brauchen die Pakete 1 Woche vom Flughafen Guatemala in die Haupt-Stadt (6 Kilometer), eine Weitere von Guatemala City nach Antigua (45 Kilometer). Da fällt unsere antrainierte Gelassenheit voll in die Hose 🤨.

Wir werden geweckt von herzerwärmendem Vogelgezwitscher, einer schrillt wie ein Telefon. Wir stehen an der Lagune Atitlán, einem Kratersee von einer Länge über 18 Kilometern, umgeben von drei Vulkanen Tolimán, Atitlán und San Pedro.

Die Anwohner des Sees sind mehrheitlich Indigene (Maya) aber auch Aussteiger, Hippies, Retreat-Begeisterte und Yoga-Praktizierende mischen sich unter die Einheimischen.

Am 25. April ist das Fest des Evangelisten Markus. Er wird auch im 2500 Seelen-Dorf San Marcos La Laguna mit Prozessionen, Gebeten, Schleckereien, Alkohol und sehr lauter Musik gefeiert. Der Bass-Beat geht direkt in den Magen und Herzmuskel – bum – bum – bum – schmerzhaft …..

….. eine Mischung aus Mayakultur, Christentum und Jahrmarkt.

Das Fest gefällt uns richtig gut und kommt sehr authentisch rüber. Was für eine Farbenpracht!

Die indigenen sind so sympathische kleine Menschen, ich schätze mal mit einer Durchschnittsgrösse von 1.45 Meter, wir kommen uns wie Riesen vor.

Eben noch Spititualität – jetzt Jahrmarkt.

Schiessen ob mit Pfeil oder Ball, Leckereien aller Art….

…. Kleider, Küchenutensilien und lokale Spezialitäten locken die Besucher an, es ist ein buntes Treiben. Überflutet und zugedröhnt ziehen wir uns nach 2 h beobachten in unser ruhiges Camp zurück.

In 3 Stunden wandern wir der Küste entlang hoch und runter über mehrheitlich Treppen nach Santa Cruz. Immer wieder gibt es tolle Blicke auf den See. Das Dörfchen Jaibalito ist nur zu Fuss oder per Boot erreichbar.

So wandern wir auf alten Pfaden, die schon seit Jahrhunderten von den Kachekel-Maya benutzt werden. Wir begegnen Indigenen die Holz nach Hause schleppen….

…..16 kg trägt dieser Junge über mehrere Kilometer. Wir erleben Dorfbewohner bei ihrer täglichen Arbeit, spielende und lachende Kinder.

Bei Hans, einem Deutschen Restaurant Besitzer, essen wir Gulasch mit Spätzle. Hans ist ein ruhiger Erdenbürger, er brummt ein paar Worte in seinen ZZ-Top Bart, hin und wieder huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Er bietet mit seiner Kneipe und Liebenswürdigkeit eine Art Heimat für Auswanderer. An den Tischen wird Deutsch oder Englisch gesprochen.

Die Muskeln spüren wir schon vom vielen Treppensteigen. Das Sammelboot bringt uns zurück zum Camp.
Fazit der Woche: Mit Freunden ist man immer verbunden, auch wenn man sie nicht sieht.
Wochenfilm:
Musik: FIdel Funes y Su Marimba Orquesta, San Francisco de Asís
Sehr schöne Worte für „Freunde“ geschrieben. Ein herzlicher Frühlingsgruss aus der Heimat
Danke Maria, vermisse euch, Umarmung
Liebe Heidi, lieber Werni
seit vielen Jahren seid ihr nun unterwegs, und ich möchte euch nochmals schreiben, wie beeindruckend ich euren Weg finde. Obwohl ich nicht jede Woche dazu komme, eure Kapitel zu lesen, habe ich mir heute Vormittag die Zeit genommen, in eure Texte einzutauchen – und es hat sich absolut gelohnt!
Liebe Heidi, ich möchte dir ausserdem nachträglich ganz herzlich zu deinem Geburtstag gratulieren.
Eure grossartigen Texte, die eindrucksvollen Bilder verdienen meinen besonderen Dank – ein GROSSER DANK an euch! Die Videos, abgerundet mit beeindruckender Musik am Ende, sind immer wieder ein Highlight. Es ist bewundernswert, auf diese Weise an eurer Reise teilhaben zu dürfen.
Ich wünsche euch weiterhin eine schöne und ereignisreiche Fahrt.
Liebe Grüsse aus Obwalden Juan
Was für schöne Worte Juan, wir haben uns sehr darüber gefreut. Dich als so treuen Leser zu haben ehrt uns sehr. Herzlich liebe Grüsse Heidi und Werni
Danke Juan, schön geschrieben