6.-13.9.2021 Berge und See

In 132 km umfahren wir das Kratermassiv Mulanje. 69 km davon ist unebene, schmale und teils steinige Piste die wir grösstenteils im ersten Gang fahren mit durchschnittlich 25 km/h.

Kleine Dörfer reihen sich wie Perlen einer Kette aneinander, unzählige Fahrräder holpern und spuren sich durch den Sand, es wird gezimmert, repariert, geschneidert, gekocht, gesungen und gelacht.
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Frauen verkaufen ihre 6 aufgetürmten Tomaten, tragen Lasten auf den Köpfen und Kinder spielen und vergnügen sich mit nichts.

Ein weiblicher Gospel Chor verkauft uns ihre neuste CD.
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Mit christlichem Sound hüpft und holpert unser Bänzli Kilometer für Kilometer vorwärts. Die Kraterspitzen als Begleiter auf der linken Seite – Mais, Sorghum und Teefelder auf der rechten Seite –
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erspüren wir das einfache Leben der hiesigen Bewohner. Immer wieder halten wir an und versuchen ein paar Worte zu kommunizieren – wenn das nicht geht verrenken wir unsere weissen Körper zum Rhythmus der Gospel-Musik bis alle schallend lachen. Wernis Hüftschwung wird immer besser – er entwickelt sich zum echten Tanzbären.

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Wir schlendern durch einen lokalen Markt. Ein buntes Baumwolltuch füllt neu meinen Schrank, ich probiere ein Mini-Schweinestück gegart in Fett am Strassenrand….
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…und Werni beschäftigt den Schneider mit Flickarbeiten. Wir sind wieder in unserem geliebten, tiefen Schwarzafrika angekommen.

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boNGO heisst ein im Jahr 2007 gegründetes Vorschulprojekt. Vier junge Idealisten (Schweiz, Tschechische Republik, USA und Malawi) träumen von Entwicklungszusammenarbeit und nicht von Entwicklungshilfe.
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Justin, einer der Gründer, erklärt uns das Projekt von A – Z. Vier Kindergarten sind initiiert (Umgebung Blantyre) – zwei davon dürfen wir besuchen. Da hocken die 3 bis 6 jährigen still auf dem Boden und lauschen aufmerksam der Stimme der Lehrperson (ebenfalls auf dem Boden hockend.)
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Die Vorschule ist gratis, die Mütter der Kinder helfen beim Reinigen der Schulzimmer, beim Kochen, Nähen, Reparieren und überall dort, wo Hilfe benötigt ist.

Mit grossen Augen werden wir gemustert, selten erreicht uns ein scheues Lächeln. Bis die Kinder in die staatliche Primarschule kommen, können sie lesen, ihren Namen schreiben und haben Vorkenntnisse in Zahlen.
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Es wird Wert auf Hygiene wie Zähne putzen gelegt und dass Abfall in den Eimer gehört.

Madlen aus Stansstad war zwei mal hier als Volontärin, durch sie werden wir auf das Projekt aufmerksam.
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Silvia und Marco, ein italienisches Paar, lebt seit 11 Jahren in Zomba und betreibt das B&B Casa Rossa. Italienisches Essen – nichts wie hin! Wir schlemmen hausgemachte Ravioli als Vorspeise, Pizza als Hauptspeise und selbst gemachtes Mocca Glace als Dessert. Grazie!
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Weitflächig wird auf dem Zomba Plateau Wald gerodet. Motorsägen brummen über Kilometer, das geplante Camp ist furchtbar, das Bergweltflair verdorben. Frauen tragen über viele Kilometer 50 kg schwere Holzbündel auf dem Kopf zur nächsten Verkaufsstelle.
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Der Liwonde NP ist laut „Hupe“ der Schönste in Malawi. Und Frau Hupe hat recht. Entlang dem Shire River entdecken wir sehr viele Tiere,
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der Fluss spendent Wasser für saftige Grasflächen und schöne Mischwälder bieten den Tieren Schutz.
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Das Beste kommt aber in der Nacht. Es knackt und rasselt um unser Auto. Eine 8 köpfige Mädelsherde (Elefanten) mit ihren Jungtieren scheinen den Baum auffressen zu wollen, unter dem wir stehen. Wir sind umkreist, sie stehen 2 Meter neben unserer weit geöffneten Schiebetüre. Leise atmend, jede Bewegung meidend, beobachten wir die Kolosse bis sie nach 1 h friedlich weiterziehen.
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Dieser Stein wurde der Legende nach 3 mal versetzt und 1 mal zertrümmert um die Strasse geradeaus bauen zu können. Am nächste Tag stand der Stein immer wieder am alten Standort. Die Strasse zeichnet jetzt eine Kurve.
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Umkreist man den Stein 3 mal, klopft auf ihn und pfeift dabei, soll künftig etwas aussergewöhnliches passieren. Da sind wir ja gespannt!
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Am Wasser ist es immer schön und gehört man von der ersten Minute an zur Familie wie bei Leonie und Taffy kann der Start mit dem Motto „Entang dem Malawi See“ gar nicht schöner sein. Taffy’s Geburtstagsparty wird heute gefeiert (69 Jahre) und wir sind adoptiert. Sundowner Bootstour,
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… Apero am Strand, Nachtessen am Freundestisch, Jägermeister als Schlusstrunk – wir fühlen uns so was von willkommen und integriert.

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3 km dem Strand entlang laufend, die Lokalen beobachtend beim Waschen, Baden und Geniessen, nehmen wir die Einladung von Gert an. Er hat einen Doppelpass, Südafrika/Deutschland, ein schönes Haus am See und spricht Deutsch. Wir bekommen viele wertvolle Tipps für die Weiterfahrt. Seine Hühner sind sein Stolz, alle tragen sie Namen der Königsfamilie aus UK. Diana, Andrew, Elisabeth usw. Es müssen ja nicht immer Elefanten sein😀.
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Fazit der Woche: Malawi erobert unsere Herzen 

 

Ein Kommentar zu „6.-13.9.2021 Berge und See

  1. super schöni Biträg, freue mich jedi Woche
    druf. Eu Zwei wieter vieli, spannendi, abentürlichi, und glücklichi Erlebnis, wir gnüssid do i de Schwiiz üserei Enkelkinder und begleited sie uf chlinere und grössere Bergtoure, hüt Pizol, Wildseelugge, Batöni und abi bis Weisstannen, und das mit Kind vo 5 und 7 Johr
    Liebi Grüessli us em Rheintal
    Giovanni und Margrith

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