9.-16.11.2025 …. Zick Zack Kurs …

Anzeigeprobleme? Dann klicke unsere Webseitedirekt an: http://wenn-nicht-jetzt.com

 

Wie sich die Zeiten ändern, sind früher Samstag und Sonntag unsere Lieblingstage sagen wir heute: „Was, schon wieder Wochenende?“ Dann geniessen die Einheimischen Nationalparks, Campingplätze, Städte usw. – es ist viel los in der Natur und auf Wanderwegen. Jetzt sowieso, das Wetter ist fantastisch, der Herbst milde, die NP wegen dem Shutdown kostenlos, es müssen keine Zeitfenster gebucht werden – viele geniessen diese Ausnahmesituation – wir auch.

Im Arches NP fahren wir ganz zum Ende des Parks und wählen eine etwas anspruchsvollere Wanderung um der Masse zu entgehen und siehe da, unser Plan geht auf.

Entzückt rufen wir: „Schau mal diese Säulen, das sieht aus wie ein Kopf, hast du die 3 hl. Könige gesehen, die Burg, der Finger, die Gnomen usw. usw.

Ich hoffe ich langweile dich nicht mit den Sandstein Formationen. In Natura ist es ein unglaubliches Augen-Verwöhnprogramm das schwer zu übermitteln ist.

Im Arches NP gibt es die höchste Konzentration an natürlichen Sandsteinbögen weltweit, mehr als 2’000 sollen es sein.

Bei der Teufelswanderung macht ein Warnschild aufmerksam, dass einige kritische Stellen überwunden werden müssen. Gefährlich sind die Passagen nicht, schwindelfrei sollte man hingegen sein.

Cowboys auf der Suche nach Rindern entdecken 1920 das Goblin Tal oder Mushroom Valley („Pilztal“) so wird es auch genannt. Für mich ist es aber definitiv das Enten und Kobold Valley und sogar meinen Vater mit seiner weissen Mütze finde ich in einer Figur.

Erosion durch Wind und Wasser haben im Laufe von Millionen Jahren aus Sandstein Figuren geformt. Fast alle Kunstwerke stehen auf Sockeln.

Es sieht aus als ob Töpfer über Jahrzehnte am Werk gewesen wären.

Wir wandern ungläubig durch den Skulpturenpark, begeistert, ehrfürchtig, belustigt. So eine Landschaft haben wir noch nie gesehen. Amerika ist reich gesegnet mit einer grossartigen Landschafts- und Farbenvielfalt.

Hallo Entenhausen, der ganze Donald Duck Stammbaum ist in Sandstein gemeisselt. Der Fantasie freien Lauf lassen, träumen, erinnern – beide sind wir in unserer eigenen Disney- und Märchenwelt versunken.

Wer kennt sie nicht, diese Widder-Köpfe. Immer auf der Suche nach neuen Erfahrungen, immer mit neuen Ideen, immer das Gefühl man könnte etwas verpassen mit einem Hauch von Unruhe in sich tragend.

Und so kommt es, dass ich als gehörnter Widder im Dunkeln um die Goblins streiche auf der Pirsch nach einem guten Foto und Videosequenz. Dabei nehme ich eiskalte Hände gerne in Kauf.

12.2 km2 ist die Kobold Fläche – wir sehen nur einen Bruchteil davon – es brennen sich Bilder für die Ewigkeit in unsere Matrix ein.

Der Leprechaun Canyon wird uns als Geheimtipp empfohlen.

Es ist ein schmaler Slot Canyon (Schlitzschlucht) ohne Touristen. Wir wandern zum Eingang der Schlucht….

….. es wird immer enger…..

…. und enger…..

…. bis wir uns regelrecht durch die Spalten quetschen müssen – jetzt macht es keinen Spass mehr, wir drehen um.

Mo und Chrigi (von ihnen erzähle ich euch im Dezember) empfehlen uns wärmstens den Canyon de Chelly. Wir fahren eh schon Zick Zack im wilden Westen, warum nicht ein weiterer Zack Richtung Süden anhängen?

Im Einkaufszentrum von Chinle suchen wir nach Wein. Die nette Dame erklärt uns, dass innerhalb des Navajo Reservats Alkohol verboten ist.

Das Besucherzentrum ist geschlossen (Shutdown) wir informieren uns im Hotel neben dem Cottenwood Campground. Zu Fuss, auf dem Pferderücken oder im Gefährt auf 4 Rädern sind die Erkundungsoptionen. In den Canyon kommt man nur mit einem Navajo Führer. Das ist auch gut so, ist er für sie immer noch ein heiliger Ort.

