18.-25.5.2025, netter geht nicht

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Was Guatemala City und viele andere Städte in Zentralamerika fertigbringen?

An Sonntagen wird mindestens 1 Hauptstrasse für den Verkehr gesperrt. Laufen, Radeln, Hunde ausführen, Joggen usw. macht der Bevölkerung sichtlich Spass. Das wären doch geniale Projekte für unsere grünen Parteien in Europa.
Wir sind mit Guillermo unterwegs. Er gibt uns eine grossartige Stadt-Übersicht, weiss extrem viel, kennt das ganze Land gut von eigenen Reisen und füttert uns mit vielen Tipps für unsere Weiterfahrt.

Wir starten in der Zona 2. Diese riesige 3-dimensionale Outdoor-Karte von Guatemala wird 1904 erbaut und bietet einen grossartigen Blick auf das Land von oben. „Mapa en Relieve“ umfasst alle Vulkane, Flüsse, Seen und Ortschaften im Massstab 1:10‘000.

Durch die Zonen 2, 1 und 4 laufend überraschen uns Sehenswürdigkeiten, interessante Orte, wir bekommen politische Zusammenhänge, Geschichte, soziale Ungerechtigkeiten und mehr erzählt.

Der Guatemaltekische Bürgerkrieg fordert viele Opfer, bis zu 250.000 Menschen verlieren ihr Leben.

vom Bankenviertel…..

..über Marktplätze…

… Yurrita-Kirche, erbaut zwischen 1927 und 1941

… Nacional Palace of Culture…bis hin zum Mahnmal der Waisen.

Im März 2017 sterben 41 Mädchen im Heim Virgen de la Asunción. Sie werden missbraucht, zusammengepfercht in einen kleinen Raum, Feuer bricht aus, die Tragödie nimmt seinen Lauf. Bis heute sind nicht alle Schuldigen verurteilt.

Wenn es die Smartphone nicht gäbe?

Über unsere Tage in Guatemala City wacht Johann, der Werkstattchef. Er chauffiert uns, beantwortet sämtliche Fragen geduldig, sucht Kaffee Kapseln, telefoniert endlos für Ersatzteile, überwacht die Lieferung, geht mit uns essen – kurz – netter geht nicht! Danke Johann für deine Liebenswürdigkeit und die zuverlässige Arbeit.

Mittwoch, unser Ersatzteil schafft den Weg von Mexiko City über Miami über Panamá nach Guatemala City. Freude herrscht.

Vorab kontrolliert Ruedi Stossdämpfer, diverse Kabel, Bremsen usw. Bänzli sei in einem guten Zustand. Hoffnung keimt auf.

Immer wieder aufbauende Gespräche mit Johann.
Inzwischen erkunden wir die Stadt, lassen unsere Füsse verwöhnen…

…. kaufen Nespresso kompatible Kapseln ein…

…… Eile mit Weile darf auch nicht fehlen…

….lesen, schauen Filme….und machen einfach für uns das Beste aus der Wartezeit.

Donnerstag ist Probefahrt. Ein Sensor muss danach noch ausgewechselt werden – aber dann geht unsere Fahrt nach 15 Tagen stehen weiter.

Sind solche Zwangspausen Ferientage? Ja und Nein. Wir sind irgendwie blockiert, nicht im Fluss, abwechslungsweise fallen wir in eine Art Lethargie. Es ist beängstigend wie sehr wir mit Bänzli verbunden sind, unserem Zuhause, unserem Baby und fährt er nicht, geht es uns auch nicht wirklich gut. Es ist uns bewusst, dass unsere Mechanik Probleme kleine sind im Vergleich zu all den Menschen die täglich mit Krankheit, Verlust, Sorgen, Ängsten und mehr kämpfen.

Wieder im Freien stehen, mitten im Grünen….

…. Badehosen auspacken….

… macht uns schon sehr glücklich, wir rollen wieder. Am nächsten Morgen….

…heisst es Rad wechseln…. und weiterfahren zur Fledermaushöhle in Lancay. Millionen der kleinsten Gattung der Thomas-Sackflügelfledermaus bieten jeden Abend ein einzigartiges Spektakel, wenn sie die riesige Höhle durch den kleinen Ausgang verlassen – genau um 18.30 Uhr.

Wir stehen direkt am Ausgang, leise fliegen die gerade mal 3-4 Gramm schweren Tiere in 100’000enden über uns ins Freie zur Nahrungssuche.

Was für GPS Künstler sie doch sind. Morgens fliegen sie zum Schlaf zurück ins Dunkle.

Wir haben eine ruhige Nacht auf dem Parkplatz und natürlich darf das Abend- und Morgenbad im kalten klaren Bach nicht fehlen.

Dürfte ich mir eine Wohnung an einem Gewässer wünschen würde meine Wahl definitiv auf einen Bach fallen.

Der Naturschutzpark Semuc Champey bietet eine Traum-Kulisse aus türkis Pools in einem tropischen Tal. Trotz der abgelegenen Lage lieben die Einheimischen diese Märchenwelt und besuchen sie hauptsächlich an Wochenenden.

Die natürlichen Wasserbecken laden zum Baden ein, es herrscht eine gemütliche Wochenendstimmung. Auf der Rundwanderung, die ganz schön in die Beine geht, sehen wir Brüllaffen, dieses süsse Baby,

.. und haben eine tolle Aussicht auf die Wasserbecken.

Was für ein schöner Ort.

5 h für 165 km erklären die anstrengende Fahrt Richtung Rio Dulce. Wernis Augen rufen nach Feierabend – wir stehen im wunderschönen Garten und Restaurant Candelaria und da das Thermometer immer noch auf 36 Grad steht nehmen wir ein klimatisiertes Zimmer zum Abschluss der Woche.

Fazit der Woche: Johann gibt uns das Vertrauen in Garagen zurück. 

 

 

Wochenfilm

Musik: Marimba Chuimekena, Nim Tat

6 Kommentare zu „18.-25.5.2025, netter geht nicht

  1. Yippie, das Bänzli läuft wieder!! Wir freuen uns mega mit euch. Waren schon gespannt wie und wann die Reise weitergeht.
    Liebe Grüße

  2. Herzliche Gratulation – wunderbar – Bänzli lebt wieder und ihr seid in meinem sehr netten Lieblingsland unterwegs! ❤️
    Ich bin gespannt ob ihr auf dem Wasserweg Livingston besucht.
    Viel Reiseglück weiterhin und liebe Grüsse nach Guatemala. Yvonne

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