29.11.-06.12.2021 .. die Geschichte Idube

Am 3. November 2019 bringen uns meine Nichte Gerda und ihr Mann Pascal Ersatzteile aus der Schweiz nach Südafrika. Wir sind zu diesem Zeitpunkt in Tansania.
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Der dringend benötigte Dachluckenfenstergriff, ein paar kleine Teile wie Gasherdnoppen, Muttern, Dampfkochtopfersatzteile und Omnia Plastik-Einlage deponieren sie bei der Idube Lodge in Sabi Sand, einem privaten Teil des Krüger Nationalparks. Dort wollen wir die Teile innert Monaten abholen.

Doch wir haben die Rechnung nicht mit Covid gemacht. Wir bleiben ein halbes Jahr in Tansania stecken, müssen unsere geplante Direktfahrt nach SA ändern wegen Grenzschliessungen. Alternativ fahren wir Tansania, Sambia, Namibia, Botswana, Zimbabwe, Malawi, Mozambique, Südafrika.

Charita, die äusserst freundliche Managerin der Idube veranlasst Anfang 2020, dass unser Paket mit Alistair Transport von Johannesburg nach Tansania gefahren wird.

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Glücklich können wir das Benötigte an der Hauptstrasse zur Kisolanza Farm in Tansania in Empfang nehmen. Ende gut, alles gut?

Leider nein, wir überweisen Charita die Transportkosten auf ihr Bankkonto. Kontonummer, Bankverbindung und Name stimmen, die Bank retourniert den Betrag auf unser Konto mit erheblichen Bearbeitungskosten mit dem Vermerk „Nicht zustellbar.“

Wir vereinbaren mit Charita, dass wir unsere Schulden direkt bei ihr begleichen werden wenn wir dann mal in SA ankommen. Während den ganzen 2 Jahren sind wir mit Idube in Kontakt, informieren sie, wo wir sind, was wir planen und wann wir ca. in Südafrika sein werden.

Und jetzt, eine so lange Zeit und viele Kilometer später sind wir 70 km von der Idube Lodge entfernt. Wir haben 3 Nächte vom 2.-5.12. in der Lodge gebucht und freuen uns sehr, Charita endlich persönlich kennen zu lernen.
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Die Panorama Route umfasst die westlichen Drakensberge, die steil über 1000 m – über eine Randstufe ins Lowveld abbrechen. Durch diese Randstufe haben sich Flüsse ihren Weg gebahnt, viele Schluchten, Wasserfälle und Wälder prägen das Landschaftsbild.

Auf unserer Rundtour besuchen wir Aussichtspunkte mit klingenden Namen wie Gottes Fenster, Bourke‘s Luck Pothholes (Herr Bourke fand hier Gold), Pinnacle usw. über die die Three Rondavels und weitere Bergspitzen wachen.
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Am Fusse des Mauchberges fand der „Schubkarren Alec“ Gold. Dieser Spitzname bekommt Alec Patterson verpasst, weil er sein ganzes Hab und Gut in einem Schubkarren transportiert. „Der Pilger hat seine Ruhe gefunden“ soll er beim Fund des Goldes ausgerufen haben und so entstand das Goldgräberdorf Pilgrim‘s Rest. Der Ort ist heute ein National Monument.
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Beim Spaziergang durch das Dorf mit schönen gepflegten Häusern kommt immer noch etwas Goldgräber Gefühl auf. Vor allem werden aber Souvenirs verkauft, es gibt einen Second Hand Laden und einen Kostüm Verleih, wo man sich in Goldgräber Chargon ablichten kann. Besonders sehenswert finden wir den sehr alten Friedhof, wo bekannte und unbekannte in ihrer Ruhe gebettet sind.
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Wasserfall an Wasserfall reihen sich aneinander und mir kommt Elisabeths Aussage in den Sinn: „Wir haben beschlossen, wegen Wasserfällen keinen Umweg mehr zu fahren.“ Heute verstehe ich diese Aussage sehr gut liebe Elisabeth😀.
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Die Sabi Sand Region befindet sich ausschliesslich in Privatbesitz und ist eine Verlängerung des Krügers. Hier buchen sich schöne, berühmte, reiche, geadelte VIP’s in 5Sterne Luxus Hotels mit privatem Butler, Koch und Guide ein. Für Otto Normalverbraucher gibt es ein 4Sterne Hotel Angebot ohne Bedienstete. In die Conservation Region kommt man nur mit einer Buchung, Game Drives im eigenen Auto sind verboten.
Will man die USD ganz schnell loswerden, bucht der Gast eine Suite im Ulusaba Privat Game Reserve. Der Besitzer ist der Weltall Fan Sir Richard Charles Nicholas Branson der Virgin Group. Dort garantiert Branson Privatsphäre und Luxus pur ab ca. USD 2500 die Nacht. Der ganze Hotelkomplex kann auch für private Familienfeste gebucht werden.

