11.-18.5.2025 …. wer trotzdem lacht ….

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Eine unendliche Bänzli Geschichte beginnt mit der Kalenderwoche 20. Ein weiterer Tag wird am Auto geschraubt, Vacuum Pumpe getauscht, (ist ja eine neue drin) usw. mit dem Resultat: Bremse geht nicht! Nach 6 Nächten in Morales bestellen wir den Abschleppdienst der uns nach Guatemala City zurückbringen soll.

Die Toyota Garage tut uns leid, sie sind alle betroffen dass sie uns nicht helfen können und verrechnen fast nichts – nur nach Intervention bezahlen wir CHF 100 für den ganzen Aufwand.

Wir sind parat, Emerson ist ein guter Fahrer, ein netter Mensch und ein stolzer Grossvater.

Bevor die Fahrt los geht wird uns klein Edwin per Videoanruf vorgestellt.

250 Kilometer, Anstieg von 70 auf 1500 Höhenmeter und 5 Stunden sind die Eckdaten unserer Fahrt. Schon nach wenigen Kilometern schaue ich Werni an und spotte: „Glaubst du dieser Abschleppwagen schafft es bis zur Hauptstadt?“ Die Gangschaltung funktioniert nur mit Gewaltanwendung, die Kupplung schreit nach Austausch, das Fenster lässt sich nicht öffnen….

…und so tropfen wir vor uns her, (ca. 37 Grad im Auto) leiden mit Emerson wenn er wieder versucht den ersten Gang einzulegen und akzeptieren, dass wir bei der kleinsten Steigung mit 10 km/h von den schwersten und längsten Camions überholt werden. Nach 2 h frage ich den verkrampften Emerson wie es wohl weiter gehe mit unserer Fahrt?

Kurze Zeit später will der Nissan Abschlepper nicht mehr weiter. Bänzli hat jetzt einen Verbündeten, sie bocken beide. Zwei Abschlepper werden bestellt, einer für den Abschlepper, einer für uns. Ein sichtlich erleichterter Emerson fährt jetzt mit einem Automaten mit offenen Fenstern mit uns Richtung Hauptstadt.

Es ist immer noch kein Luxusfahrzeug, Emerson spricht jetzt aber mit uns, fährt vorsichtig und rücksichtsvoll und so lehnen wir uns zurück, Werni auf seinem steinharten Sitz und ich auf meinem Klappstuhl Notsitz. Ein Feuerlöscher versperrt die Fussfreiheit, es ist immer noch heiss – was soll’s, wir fahren.

Es folgt Stau auf Stau, ein schwerer Unfall mit langer Sperrung, einem immer griesgrämiger werdenden Emerson samt Werni. So hocke ich zwischen den zwei stummen Männern die höchstens mal ein gehässiges Zischen von sich geben, mein Kleid klebt am Kunstleder, Schweissperlen tropfen direkt in meine Unterwäsche, die Asphalt-Strasse ist teilweise so holprig dass ich den Büstenhalter äusserst schätze – und schon als ich die Hoffnung aufgeben will Guatemala City je zu erreichen fahren wir nach 8.5 h Fahrt ein ins Tor….

…. der grossen Hoffnung. Jürgen Vogel begrüsst uns sehr herzlich. Zusammen mit seinen Brüdern führen sie unter dem Namen Délica eine Metzgerei, Bäckerei und unter dem Namen SyncroFix eine Autowerkstatt. Wegen letzterer sind wir hier, haben sie doch einen äusserst guten Ruf bei den Overlandern. Das frische knusprige Brot zum Frühstück versüsst den Aufenthalt.

Wir beziehen die hauseigene Wohnung und treffen auf die Urne von Elvira Vogel, die Mutter der Brüder und da wir für die nächsten Tage zusammen wohnen, kaufe ich Blumen für sie.

Es folgt das erste Analysengespräch mit Johann, dem Werkstattchef – in deutscher Sprache. Die zweite Generation Auswanderer spricht noch ein sehr gutes Deutsch, die Dritte befindet sich wieder in Deutschland oder in der Schweiz, sei es für die Ausbildung oder um fest dort zu leben. Der Bremskraftverstärker A9064310027 ist der Übeltäter und wen wundert’s, das Teil ist nicht zu finden in Guatemala.

Wieder beginnt die Suchaktion, wieder werden alle Möglichkeiten überprüft, wieder starten wir Aufrufe auf Social Media. Wir bekommen viel Zuspruch, Aufmunterung und Trost von Familie und Freunden.

Wir finden das Ersatzteil in Mexiko, bei Mercedes. Sie sind äusserst hilfsbereit, der Booster ist jetzt per FedEx Express an uns unterwegs. Eventuelle Anlieferung: 22.5, drückt uns bitte die Daumen.

Die zwei Garagenkatzen werden langsam zutraulich…….

…. riesige Shopping Malls wollen durchsucht werden (schön zu shoppen wenn man nichts braucht) …. und wir gehen mit dem Werkstattchef Johann und seiner charmanten Frau Evelyne fein essen.

 

Fazit der Woche: Kommt es schlimmer – Lachen geht immer.

 

 

Wochenfilm:

Musik: El Son Folklore de Guatemala, Fldel Funes y Su Marimba, Sentimiento

 

 

2 Kommentare zu „11.-18.5.2025 …. wer trotzdem lacht ….

  1. Oh ihr armen, immer diese Pannen. Ihr müsst wohl bald eine Garagentherapie antreten oder ein Garagen debriefing. Wünsche euch mindestens einen vollen Monat ohne Garagenaufenthalt. Ist das zu viel gewünscht, hoffentlich nicht. Einen lieben Gruss Xaver & Bea

    1. Hallo Xaver
      Ja wir müssen echt das Vertrauen wieder aufbauen. Kommt schon wieder, jetzt rollen wir ja wieder und sind ganz glücklich darüber. Ich wohne halt am liebsten im Büsli, ist gemütlich, übersehbar, sammelt sich nichts an und ist schnell geputzt 🤭. Umarmung

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