Die Navajo Nation schaut auf eine bewegte, traurige Vergangenheit zurück. Vor rund 700 Jahren verlassen die meisten Ancestral Puebloans wegen Krankheiten und Konflikten untereinander den Canyon de Chelly. Um 1300 herum besiedeln zuerst die Hopi, dann die Navajo das Tal. Sie bringen Schafe und Ziegen mit, kultivieren den Boden – Maisfelder und Pfirsichbäume gedeihen prächtig.

In den späten 1700er Jahren endet die Ruhe und Abgeschiedenheit abrupt durch den Einmarsch der spanischen Kolonisten. Ein Teil der Navajo Indianer versteckt sich in den zerklüfteten Felsen, die Spanier, Mexikaner und US Kavallerie spüren sie auf. Der Canyon wird abgeriegelt, die Felder zerstört – Hungersnot ist die Folge.

Die Navajos werden verschleppt oder umgebracht. Ein düsteres Kapitel in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Glücklicherweise erlebt der Canyon heute friedlichere Tage, es ist ein Ort der Ruhe und Abgeschiedenheit.

In einem Pinzgauer startet unsere Tour. Führer Caroll hat ein grosses Wissen – nur – sein Englisch, in einem für mich unverständlichen Akzent sprechend – durch eine frontale Zahnlückenreihe – verstehe ich leider nicht. Hin und wieder schnappe ich ein paar Wörter auf – das ist alles.

Wir sind eine interessante Gruppe von 5 Personen, Ellie aus der USA war schon bei Dr. Thomas Rau in der Schweiz in Behandlung und sie schenkt mir ein Paar Ohrringe, die sie im Canyon kauft. Die gebuchte Tour ist trotz Nichtsverstehen interessant.

Noch schöner finde ich die Nachmittagsfahrt an der Kante des Canyons entlang (North und South Rim) die wir alleine und ohne Bewilligung machen dürfen.

Felsbehausungen

Die Navajo nennen sich selbst „Diné“, was „Menschenvolk“ bedeutet. Ihre Sprache, die im Reservat gesprochen wird (Diné bizaad), gilt als eine der schwierigsten Sprachen der Welt. Im zweiten Weltkrieg sind Navajo-Soldaten als Code Talkers eingesetzt, militärische Begriffe durch Tiernamen ersetzt, der Feind Japan erfolglos beim Abhören militärischer Funknachrichten im Pazifikkrieg. Erst im Jahr 2001 wird die Leistung der Code Talkers offiziell von der US-Regierung gewürdigt. 

Die Bisti Badlands, eine Schutzgebietslandschaft, bringt uns im Zick Zack zurück nach New Mexico. Jetzt kann unsere gähnende Leere an Wein aufgefüllt werden.

.
🎶 Giant steps are what you take,
Walking on the moon,
I hope my leg don′t break
Walking on the moon
We could walk forever
Walking on the moon
We could be together
Walking on, walking on the moon 🌙
Wie von Sting besungen – so kommen wir uns auf der frühen Morgenwanderung  vor – auf dem Mond wandernd.
.
.
Felsformationen und Hoodoos (hohe, turmartige Felsformationen) machen das Gebiet für Wanderer und Fotografen attraktiv. Farbige Hügel, versteinerte Baumstämme und andere grosse und kleine Wunder begegnen uns –

…. und ein paar frühe Wandervögel.
.
.
Wir stehen neben einer österreichischen Nomadin mit Hund die nach 3 Jahren Reisen durch die USA ihre Muttersprache vergessen hat und nur Englisch mit uns spricht. Ihr A/USA Freund ist Fotograf und tischt uns, kaum das Gespräch begonnen, endlos Fotos auf seinem Smartphone auf. Geschichten gibt’s!
.
Kochen mit dieser Aussicht macht schon Spass!
.
Fazit der Woche: Amerika ist landschaftlich reich gesegnet. 
.

Wochenfilm

Musik: Michelle Moonshine (aus Utah) Album „Sad Spaghetti Westerns“ Stück: Home don’t feel like home“

 

Unsere Zick Zack Route USA

 

 

7 Kommentare zu „9.-16.11.2025 …. Zick Zack Kurs …

  1. Hallo Heidi und Werni
    Herzlichen Dank für den neuen Bericht!
    Er ist sehr interessant!
    Grüsse aus dem immer kälteren Obwalden!, Max

  2. Hoi zäme – wie bei jedem eurer Berichte der letzten Wochen kommt bei mir fast etwas Heimweh auf, nach diesen wunderbaren Landschaften, dem einmalig schönen Licht, Sonne und Wärme. Geniesst es! Liebe Grüsse aus dem kalt-windig-feuchten Halifax.

  3. Heidi and Werni — just beautifully captured and written about. What a delight to see, and what a delight to meet you at Canyon de Chelly. We look forward to following you on your „if not now,“ travels. Ellie and Michael

Antworte auf den Kommentar von Regula BeetschenAntwort abbrechen