31.8. – 7.9.2025 …Stimme rührt zu Tränen….

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Chavela Vargas ist in Mexiko was die Piaf in Frankreich, eine Grande Dame des Rancheras. Mit rauer tiefer Stimme singt sie das ganze Elend der Frauen in die Welt hinaus, es sind Seelen-Interpretationen die mich zu Tränen rühren und tief im Herzen treffen. Ihr Leben ist tragisch, traurig, grossartig – wie das der Piaf.

Der Schweizer Walter Saxer, Produzent der meisten Filme von Werner Herzog, ist seit früher Jugend ein grosser Verehrer von Vargas. Obwohl sie seit Jahren keine öffentlichen Auftritte mehr wahrnimmt und auch nicht mehr in Mexiko lebt schlägt er sie 1988 für die Besetzung als Indianerin im Film „Cerro Torre“ vor. Nach intensiver Suche findet er Chavela 1989 völlig mittellos und heruntergekommen in einer Art Gartenlaube in Costa Rica. Saxer überzeugte die damals 70-jährige Chavela, die Rolle der Indianerin für US$ 25’000 zu spielen.

Ihr Comeback ist grossartig. Auch Pedro Almodóvar liebt ihre Stimme, für den Film Frida singt sie die Klassiker Paloma Negra und La Llorona. 

Im Alter von 83 Jahren debütiert Chavela Vargas 2003 in der New Yorker Carnegie Hall. Bis zu ihrem Tod 2012 singt sie und hinterlässt ein grosses Erbe an Musik mit Ausdruck und Tiefgang. Für alle interessierten: Es gibt auf Netflix einen Film über ihr Leben mit dem Titel Chavela. 

Heisse Quellen in herrlicher Schluchtlandschaft, das sind die Grutas de Tolantongo (Pozos Termales). Als Geheimtipp einer jeden Mexikoreise empfohlen, mit Naturbecken, versprochenen Instagram Top-Feed Bildern und Einzigartigkeit sieht die Realität etwas anders aus. Von Menschenhand geschaffen und weitere im Bau sind die Becken zwar spektakulär in einen Hang gebaut – das Paradies ist aber längst von Besuchenden überflutet, selbst an Wochentagen.
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Das Thermalwasser und die Aussicht machen vieles wett.

Entlang des Flusses Ruta de la Gloria wird gezeltet, es gibt viel Platz und Badebecken für die Gäste. Normalerweise ist das Wasser klar – doch heute fliesst eine braune Suppe Richtung Tal – es hat die ganze Nacht geregnet.

Als ein tolles Erholungsgebiet mit Höhlen, Wasserfällen und Wanderwegen gefällt uns Tolantongo – aus unserer Sicht ist der Besuch aber kein Muss – sicher nicht an Wochenenden und das Wort Geheimtipp kann ersatzlos gestrichen werden.

Als magisches Städtchen erleben wir San Miguel de Allende mit seinen 80.000 Einwohner.

Wir stehen auf dem teuersten Campingplatz auf unserer Reise, mit dem unfreundlichsten Betreiber der uns so verärgert, dass wir nach nur 1 Nacht wieder zusammenpacken. Schade, denn neben uns steht das nette holländische Paar Carola und Martin mit denen wir anregende Gespräche führen.

Nachts tropft es wieder auf den Kopf, unser kleines Schlafzimmer-Fenster ist immer noch undicht. Wir finden Samuel und Amelia von der Firma Glaass San Miguel Pilkington, die unsere Fenster neu kitten. In ihrem Areal dürfen wir auch übernachten. Die Arbeit ist ok, das Fenster dicht, die beiden so freundliche Menschen.

Sie fahren mit uns durch die Stadt, zeigen uns Sehenswürdigkeiten und beschenken uns mit einem Schal und Spiegel.

Viele Amerikaner treiben die Immobilien-Preise in die Höhe. Sie verbringen ihren Ruhestand in San Miguel. Tiefe Lebenshaltungskosten, niedrige Kriminalitätsrate, angenehmes Klima und UNESCO-Flair machen die Stadt attraktiv nicht nur für sie.

Schöne Architektur, enge Gassen, weitläufige Parks, schöne Innenhöfe, geniale Einkaufsmöglichkeiten und internationale Restaurants gefallen auch uns.

Das haben wir noch nie gesehen, uns bleiben die Worte weg! Verwöhnt von Schweizer Lebensmittel Standard und Präsentation fällt uns die Kinnlade runter beim Anblick des City Centers La Comer. Die Früchte erscheinen extra polliert, die Bäckerei lässt keinen Wunsch offen, die Kühllager gliedern sich wie eine Allee mit Beleuchtung über Distanzen…

…Metzgerei, Fischabteilung, Putz- und Kosmetik, Milch, Käse, Elektronik und Weiteres – alles schönstens gestapelt, angepriesen in einer Überreinlichkeit die fast schon an Sterilität erinnert. Das Beste an Weinen und Spirituosen…

Gourmet-Produkte durchklopfen das Herz und den Geldbeutel, wir kaufen Raclette, Appenzeller, Emmentaler und Buffalo Mozzarella für ein Vermögen – aber so was von fein.

Zum ersten Mal stehen wir neben den ganz grossen.

An den Anblick müssen wir uns wohl gewöhnen. Ich freue mich auf die erste Diskussion mit einem Wohnmobil XXL Besitzer was denn die Beweggründe sind, ein solcher Geschöpf zu kaufen?

Auf einer Hochebene fahren wir durch Felder von Zwiebeln, Mais, Kohl, Reben, Kartoffeln und Salaten. Es ist eine schöne Fahrt nach Zacatecas. Wir sind immer noch auf 2200 Höhenmeter.

 


Fazit der Woche: Wir sind wieder
dicht! 

 

 

Wochenfilm

Musik: Chavela Vargas, No Soy de Aquí

 

4 Kommentare zu „31.8. – 7.9.2025 …Stimme rührt zu Tränen….

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