Die Idube Lodge gefällt uns sehr, klein, fein, nicht zu nobel – genau so mögen wir Hotels. Die erste Begegnung mit Charita (um die 30ig) ist äusserst herzlich. Endlich können wir unsere Schulden begleichen.

2 Game Drive sind täglich angeboten, eines um 05.30 Uhr, das Andere um 16.30 Uhr für jeweils 3 Stunden.
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Wir werden chauffiert von je einem Fahrer und Trucker deren Augen auf scharf und findend fokusiert sind. Wir können es kaum fassen, wir sehen täglich Leoparden und zwar bei der Morgen- und Nachmittag Pirschfahrt.
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Im Sabi Sand darf, im Gegensatz zum Krüger, die Strasse verlassen werden und so können wir die Leos verfolgen. Was für unglaublich sanfte und zugleich kraftvolle Tiere.

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Was Leoparden fressen, richtet sich nach dem Nahrungsangebot. So haben Leoparden ein ausserordentlich breites Beutespektrum, das von Käfern über Reptilien bis hin zu Vögeln und Säugern wie Impalas, Schakale, Wildschweine, Mangusten, Paviane usw. reicht. Wenn irgendwie möglich, versuchen Leoparden Säugetiere im Gewicht von 30 bis 50 Kilogramm zu reissen. Zebras sind als Beute bereits zu gross und schwer ausser die Jungtiere.

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Meistens ist der Leoparden nachts auf Nahrungssuche. Ist er hungrig und der Tisch reich gedeckt lässt er die Gelegenheit der Jagd auch tagsüber nicht aus. Meistens schleicht sich der Leopard an seine Beute ran oder lauert, bis sich ihm eine Gelegenheit bietet, den Bauch voll zu stopfen.

Leoparden sind zwar schnell im Antritt und überwinden mit wenigen Sätzen einige Meter, doch schon auf mittleren Distanzen sind ihnen die meisten Beutetiere an Geschwindigkeit überlegen.
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Ehrfürchtig beobachten wir die wunderschönen Tiere. Unser Trucker kennt jeden mit Namen. Wie er sie unterscheidet, will ich wissen? Vor dem Whiskas hat jeder eine andere Anzahl Streifen und ob den Streifen eine andere Anzahl Punkte.
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Am zweiten Tag finden wir die Big Five innerhalb von 3 Stunden. Wir sind begeistert und raten all unseren Lesern, falls ihr mal zum Krüger wollt aber wenig Zeit habt, bucht euch bei der Idube Lodge im Privateil des Krügers ein.
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Die putzige Löwenfamilie, 3 Löwinnen mit 4 Jungen und zwei Löwenbrüder, die stets etwas abseits liegen, sehen wir zwei Mal. Am liebsten würden wir die Jungtiere knuddeln.

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Beim ersten Mal sind sie hungrig und unruhig, beim zweiten Mal vollgefressen mit dicken Bäuchen und träge. Und sie stinken – reine Fleischfresser halt.

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Die Game Drive Autos sind komplett offen, unser Trucker läuft oft auf Spurensuche durch den Park. Ist das denn nicht gefährlich? Nein, bekommen wir zur Antwort! Tiere greifen Menschen nie an ausser sie verhalten sich falsch oder die Tiere sind verletzt.

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Idube ist ein Erlebnis der besonderen Art für uns, das ganze Team äusserst nett, äusserst wissend, wir äusserst gemästet, äusserst müde, die Tiersichtungen äusserst erfolgreich und äusserst ergreifend.
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Es ist sehr schwierig, die Momente zu beschreiben, wenn man Wildtiere ganz nahe beobachten darf. Herzklopfen, Aufregung, Freude, Wachsamkeit und Neugier überfallen das Gefühlsleben auf einen Schlag. Was für ein schönes, verfrühtes Weihnachtsgeschenk ist doch der Besuch von Sabi Sand.

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Der Abschied ist herzlich – vielleicht sehen wir uns irgendwo mal wieder. Nummern werden ausgetauscht – wir bleiben sicher in Kontakt. Danke liebes Idube Team!

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Fazit der Woche: Die Kamera und ich hatten es streng.

 

 

4 Kommentare zu „29.11.-06.12.2021 .. die Geschichte Idube

  1. Idube ist ein absolut fantastischer Ort – dem kann ich nur beistimmen
    Hier stimmt alles von der Betreuung, Unterkunft, Verpflegung und den jeden Tag eindrücklichen (und erfolgreichen) Pirschfahrten

  2. Ach Ach Ach,
    Noch immer unterwegs und mitten in die Afrikanische Natur.
    Wie gut.
    Ein bisschen eifersuftig bin ich schon…
    Hambani kahle!
    🙂
    Lieber Gruss,
    Ina

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