15.-22.8.2026, den Mutigen gehört die Welt

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Ca. 700 einsame Kilometer auf dem Liard Highway, teils gute Piste, bieten grösstenteils die „langweilige“ gewohnte Wald- und Präriestrasse. Nicht viel passiert, kein Dorf direkt an der Strecke – einfach nichts.

Jedoch ab Fort Liard ändert sich das Bild, der Grasstreifen wird breiter und öffnet Blicke auf Berge. Das allerbeste aber – wir sehen vier Bisonherden bis zu 30 Tieren und 2 Bären.

Der Bison (Gattung echte Rinder), das grösste Landsäugetier Kanadas, ist heute durch Massnahmen geschützt und dessen Fortbestand gerettet. Sie leben in freier Wildbahn und wirken friedlich träge auf uns. Aber Achtung – ja nicht zu nahe kommen. Sie können schnell aggressiv werden wenn Gaffer zu nahe kommen. Davon rennen nützt nichts  – der massige Bison (Gewicht bis zu 1 Tonne) ist schneller als unsere Sprint-Europameisterin Kambundji. Bis zu 55 km/h kann er beschleunigen und Menschen mühelos in die Luft schleudern.

Wir beobachten sie lieber aus dem Büsli. Da fressen sie friedlich mit ihren Kälbern mit markantem Buckel aus purer Muskelmasse, mit einem Fell, das sich gerade verdickt für die kalten, bis 40 Grad Minus im Winter, und einem grossen Kopf, auch als Schneepflug einsetzbar. Mit enormer Wucht schwingt er ihn von Seite zu Seite und schiebt selbst meterhohen Schnee beiseite, um an darunter liegende Gräser zu kommen.

Erfahrene Kühe (Weibchen) leiten die Herden während die Bullen oft alleine oder in separaten Junggesellengruppen leben.

Den Alaska Highway Richtung Norden fahren wir zum zweiten Mal – wir sehen uns aber ganz andere „Sehenswürdigkeiten“ an. So zum Beispiel der Liard River Hot Springs Provincial Park der für seine riesigen, naturbelassenen Thermalbecken inmitten eines schönen Fichtenwaldes beliebt ist.

Badehose raus und „bädälä“ ! Die Wassertemperatur von 42 – 52 Grad ist mir aber arg zu warm und mein Dampfkochtopf-Kopf ruft geradezu nach einem eiskalten Becken.

Durch die konstante Wärme wachsen hier seltene Orchideen, Farne und Pflanzen, die sonst im Norden Kanadas nicht überleben könnten. Ein schöner Holzsteg führt in 1.1 km vom Campingplatz durch Sumpfgebiet direkt zu den Quellen.

Sie riechen stark nach Schwefel und mein schönes Silberarmband oxidierte zur Farbe rostbraun/schwarz. KI sagt, ein Bad in Alufolie und Salz richte es wieder und tatsächlich – jetzt funkelt es wieder in schönstem Silber.

Wir sind wieder in Yukon – genau in Watson Lake zum Zweiten. Diesmal schauen wir uns im Besucherzentrum einen Film über das Universum und Polarlichter an und….

…. bohren Löcher in unsere mitgebrachte Autonummer für den Schilderwald (Bohrer, Nägel, Bastelware, Hammer usw. offeriert das Visiterzentrum).

Jetzt ist Bänzli verewigt!

Den Mutigen gehört die Welt oder doch eher den Dummen? Wir werden es in den nächsten Tagen  herausfinden, denn wir beschliessen, den Dempster Highway nach Tuktoyaktuk doch zu fahren. Der nördlichste befahrbare Punkt Kanadas (Arktische Ozean) gehört irgendwie einfach zur Komplettierung unserer Süd/Nord Reise dazu.

Nach langweiligen 420 Kilometer auf dem Klondike Highway Richtung Dawson knipsen wir ein ersteres Foto vom Start des Dempsters.

Es regnet die ganze Nacht über und wieder kommen wir ins Schwanken, ob wir die 1700 Kilometer Piste hin und zurück fahren sollen? Das ist fast 1 Mal Basel-Hamburg und zurück auf Schotterstrasse. Es ist eigentlich völlig absurd und nicht erklärbar, warum man sich diese Route antut. Es muss aber auch nicht alles erklärbar sein im Leben und so fahren wir einfach mal los.

Die ersten 200 Kilometer sind sehr schön. Durch Tundra und Taiga ist die Landschaft komplett anders, als wir bis jetzt von Kanada kennen. Leider regnet es immer wieder und das kleine Fünklein Sonne fehlt, um die Farben zum Leuchten zu bringen.

Dann hüllt dicker Nebel alles ein, die Strasse wird schlechter (Wellblech/Löcher für ca. 40 Kilometer) und führt durch abgebrannten Wald.

Wir machen früher Feierabend als geplant…

Bänzli hat eine neue Farbe, die Hochdruckdüse vom „Autowasch“ funktioniert nicht und wir freuen uns auf ein Käsefondue und viel Schlaf.

 

Fazit der Woche: Mutig oder dumm? Egal – wir sind auf dem Weg

 

 

Wochenfilm:

Musik: Jasmine Netsena, Stück: Sweet Companion

Jasmine Netsena ist eine preisgekrönte indigene Sängerin und Songwriterin aus den Völkern der Dene und Tahltan im Norden Kanadas

 

3 Kommentare zu „15.-22.8.2026, den Mutigen gehört die Welt

  1. Ihr werdet die Fahrt nicht bereuen. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, aber auch eine Herausforderung für Fahrer und Fahrzeug. Hatten mit dem Wetter Glück. Bulli hat den Trip auch unbeschadet überstanden.
    Wünschen euch eine gute Fahrt 🍀.
    Liebe Grüße
    Andrea und Mike ☺️

  2. Liebe Heidi, lieber Werni

    Danke für die schönen Bilder – auch wenn ihr sagt, es sei „langweilig“, für mich ist es jedes Mal das Highlight der Woche. Das Schild sieht ja schon genial aus, und ehrlich gesagt: Ihr habt einfach eine so coole Nummer. Ihr zwei seid an sich schon speziell…..im besten Sinn.

    Und wie frei Bänzli wirkt…. Psycho schön, wie man diese Eindrücke nur mit Fotos spüren kann. Ihr seid wirklich die Mutigen.

    Ich wünsche euch eine gute Fahrt, viel Glück

    Ganz liebe Grüsse
    Juan

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